Würde mir jemand die 5 axiome erklären?

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3 Antworten

Hallo yohda,

ist eigentlich ganz einfach.

Man kann nicht nicht kommunizieren:

Wenn jemand jede Kommunikation verweigert, dann sagt er damit immer noch: "Mit Dir will ich nichts zu tun haben!"

Es gibt immer eine Inhalts und eine Beziehungsebene:

Das ist eigentlich schon eine Einschränkung, die Schultz von Thun mit seinem Vierseitenmodell der Kommunikation auf vier Kanäle erweitert hat. Bei einer Kommunikation wird nicht nur eine Information über eine Sache (Inhalt), sondern auch darüber weitergegeben, in welcher Beziehung Sender und Empfänger zueinander stehen. Wenn jemand etwas erklärt, dann ist die Beziehung normalerweise komplementär, d.h. der Erklärende ist der Statushöhere. Aber nicht immer: Wenn zuvor eine Frage gestellt wurde, die den Erklärenden zu neuen Erkenntnissen brachte, ist es umgekehrt. Schultz von Thun hat dies um die Selbstkundgabe (also eine Information über den Sender selbst) und den Apell (Also das Ziel der Kommunikation erweitert.

Kommunikation ist immer ursache und Wirkung

eigentlich eine Tautologie. Wenn irgendwie, irgendwo, irgendwann Kommunikation stattfindet, dann ist sie natürlich die Ursache für die darauffolgende Wirkung. Je nachdem wie die Kommunikation stattfindet, kann die Wirkung völlig unterschiedliche Wirkungen haben. Und natürlich erzeugt die Wirkung der Kommunikation eine Reaktion und ist damit wieder Ursache für die Antwort, welche wieder eine Wirkung hat.

analoge und digitale modalitäten

Das kommt aus einer Zeit, als Wissenschaftler sich noch möglichst unverständlich auszudrücken pflegten. Watzlawick hat einfach Begriffe aus der Technik in die Kommunikationswissenschaften eingeführt, und ihnen eine völlig neue Bedeutung zugewiesen. Das macht es schwierig Watzlawick zu verstehen. Aber wenn Du einmal genauer nachliest, dann wirst Du feststellen, dass die digitale Kommunkation am ehesten die Worte gemeint sined, die einen logischen Zusammenhang erklären, während mit der analogen Kommunikation die ganze Getik, Mimik, die Zwischentöne und Nuancen gemeint sind. Aber so einfach ist es natürlich nicht ganz. Es gibt da die sogenannten "Doublebinds" (auch so eine Entdeckung von Watzlawick) die sich innerlich widersprechen und ausschliesen ("Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht Nass!") Aus der Mimik, Gestik und den Zwischentönen lässt sich erkennen, was eigentlich erwartet wird ("das semantische Potential") Aber es besteht eine diskrepanz zu den Worten.

ist symmetrisch oder Komplementär

Die Partner sind entweder gleichberechtigt oder streben dies an (geben sich gegenseitig Hilfestellung, kein Machtgefälle auf lange Sicht entstehen zu lassen, oder es besteht ein permanentes Machtgefälle wie zwischen Vorgesetztem und Untergebenem.

Auch wenn einzelne Situation in einer Kommunikation kurzfristig komplementär sind, dann durchaus auf lange Sicht dadurch, dass die Machtposition ständig wechselt eine Symmetrische Beziehung entstehen.

Bei Axiom zwei geht es nur darum zu zeigen, dass es bei Kommunikation um mehr als  nur den Austausch von Informationen geht. Es geht immer auch um die Beziehung zwischen den Menschen und wie jeder Einzelne diese Beziehung bewertet. Bei Axiom 4 geht es darum zu zeigen, dass Informationen darüberhinaus auf unterschiedlichen Kanälen übertragen wird, nämich durch Worte und weitere Informationsträger (nonverbal, aslso ohne Worte; Gesten, Mimik, Sprechpausen, Tonlage, Tonfall)

Schultz von Thun hat das deutlich erweitert, verfeinert und durch seine Wortwahl leichter verständlich gemacht.

LG

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Kommentar von Barney123
13.10.2016, 19:17

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Da Du diese Axiome sehr seltsam nummeriert hast, versuche ich mal, sie in der Reihenfolge zu beantworten, wie sie dastehen, auch wenn dann die Nummerierung nicht mehr stimmt.

1. Man kommuniziert immer, auch wenn man nicht mit jemandem spricht, denn erstens kommuniziert man auch nonverbal mit Gesten und unbewussten körperlichen Reaktionen, und zweitens  ist wahrscheinlich schon allein die Tatsache, dass man existiert, bereits eine Form von Kommunikation.

2. Wenn man etwas kommuniziert, vermittelt man vordergründig Inhalte, gleichzeitig läuft aber ein nonverbaler Kontext ab, der sich auf die Beziehung bezieht (sorry für die Dopplung!), die man zum Anderen (in diesem Moment) hat. Beispiel: Der Mann kommt nach Hause, die Frau sagt zu ihm: "Ich hab heute solche Kopfschmerzen, ich muss mich mal wieder richtig ausschlafen". Doch diese "Inhalte sind eigentlich irrelevant, denn sie meint in Wirklichkeit folgendes: "Mir stinkt es, dass du wieder so spät aus der Kneipe kommst, ich hab heute Null Bock mit Dir Sex zu haben. Lieber dreh ich mich gleich im Bett um, damit ich deine Bierfahne nicht riechen muss".

3. Jede Kommunikation hat einen Grund, weshalb sie überhaupt stattfindet und sie bewirkt natürlich auch etwas bei demjenigen, mit dem man kommuniziert. Ich bin sogar der Auffassung, dass unser Kommunizieren ein solch integrierter Bestandteil unserer Existenz ist, dass diese weit über das hinausgreift, was unsere körperliche Hülle ausmacht. Wenn ich z.B. mit einem Freund in Amerika telefoniere, reicht mein Ich in diesem Moment bis Amerika und seine Existenz bis zu mir.

4. Analoge Kommunikation findet in der Realität 1.0 statt, digitale in den Weiten des Webs und der (a)sozialen Netzwerke. Die analoge Kommunikation führt Menschedn zusammen, die digitale wird von Kommunikationsforschern oft als Vereinsamungsmechanismus bezeichnet.

5. Hier bin ich mir über die Bedeutung der Termini in diesem Zusammenhang nicht 100%ig sicher. Aber als symetrische Kommunikation verstehe ich das gegenseitige Sich-bestätigen, als komplementäre die diskussionorientierte Kommunikation, also wie in der Hegelschen Philosophie: These – Antithese – Synthese. Statt einer Synthese, also einer gemeinsamen Evaluierung der geäußerten Argumente und dann die Einigung auf ein von beiden getragenes Ergebnis, kann eine Diskussion natürlichuch mit einer handfesten Prügelei enden, im Oktober in München sogar unter Zuhilfenahme von Bierkrügen. (Von Syrien möchte ich gar nicht erst sprechen).

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Hatte ich letztes Jahr :D Schön eine 2 bekommen.
1. Egal was man tut oder sagt. Sobald sich 2 Menschen im gleichen Raum befinden kommunizieren sie miteinander. Beispiel: Paul geht mit seiner Freundin Lisa auf eine Party. Lisa fühlt sich schon seit längerem nicht richtig wahrgenommen von Paul. Sie hofft deswegen, dass Paul sich auf der Party um sie kümmert. Paul nimmt sich als erstes 2 Bier und geht zu seinen Freund um mit ihm zu sprechen. Seine Freundin lässt er einfach alleine. Paul hat nicht aktiv kommuniziert aber trotzdem hat seine Freundin passiv verstanden: ,,Ich will nicht mit dir reden“.
2. Der Inhaltsaspekt und Beziehungsaspekt ist immer abhängig vom Beispiel.
Beispiel: ,,Du bist aber heute besonders schön“. Inhalt= Ist die Sachaussage, also das die Person schön ist. Beziehung= Ich finde dich toll. Du musst also die Aussage immer aus 2 Blickwinkeln betrachten.
3. K. ist immer Ursache und Wirkung
Beispiel: Die Mutter sagt zu Paul: ,, Räum mal dein Zimmer auf“ Paul sagt: ,, Mein Zimmer ist sauber und aufgeräumt“ und verlässt voller Wut die Wohnung. Ein Teufelskreis entsteht. Ursache: Die Mutter möchte gerne, das Paul sein Zimmer aufräumt. Wirkung: Paul fühlt sich mit dieser Sachaussage persönlich angegriffen.
4. Musst du mal im Internet nachschauen. Kann ich nicht mehr richtig erklären.

5. Symmetrisch und Komplementär.
Sind die Kommunikation Partner Symmetrisch, dann befinden sich beide auf einer Ebene. Sie sind also gleichwertig. Komplementär bedeutet, dass sich die Gesprächspartner versuchen gegenseitig auszustechen. Verläuft eine Kommunikation Symmetrisch, dann ist sie meist erfolgreich, sofern gegen keiner der anderen Axiome verstoßen wird.

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