Ich verstehe nicht ganz, was du mit "homosexuellen Kirchengemeinden" meinst.

Es gibt Menschen, die homosexuell sind und Mitglied einer Gemeinde sind.

Es gibt Gemeinden, die nichts dagegen haben, wenn offen Homosexuelle Mitglieder sind.

Es gibt auch Vereine und Gruppen, wo sich homosexuelle religiöse Menschen treffen, im christlichen Bereich gibt es z.B. den Verein HuK (Homosexuelle und Kirche). Aber das sind wie gesagt Gruppen. Manche sind innerhalb einer Gemeinde, treffen sich in Gemeinderäumen, aber manche sind auch extern.

Komplett oder explizit "homosexuelle Kirchengemeinden" gibt es meines Wissens nicht. Das wäre auch nicht der Sinn einer Gemeinde.

Zahlen zu queeren Gruppen in Kirchen gibt es im Überblick meines Wissens nicht.

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Hallo,

das kommt tatsächlich auf die Kirche an.

In der katholischen Kirche dürfen sie tatsächlich nicht heiraten.

In der evangelischen ist das aber etwas anders. Deutschland ist da in 20 Landeskirchen eingeteilt. In allen ist eine Segnung möglich (nicht ganz das Gleiche wie eine Trauung), in 13 davon, also über der Hälfte, gibt es die "Trauung für alle", d.h. auch homosexuelle Paare können dort ganz normal kirchlich heiraten. In einer weiteren Landekirche können sie das mit Erlaubnis der Gemeinde.

Hier findest du die Übersicht: i-00 (2480×3508) (evangelisch.de)

Liebe Grüße :)

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ich bin verheiratet / in einer Beziehung / vergeben

oder wenn es um die Person speziell geht:

  • die Person, mit der ich zusammen / verheiratet / etc. bin (klingt professioneller)
  • mein Schatz
  • die Liebe meines Lebens (sehr hochtrabend haha)
  • mein Lieblingsmensch / Herzensmensch
  • mein Date (wenn es nicht so ernst ist)
  • meine Bezugsperson
  • meine bessere Hälfte

naja das sind ein paar Ideen, musst du gucken, ob da was passt...

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Hallo,

also da gibt es ja zwei Aspekte in deiner Frage - einerseits die Hölle als Konzept und andererseits die Bisexualität.

Im Christentum gibt es zwei Konzepte, die beide biblische Grundlagen haben. Einerseits den "zweifachen Ausgang" (Gute in den Himmel, Böse in die Hölle), andererseits die "Allversöhnung" (alle Menschen werden mit Gott versöhnt und kommen in den Himmel).

Ich persönlich glaube nicht an eine Hölle als Ort der ewigen Qualen, sondern eher an eine "Hölle" als Zustand. Ein Gefühl. Kennst du das Gefühl vom mega schlechten Gewissen? Es ist ein wahnsinnig unangenehmes Gefühl, sodass einem fast schlecht wird, es nagt richtig an einem. Das könnte auch eine Interpretation sein: Wenn ein Mensch vor Gott kommt, erkennt er, was er in seinem Leben falsch gemacht hat, wo er Menschen verletzt hat, wo er sich von Gott entfernt hat, usw. Und das schlechte Gewissen ist dann wie eine ganz "persönliche Hölle". Das ist aber nicht das Ende. Denn ich glaube an einen gnädigen Gott, der einem vergibt und einen liebt. Und zu dem wir letzten Endes alle kommen werden.

Nun zum zweiten Teil deiner Frage, ob Bisexualität etwas so schlimmes ist in Gottes Augen, dass man dafür in die "Hölle" kommen könnte.

Zur Homo-/Bisexualität nach unserem Verständnis steht eigentlich nichts in der Bibel. Einige Verse könnte man so deuten - Allerdings muss man alles, was in der Bibel steht, im historischen Kontext von damals sehen. Die Bibel wurde von Menschen geschrieben! Eine Ehe zwischen Homosexuellen wird nicht erwähnt, ebenso wenig wie eine liebevolle, gleichberechtigte Partnerschaft! Mal abgesehen davon, dass das Konzept einer sexuellen Orientierung sehr neu ist und damals noch gar nicht bekannt war. Bei den Stellen geht es ausschließlich um Geschlechtsverkehr:

  • Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel. (3. Mose 18,22)
  • Wenn jemand bei einem Manne schläft wie bei einer Frau, so haben sie beide getan, was ein Gräuel ist, und sollen des Todes sterben; ihre Blutschuld komme über sie. (3. Mose 20,13)
  • Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn bei ihnen haben Frauen den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Männer mit Männern Schande über sich gebracht und den Lohn für ihre Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen. (Römer 1,26-27)
  • Weder Unzüchtige / Hurer noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Lustknaben / Weichlinge noch Knabenschänder noch Diebe noch Habsüchtige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes erben. (1. Korinther 6,9-10)

Beziehungen und sexueller Verkehr waren immer ein Machtgefüge: Die Frau ordnete sich ihrem Mann unter. Schliefen allerdings zwei Männer (anal) miteinander, wurde ja einer der beiden Männer penetriert, übernahm einer in deren Augen ja automatisch die „Frauenrolle“, ordnete sich unter, was ein Tabu war. Das wurde als Verletzung der Ehre und als Zerstörung der Gesellschaftsordnung angesehen. Es bezieht sich außerdem auf die übliche Praxis, dass Männer Sex mit untergebenen Männern (also z.B. Sklaven oder Kriegsgefangenen) hatten zum Zeichen ihrer Machtdemonstration und Erniedrigung (also eigentlich mehr eine Vergewaltigung). In diesem Zusammenhang wird das Wort verwendet, was ins Deutsche irreführender Weise mit "Gräuel" übersetzt wird.

Das hat also mit unserem heutigen Verständnis von Homosexualität und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nichts zu tun.

Außerdem werden im Alten Testament so einige Sachen mit dem Tode bestraft (z.B. Arbeit am Samstag, Kleidung aus zwei verschiedenen Materialien tragen) oder wurden als falsch bezeichnet (z.B. sich einer Frau nähern, während diese ihre Menstruation hat), die heute völlig normal sind, im Gegenzug waren andere Sachen normal und erlaubt, die heute allgemein als nicht in Ordnung gelten (z.B. Sklaverei, sie wurde auch von Paulus nicht in Frage gestellt).

Die schlimme Geschichte in 1. Mose 19 ("Sodom und Gomorrha") muss bei dieser Frage außer Acht bleiben. Denn hier geht es um Vergewaltigung von Männern aufgrund von Fremdenhass / Rassismus. Wäre das ein Argument gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften, so wären biblische Erzählungen von der Vergewaltigung einer Frau (die es auch in der Bibel gibt) auch ein Argument gegen heterosexuelle Beziehungen.

Und zu der Römerbrief-Stelle: Paulus verurteilt den Geschlechtsverkehr von Frauen und Frauen, Männern und Männern als "gegen die Natur". An anderer Stelle (1. Korinther 11,14) bietet Paulus das gleiche Argument gegen Männer auf, die das Haar lang wachsen lassen. Um "Natur" geht es da gewiss nicht. Haare wachsen bei Männern nicht weniger als bei Frauen und die Haartracht ist eine Frage von Kultur und Mode. Warum sollte der fragwürdige Naturbegriff des Paulus in der Homosexualitätsdebatte zum Urteilsgrund werden?

Und zum 1. Korintherbrief: Die "Lustknaben" werden manchmal mit "Homosexuelle" übersetzt. Das ist einfach falsch. Die "Lustknaben" stehen im Zusammenhang mit den Knabenschändern. Es geht um den Verkehr zwischen Männern und Kindern (Jungs) - also erst mal um Kindesmissbrauch (und das gilt dann auch für verschiedengeschlechtliche Verbindungen). Aber auch für den Fall, dass mit den Begriffen "Lustknabe" und "Knabenschänder" primär der Aspekt der Gewerbsmäßigkeit im Blick sein sollte (und weniger der Gesichtspunkt des Kindesmissbrauchs), also dass sich Kinder in der griechisch-römischen Kultur damals praktisch prostituiert haben, also "Beziehungen" mit älteren Männern hatten und von ihren "Mentoren" dann Geld bekommen haben - das wurde kritisiert, und dann gälte auch dies in gleicher Weise für heterosexuelle Praxis.

Und Jesus hat nie etwas zu Homosexualität gesagt! Es ist jedenfalls durch die Bibel nichts überliefert.

"Sünde" ist das, was einen von Gott trennt. Warum sollte es mich von Gott trennen, wenn ich als Frau eine andere Frau liebe? Das schadet weder Gott noch mir noch der anderen Frau, wenn wir eine liebevolle, gleichberechtigte Partnerschaft führen.

Und zu dem Argument, dass die Bibel die Ehe als eine Verbindung zwischen Mann und Frau bestimmt hat: Falsch. Die Bibel definiert die Ehe auch als ein-Mann-viele-Frauen oder ein-Mann-viele-Frauen-und-viele-Geliebte oder Vergewaltiger-und-Opfer oder Eroberer-und-Kriegsgefangene... Das würde ich jetzt auch nicht so als das beste Eheverständnis ansehen...

Wie heißt es so schön im 1. Thessalonicherbrief: "Prüft alles, und das Gute behaltet". Und Menschen zu verdammen, nur weil sie andere Menschen mit ganzem Herzen lieben, die aber leider das "falsche" Geschlecht haben, ist mMn nicht gut.

Die Bibel wurde von Menschen geschrieben. Sie erzählt von Erfahrungen von Menschen mit Gott - wie sie die Welt wahrnehmen und was sie sich daraus schließen und denken über Gott. Diese Menschen haben in einer gewissen Zeit und einem bestimmten Kulturkreis gelebt. Heute machen Menschen neue Erfahrungen, mit Gott und der Welt. Das muss man bedenken.

Ich bin fest davon überzeugt: Gott liebt mich, egal ob ich heterosexuell, homosexuell, bisexuell, pansexuell, asexuell, usw bin.

Und ich habe Gott als großartig in meinem Leben wahrgenommen. Gott ist bei mir.

Ich bin queer und dennoch Christin. Ich bekenne mich zu Jesus Christus, der die Grenzen gesprengt hat. "Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus" (Gal 3,28) - es ist egal, welches Geschlecht ich habe, welche sexuelle Orientierung, welche Herkunft, welcher sozialen Schicht ich angehöre - all das spielt für Gott keine Rolle.

Glücklicherweise hat auch die evangelische Kirche in Deutschland inzwischen schon zu großen Teilen dieser Deutung zugestimmt. In vielen evangelischen Landeskirchen werden gleichgeschlechtliche Paare inzwischen gesegnet oder können sogar ganz "normal" kirchlich heiraten. Und evangelische Pfarrer*innen dürfen in Deutschland mit gleichgeschlechtlichen Partner*innen zusammen im Pfarrhaus wohnen.

Liebe Grüße

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Hallo,

du könntest dich als bisexuell / heteroromantisch bezeichnen.

Es gibt nicht nur die sexuelle, sondern auch die romantische Orientierung. Jeder Mensch hat beides, bei den Meisten überschneiden sie sich (also ein heterosexueller ist meist auch heteroromantisch - deshalb wird das meist nicht separat genannt), aber eben nicht immer. Mit wem man eine Beziehung haben will oder nicht, also zu wem man sich romantisch hingezogen fühlt, in wen man sich verliebt, sagt die romantische Orientierung aus. Man kann hetero-, homo-, bi-, aromantisch oder etwas anderes sein... Und dann kann es eben durchaus auch sein, dass man z.B. bisexuell und heteroromantisch ist, also sich sexuell zu zwei/mehreren, aber romantisch zu einem anderen Geschlecht hingezogen fühlt.

Was du fühlst, kannst du nicht wirklich beeinflussen. Aber du kannst dir natürlich überlegen, was du damit machen willst.

LG

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Hallo,

es könnte sein, dass du bi bist, aber es kann auch sein, dass du lesbisch bist. Das kannst nur du sagen, und es ist schwer, das einfach so zu sagen.

Aber wenn du dir eine Beziehung nur mit einer Frau vorstellen kannst, kann es gut sein, dass du lesbisch bist.

Mir hat das hier sehr geholfen: https://docs.google.com/document/d/e/2PACX-1vT3f5IIzt5PG-M7G9_Z-gjY4gZaiUneTdMlYrFAcdBGcJo0-N-RDQcj2JfxOaBTxKa6J_DiDQNgqVpg/pub

LG

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Hallo,

nein, aktuell geht das leider nicht.

Es gibt als dritte Geschlechtsoption neben männlich und weiblich noch divers, das ist aber für intergeschlechtliche Menschen, also Menschen, die biologisch sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale haben und denen somit bei der Geburt nicht eins der binären Geschlechter zugeordnet werden konnte.

Leider wurde inzwischen (was ganz am Anfang bei der Einführung durch ein kleines Schlupfloch noch anders war, wenn sie nämlich von ihrem Hausarzt bestätigt bekommen haben, dass sie eine "Variante der Geschlechtsentwicklung" haben) gestoppt, dass nichtbinäre Menschen diese Option eintragen lassen können. Aktuell gibt es da in Deutschland also keine Möglichkeit. Vielleicht ändert sich das in den nächsten Jahren, aber erst mal nicht. Da muss die Politik Entscheidungen treffen...

Mal abgesehen davon steht das Geschlecht im Perso eh nicht drin..

LG

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Hi,

ja klar geht das :)

Ich bin evangelische Christin und studiere sogar Theologie, um Pfarrerin zu werden. Ich hatte auf der einen Seite das große Glück, dass ich mein Umfeld immer als ziemlich akzeptierend wahrgenommen habe und mir auch ein solches Gottesbild von einem liebenden, mich akzeptierenden Gott vermittelt wurde. Natürlich hab ich auch andere Stimmen wahrgenommen, aber tatsächlich nicht so viele bzw nicht durch Menschen aus meinem direkten Umfeld. Besonders als ich dann angefangen habe Theologie zu studieren, habe ich mich auch noch mal mehr damit auseinander gesetzt und darin auch eher Bestärkung gefunden.

Zur Homosexualität nach unserem Verständnis steht eigentlich nichts in der Bibel. Einige Verse könnte man so deuten - Allerdings muss man alles, was in der Bibel steht, im historischen Kontext von damals sehen. Die Bibel wurde von Menschen geschrieben! Eine Ehe zwischen Homosexuellen wird nicht erwähnt, ebenso wenig wie eine liebevolle, gleichberechtigte Partnerschaft! Mal abgesehen davon, dass das Konzept einer sexuellen Orientierung sehr neu ist und damals noch gar nicht bekannt war. Bei den Stellen geht es ausschließlich um Geschlechtsverkehr:

  • Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel. (3. Mose 18,22)
  • Wenn jemand bei einem Manne schläft wie bei einer Frau, so haben sie beide getan, was ein Gräuel ist, und sollen des Todes sterben; ihre Blutschuld komme über sie. (3. Mose 20,13)
  • Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn bei ihnen haben Frauen den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Männer mit Männern Schande über sich gebracht und den Lohn für ihre Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen. (Römer 1,26-27)
  • Weder Unzüchtige / Hurer noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Lustknaben / Weichlinge noch Knabenschänder noch Diebe noch Habsüchtige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes erben. (1. Korinther 6,9-10)

Beziehungen und sexueller Verkehr waren immer ein Machtgefüge: Die Frau ordnete sich ihrem Mann unter. Schliefen allerdings zwei Männer miteinander, übernahm einer der beiden Männer in deren Augen ja automatisch die „Frauenrolle“, ordnete sich unter, was ein Tabu war.

Beziehungen und sexueller Verkehr waren immer ein Machtgefüge: Die Frau ordnete sich ihrem Mann unter. Schliefen allerdings zwei Männer (anal) miteinander, wurde ja einer der beiden Männer penetriert, übernahm einer in deren Augen ja automatisch die „Frauenrolle“, ordnete sich unter, was ein Tabu war. Das wurde als Verletzung der Ehre und als Zerstörung der Gesellschaftsordnung angesehen. Es bezieht sich außerdem auf die übliche Praxis, dass Männer Sex mit untergebenen Männern (also z.B. Sklaven oder Kriegsgefangenen) hatten zum Zeichen ihrer Machtdemonstration und Erniedrigung (also eigentlich mehr eine Vergewaltigung). In diesem Zusammenhang wird das Wort verwendet, was ins Deutsche irreführender Weise mit "Greuel" übersetzt wird.

Das hat also mit unserem heutigen Verständnis von Homosexualität und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nichts zu tun.

Außerdem werden im Alten Testament so einige Sachen mit dem Tode bestraft (z.B. Arbeit am Samstag, Kleidung aus zwei verschiedenen Materialien tragen) oder wurden als falsch bezeichnet (z.B. sich einer Frau nähern, während diese ihre Menstruation hat), die heute völlig normal sind, im Gegenzug waren andere Sachen normal und erlaubt, die heute allgemein als nicht in Ordnung gelten (z.B. Sklaverei, sie wurde auch von Paulus nicht in Frage gestellt).

Die schlimme Geschichte in 1. Mose 19 ("Sodom und Gomorrha") muss bei dieser Frage außer Acht bleiben. Denn hier geht es um Vergewaltigung von Männern aufgrund von Fremdenhass / Rassismus. Wäre das ein Argument gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften, so wären biblische Erzählungen von der Vergewaltigung einer Frau (die es auch in der Bibel gibt) auch ein Argument gegen heterosexuelle Beziehungen.

Und zu der Römerbrief-Stelle: Paulus verurteilt den Geschlechtsverkehr von Frauen und Frauen, Männern und Männern als "gegen die Natur". An anderer Stelle (1. Korinther 11,14) bietet Paulus das gleiche Argument gegen Männer auf, die das Haar lang wachsen lassen. Um "Natur" geht es da gewiss nicht. Haare wachsen bei Männern nicht weniger als bei Frauen und die Haartracht ist eine Frage von Kultur und Mode. Warum sollte der fragwürdige Naturbegriff des Paulus in der Homosexualitätsdebatte zum Urteilsgrund werden?

Und zum 1. Korintherbrief: Die "Lustknaben" werden manchmal mit "Homosexuelle" übersetzt. Das ist einfach falsch. Die "Lustknaben" stehen im Zusammenhang mit den Knabenschändern. Es geht um den Verkehr zwischen Männern und Kindern (Jungs) - also erst mal um Kindesmissbrauch (und das gilt dann auch für verschiedengeschlechtliche Verbindungen). Aber auch für den Fall, dass mit den Begriffen "Lustknabe" und "Knabenschänder" primär der Aspekt der Gewerbsmäßigkeit im Blick sein sollte (und weniger der Gesichtspunkt des Kindesmissbrauchs), also dass sich Kinder in der griechisch-römischen Kultur damals praktisch prostituiert haben, also "Beziehungen" mit älteren Männern hatten und von ihren "Mentoren" dann Geld bekommen haben - das wurde kritisiert, und dann gälte auch dies in gleicher Weise für heterosexuelle Praxis.

Und Jesus hat nie etwas zu Homosexualität gesagt! Es ist jedenfalls durch die Bibel nichts überliefert.

"Sünde" ist das, was einen von Gott trennt. Warum sollte es mich von Gott trennen, wenn ich als Frau eine andere Frau liebe? Das schadet weder Gott noch mir noch der anderen Frau, wenn wir eine liebevolle, gleichberechtigte Partnerschaft führen.

Und zu dem Argument, dass die Bibel die Ehe als eine Verbindung zwischen Mann und Frau bestimmt hat: Falsch. Die Bibel definiert die Ehe auch als ein-Mann-viele-Frauen oder ein-Mann-viele-Frauen-und-viele-Geliebte oder Vergewaltiger-und-Opfer oder Eroberer-und-Kriegsgefangene... Das würde ich jetzt auch nicht so als das beste Eheverständnis ansehen...

Wie heißt es so schön im 1. Thessalonicherbrief: "Prüft alles, und das Gute behaltet". Und Menschen zu verdammen, nur weil sie andere Menschen mit ganzem Herzen lieben, die aber leider das "falsche" Geschlecht haben, ist mMn nicht gut.

Die Bibel wurde von Menschen geschrieben. Sie erzählt von Erfahrungen von Menschen mit Gott - wie sie die Welt wahrnehmen und was sie sich daraus schließen und denken über Gott. Diese Menschen haben in einer gewissen Zeit und einem bestimmten Kulturkreis gelebt. Heute machen Menschen neue Erfahrungen, mit Gott und der Welt. Das muss man bedenken.

Ich bin fest davon überzeugt: Gott liebt mich, egal ob ich heterosexuell, homosexuell, bisexuell, pansexuell, asexuell, usw bin.

Und ich habe Gott als großartig in meinem Leben wahrgenommen. Gott ist bei mir.

Ich bin queer und dennoch Christin. Ich bekenne mich zu Jesus Christus, der die Grenzen gesprengt hat. "Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus" (Gal 3,28) - es ist egal, welches Geschlecht ich habe, welche sexuelle Orientierung, welche Herkunft, welcher sozialen Schicht ich angehöre - all das spielt für Gott keine Rolle.

Liebe Grüße

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Anderes

Das kommt ganz auf das Szenario an.

Wenn eine Person ein falsches Pronomen absichtlich verwendet, um die Identität zu invalidieren oder sich lustig zu machen oder weil halt das Geschlecht als "Phase" o.ä. bezeichnet wird, dann ja.

Wenn eine Person es nicht besser weiß, weil wir uns nicht (oder erst kurz) kennen, dann wäre es iwie unangenehm, aber kränken würde es mich glaube ich nicht. Eine Kränkung liegt für mich dann vor, wenn es eine eher absichtliche Verletzung ist.

Wenn eine Person es aus Versehen macht, dann kommt das auch wieder drauf an.

Wenn man die Person schon lange kennt und sie sich gerade "umgewöhnen" muss, weil sie einen halt vorher jahrelang mit anderen Pronomen angesprochen hat, dann kann ich schon verstehen, dass das vllt nicht immer so einfach ist und dass einem auch mal leicht aus Versehen ein falsches Pronomen raus rutscht. So lange die Person sich trotzdem Mühe gibt, und sich halt korrigiert oder entschuldigt und wirklich versucht es besser zu machen und die richtigen Pronomen zu verwenden, ist es ok.

Wenn sie sich aber gar keine Mühe gibt und das wirklich ständig passiert, dann würde ich mich schon fragen, warum. Und ggf. schon auch ein wenig gekränkt sein.

Aber ich glaube das kommt auch sehr auf die aktuelle allgemeine Stimmung an...

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Warum wird der Papst von der evangelischen Kirche nicht anerkannt?

Im katholischen Kirchenverständnis ist der Papst der legitime Nachfolger des Apostels Petrus und als solcher zum obersten Hirten der Kirche bestimmt, als „das sichtbare Zeichen und Garanten der Einheit“ des Christentums. Doch von Beginn an wurde die Position des Papstes von Protestanten bestritten. Weder seine Überordnung über die Bibel noch sein Rückbezug auf ein göttliches Recht könnten seine herausgehobene Stellung begründen, so die Reformatoren. Bis heute bleibt das Papstamt in der ökumenischen Diskussion eine offene Frage. „Gemeinschaft mit, aber nicht unter dem Papst“ (Reinhard Frieling) – so kann die Position der evangelischen Kirche beschrieben werden. Bestritten wird, dass der Papst unfehlbar in Glaubensdingen sei und dass er die Macht haben dürfe, in jedes Bistum unmittelbar hineinzuregieren. Diese beiden „Papstdogmen“ aus dem 19. Jahrhundert stellen zentrale Probleme des Papstamtes dar.

Warum dürfen katholische Priester nicht heiraten, evangelische aber schon? Gibt es da irgendwelche Zitate in der Bibel dass es den katholischen Priestern nicht erlaubt ist?

Die lateinische Kirche hat den Zölibat kirchenrechtlich seit Papst Gregor VII. im 11. Jahrhundert zur Bedingung für das Priesteramt gemacht.

Geregelt ist das im "Kodex des Kanonischen Rechtes"

Can. 277 — § 1. Die Kleriker sind gehalten, vollkommene und immerwährende Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen zu wahren; deshalb sind sie zum Zölibat verpflichtet, der eine besondere Gabe Gottes ist, durch welche die geistlichen Amtsträger leichter mit ungeteiltem Herzen Christus anhangen und sich freier dem Dienst an Gott und den Menschen widmen können.

Davon kann es Ausnahmen geben, so gibt es z.B. verheiratete frühere evangelische Pfarrer, die jetzt katholische Priester sind. Die müssen sich nicht scheiden lassen.

Begründet wird der Zölibat mit folgenden Worten Jesu:

Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht -  um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es. (Mt 19,12)

Und mit folgender Stelle aus dem 1. Korintherbrief, Kapitel 7:

Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen. So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau aber und die Jungfrau sorgen sich um die Sache des Herrn, um heilig zu sein an Leib und Geist. Die Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; sie will ihrem Mann gefallen.

Hier und in anderen Stellen wird von einem freiwilligen Zölibat gesprochen, das die ausführen sollen, für die es ok ist. Paulus schreibt: Wenn ein Mann sich "nicht beherrschen" kann, soll er lieber heiraten als dass er außereheliche / unzüchtige Kontakte hat. Die katholische Kirche hat einfach alle Priesteramtskandidaten zu "Freiwilligen" gemacht. Sie haben sich den Job ja schließlich ausgesucht...

Die Sorge aus der zweiten Bibelstelle kann ich durchaus nachvollziehen - an evangelischen Pfarrfamilien sieht man oft, dass das Leben nicht so einfach ist, schließlich soll man als Pfarrer*in / Priester für die Gemeinde da sein und das eigentlich immer - da kann es auch schon mal sein, dass morgens um 8 oder Samstag abends noch jemand klingelt, weil es der Person schlecht geht oder ein Notfall ist. Es gibt eben keine geregelten Arbeitszeiten. Das ist natürlich schwierig für eine Familie. Und Pfarrer*innen sind besonders auf dem Dorf immer in einer Sonderrolle, stehen ständig unter Beobachtung, ... Da steht die Familie immer automatisch mit im Fokus und das ist auch nicht unbedingt so lustig für die.

Es gibt aktuell einen großen Priestermangel und ich kenne einige katholische Männer, die zwar überlegt haben Priester zu werden, es dann aber wegen des Zölibats nicht gemacht haben, weil sie unbedingt eine Familie wollten. Mit der Aufhebung des Pflichtzölibats könnte man da etwas "nachhelfen".

Man muss dann nur darauf achten, dass sich darauf keine "Zwei-Klassen-Gesellschaft" entwickelt und die zölibatär lebenden Priester als etwas Besseres angesehen werden...

Warum gibt es im evangelischen Glauben keine Beichte?

Die gibt es. Allerdings ist sie in der evangelischen Kirche kein Sakrament wie in der katholischen Kirche.

Die evangelische Kirche kennt nur zwei Sakramente: Die Taufe und das Abendmahl. Denn nur sie sind in den biblischen Überlieferungen als solche bezeugt. Die katholische Kirche feiert sieben Sakramente, die sich im Lauf der Geschichte entwickelten. Auch Firmung, Ehe, Buße, das Weihesakrament und die Krankensalbung sind Sakramente.

Warum dürfen in der katholischen Kirche, keine Frauen Priesterinnen werden, in der evangelischen aber schon?

Die katholische Kirche argumentiert, Jesus sei selbst ein Mann gewesen und die 12 Jünger seien auch nur Männer gewesen. Nur ein Mann könne den (Mann) Jesus repräsentieren. Die erste (evangelische) Pfarrerin Europas mit vollem Pfarramt wurde im Herbst 1931 in der Schweiz gewählt. Also dürfen in der evangelischen Kirche Frauen seit noch nicht mal 100 Jahren Pfarrerinnen werden. Argumente dafür sind:

  • es gibt den Grundsatz des allgemeinen Priestertums aller Christen
  • in Jesus Christus ist der Mensch als Mann und Frau erlöst - Diese Botschaft der Erlösung kann im heutigen kulturellen Kontext unglaubwürdig wirken, wenn das Priesteramt weiterhin nur Männern vorbehalten bleibt
  • unter den Grußworten des Apostels die zumindest als διακονος (diákonos) bezeichnete Phoebe (Röm 16,1)
  • Im Römerbrief findet sich auch die Erwähnung einer Junia, die „unter den Aposteln berühmt“ sei. Die traditionelle Auslegung, nach der hier der männliche Name "Junias" stehen soll, wird heute nur von einem kleinen Teil der Exegeten vertreten, und auch in der Überarbeitung der katholischen Einheitsübersetzung von 2017 steht inzwischen "Junia".

Liebe Grüße

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Hi,

ich bin evangelische Christin und studiere sogar Theologie, um Pfarrerin zu werden. Ich hatte auf der einen Seite das große Glück, dass ich mein Umfeld immer als ziemlich akzeptierend wahrgenommen habe und mir auch ein solches Gottesbild von einem liebenden, mich akzeptierenden Gott vermittelt wurde. Natürlich hab ich auch andere Stimmen wahrgenommen, aber tatsächlich nicht so viele bzw nicht durch Menschen aus meinem direkten Umfeld. Besonders als ich dann angefangen habe Theologie zu studieren, habe ich mich auch noch mal mehr damit auseinander gesetzt und darin auch eher Bestärkung gefunden.

Zur Homosexualität nach unserem Verständnis steht eigentlich nichts in der Bibel. Einige Verse könnte man so deuten - Allerdings muss man alles, was in der Bibel steht, im historischen Kontext von damals sehen. Die Bibel wurde von Menschen geschrieben! Eine Ehe zwischen Homosexuellen wird nicht erwähnt, ebenso wenig wie eine liebevolle, gleichberechtigte Partnerschaft! Mal abgesehen davon, dass das Konzept einer sexuellen Orientierung sehr neu ist und damals noch gar nicht bekannt war. Bei den Stellen geht es ausschließlich um Geschlechtsverkehr:

  • Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel. (3. Mose 18,22)
  • Wenn jemand bei einem Manne schläft wie bei einer Frau, so haben sie beide getan, was ein Gräuel ist, und sollen des Todes sterben; ihre Blutschuld komme über sie. (3. Mose 20,13)
  • Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn bei ihnen haben Frauen den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Männer mit Männern Schande über sich gebracht und den Lohn für ihre Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen. (Römer 1,26-27)
  • Weder Unzüchtige / Hurer noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Lustknaben / Weichlinge noch Knabenschänder noch Diebe noch Habsüchtige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes erben. (1. Korinther 6,9-10)

Beziehungen und sexueller Verkehr waren immer ein Machtgefüge: Die Frau ordnete sich ihrem Mann unter. Schliefen allerdings zwei Männer miteinander, übernahm einer der beiden Männer in deren Augen ja automatisch die „Frauenrolle“, ordnete sich unter, was ein Tabu war.

Beziehungen und sexueller Verkehr waren immer ein Machtgefüge: Die Frau ordnete sich ihrem Mann unter. Schliefen allerdings zwei Männer (anal) miteinander, wurde ja einer der beiden Männer penetriert, übernahm einer in deren Augen ja automatisch die „Frauenrolle“, ordnete sich unter, was ein Tabu war. Das wurde als Verletzung der Ehre und als Zerstörung der Gesellschaftsordnung angesehen. Es bezieht sich außerdem auf die übliche Praxis, dass Männer Sex mit untergebenen Männern (also z.B. Sklaven oder Kriegsgefangenen) hatten zum Zeichen ihrer Machtdemonstration und Erniedrigung (also eigentlich mehr eine Vergewaltigung). In diesem Zusammenhang wird das Wort verwendet, was ins Deutsche irreführender Weise mit "Greuel" übersetzt wird.

Das hat also mit unserem heutigen Verständnis von Homosexualität und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nichts zu tun.

Außerdem werden im Alten Testament so einige Sachen mit dem Tode bestraft (z.B. Arbeit am Samstag, Kleidung aus zwei verschiedenen Materialien tragen) oder wurden als falsch bezeichnet (z.B. sich einer Frau nähern, während diese ihre Menstruation hat), die heute völlig normal sind, im Gegenzug waren andere Sachen normal und erlaubt, die heute allgemein als nicht in Ordnung gelten (z.B. Sklaverei, sie wurde auch von Paulus nicht in Frage gestellt).

Die schlimme Geschichte in 1. Mose 19 ("Sodom und Gomorrha") muss bei dieser Frage außer Acht bleiben. Denn hier geht es um Vergewaltigung von Männern aufgrund von Fremdenhass / Rassismus. Wäre das ein Argument gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften, so wären biblische Erzählungen von der Vergewaltigung einer Frau (die es auch in der Bibel gibt) auch ein Argument gegen heterosexuelle Beziehungen.

Und zu der Römerbrief-Stelle: Paulus verurteilt den Geschlechtsverkehr von Frauen und Frauen, Männern und Männern als "gegen die Natur". An anderer Stelle (1. Korinther 11,14) bietet Paulus das gleiche Argument gegen Männer auf, die das Haar lang wachsen lassen. Um "Natur" geht es da gewiss nicht. Haare wachsen bei Männern nicht weniger als bei Frauen und die Haartracht ist eine Frage von Kultur und Mode. Warum sollte der fragwürdige Naturbegriff des Paulus in der Homosexualitätsdebatte zum Urteilsgrund werden?

Und zum 1. Korintherbrief: Die "Lustknaben" werden manchmal mit "Homosexuelle" übersetzt. Das ist einfach falsch. Die "Lustknaben" stehen im Zusammenhang mit den Knabenschändern. Es geht um den Verkehr zwischen Männern und Kindern (Jungs) - also erst mal um Kindesmissbrauch (und das gilt dann auch für verschiedengeschlechtliche Verbindungen). Aber auch für den Fall, dass mit den Begriffen "Lustknabe" und "Knabenschänder" primär der Aspekt der Gewerbsmäßigkeit im Blick sein sollte (und weniger der Gesichtspunkt des Kindesmissbrauchs), also dass sich Kinder in der griechisch-römischen Kultur damals praktisch prostituiert haben, also "Beziehungen" mit älteren Männern hatten und von ihren "Mentoren" dann Geld bekommen haben - das wurde kritisiert, und dann gälte auch dies in gleicher Weise für heterosexuelle Praxis.

Und Jesus hat nie etwas zu Homosexualität gesagt! Es ist jedenfalls durch die Bibel nichts überliefert.

"Sünde" ist das, was einen von Gott trennt. Warum sollte es mich von Gott trennen, wenn ich als Frau eine andere Frau liebe? Das schadet weder Gott noch mir noch der anderen Frau, wenn wir eine liebevolle, gleichberechtigte Partnerschaft führen.

Und zu dem Argument, dass die Bibel die Ehe als eine Verbindung zwischen Mann und Frau bestimmt hat: Falsch. Die Bibel definiert die Ehe auch als ein-Mann-viele-Frauen oder ein-Mann-viele-Frauen-und-viele-Geliebte oder Vergewaltiger-und-Opfer oder Eroberer-und-Kriegsgefangene... Das würde ich jetzt auch nicht so als das beste Eheverständnis ansehen...

Wie heißt es so schön im 1. Thessalonicherbrief: "Prüft alles, und das Gute behaltet". Und Menschen zu verdammen, nur weil sie andere Menschen mit ganzem Herzen lieben, die aber leider das "falsche" Geschlecht haben, ist mMn nicht gut.

Die Bibel wurde von Menschen geschrieben. Sie erzählt von Erfahrungen von Menschen mit Gott - wie sie die Welt wahrnehmen und was sie sich daraus schließen und denken über Gott. Diese Menschen haben in einer gewissen Zeit und einem bestimmten Kulturkreis gelebt. Heute machen Menschen neue Erfahrungen, mit Gott und der Welt. Das muss man bedenken.

Ich bin fest davon überzeugt: Gott liebt mich, egal ob ich heterosexuell, homosexuell, bisexuell, pansexuell, asexuell, usw bin.

Und ich habe Gott als großartig in meinem Leben wahrgenommen. Gott ist bei mir.

Ich bin queer und dennoch Christin. Ich bekenne mich zu Jesus Christus, der die Grenzen gesprengt hat. "Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus" (Gal 3,28) - es ist egal, welches Geschlecht ich habe, welche sexuelle Orientierung, welche Herkunft, welcher sozialen Schicht ich angehöre - all das spielt für Gott keine Rolle.

Glücklicherweise hat auch die evangelische Kirche in Deutschland inzwischen schon zu großen Teilen dieser Deutung zugestimmt. In vielen evangelischen Landeskirchen werden gleichgeschlechtliche Paare inzwischen gesegnet oder können sogar ganz "normal" kirchlich heiraten. Und evangelische Pfarrer*innen dürfen in Deutschland mit gleichgeschlechtlichen Partner*innen zusammen im Pfarrhaus wohnen.

Liebe Grüße

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Nein

Hallo,

also da gibt es ja zwei Aspekte in deiner Frage - einerseits die Hölle als Konzept und andererseits die Bisexualität.

Im Christentum gibt es zwei Konzepte, die beide biblische Grundlagen haben. Einerseits den "zweifachen Ausgang" (Gute in den Himmel, Böse in die Hölle), andererseits die "Allversöhnung" (alle Menschen werden mit Gott versöhnt und kommen in den Himmel).

Ich persönlich glaube nicht an eine Hölle als Ort der ewigen Qualen, sondern eher an eine "Hölle" als Zustand. Ein Gefühl. Kennst du das Gefühl vom mega schlechten Gewissen? Es ist ein wahnsinnig unangenehmes Gefühl, sodass einem fast schlecht wird, es nagt richtig an einem. Das könnte auch eine Interpretation sein: Wenn ein Mensch vor Gott kommt, erkennt er, was er in seinem Leben falsch gemacht hat, wo er Menschen verletzt hat, wo er sich von Gott entfernt hat, usw. Und das schlechte Gewissen ist dann wie eine ganz "persönliche Hölle". Das ist aber nicht das Ende. Denn ich glaube an einen gnädigen Gott, der einem vergibt und einen liebt. Und zu dem wir letzten Endes alle kommen werden.

Nun zum zweiten Teil deiner Frage, ob Bisexualität etwas so schlimmes ist in Gottes Augen, dass man dafür in die "Hölle" kommen könnte.

Zur Homo-/Bisexualität nach unserem Verständnis steht eigentlich nichts in der Bibel. Einige Verse könnte man so deuten - Allerdings muss man alles, was in der Bibel steht, im historischen Kontext von damals sehen. Die Bibel wurde von Menschen geschrieben! Eine Ehe zwischen Homosexuellen wird nicht erwähnt, ebenso wenig wie eine liebevolle, gleichberechtigte Partnerschaft! Mal abgesehen davon, dass das Konzept einer sexuellen Orientierung sehr neu ist und damals noch gar nicht bekannt war. Bei den Stellen geht es ausschließlich um Geschlechtsverkehr:

  • Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel. (3. Mose 18,22)
  • Wenn jemand bei einem Manne schläft wie bei einer Frau, so haben sie beide getan, was ein Gräuel ist, und sollen des Todes sterben; ihre Blutschuld komme über sie. (3. Mose 20,13)
  • Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn bei ihnen haben Frauen den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Männer mit Männern Schande über sich gebracht und den Lohn für ihre Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen. (Römer 1,26-27)
  • Weder Unzüchtige / Hurer noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Lustknaben / Weichlinge noch Knabenschänder noch Diebe noch Habsüchtige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes erben. (1. Korinther 6,9-10)

Beziehungen und sexueller Verkehr waren immer ein Machtgefüge: Die Frau ordnete sich ihrem Mann unter. Schliefen allerdings zwei Männer miteinander, übernahm einer der beiden Männer in deren Augen ja automatisch die „Frauenrolle“, ordnete sich unter, was ein Tabu war.

Beziehungen und sexueller Verkehr waren immer ein Machtgefüge: Die Frau ordnete sich ihrem Mann unter. Schliefen allerdings zwei Männer (anal) miteinander, wurde ja einer der beiden Männer penetriert, übernahm einer in deren Augen ja automatisch die „Frauenrolle“, ordnete sich unter, was ein Tabu war. Das wurde als Verletzung der Ehre und als Zerstörung der Gesellschaftsordnung angesehen. Es bezieht sich außerdem auf die übliche Praxis, dass Männer Sex mit untergebenen Männern (also z.B. Sklaven oder Kriegsgefangenen) hatten zum Zeichen ihrer Machtdemonstration und Erniedrigung (also eigentlich mehr eine Vergewaltigung). In diesem Zusammenhang wird das Wort verwendet, was ins Deutsche irreführender Weise mit "Greuel" übersetzt wird.

Das hat also mit unserem heutigen Verständnis von Homosexualität und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nichts zu tun.

Außerdem werden im Alten Testament so einige Sachen mit dem Tode bestraft (z.B. Arbeit am Samstag, Kleidung aus zwei verschiedenen Materialien tragen) oder wurden als falsch bezeichnet (z.B. sich einer Frau nähern, während diese ihre Menstruation hat), die heute völlig normal sind, im Gegenzug waren andere Sachen normal und erlaubt, die heute allgemein als nicht in Ordnung gelten (z.B. Sklaverei, sie wurde auch von Paulus nicht in Frage gestellt).

Die schlimme Geschichte in 1. Mose 19 ("Sodom und Gomorrha") muss bei dieser Frage außer Acht bleiben. Denn hier geht es um Vergewaltigung von Männern aufgrund von Fremdenhass / Rassismus. Wäre das ein Argument gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften, so wären biblische Erzählungen von der Vergewaltigung einer Frau (die es auch in der Bibel gibt) auch ein Argument gegen heterosexuelle Beziehungen.

Und zu der Römerbrief-Stelle: Paulus verurteilt den Geschlechtsverkehr von Frauen und Frauen, Männern und Männern als "gegen die Natur". An anderer Stelle (1. Korinther 11,14) bietet Paulus das gleiche Argument gegen Männer auf, die das Haar lang wachsen lassen. Um "Natur" geht es da gewiss nicht. Haare wachsen bei Männern nicht weniger als bei Frauen und die Haartracht ist eine Frage von Kultur und Mode. Warum sollte der fragwürdige Naturbegriff des Paulus in der Homosexualitätsdebatte zum Urteilsgrund werden?

Und zum 1. Korintherbrief: Die "Lustknaben" werden manchmal mit "Homosexuelle" übersetzt. Das ist einfach falsch. Die "Lustknaben" stehen im Zusammenhang mit den Knabenschändern. Es geht um den Verkehr zwischen Männern und Kindern (Jungs) - also erst mal um Kindesmissbrauch (und das gilt dann auch für verschiedengeschlechtliche Verbindungen). Aber auch für den Fall, dass mit den Begriffen "Lustknabe" und "Knabenschänder" primär der Aspekt der Gewerbsmäßigkeit im Blick sein sollte (und weniger der Gesichtspunkt des Kindesmissbrauchs), also dass sich Kinder in der griechisch-römischen Kultur damals praktisch prostituiert haben, also "Beziehungen" mit älteren Männern hatten und von ihren "Mentoren" dann Geld bekommen haben - das wurde kritisiert, und dann gälte auch dies in gleicher Weise für heterosexuelle Praxis.

Und Jesus hat nie etwas zu Homosexualität gesagt! Es ist jedenfalls durch die Bibel nichts überliefert.

"Sünde" ist das, was einen von Gott trennt. Warum sollte es mich von Gott trennen, wenn ich als Frau eine andere Frau liebe? Das schadet weder Gott noch mir noch der anderen Frau, wenn wir eine liebevolle, gleichberechtigte Partnerschaft führen.

Und zu dem Argument, dass die Bibel die Ehe als eine Verbindung zwischen Mann und Frau bestimmt hat: Falsch. Die Bibel definiert die Ehe auch als ein-Mann-viele-Frauen oder ein-Mann-viele-Frauen-und-viele-Geliebte oder Vergewaltiger-und-Opfer oder Eroberer-und-Kriegsgefangene... Das würde ich jetzt auch nicht so als das beste Eheverständnis ansehen...

Wie heißt es so schön im 1. Thessalonicherbrief: "Prüft alles, und das Gute behaltet". Und Menschen zu verdammen, nur weil sie andere Menschen mit ganzem Herzen lieben, die aber leider das "falsche" Geschlecht haben, ist mMn nicht gut.

Die Bibel wurde von Menschen geschrieben. Sie erzählt von Erfahrungen von Menschen mit Gott - wie sie die Welt wahrnehmen und was sie sich daraus schließen und denken über Gott. Diese Menschen haben in einer gewissen Zeit und einem bestimmten Kulturkreis gelebt. Heute machen Menschen neue Erfahrungen, mit Gott und der Welt. Das muss man bedenken.

Ich bin fest davon überzeugt: Gott liebt mich, egal ob ich heterosexuell, homosexuell, bisexuell, pansexuell, asexuell, usw bin.

Und ich habe Gott als großartig in meinem Leben wahrgenommen. Gott ist bei mir.

Ich bin queer und dennoch Christin. Ich bekenne mich zu Jesus Christus, der die Grenzen gesprengt hat. "Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus" (Gal 3,28) - es ist egal, welches Geschlecht ich habe, welche sexuelle Orientierung, welche Herkunft, welcher sozialen Schicht ich angehöre - all das spielt für Gott keine Rolle.

Glücklicherweise hat auch die evangelische Kirche in Deutschland inzwischen schon zu großen Teilen dieser Deutung zugestimmt. In vielen evangelischen Landeskirchen werden gleichgeschlechtliche Paare inzwischen gesegnet oder können sogar ganz "normal" kirchlich heiraten. Und evangelische Pfarrer*innen dürfen in Deutschland mit gleichgeschlechtlichen Partner*innen zusammen im Pfarrhaus wohnen.

Liebe Grüße

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Hi,

niemand muss sich outen. Es ist eine Möglichkeit. Auch für bisexuelle Menschen.

Manche Leute fühlen sich wohler, wenn sie geoutet sind. Sie haben dann das Gefühl, dass sie "sie selbst" sein können und ihre Gefühle nicht verstecken müssen. Oder es nervt sie vielleicht, wenn sie immer danach gefragt werden, wie ihre Traumfrau aussieht und wann sie denn eine Freundin haben, aber in Wahrheit würden sie (auch) gerne einen Freund haben. Es vergrößert auch etwas deine "Möglichkeiten", z.B. wenn eine Person des gleichen Geschlechts weiß, dass ihr eventuell etwas für einander empfinden könntet.

Manche Leute fühlen sich aber auch nicht wohler damit, weil ein Outing für sie zu stressig ist und weil es eben leider immer noch homophobe Menschen gibt, die einem das Leben erschweren könnten... Oder weil sie es einfach als nicht notwendig ansehen, sich (offiziell) zu outen.

Manche Leute haben auch kein "offizielles" Coming out mit Verkündigung oder so, sondern sie erwähnen es einfach beiläufig mal, wenn das Thema aufkommt. Oder eine Frau kommt z.B. einfach mit ihrer neuen Freundin an...

Aber wenn du es deinen Freunden gerne sagen möchtest, dann kannst du das tun :)

Ich kann verstehen, wenn du zögerst. Du musst dich anvertrauen ohne zu wissen, wie dein Gegenüber reagiert. Andererseits: echte Freunde sollten dich so mögen wie du bist und du solltest mit ihnen reden können. Wenn du nicht weißt, wie deine Freunde zu dem Thema der Homo-/Bi-/Pansexualität stehen, musst du dich ja auch nicht direkt outen. Du kannst dich erst mal langsam an das Thema rantasten, gucken, was sie zu dem Thema allgemein äußern oder ob sie ablehnend wirken. Vielleicht guckt ihr mal einen Film oder eine Serie, wo ein lesbisches Paar drin vorkommt. Oder ihr begegnet auf der Straße einem schwulen Paar. Oder du sprichst sie wie zufällig auf das Thema an... Wenn du merkst, dass sie sich nicht negativ äußern, kannst du dich ja vorsichtig vielleicht erst mal einem besten Freund anvertrauen...? Wenn ihr dann schon mal zu zweit seid, kann sie dich vielleicht bei den anderen unterstützen.

Such dir vielleicht auch Beratung und Hilfe von Auswärts, wenn du das brauchst oder möchtest. Online-Beratung und Seelsorge sind meiner Meinung nach eine gute Sache, hat mir jedenfalls sehr geholfen. Du findest sie z.B. hier: https://www.diakonie-emailberatung.de/ oder hier: http://www.telefonseelsorge.de/ oder hier: https://www.nummergegenkummer.de/kinder-und-jugendtelefon.html#log_in

Stress dich nicht, lass dir von niemandem etwas ein- oder ausreden, sondern höre auf dein Herz, deine Gefühle. Es ist dein Liebesleben.

Alles Gute

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Homosexualität ist erlaubt

Hallo,

Zur Homosexualität nach unserem Verständnis steht eigentlich nichts in der Bibel. Einige Verse könnte man so deuten - Allerdings muss man alles, was in der Bibel steht, im historischen Kontext von damals sehen. Die Bibel wurde von Menschen geschrieben! Eine Ehe zwischen Homosexuellen wird nicht erwähnt, ebenso wenig wie eine liebevolle, gleichberechtigte Partnerschaft! Bei den Stellen geht es ausschließlich um Geschlechtsverkehr:

  • Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel. (3. Mose 18,22)
  • Wenn jemand bei einem Manne schläft wie bei einer Frau, so haben sie beide getan, was ein Gräuel ist, und sollen des Todes sterben; ihre Blutschuld komme über sie. (3. Mose 20,13)
  • Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn bei ihnen haben Frauen den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Männer mit Männern Schande über sich gebracht und den Lohn für ihre Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen. (Römer 1,26-27)
  • Weder Unzüchtige / Hurer noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Lustknaben / Weichlinge noch Knabenschänder noch Diebe noch Habsüchtige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes erben. (1. Korinther 6,9-10)

Beziehungen und sexueller Verkehr waren immer ein Machtgefüge: Die Frau ordnete sich ihrem Mann unter. Schliefen allerdings zwei Männer miteinander, übernahm einer der beiden Männer in deren Augen ja automatisch die „Frauenrolle“, ordnete sich unter, was ein Tabu war.

Beziehungen und sexueller Verkehr waren immer ein Machtgefüge: Die Frau ordnete sich ihrem Mann unter. Schliefen allerdings zwei Männer (anal) miteinander, wurde ja einer der beiden Männer penetriert, übernahm einer in deren Augen ja automatisch die „Frauenrolle“, ordnete sich unter, was ein Tabu war. Das wurde als Verletzung der Ehre und als Zerstörung der Gesellschaftsordnung angesehen. Es bezieht sich außerdem auf die übliche Praxis, dass Männer Sex mit untergebenen Männern (also z.B. Sklaven oder Kriegsgefangenen) hatten zum Zeichen ihrer Machtdemonstration und Erniedrigung (also eigentlich mehr eine Vergewaltigung). In diesem Zusammenhang wird das Wort verwendet, was ins Deutsche irreführender Weise mit "Greuel" übersetzt wird.

Das hat also mit unserem heutigen Verständnis von Homosexualität und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nichts zu tun.

Außerdem werden im Alten Testament so einige Sachen mit dem Tode bestraft (z.B. Arbeit am Samstag, Kleidung aus zwei verschiedenen Materialien tragen) oder wurden als falsch bezeichnet (z.B. sich einer Frau nähern, während diese ihre Menstruation hat), die heute völlig normal sind, im Gegenzug waren andere Sachen normal und erlaubt, die heute allgemein als nicht in Ordnung gelten (z.B. Sklaverei, sie wurde auch von Paulus nicht in Frage gestellt).

Die schlimme Geschichte in 1. Mose 19 ("Sodom und Gomorrha") muss bei dieser Frage außer Acht bleiben. Denn hier geht es um Vergewaltigung von Männern aufgrund von Fremdenhass / Rassismus. Wäre das ein Argument gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften, so wären biblische Erzählungen von der Vergewaltigung einer Frau (die es auch in der Bibel gibt) auch ein Argument gegen heterosexuelle Beziehungen.

Und zu der Römerbrief-Stelle: Paulus verurteilt den Geschlechtsverkehr von Frauen und Frauen, Männern und Männern als "gegen die Natur". An anderer Stelle (1. Korinther 11,14) bietet Paulus das gleiche Argument gegen Männer auf, die das Haar lang wachsen lassen. Um "Natur" geht es da gewiss nicht. Haare wachsen bei Männern nicht weniger als bei Frauen und die Haartracht ist eine Frage von Kultur und Mode. Warum sollte der fragwürdige Naturbegriff des Paulus in der Homosexualitätsdebatte zum Urteilsgrund werden?

Und zum 1. Korintherbrief: Die "Lustknaben" werden manchmal mit "Homosexuelle" übersetzt. Das ist einfach falsch. Die "Lustknaben" stehen im Zusammenhang mit den Knabenschändern. Es geht um den Verkehr zwischen Männern und Kindern (Jungs) - also erst mal um Kindesmissbrauch (und das gilt dann auch für verschiedengeschlechtliche Verbindungen). Aber auch für den Fall, dass mit den Begriffen "Lustknabe" und "Knabenschänder" primär der Aspekt der Gewerbsmäßigkeit im Blick sein sollte (und weniger der Gesichtspunkt des Kindesmissbrauchs), also dass sich Kinder in der griechisch-römischen Kultur damals praktisch prostituiert haben, also "Beziehungen" mit älteren Männern hatten und von ihren "Mentoren" dann Geld bekommen haben - das wurde kritisiert, und dann gälte auch dies in gleicher Weise für heterosexuelle Praxis.

Und Jesus hat nie etwas zu Homosexualität gesagt! Es ist jedenfalls durch die Bibel nichts überliefert.

"Sünde" ist das, was einen von Gott trennt. Warum sollte es mich von Gott trennen, wenn ich als Frau eine andere Frau liebe? Das schadet weder Gott noch mir noch der anderen Frau, wenn wir eine liebevolle, gleichberechtigte Partnerschaft führen.

Und zu dem Argument, dass die Bibel die Ehe als eine Verbindung zwischen Mann und Frau bestimmt hat: Falsch. Die Bibel definiert die Ehe auch als ein-Mann-viele-Frauen oder ein-Mann-viele-Frauen-und-viele-Geliebte oder Vergewaltiger-und-Opfer oder Eroberer-und-Kriegsgefangene... Das würde ich jetzt auch nicht so als das beste Eheverständnis ansehen...

Wie heißt es so schön im 1. Thessalonicherbrief: "Prüft alles, und das Gute behaltet". Und Menschen zu verdammen, nur weil sie andere Menschen mit ganzem Herzen lieben, die aber leider das "falsche" Geschlecht haben, ist mMn nicht gut.

Die Bibel wurde von Menschen geschrieben. Sie erzählt von Erfahrungen von Menschen mit Gott - wie sie die Welt wahrnehmen und was sie sich daraus schließen und denken über Gott. Diese Menschen haben in einer gewissen Zeit und einem bestimmten Kulturkreis gelebt. Heute machen Menschen neue Erfahrungen, mit Gott und der Welt. Das muss man bedenken.

Ich bin fest davon überzeugt: Gott liebt mich, egal ob ich heterosexuell, homosexuell, bisexuell, pansexuell, asexuell, usw bin.

Und ich habe Gott als großartig in meinem Leben wahrgenommen. Gott ist bei mir.

Ich bin queer und dennoch Christin. Ich bekenne mich zu Jesus Christus, der die Grenzen gesprengt hat. "Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus" (Gal 3,28) - es ist egal, welches Geschlecht ich habe, welche sexuelle Orientierung, welche Herkunft, welcher sozialen Schicht ich angehöre - all das spielt für Gott keine Rolle.

Glücklicherweise hat auch die evangelische Kirche in Deutschland inzwischen schon zu großen Teilen dieser Deutung zugestimmt. In vielen evangelischen Landeskirchen werden gleichgeschlechtliche Paare inzwischen gesegnet oder können sogar ganz "normal" kirchlich heiraten. Und evangelische Pfarrer*innen dürfen in Deutschland mit gleichgeschlechtlichen Partner*innen zusammen im Pfarrhaus wohnen.

Liebe Grüße

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