Komisch, dann haben die wohl bei Gericht keine Ahnung
- Das OLG Hamburg (2 – 63/11 (REV)) hat sich mit einem Beschluss zur Frage geäußert, ob es sich bei Fax- und Email-Ausdrucken um Urkunden handeln kann und dies zu Recht verneint:
Eine Fernkopie, die über das Empfangsgerät des Empfängers ausgedruckt wird, stellt regelmäßig schon keine Urkunde dar, da lediglich ein Schriftstück, das eine Gedankenerklärung verkörpert, durch einen Übertragungsvorgang wesensmäßig wie eine „Fotokopie“ vervielfältigt und an den Empfänger weitergeleitet wird (Fischer, StGB, 59. Auflage, § 267 Rdn. 19; vgl. insoweit auch BGH NStZ 2010, 703). Ebenso verhält es sich mit dem Ausdruck einer durch ein elektronisches Schreiben versandten Datei. Dieser Ausdruck beim Empfänger stellt ebenfalls nur eine Reproduktion der Datei dar und enthält keinesfalls den originär in dem eingescannten Dokument verkörperten Gedankeninhalt. [...] Lediglich für den sicher festgestellten Fall, dass zunächst ein Schriftstück manipuliert worden war, das nach seinem äußeren Erscheinungsbild als Original einer Urkunde erschiene, könnte im späteren Versenden per Fernkopie bzw. elektronischer Mail ein gemäß § 267 Abs. 1 StGB strafbares Gebrauchen dieser zuvor unecht hergestellten Urkunde vorliegen (vgl. BGHSt 24, 140; Fischer a.a.O. § 267 Rdn. 37; a.A. etwa Zieschang LK § 267 Rdn. 217).
- Keine, der über die Webanwendungen auf Berufszertifikate-und-Diplome.Teleclip.net online erstellbaren Urkunden, enthält ein zuvor eingescanntes Element einer originalen Urkunde. In der Tat entstehen diese Dokumente erst durch die Interaktion des jeweiligen Nutzers mit der entsprechenden Webapplikation, welche einzelne, von einem Grafiker zuvor erstellte grafische Elemente, Textkomponenten und Texteingaben des Nutzers zu einem virtuellem Gesamtbild zusammenfügt. Das herunterzuladende Endprodukt ist bis zu dem Zeitpunkt eines Ausdrucks auf Papier, ein rein virtuelles Datenpaket und von der Existenz einer Urkunde weit entfernt!