Kann jemand allein in einer Wohnung leben der wegen einer Behinderung Lebensmittel, Wasser und Gegenstände fallen lässt und sie dann einfach liegen lässt?

Jemand hat mehrere psychiatrische Diagnosen und dies wurde sogar schon als Schwerbehinderung eingestuft. Diese Person um die es da geht ist bald 23, ist beim Arbeitsamt beim Reha-Fallmanager und lebt derzeit noch bei einem Familienangehörigen. Er kann da aber nicht ewig leben bleiben und es gibt mehrere Gutachten die besagen, dass er dringen ausziehen müsse. Ein anderes Gutachten liegt es jedoch nahe, dass er in eine Einrichtung für Behinderte ziehen sollte weil er allein nicht zurecht kommt. Er will aber nicht und möchte stattdessen eine eigene Wohnung. Zwingen kann man ihn ja nicht in so ein Wohnheim zu ziehen.

Wenn er allein leben würde, hätte er aber seine Probleme weil er nie oder kaum aufräumt. In der Wohnung würde es nach ein paar Monaten wie bei einem Messie aussehen. Ihm fallen ständig Gegenstänge, Lebensmittel und Getränke herunter. Das bleibt dann einfach liegen weil er keine Nerven mehr hat es aufzuräumen. Er würde sicherlich dann Probleme mit dem Vermieter bekommen geschweige denn die Frage wie er sich eine Wohnung finanzieren soll. Er würde evtl. in die Obdachlosigkeit rutschen.

Er steht zwar nicht im derzeitigen Mietvertrag, aber er bekam mit, dass es schon Probleme mit dem Vermieter gibt. Das Haus ist verschimmelt und sanierungsbedürftig und weil ihm Getränke runtergefallen sind, ist der ganze Boden kauputt voller Wasser gezogen. Womöglich will der Vermieter die Wohnung räumen oder sanieren lassen.

Könnte man ihn vielleicht trotzdem allein leben lassen? Welche Alternative gäbe es noch? Denkt ihr, dass es zurecht kommen würde, wenn er obdachlos werden würde?

Wasser, Wohnung, Miete, Geld, Schimmel, Holz, Chemie, Recht, Parkett, Behindert, Behinderung, Depression, Gesundheit und Medizin, Hartz IV, Obdachlosigkeit, Parkettboden, schwerbehindert
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Wegen einer Persönlichkeitsstörung nicht in der Lage sein, mit anderen Menschen zusammenzuleben? Gibt es andere Möglichkeiten?

Ich werde jetzt einfach mal ein Fallbeispiel das auf wahren Begebenheiten existiert schildern:

Es geht um eine 21-Jährige, die im totalen Chaos steht. Es sind bisher alle Maßnahmen gescheitert, sie irgendwie zu integrieren. Sämtliche Anträge wurden abgelehnt.

Laut Gutachten und diversen Einschätzungen müsste diese 21-Jährige eigentlich in ein Wohnheim ziehen oder in betreutes Wohnen, weil sie kaum allein zurecht kommt. Sie hat Probleme mit dem Jobcenter: dort gab es auch ein Gutachten, das besagt dass sie psychologische und medizinische Begleitung benötigt und eigetnlich eine Reha durchgeführt werden müsse. Diese Reha wird aber nicht stattfinden weil der Antrag zurückgewiesen wurde.

Eigentliche Frage:

Für diese 21-Jährige wäre es ein Desaster in so ein betreutes Wohnen oder in eine WG zu ziehen. Das würde zu einem Chaos führen. Sie hat eine Persönlichkeitsstörung, Waschzwänge usw. Wenn sie da hinziehen würde, würde das wahrscheinlich innerhalb kürzester Zeit zum Rausschmiss führen, oder sie würde von allein in die Obdachlosigkeit flüchten. Obdachlosigkeit ist aber auch keine Option, da diese 21-Jährige dann dem absoluten Stress ausgesetzt wäre und das könnte sie zum Ausrasten bringen oder sie würde einfach orientierungslos umherirren.

Gibt es da nicht andere Möglichkeiten dass sie allein leben kann?

Recht, Psychologie, Gesundheit und Medizin, Persönlichkeitsstörung, Ausbildung und Studium
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Können psychische Krankheiten, Behinderungen (auch angeborene) oder Hirnschädigungen erst im Erwachsenenalter auffallen und zum Problem werden?

Diese Frage stelle ich mir derzeit immerzu, da in meinem Umfeld so ein ähnlicher Fall existiert. Ich schildere einfach mal ein Fallbeispiel das diverse Gemeinsamkeiten mit diesem realen Fall hat.

Fallbeispiel:

In diesem Fallbeispiel geht es um eine 21-Jährige, die hoch verschuldet ist, noch nie gearbeitet hat, in einer sanierungsbedürftigen Wohnung bei Familienangehörigen lebt und durch das Jobcenter an eine Reha verwiesen wurde, diese Reha jedoch von der Krankenkasse wegen mangelnden Erfolgsaussichten nicht bewilligt wurde.

Sie hatte schon immer Probleme von Grund auf. Als sie dann in die Schule kam, bekam sie innerhalb kurzer Zeit ziemlich viele Verweise und in der 4. Klasse wurde sie von der Schule geschmissen. Ihre Leistungen waren so schlecht, dass sie eigentlich auf eine Sonderschule oder in ein Heim geschickt werden sollte. Sie wurde übrigens schon in ihrer Kindheit zum Psychiater geschickt, wurde als schwer Entwicklungsgestört diagnostiziert und bekam Medikamente.

Ihre Leistungen wurden immer schlechter. Sie schaffte nicht einmal den Qualifizierenden Hauptschulabschluss. Ihr Zeugnis (das sie im Jahr 2012 erwarb) ist so schlecht, dass man es eigentlich keinen zeigen sollte weil sie damit eh nicht weiter kommt. Das mit der Schulzeit funktionierte eben so, sie wurde immer zur Schule gefahren und abgeholt und hat den Unterricht quasi nur 'verträumt', deshalb sind die Probleme kaum jemanden aufgefallen.

Nach dem Abschluss spitzten die Probleme sich immer weiter zu. Sie hatte keinen Ausbildungsplatz bekommen und hätte eigentlich noch Schulpflicht erfüllen müssen – da war sie 16. Die Schulpflicht verpeilte sie und bekam ein Bußgeld.

Ihre Lage spitzte sich immer weiter zu, bis sie dann ständig online shopping gemacht hat und sich dadurch etwa 12.000 Euro Schulden anhäuften. Diese Schulden existieren immer noch.

Als sie dann 18 wurde, sind ihre Probleme eher aufgefallen weil sie ihre Sachen nicht richtig regeln konnte. Jetzt ist sie 21 und steht sprichwörtlich im totalen Chaos. Sie ist sogar schon von Obdachlosigkeit bedroht, kann die Anforderungen vom Jobcenter nicht einhalten und eine Reha wurde nicht mehr bewilligt und auch alles andere wurde abgelehnt.

Wäre es vielleicht möglich, dass sie eine angeborene oder erworbene Behinderung hat oder eine Hirnschädigung und das Ganze erst jetzt auffällt? Davon abgesehen hat sie Depressionen, Angststörung, PTBS, Psychose und diverse Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert bekommen. Sie denkt jetzt dass sie vielleicht noch was schlimmeres hat (weil alle Therapien haben nicht geholfen) und sie hat auch schon zu hören bekommen, dass sie wahrscheinlich irreversible Schäden haben könnte. Sie hat ja selbst schon Schwierigkeiten überhaupt einen Termin beim Arzt zu vereinbaren.

Finanzen, Schule, Geld, Schulden, Recht, Psychologie, Behinderung, Chaos, Depression, Gesundheit und Medizin, Jobcenter, Jura
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