Hallo,

diese Frage wird aktuell heiß diskutiert, aber verbindliche Vorgaben gibt es noch nicht.

Wenn du schriftlich mit der Person kommunizierst, kannst du das Gender-Sternchen benutzen, das schließt alle Geschlechter mit ein.

Wenn du die Person nicht kennst und noch nie mit ihr gesprochen / geschrieben hast, kannst du einfach mit "Guten Tag" starten. Oder mit "Sehr geehrte*r Noa Müller".

Bei mehreren Personen ist es einfach, geschlechtsneutrale Anreden zu nutzen: Sehr geehrte Kolleg*innen, usw.

Wenn du die Person kennst, frag sie einfach freundlich / höflich, mit welchen Pronomen und welcher Anrede sie angesprochen werden möchte.

Meistens kann man solche Anreden, wenn man mit einer Person direkt spricht und nicht über sie, vermeiden - eben durch "Guten Tag/Abend (oder Hallo, wenn ihr euch schon besser kennt)" und dann mit "Du / Sie".

LG

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Hallo,

bist du denn evangelisch, katholisch, freikirchlich, ...? Das sind nämlich ziemliche Unterschiede teilweise.

Voraussetzungen:

  • Abitur
  • Interesse an Religion, Geschichte, Philosophie, Ethik, Literatur- und Sprachwissenschaft (insbesondere natürlich bezogen auf die Bibel), Sprachen (denn du musst Latein, Alt-Griechisch und Alt-Hebräisch gleich zu Beginn des Studiums lernen, wenn du sie nicht schon kannst, ohne die Sprachen geht vieles nicht), Texten (du musst ziemlich viel lesen), aber auch "Praktischem" wie (Religions-)Pädagogik, und für das Pfarramt so was wie Predigt, Seelsorge, Kirchenleitung usw.

Was man damit machen kann

  • klassisch: Pfarrberuf (in der evangelischen Kirche alle Geschlechter, in der katholischen nur Männer)
  • Pastoralreferent*in / Gemeindereferent*in (katholisch)
  • oder: Religionslehrer*in
  • du kannst auch Erwachsene unterrichten
  • oder an der Uni bleiben, in die Forschung gehen, dort unterrichten (ist aber oft schwer, da einen Platz zu finden)
  • du kannst aber auch in die Politikberatung gehen und als Referent*in für religiöse Fragen für Stiftungen oder Parteien arbeiten (oder eben in die "richtige" Politik)
  • oder als Journalist*in arbeiten
  • im Bereich soziale Arbeit
  • im Verlagswesen oder in der Öffentlichkeitsarbeit gibt es auch Theolog*innen

Das Theologiestudium ist nicht einfach, aber sehr spannend uns vielfältig! :)

LG

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Kenn mich leider nicht aus, aber ich hatte auch mal Rennmäuse. Angeblich drei Brüder. Das eine war dann aber doch eine Schwester und so wurden aus drei plötzlich 11...

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Hallo,

traditionell und auch teilweise in der Bibel (wie auch in anderen monotheistischen Religionen) wird Gott oft eher männlich dargestellt.

Der Grund dafür ist, dass die Bibel von Menschen geschrieben wurde, vor sehr sehr vielen Jahren, in einer patriarchalen Gemeinschaft, also von Männern.

Oft werden männliche Vergleiche gezogen, weil Männer damals als die starken Versorger angesehen wurden, die die Familie beschützten, verteidigten und ihr vorstanden. Wenn von Gott als Vater gesprochen wird, ist das ein Vergleich, der eine familiäre, enge Beziehung symbolisiert.

Allerdings steht nirgendwo in der Bibel, dass Gott sagt, dass er* männlich ist. Ganz im Gegenteil. In der Schöpfungsgeschichte steht:

Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde. Zum Bilde Gottes schuf er ihn, und er schuf ihn männlich und weiblich.

Wenn man überhaupt menschliche Geschlechterstrukturen auf Gott übertragen würde, dann wäre das weder nur männlich noch nur weiblich, sondern beides, etwas dazwischen, oder keins davon.

Und: Auch weibliche Attribute für Gott gibt es sogar schon in der Bibel, wenn Gott als "Mutter" beschrieben wird :)

Gott als Mutter: Jes 66,13; Jes 49,15f.; Hos 11,1-4

Gott als Gebärende: Dtn 32,18; Num 11,12; Jes 42,14, Ijob 38,8;29

Gott als stillende Mutter: Hos 11,4, 1Petr 2,2-3

Mütterliche Aspekte Gottes:

- Gott kleidet: Gen 3,21, Mt 6,25-34

- Gott erzieht: Jes 46,3-4

- Gott tröstet: Offb 21,4

Gott als Geburtshelferin/Hebamme: Ps 22,10-11; Jes 66,8-9

Gott als Bärenmutter: Hos 13,8

Gott als Hausherrin/Hausfrau: Ps 123,2; Ijob 10,10; Lk 15,8-10

Gott als Bäckerin: Mt 13,33 und Lk 13,20-21

Gott als Adlermutter: Ex 19,4 und Dtn 32,11-12

Gott als Henne: Ps 17,8-9; Ps 57,2

Mal abgesehen davon glaube ich, dass es Quatsch ist, Gott ein bestimmtes menschliches Geschlecht zuzuordnen. Gott ist nicht menschlich, also kann Gott auch nicht in menschliche Kategorien eingeordnet werden.

Als Gegenentwurf im Christentum gibt es z.B. die Bibel in gerechter Sprache, die genau das versucht: diese Strukturen und Traditionen aufzubrechen und Gott nicht mehr als rein männlich darzustellen.

Das Vater Unser ist so ein traditioneller Text, dass ich ihn niemals verändern würde. Es muss aber klar sein, dass das "Vater" nicht normativ ist insofern, dass es Gott ein bestimmtes Geschlecht zuweist. Es ist nur ein Vergleich.

Liebe Grüße

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Hallo,

weil Sie nicht in der Nähe meiner Eltern leben will

Das muss doch irgendeinen Grund haben. So eine "drastische" Meinung hat man nicht einfach so grundlos.

sie hat aber keinen Grund

Ist das deine Meinung? Hast du denn schon mit ihr gesprochen, warum sie nicht in der Nähe deiner Eltern leben will?

denn meine Eltern haben Ihr nichts gemacht.

Ist das deine Meinung oder ihre? Vielleicht gibt es etwas, wovon du nichts weißt. Aber vielleicht gibt es auch einen ganz anderen Grund, der nichts mit deinen Eltern selbst zu tun hat.

Wie würdet Ihr reagieren?

Sprich mit ihr. Ganz ruhig, in Ruhe, ohne Vorwürfe, Anschuldigungen, Vermutungen.

Frag sie, weshalb sie nicht in deine Heimatstadt ziehen möchte. Sag ihr vielleicht auch, dass sie dir wichtig ist und du verstehen willst, weshalb sie so denkt.

Kommunikation ist das Wichtigste in einer Beziehung. Ihr könnt nicht in eure Köpfe gucken, also müsst ihr es euch gegenseitig erklären.

LG

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Die Geschichte die du wahrscheinlich meinst steht im Lukas-Evangelium Kapitel 10

Der barmherzige Samariter

25  Und siehe, da stand ein Gesetzeslehrer auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? 26 Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? 27 Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« (5. Mose 6,5; 3. Mose 19,18). 28 Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet;  tu das, so wirst du leben.

 29 Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster? 30 Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halb tot liegen.

 31 Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah,  ging er vorüber. 32 Desgleichen auch ein Levit: Als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber. 33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte es ihn; 34 und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. 35 Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme.

 36 Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? 37 Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!

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Hi,

Nur weil man bisexuell ist heißt das ja nicht, dass man die ganze Zeit Sex mit Männern und Frauen haben muss oder öfter fremd geht bzw zwischen den Partnern hin- und herspringt. Es besteht theoretisch die Möglichkeit dass man sich in einen Mann oder eine Frau verliebt. Natürlich besteht da auch die Möglichkeit, dass er sich in dich verliebt. Und wenn das so ist, dann ist das doch sehr schön.

Die Frage, ob man dem Partner das geben kann was er/sie braucht oder will, stellt sich immer, auch bei zwei Heterosexuellen oder zwei Homosexuellen Was erwartet man von der Beziehung, dem Partner? Wird man in einer Beziehung mit dieser Person glücklich sein? Wird der Partner vielleicht einen "besseren" Partner finden und die Beziehung beenden? Die Fragen stellen sich nicht nur ein einer Beziehung mit einem Bisexuellen.

Auch als bisexuelle Person kann man total glücklich in einer monogamen Beziehung leben. Nur weil er bisexuell ist, wird er nicht automatisch mit anderen schlafen wollen. Wenn man sich liebt, dann macht man sich gegenseitig glücklich. So einfach ist das. Und wenn ihr euch gern habt, dann ist das doch sehr schön und dann würde ich das nicht wegwerfen, weil er theoretisch irgendwann mal mit einer anderen Person (ob Mann oder Frau) schlafen könnte. Es kann nämlich auch gut sein, dass er mit dir glücklich ist und ihm das dann "reicht".

Wenn du dir unsicher bist, sprich mit ihm. Kommunikation ist in einer Beziehung immer das Wichtigste und wenn du Zweifel hast, dann sag ihm das doch ganz offen. Dann hat er auch noch mal die Möglichkeit, aus seiner Sicht dazu Stellung zu nehmen.

Alles Gute :)

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Hallo,

Ablässe kann man immer noch bekommen. Papst Franziskus warb im Jahr der Barmherzigkeit auch sehr dafür. Diese Ablässe bekommt man aber aufgrund von Leistungen, z.B. durch pilgern, beten usw. Auch der "Urbi et Orbi" Segen ist z.B. ein Ablass.

Der Handel mit bzw. das Verkaufen (!) von Ablassen ist allerdings seit 1562 verboten (sozusagen als Reaktion auf die Reformation) und seit 1567 mit der Strafe der Exkommunikation belegt, d.h. dass man aus der Kirche ausgeschlossen wird.

LG

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Hallo,

Zur Homosexualität steht einiges in der Bibel. Allerdings muss man alles, was in der Bibel steht, im historischen Kontext von damals sehen. Die Bibel wurde von Menschen geschrieben!

Eine Ehe zwischen Homosexuellen wird nicht erwähnt, ebenso wenig wie eine liebevolle, gleichberechtigte Partnerschaft! Bei den Stellen geht es ausschließlich um homosexuellen Geschlechtsverkehr:

  • Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel. (3. Mose 18,22)
  • Wenn jemand bei einem Manne schläft wie bei einer Frau, so haben sie beide getan, was ein Gräuel ist, und sollen des Todes sterben; ihre Blutschuld komme über sie. (3. Mose 20,13)

Beziehungen und sexueller Verkehr waren immer ein Machtgefüge: Die Frau ordnete sich ihrem Mann unter. Schliefen allerdings zwei Männer miteinander, übernahm einer der beiden Männer in deren Augen ja automatisch die „Frauenrolle“, ordnete sich unter, was ein Tabu war.

"Mann-beim-Manne-liegend-wie-bei-einer-Frau" trifft ja gerade nicht auf den Homosexuellen zu, denn der liegt ja nicht bei einer Frau, sondern auf die in der Antike übliche Praxis, dass heterosexuelle Männer Sex mit untergebenen Männern hatten zum Zeichen ihrer Machtdemonstration und Sex mit männlichen Tempelprostituierten hatten, um die Götter günstig zu stimmen. Gegen diesen „heidnischen“ Brauch wollte man sich ebenfalls abgrenzen. In diesem Zusammenhang wird das Wort verwendet, was ins Deutsche irreführender Weise mit "Greuel" übersetzt wird. Es bezeichnet die Ablehnung von Götzendienst.

Das hat also mit unserem heutigen Verständnis von Homosexualität und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nichts zu tun.

Außerdem werden im Alten Testament so einige Sachen mit dem Tode bestraft (z.B. Arbeit am Samstag) oder wurden als falsch bezeichnet (z.B. sich einer Frau nähern, während diese ihre Menstruation hat), die heute völlig normal sind, im Gegenzug waren andere Sachen normal und erlaubt, die heute allgemein als nicht in Ordnung gelten (z.B. Sklaverei (sogar seine eigene Tochter durfte man als Sklavin verkaufen)).

Die schlimme Geschichte in 1. Mose 19 ("Sodom und Gomorrha") muss bei dieser Frage außer Acht bleiben. Denn hier geht es um Vergewaltigung von Männern! Wäre das ein Argument gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften, so wären biblische Erzählungen von der Vergewaltigung einer Frau auch ein Argument gegen heterosexuelle Beziehungen.

Und zu dem Argument, dass die Bibel die Ehe als eine Verbindung zwischen Mann und Frau bestimmt hat: Falsch. Die Bibel definiert die Ehe auch als ein-Mann-viele-Frauen oder ein-Mann-viele-Frauen-und-viele-Geliebte oder Vergewaltiger-und-Opfer oder Eroberer-und-Kriegsgefangene... Das würde ich jetzt auch nicht so als das beste Eheverständnis ansehen...

Die Bibel wurde von Menschen geschrieben. Sie erzählt von Erfahrungen von Menschen mit Gott. Diese Menschen haben in einer gewissen Zeit und einem bestimmten Kulturkreis gelebt. Heute machen Menschen neue Erfahrungen, mit Gott und der Welt. Das muss man bedenken.

Liebe Grüße

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Hallo,

leider gab es in der katholischen Kirche einige Missbrauchsfälle, ja.

In der evangelischen Kirche wurden allerdings vor Kurzem auch Missbrauchsfälle aufgedeckt.

Aber:

Pädophilie ist bei Priestern nicht mehr verbreitet als bei nicht Priestern.

Wenn das System (also der Zölibat usw) das Problem wäre, dann wären solche Taten sehr viel häufiger als man bisher weiß. Wenn man die Meldungen der letzten Jahre zusammennimmt und vergleicht mit der Zahl der Priester, dann haben Priester eigentlich weniger solcher Handlungen begangen als die Männer in der Allgemeinbevölkerung.

Wenn es einen Priester betrifft, wird darüber aber meistens mehr in der Presse berichtet, als wenn es z.B. ein "normaler" Familienvater ist, der sein Kind missbraucht hat. Bei Priestern gibt es dann immer gleich den großen "Ah, böse Priester, böse Religion, böser Zölibat" Aufschrei...

Natürlich ist es trotzdem schrecklich, wenn Menschen Kinder missbrauchen oder ausnutzen. Dagegen muss etwas getan werden. Aber nicht nur bei Priestern, sondern auch bei Familienvätern, "netten Onkels" oder irgendwelchen Fremden... Leider bleibt eine große Zahl der Täter im Dunkeln weil die Kinder sich nicht trauen etwas zu sagen... Aber es wird auf jeden Fall versucht etwas dagegen zu machen. Wie erfolgreich das ist, ist immer eine andere Frage...

Liebe Grüße

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In der hebräischen Bibel steht, wenn Gott vorkommt, הוה' oder transskribiert JHWH.

Das Hebräische ist eine Konsonantensprache. Alle Buchstaben sind also Konsonanten. Die Vokale wurden erst später als Punkte und Striche darunter gesetzt, als die Sprache als Verkehrssprache schon ausgestorben war, damit man sie noch lesen konnte und trotzdem wusste, welche Vokale die "richtigen" sind.

Der Gottesname wurde von den Juden nicht ausgesprochen, es wurden immer andere Wörter benutzt, hauptsächlich Elohim (Gott) oder Adonaj (Herr).

Um das kenntlich zu machen und damit auch ja keiner den Namen beim lesen ausversehen ausspricht, wurden die Vokale von Adonaj unter die Konsonanten JHWH gesetzt. Dieses Wort ergab natürlich keinen Sinn, es existierte nicht. Es stellte nur sicher, dass "Herr" gelesen wurde und nicht etwa der Gottesname.

Im Mittelalter haben dann einige Gelehrte die hebräische Bibel übersetzt, allerdings ohne die Juden dazu zu befragen. Deshalb haben sie diese Kombination von Vokalen und Konsonanten missverstanden und JEHOWAH gelesen. Dieser Fehler hat sich dann verbreitet.

In der Lutherbibel steht übrigens, wenn JHWH im Original steht "HERR" (groß geschrieben) dort. Das soll genau das wiedergeben: Dass der Name eben nicht ausgesprochen wurde, sondern immer ein Titel werwendet wurde.

Sprachwissenschaftler sind sich aber inzwischen relativ einig, dass der Gottesname wahrscheinlich JAHWE(H) lautet. Alles andere würde keinen Sinn ergeben.

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Hallo,

traditionell und auch teilweise in der Bibel (wie auch in anderen monotheistischen Religionen) wird Gott oft eher männlich dargestellt.

Der Grund dafür ist, dass die Bibel von Menschen geschrieben wurde, vor sehr sehr vielen Jahren, in einer patriarchalen Gemeinschaft, also von Männern.

Oft werden männliche Vergleiche gezogen, weil Männer damals als die starken Versorger angesehen wurden, die die Familie beschützten, verteidigten und ihr vorstanden. Wenn von Gott als Vater gesprochen wird, ist das ein Vergleich, der eine familiäre, enge Beziehung symbolisiert.

Allerdings steht nirgendwo in der Bibel, dass Gott sagt, dass er* männlich ist. Ganz im Gegenteil. In der Schöpfungsgeschichte steht:

Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde. Zum Bilde Gottes schuf er ihn, und er schuf ihn männlich und weiblich.

Wenn man überhaupt menschliche Geschlechterstrukturen auf Gott übertragen würde, dann wäre das weder nur männlich noch nur weiblich, sondern beides, etwas dazwischen, oder keins davon.

Und: Auch weibliche Attribute für Gott gibt es sogar schon in der Bibel, wenn Gott als "Mutter" beschrieben wird :)

Gott als Mutter: Jes 66,13; Jes 49,15f.; Hos 11,1-4

Gott als Gebärende: Dtn 32,18; Num 11,12; Jes 42,14, Ijob 38,8;29

Gott als stillende Mutter: Hos 11,4, 1Petr 2,2-3

Mütterliche Aspekte Gottes:

- Gott kleidet: Gen 3,21, Mt 6,25-34

- Gott erzieht: Jes 46,3-4

- Gott tröstet: Offb 21,4

Gott als Geburtshelferin/Hebamme: Ps 22,10-11; Jes 66,8-9

Gott als Bärenmutter: Hos 13,8

Gott als Hausherrin/Hausfrau: Ps 123,2; Ijob 10,10; Lk 15,8-10

Gott als Bäckerin: Mt 13,33 und Lk 13,20-21

Gott als Adlermutter: Ex 19,4 und Dtn 32,11-12

Gott als Henne: Ps 17,8-9; Ps 57,2

Mal abgesehen davon glaube ich, dass es Quatsch ist, Gott ein bestimmtes menschliches Geschlecht zuzuordnen. Gott ist nicht menschlich, also kann Gott auch nicht in menschliche Kategorien eingeordnet werden.

Als Gegenentwurf im Christentum gibt es z.B. die Bibel in gerechter Sprache, die genau das versucht: diese Strukturen und Traditionen aufzubrechen und Gott nicht mehr als rein männlich darzustellen.

Das Vater Unser ist so ein traditioneller Text, dass ich ihn niemals verändern würde. Es muss aber klar sein, dass das "Vater" nicht normativ ist insofern, dass es Gott ein bestimmtes Geschlecht zuweist. Es ist nur ein Vergleich.

Liebe Grüße

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Hallo,

Gott hat viele Titel und kann somit ganz unterschiedlich angesprochen werden.

Wenn ich z.B. meinen Vater anrufe, dann könnte ich Papa, Vati, Papi, Vater, oder seinen Vornamen benutzen. Auch Gott kann man unterschiedlich anreden - je nachdem was du für gut oder passend hältst.

Vater, guter / lieber Gott, Gott, Herr, Papa, Mutter, Mama, Allmächtige*r, gütiger Gott, Ewige*r, ... - das alles sind Titel, die man Gott geben könnte. Vielleicht fällt dir auch etwas anderes ein.

Was den Namen Gottes angeht:

In der hebräischen Bibel steht, wenn Gott vorkommt, הוה' oder transskribiert JHWH.

Das Hebräische ist eine Konsonantensprache. Alle Buchstaben sind also Konsonanten. Die Vokale wurden erst später als Punkte und Striche darunter gesetzt, als die Sprache als Verkehrssprache schon ausgestorben war, damit man sie noch lesen konnte und trotzdem wusste, welche Vokale die "richtigen" sind.

Der Gottesname wurde von den Juden nicht ausgesprochen, es wurden immer andere Wörter benutzt, hauptsächlich Elohim (Gott) oder Adonaj (Herr).

Um das kenntlich zu machen und damit auch ja keiner den Namen beim lesen ausversehen ausspricht, wurden die Vokale von Adonaj unter die Konsonanten JHWH gesetzt. Dieses Wort ergab natürlich keinen Sinn, es existierte nicht. Es stellte nur sicher, dass "Herr" gelesen wurde und nicht etwa der Gottesname.

Im Mittelalter haben dann einige Gelehrte die hebräische Bibel übersetzt, allerdings ohne die Juden dazu zu befragen. Deshalb haben sie diese Kombination von Vokalen und Konsonanten missverstanden und JEHOWAH gelesen. Dieser Fehler hat sich dann verbreitet.

In der Lutherbibel steht übrigens, wenn JHWH im Original steht "HERR" (groß geschrieben) dort. Das soll genau das wiedergeben: Dass der Name eben nicht ausgesprochen wurde, sondern immer ein Titel werwendet wurde.

Sprachwissenschaftler sind sich aber inzwischen relativ einig, dass der Gottesname wahrscheinlich JAHWE(H) lautet. Alles andere würde keinen Sinn ergeben.

LG

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Hi,

also erst mal zu Gender allgemein. Im Englischen gibt es die Unterscheidung zwischen sex und gender. Man wird mit beidem geboren, bei den meisten Menschen überschneiden sie sich oder sind völlig gleich, aber eben nicht immer.

Sex ist das biologische Geschlecht (also Geschlechtsmerkmale, Gene, Chromosomen, ...). Da gibt es die Unterscheidung zwischen männlich, weiblich und intersexuell (Menschen, die Merkmale beider Geschlechter besitzen, die man also nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen kann - das ist auch offiziell vom Verfassungsgericht anerkannt).

Gender ist viel komplizierter. Das ist nämlich das soziale Geschlecht. Gender kann definiert werden als "der Zustand, dass man ein Mann, eine Frau, beides, nichts, irgendwas dazwischen oder etwas ganz anderes" ist. Da geht es also mehr darum, wie man sich "fühlt".

Wenn sex und gender nicht übereinstimmen, dann nennt man das trans*.

Die meisten Transsexuellen beschreiben eine ziemliche Dysphorie, also ein Unwohlsein, wenn Gender und Sex nicht übereinstimmen, also wenn man biologisch ein Mädchen ist, sich aber als Mann fühlt, dann hat man Probleme mit seinen weiblichen Geschlechtsteilen, dem Aussehen, den Pronomen und der Art, wie man angesprochen / von anderen gesehen wird, usw.

Es gibt einige Begriffe, die Geschlechter anseits von männlich / weiblich beschreiben. Non-binär bezeichnet eigentlich alles, was eben nicht im binären Bereich (männlich / weiblich) liegt. Es gibt viele Begriffe, die Menschen entwickelt haben, um das, was sie fühlen, zu beschreiben.

Wie erkennt man nun, dass man ein anderes Geschlecht hat? Naja, das ist nicht so ganz einfach, aber ein paar Gedanken dazu: Es gibt einen Unterschied zwischen z.B. "sich männlich fühlen" und "gerne Männersachen" tragen und "sich tatsächlich wie ein Mann fühlen". Ich kleide mich an manchen Tagen sehr "weiblich" (Schminke, Kleid, usw), an anderen Tagen wiederum ziemlich "männlich" (Hemd und Krawatte/Fliege). Trotzdem fühle ich mich als Frau. Ich bin zufrieden damit, als "sie" bezeichnet zu werden. Ich bin weiblich und finde das auch voll ok so. Gender expression und Gender müssen nichts miteinander zu tun haben. Sie können es aber.

Was "männlich" ist und was "weiblich" ist, ist von der Gesellschaft ziemlich normiert. Aber man muss sich als Frau nicht immer besonders weiblich geben und fühlen. Das ist ganz normal. Manchmal fühlt man sich in seiner "Rolle" als Frau nicht wohl. Das gilt auch für Männer.

Dieses Unwohlsein kann ganz schön stressen und einen runterziehen. Wenn man auf der Suche nach seiner "wahren Identität ist", ist das verwirrend. Wenn man dann etwas findet, was seinen Zustand erklärt und beschreibt, ein Wort dafür bietet, was man vorher für "unnormal" gehalten hat, kann das befreiend sein.

Natürlich kann man das als "special snowflake" Gehabe abtun, man kann aber auch akzeptieren, dass sich manche Menschen damit wohler fühlen, sich nicht als männlich oder weiblich zu bezeichnen.

Liebe Grüße

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Hallo,

Gebete sind "Gesprächsanfänge", man redet / ruft Gott an, ein bisschen so wie man gute Freund*innen anruft, ihnen von schönen und schlechten Erlebnissen erzählt, nach Meinungen oder Hilfe fragt oder sich bedankt.

Natürlich kann da auch ein Wunsch oder eine Bitte drin sein. Aber dann wird dieser "erfüllt" und nicht das Gespräch / Gebet selbst.

Gott ist keine Wunschmaschine. Ich glaube fest daran, dass Gott ehrliche Gebete hört und auch darauf antwortet. Wahrscheinlich meistens nicht so wie man es sich erhofft hat und nicht so deutlich. Vielleicht wird ein Mensch geschickt, um dich zu trösten. Das heißt dann nicht, dass das Gebet nicht erhört wurde, weil dein Leben immer noch blöd ist. Gott ist da und antwortet. Nur wie genau - das ist eine andere Frage...

LG

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Gar ned! Sex ist ekelhaft

Ich finde Sex nicht ekelhaft. Aber mir ist es überhaupt nicht wichtig, ich brauche es einfach nicht. Kuscheln ist super, aber Sex muss echt nicht sein...

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Satan

bezeichnet im Hebräischen zunächst den Feind oder Widersacher (1Kön 5,18), speziell den Gegner vor Gericht, der Anklage erhebt (Ps 109,6; Sach 3,1f), sodann jeden, der einem anderen durch Nachstellungen, Verfolgungen, Anfeindungen Schwierigkeiten bereitet oder ihn von einer guten Tat abhalten will (2Sam 19,23).

Satan meint weiter den Teufel, den Feind Gottes und der Menschen schlechthin. Er hat keine selbständige Macht, sondern ist Gott unterworfen (Hiob 1,6ff). Er ist als Widersacher im besonderen Sinn der Gegner Gottes und aller Gott Zugehörigen: Er ist Anstifter zum Bösen (Mk 4,15; Apg 5,3); er versucht (1Kor 7,5); er veranlaßt den Verrat des Judas (Lk 22,3). Er verhindert die Arbeit der Apostel (1Thess 2,18); "des Satans Engel" schlägt Paulus mit Fäusten (2Kor 12,7); von dem "Thron des Satans" und der "Synagoge des Satans" gehen die Feindseligkeiten gegen die junge Gemeinde aus (Offb 2,9; 2,13; 3,9).

Teufel

  • Mt 10,28
  • Joh 8,44
  • Apg 13,10
  • 2Kor 11,14-15
  • 2Kor 11,15
  • Eph 2,2
  • Eph 4,26-27
  • 2Thess 2,8
  • 2Thess 2,9-10
  • 2Tim 4,2
  • 1Petr 5,8-9
  • 1Joh 3,8
  • Jak 4,7
  • Offb 20,1-3
  • Offb 20,7-9
  • Offb 20,10
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