Frage von FrageCompany, 44

Wie erhalten Bergsteiger oder Kletterer beim Abseilen das Kletterseil und die Heringe/Ösen/Anker (wie heißt das) zurück, wie werden Seile im Tal wieder gelöst?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von volker79, 26

Längere Routen werden in der Regel als Mehrseillängen geklettert, da man so viel Seil nicht hat. Außerdem wird das Seil auch meist nicht "zuende" geklettert, da sich die Kommunikation bei 30, 40 Metern Distanz (60 bzw. 80 Meter Seil, es muss ja zum Sichern einmal rauf und runter) deutlich erschwert. Eine Seillänge ist also nicht zwangsweise die Länge des Seils.

Mehrseillängen klettert man in der Regel im Überschlag, das heißt einer steigt vor, sobald er sich einen Standplatz eingerichtet hat, sichert er von oben den Nachsteiger, der Materialen wie mobile Sicherungsvorrichtungen (Klemmkeile, Friends, Expressschlingen) wieder einsammelt. Schlägt oder bohrt man Haken ein, da man keine mobilen Sicherungen legen kann, sind diese gerne mal so fest, dass man sieh kaum bzw. nicht mehr aus der Wand bekommt und verlässt sie dort. Schlaghaken kann man möglicherweise noch entfernen, was man dann aus ökologischen und ökonomischen Gründen auch tun kann. Wenn sie aber fest sind, sind sie fest und bleiben da.

Sobald der Nachsteiger den Standplatz erreicht hat, wird er zum Vorsteiger und geht den nächsten Abschnitt vor, um sich dann auf gleiche Art und Weise mit dem Kollegen wieder abzuwechseln.

Ist man oben und seilt ab, sucht man sich sinnvolle Abschnitte, um das Abseilen zu unterbrechen. Lange Routen klettert man mit sogenannten Halbseilen, die man im Vorstieg nicht alleine verwenden darf (2x60 Meter Halbseil = 30 Meter Vorstieg da es doppelt verwendet wird), aber zwei Nachteiger (pro Seil einen) sichern und auch einzeln zum Abseilen verwendet werden kann. Man knotet die Halbseilenden zusammen und legt sie um einen Fixpunkt und lässt sie fallen, somit ergibt sich ein 120 Meter Gesamtseil mit dem man bis zu 60 Meter abseilen kann. Auf diesen 60 Metern findet sich dann bestimmt der ein oder andere Standplatz wo man pausieren, das Seil abziehen und neu fixieren kann.

Diese Fixpunkte können zum Beispiel Felsvorsprünge oder Bäume sein, um die man das Seil sicher und trotzdem abziehbar legen kann. Alternativ kann man beim Abseilen auch Reepschnüre oder Bandschligen (kosten ja kaum Geld) um ein Objekt fädeln und das Seil da durch legen. Diese Materialien sind natürlich geopfert und bleiben oben. Aber 5 Euro für eine Bandschlinge oder 2 Euro für ein Stück Reepschnur lassen sich verkraften.

Hat man keine natürlichen Fixpunkte an denen sich das Seil direkt oder eine Bandschlinge/Reepschnur befestigen lassen, muss ein Einschlag-/Bohrhaken (nein: Müssen zwei Haken wegen der Redundanz - bricht einer aus, ist der andere wenigstens noch drin und man stürzt nicht ungebremst in die Tiefe) dran glauben und oben bleiben.

Kommentar von Grautvornix16 ,

PS: Klemmkeile / Friends etc. werden beim Abseilen gelöst (für KK gibts spezielle Leichtmetallhebel) - die Prusikschlinge ermöglicht das freihändige Arbeiten an der entsprechenden Stelle der Wand.

Antwort
von Grautvornix16, 15

Hi,- Standplatzbau zur Zwischensicherung oben immer mit Bandschlinge und HMS - Schraubverschluß,- beidseitig!!! - Niemals Clip!!! Niemals Metall auf
Metall oder Seil auf Seil!!! Deshalb vorhandene Umlenkmöglichkeit nutzen
oder eine suchen - Baum, abrutsch-, durchrutsch- und bruchsicherer Felszacken etc.- -
wenn nicht sicher ob Seil später "abziehbar" lieber 1-2 Bandschlingen
und Karabiner opfern - notfalls lieber was oben lassen - oder dort
klettern wo Felswände von "hinten" begehbar sind.

Seil nach Zwischensicherung und vor Ausbinden am Gurt selbst auch zwischensichern mit Mastwurf oder gelegtem Achter an kleinem Materialkarabiner an Materialschlaufe am Gurt (wenn Seil beim Hantieren futsch -- echtes Problem!!!). Dann etwas  Seil ranziehen und noch einen gelegten Achter ins Seil (Seil ist ja durch Zwischensicherung entlastet) und mit Karabiner am Umlenkpunkt oder der Zwischensicherung befestigen (danach Fixierung an Materialschlaufe auflösen). Eine Schlaufe durch den / die Umlenkkarabiner oder den natürlichen Umlenkpunkt legen, und soweit durchziehen, daß eine Hälfte der Seillänge unten ist. Dann Hilfsfixierung des Seils am Umlenkkarabiner bzw dem Karabiner der Zwischensicherung auflösen. Jetzt hast du einen Doppelstrang bis nach unten liegen. - Abseilachter in den Doppelstrang einlegen. Prusikschlinge um Seil legen und mit Karabiner an Oberschenkelschlaufe des Gurtes befestigen (wegen Abstand zum Achter!!). Zwischensicherung lösen und abseilen. Wenn das Seil oben an einem natürlichen Umlenkpunkt klemmfrei liegt kannst du es abziehen.

Gruß

Antwort
von treppensteiger, 25

Ösen=Haken werden meist nur (noch) beim sogenannten Alpinklettern selbst in schmale Ritzen geschlagen und dann fast immer auch wieder herausgeklopft. Wenn es gar keine schmalen Ritzen mehr gibt, und vor allem wenn die Route in einem Klettergarten oder Sportklettergebiet liegt werden sogenannte Bohrhaken dauerhaft installiert. An solchen Routen schlägt man dann auch nicht extra noch Haken.

Einmal oben muss man natürlich wieder herunter, hierzu eignen sich Bäume, Sanduhren, Felszacken und Abseilringe oder Abseilösen. Dort wird das Seil einmal bis zur Hälfte durchgezogen und Beide! Enden nach unten geworfen. Zum abseilen werden beide Seile gleichzeitig genutzt, steht man unten zieht man nur an einem Ende, das Seil rutscht (hoffentlich) runter. 

Antwort
von priesterlein, 20

Wenn man nichts am Berg lassen will:

http://www.klettern.de/besser-klettern/sicherheit/sicherheit-beim-klettern-route...

Antwort
von schlaumensch123, 6

Routen abbau nennt sich das. Hierbei fädelt der kletterer grob zusammen gefasst das seil durch die zu 95% vorhandenen metallringe oben am fels dann seilt er sich ab zieht das seil raus fertig

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