Frage von guteluft, 142

Wie "hart" ist die Grundausbildung bei der Bundeswehr wirklich?

Hallo zusammen,

wenn ich bis zum nächsten Sommer 2017 keine Ausbildung im Bereich Kaufmännisch/IT gefunden habe, werde ich 12 Monate freiwilligen Wehrdienst leisten. Ich mache mir aber sorgen, weil die ersten 3. Monate nach eigenen Erfahrungen von meinem Vater und der Beraterin ziemlich "hart" sein sollen.

In wie weit trifft das heutzutag noch zu? Hat sich da vielleicht was geändert? Soviel ich von den beiden damals in der Beratung mitbekommen habe, mussten die teils um 4/5 Uhr aufstehen, Waffen immer und immer wieder auseinander und wieder ineinander bauen, lange Märsche auf sich nehmen und ihre Betten sehr ordentlich pflegen.

Ich nehme an, dass man am Abend von solch einem Tag bei der Grundausbildung total fertig ist. Deshalb meine Frage, wie könnt ihr es mir berichten?

Hat man da noch Zeit für Hygiene (Rasur, etc...^^) oder.....eher nicht?

Ich bin 17, bin Rettungsschwimmer und laufe Abend/Nachts sehr gerne mal die ein oder anderen Kilometer. Wenn ich Lust habe, "spiele" ich auch mit meinen 2x 3kg Hanteln (Weil ich nicht so ein 0pfer bin wie die meisten die für ihr Training Geld ausgeben um auf Instagram/etc posten zu können dass sie gerade im Fitnessstuio sind. Ich mache das für mich!) Mit Kilometerlangen Wanderungen (bei leichtem Gepäck!)

Ansonsten habe ich nicht gerade die lauteste Stimme und denke lieber nach bevor ich die Konsequenzen fürchten muss.

In den nächsten Wochen entscheidet sich, ob ich zur "kleinen" ärztlichen Durchsuchung nach Düsseldorf komme.

Was sagt ihr dazu? Bitte, wenn möglich nur aus Erfahrung. Ich habe kein B0ck auf L4ppen die mir hier irgendwas weiß machen wollen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ponter, Community-Experte für Bundeswehr, 89

Man sollte eines nicht außer Acht lassen.

Es hat sich in den vergangenen 25 Jahren einiges verändert. Nicht nur die Inhalte, bzw. Prioritäten in der GA haben sich verändert, sondern auch die Mentalität und teilweise körperliche Beschaffenheit der jüngeren Menschen.

mussten die teils um 4/5 Uhr aufstehen, Waffen immer und immer wieder auseinander und wieder ineinander bauen, lange Märsche auf sich nehmen und ihre Betten sehr ordentlich pflegen.

 Das, was du hier erwähnst, frühes Aufstehen oder Zerlegen von Waffen, sollte wohl das kleinste Hinderniss darstellen. Darüber hat man zur Zeit als ich den Militärdienst begann, nicht viel Aufhebens gemacht, auch wenn ich damals schon freiwillig angetreten bin. Zudem sind es nur lächerliche drei Monate.

Dann sollte nicht vergessen werden, dass es sich immer noch um eine militärische Ausbildung, eine gewisse körperliche Fitness ist hier unabdingbar, zumal es im Ernstfall hier auch um das eigene Überleben geht.

Auch wenn es "nur" der FWD ist. Es ist eine Ausbildung zum Soldaten, ein Einsatz ist jederzeit möglich. Dies muss nicht einmal im Ausland sein. Im äußersten Fall steht die Verteidigung der Bundesrepublik zur Debatte. Z.Z. eher unwahrscheinlich aber niemals auszuschließen. 

Die BW bildet nicht zum Spaß aus, sondern damit sie im Notfall auf fertige Soldaten zurückgreifen kann. So kannst auch du als ehemaliger FWDL immer wieder zu den Waffen gerufen werden.

Da du über einen gewissen Grad an körperlicher Fitness verfügst, sollte die GA in dieser Richtung für dich kein großes Hindernis sein.

Also, den Allerwertesten zusammenkneifen und dann läuft es schon, zumal es nach der GA in den meisten Einheiten für FWDL wohl eher gemächlich zugeht. Ist allerdings eine Frage der Teilstreitkraft, Truppengattung usw.

Die Ansage gilt im Übrigen für alle, die  hier mitlesen und über den FED nachdenken.

Kommentar von ponter ,

FED

Sorry, sollte natürlich FWD heißen.

Kommentar von ponter ,

Danke für das Sternchen.

Antwort
von Blindi56, 102

Als Mutter eines Sohnes, der die Grundausbildung gut überstanden hat: für unsportliche Weicheier und Muttersohnchen, die nie was selber gemacht haben, ist es hart.

Sportliche Typen kommen gut klar. Sicher muss man oft früh aufstehen, stereotype Arbeiten machen, und sich oft sehr beeilen, aber für die notwendige Hygiene ist immer Zeit, zumal auf ordentliches Aussehen und die Pflege der Ausrüstung und des Zimmers sehr geachtet wird.

Nach der Grundi spezialisiert man sich ja, hat sich auch eingelebt und findet es in der Regel leichter.

Antwort
von zonkie, 87

Scheinbar ist es seit der Umstellung ohne Wehrpflicht ein stück entspannter geworden. Ein Freund ist Soldat und er "beschwert" sich das sie die Jungs nicht mehr so hart rannehmen können da alle freiwillig da sind und notfalls einfach gehen. (Der Schwund scheint recht hoch zu sein nach xy Monaten)

Du scheinst Körperlich ja recht fit zu sein von daher solltest du eher weniger Probleme bekommen. Das schlimmste könnten ungewohnte Schlafzeiten sein (Ja man steht verhältnismäßig extrem früh auf, das auch schnell mit anziehen usw zumindest am Anfang.. Aber Abends ist man auch müde und so verschiebt sich deine Schlafenszeit wohl einfach nur)

Wie man damit umgeht das ein die Vorgesetzen alles vorkauen und teils sicher schwer nachvollziehbare Anweisungen geben ist dann eventuell noch so eine Sache. (Wir wurden angeschissen wenn man sich morgens an der Wand anlehnt "die steht von allein", aber da steht man dann halt drüber es gibt schlimmeres wenn man nicht grade ohne Regeln aufgewachsen ist akzeptiert man auch das^^) Ist ein bissl wie die Schulzeit während man drin ist ist es nervig .. rückblickend wars ne ganz nette Zeit :D

Antwort
von FusselAmNabel, 87

na ja ...wirklich hart war die grundausbilding nicht...früh aufstehen,waffen putzen und stube sauber machen und halt nen bischen "dummfick" von den ausbildern gehört dazu...kommt auch drauf an wann du deine grundausbildung machst...im winter ist das biwag und das stundenlange stehen aufm schiessstand natürlich unangenehmer als im sommer ....was man so im fernsehen sieht wie bei full metal jacket ,hat mir der realität in deutschen kasernen wenig zu tun...

Antwort
von SebRmR, 58

Meine Grundausbildung ist schon lange her, daher mag es heute anders sein.

mussten die teils um 4/5 Uhr aufstehen,

Dienstbeginn war glaube ich um 7:30, geweckt wurde um 6:30. Die meisten sind freiwillig etwas früher aufgestanden, um etwas mehr Zeit morgens zu haben.

Waffen immer und immer wieder auseinander und wieder ineinander bauen,

Gehört dazu, du darfst sie nicht nur oft auseinander und zusammensetzten, du musst sie auch noch selbst putzen.
Waffen zerlegen wurde bei mir so gelehrt, dass man alles solange macht, bis alle es können. Das kann schon mal eine halbe Stunde am Stück sein. Ist aber nicht unbedingt körperlich oder geistig anstrengend. Wenn man es kann, ist es eher eintönig.

lange Märsche auf sich nehmen und

Man wird gerade in der GA nicht immer in der Gegend rumgefahren (später war das anders), sollte, wenn man nicht gerade sehr wenig sportlich ist, aber auch kein allzu großes Problem sein. Und einen Leistungsmarsch darrst du ach machen (waren Glaube ich 20 oder 30km, 10kg Gepäck mit schaffbarem Zeitlimit).

ihre Betten sehr ordentlich pflegen.

Stimmt, ist aber auch nicht hart. Dauert nur unwesentlich länger als sein Bett unordentlich (= nicht der vorgeschriebenen Ordnung nach) zu machen

Ich nehme an, dass man am Abend von solch einem Tag bei der Grundausbildung total fertig ist.

Total fertig, naja. Es gibt schon Tage, die körperlich anstrengender sind als ein Tag in der Schule und nachmittags faul herumhängen. Dann geht man halt früh ins Bett. Aber da musst du dir in der GA keine Gedanken machen, dafür gibt es ja den Zapfenstreich.

Hat man da noch Zeit für Hygiene (Rasur, etc...^^) oder.....eher nicht?

Ja, es wird sogar vorkommen, dass Leute, die das Rasieren vergessen, extra von den Vorgesetzten Zeit dafür bekommen. Und wenn man in der GA Sport hat, gibt es danach Zeit zum duschen. Da kann es schon mal hektisch werden, wenn der halbe Zug sich gleichzeitig duschen will. Schaffbar ist das aber.

Antwort
von Othetaler, 68

Ein Marine oder Navyseal würde am Ende der Ausbildung wohl fragen: Wann fangen wir denn endlich an?

Antwort
von Bube1602, 71

Also ich kenne keinen der die Grundausbildung nicht überlebt hat. Klar ist anstrengend, aber macht auch Spaß irgendwie.

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