Frage von RealistAtheist, 58

Wieso sind Animes so pervers?

Immer wenn ich mir das anschaue muss ich immer schiefdenken und muss lauthals lachen 😅egal ob Onepiece oder so. Wie kann ich das ablegen?Denn ein guter Freund mag Animes und er meint es wäre schön wenn wir es mal zusammenschauen würden leider fand er das was ich machte unangebacht.

Antwort
von Ifosil, 58

Weil Japan eine zutiefst sexistische Gesellschaft ist. Viele wollen das nicht wahr haben, aber Frauen sind da mehr Spielzeuge oder Objekte. Natürlich gibt es auch in Japan große Teile der Bevölkerung, die das so nicht sehen. 
Aber im Kern ist Japan noch weit von einer Emanzipation der Frau entfernt. Darum spiegelt sich das in ihren Filmen wieder. Jedenfalls in vielen. (Ich weis, einige werden sich jetzt auf den Schlips getreten fühlen, aber hier etwas Lesestoff zum Thema). 

http://www.sueddeutsche.de/karriere/berufstaetige-frauen-in-japan-im-land-des-he...

Antwort
von Flimmervielfalt, 33

Wie Ifosil schon ganz richtig sagt, spielt die Unterdrückung von Frauen in Japan eine gewichtige Rolle. Ein ebenfalls nicht zu unterschätzender Aspekt ist aber, dass Sexualität in Japan einerseits auch sehr unterdrückt wird und sich dadurch aber sehr vielfältig entwickelt hat. Klar, viele Spielarten gehen in Richtung Paraphilie, Fetisch oder auch Perversion. Warum aber ausgerechnet in so einem kleinen Land wie Japan?

Der durchschnittliche Japaner war jahrhundertelang sehr von der Verpflichtung zur Keuschheit, dem sogenannten Dôtei geprägt. Sowohl die eigene, als auch die Dôtei der Partnerin wurde sehr hochgehalten. Wobei dazu auch die Enthaltsamkeit von Masturbation zählte. In den 40ern hat es sogar mal nen Gerichtsprozess gegeben, wo ein Mann seine Verlobte anzeigte, weil er sie erwischt habe, wie sie mittels Masturbation das Dôtei verletzte. Ein anderer Aspekt ist die Sache mit der Prostitution.

Seit den 50er Jahren ist Prostitution in Japan gesetzlich verboten. Also bezahlter Geschlechtsverkehr insbesondere. Dennoch gibt es ja in Japan vielerlei Rotlichtviertel, in denen aber in der Regel alles andere nur kein Geschlechtsverkehr angeboten werden kann. Dann gibt es da diese Massagen und die "Soaplands", dann aber auch solche Sachen wie Shibari, wo die Kunden fesseln oder gefesselt werden.

Auch die Pornografie in Japan ist seit Jahrzehnten bestimmten Restriktionen unterworfen. Beispielsweise ist das Zeigen der Geschlechtsteile sowie der Schambehaarung in der käuflich erwerbbaren Pornografie vollends in Japan verboten. Dementsprechend kommt es durch dieses Verbot auch hier zu einer Wechselwirkung, bei der dann vieles andere ausprobiert wird, das einen ALTERNATIVEN Anreiz schaffen soll. Und diese Alternativen zu dem, was wir in Europa als gesundem Sexualverhalten einordnen würden, haben somit eine zu gewichtige Rolle eingenommen, die sich in vielerlei Medien, und natürlich auch Anime und Manga manifestiert.

Man kann sagen, dass Regierung und Gesellschaft dazu führen, dass Sexualität in Japan ein Ventil braucht. Und Anime und Manga sind teilweise ein solches.

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