Hätte man in der Situation besser den Mund gehalten (s. D.)?

Also meine Freundin war heute beim Arzt und hat mich gebeten, als Begleitung mitzukommen. Ihr geht es schon seit Wochen schlecht - ständig niedergeschlagen und traurig. Dazu häufig gereizt, was ihr erst auffiel, als ich sie leise darauf ansprach und Kommilitonen in der Uni.

Als sich der Hausarzt dann erkundigt hat, was den in letzter Zeit so passiert sei, meinte sie wahrheitsgemäß, dass ihre Mutter nach langer Krebserkrankung gestorben ist. Darauf meinte er wirklich zynisch und schnippisch: "Pech gehabt, ich habe meine Mutter auch vor 10 Jahren verloren und habe auch nicht rumgejammert!". Meine Freundin war echt den Tränen nahe und hat nichts mehr rausgebracht. Ich habe ihn dann eben doch gefragt, ob man das nicht etwas taktvoller ausdrücken kann - oder aber für sich behalten. Darauf hat er dann gar nichts mehr dazu gesagt und ihr dann übergangsweise wegen der Übelkeit eine MCP-Lösung verschrieben.

Hätte ich in dem Moment vielleicht besser den Mund gehalten?

Aber ich mag es einfach nicht, wenn jemand so mit Leuten spricht, die erkennbar stark psychisch gebeutelt sind.

Leben, Gesundheit, Verhalten, Seele, Tod, Alltag, Krankheit, Kommunikation, Psychologie, Arzt, Charakter, Gespräch, Gesundheit und Medizin, Hausarzt, Ironie, Liebe und Beziehung, Sarkasmus, Sprechstunde, trauerbewältigung, Zynismus, Trauerfall
33 Antworten
Dauernde Gereiztheit und Müdigkeit / Abgeschlagenheit?

Seit einigen Wochen (5-6 Wochen) stelle ich bei mir selbst eine dauernde Müdigkeit und Abgeschlagenheit fest. Schläftig bin ich auch - ich habe mich gestern Abend nach der Uni (Lehramtsstudium) ins Bett gelegt und wurde erst heute Morgen gegen 8 Uhr wach (ca. 11h). Ehrlich gesagt kann ich mich kaum motivieren.

Gelegentlich tauchen in letzter Zeit auch öfters mal Magen- / Darmbeschwerden auf.

Dazu kommt dass vor geraumer Zeit meine Großmutter starb, für die ich einige Jahre gesetzlicher Betreuer war, dies Ereignis hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich hätte mutmaßlich 3 meiner Klausuren sowieso in dem Zustand versemmelt, so dass ich mich selbst noch einmal abgemeldet habe und diese im Wintersemester bzw. im nächsten Sommersemester nachhole.

Ein Dozent der mich im letzten Praktikum betreut hat und bei dem ich immer noch einige Seminare habe zog mich letztens nach einem der Seminare auf die Seite und meinte, ihm sei eine leichte Reizbarkeit der letzten Wochen aufgefallen.

Unabhänig davon haben mir das auch zwei gute Freunde von mir an der Uni berichtet.

Ich habe mich gleich zu Beginn meines Studiums (Oktober letzten Jahres) bei einem recht kompetenten Hausarzt (auch Internist) als Patient in seine Liste eintragen lassen, der lt. Kommilitonen die schon länger an der Uni sind eigentlich immer ein offenes Ohr hat, sehr gründlich arbeitet und sich vor allem genügend Zeit nimmt.

Bisher hatte ich ihn noch nicht nötig. Allerdings habe ich eine gewisse Scham direkt mit so einem komplexen Problem um die Ecke zu kommen, wo er mich eigentlich noch gar nicht persönlich kennt.

Andererseits bringt es ja auch nichts noch länger abzuwarten.

 

Behandlung, Krankheit, Arzt, Gesundheit und Medizin, Heilung, Mediziner, Psyche, Abgeschlagenheit
1 Antwort