Frage von PlatteErbse, 44

Wie soll ich in einer Bewerbung/im Vorstellungsgespräch mit meiner chronischen Erkrankung umgehen?

Hallo. Ich schreibe gerade Bewerbungen und frage mich nun, ob ich meine chronischen Erkrankungen (Migräne, bipolare Störung) im Anschreiben erwähnen soll. Diese haben mich während meiner Ausbildung so stark eingeschränkt, dass diese statt zwei Jahren vier Jahre dauerte und ich habe nie eine komplette Woche durchgehalten. Jetzt MUSS ich mir aber einen Job suchen, da mich der Medizinische Dienst für arbeitsfähig erklärt hat.

Wenn ich die Krankheit erwähne, werde ich dann sofort ausgesiebt? Wenn ich es nicht erwähne, habe ich die Befürchtung, dass ich im Bewerbungsgespräch danach gefragt werde, wieso meine Ausbildung so lange dauerte. Und dann muss ich ja irgendwas sagen, aber was?

Ich weiß echt nicht, wie ich das machen soll. Nur eine "chronische Erkrankung" erwähnen? Gar nichts dazu sagen? Wenn ich sage "Ich habe einmal pro Woche Migräne und ständig Nervenzusammenbrüche", wird mich ja keiner einstellen :D

Ach ja, ich bin schon in ärztlicher Behandlung. Der Hinweis, zum Arzt zu gehen wäre also nicht hilfreich.

Ich bin dankbar für jede hilfreiche Antwort.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Asturias, 15

Es ist immer am besten mit offenen Karten zu spielen. Du musst es nicht gleich in die Bewerbung schreiben, aber beim Vorstellungsgespräch offen ansprechen. Sonst überstehst du die Probezeit nicht. Wenn der Arbeitgeber Bescheid weiß und dich dennoch einstellt, dann hast Du ihn von Deinen Fähigkeiten überzeugt.
Probiere es mal im öffentlichen Dienst oder bei kirchlichen Organisationen. Ein Arbeitgeber sieht hier nur Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall, viele Ausfälle, hohe Kosten. Das musst Du irgendwie kompensieren können, sonst stellt dich keiner ein. Ein Arbeitgeber möchte dass Du zum Unternehmenserfolg beiträgst und nicht die Kosten erhöhst.

Das ist zwar hart, aber Realität. Also suche Nischen.

Antwort
von Tigerin75, 20

sagen musst du gar nichts. Und wenn gefragt wird sagst du "aus gesundheitlichen Gründen".

Und das dir jede Woche die Nerven durchgehen ist doch nicht normal. Wieso sagen die dann du wärst arbeitsfähig. wie sieht das aus diese Nervenzusammenbrüche, bei dir jetzt

Kommentar von PlatteErbse ,

Ich weine dann nur noch und meine Gedanken hören nicht auf zu rasen, kann nicht schlafen und kriege nichts mehrauf die Reihe.

Kommentar von Tigerin75 ,

Und die Gedanken sind so schlimm? Hast du Angst zu versagen?

Kommentar von PlatteErbse ,

Im Grunde genommen, ja. Ich kann dann einfach nicht aufhören zu denken und denke in einer unglaublichen Geschwindigkeit, sodass ich selber nicht mehr mitkomme.

Antwort
von julian1404, 18

Ich würde es erwähnen, falls mal etwas passieren sollte damit die Mitarbeiter oder der Chef weiß was mit dir ist. Aber das musst du selber wissen.

Grüße

Antwort
von Gestade3, 14

Hallo,

Du musst es unbedingt dem Chef sagen, sonst ist dieses ein Kündigungsgrund Ich glaube nicht, dass Du mit diesen Krankheiten Probleme bekommst.

Alles Gute

Antwort
von josef788, 11

Kannst du nicht den Behindertenstatus beantragen? Hilfreich wäre es schon

Kommentar von PlatteErbse ,

Der Mitarbeiter im Job Center meinte, dass er die Chance für zu gering hält, dass das als Behinderung anerkannt wird.

Kommentar von josef788 ,

Wie bei mir. Gut ich habe andere Probleme. Aber ich will arbeiten. Nur dass ich es sehr schwer habe, eine Arbeit zu finden durch meine gesundheitlichen Probleme

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