Frage von chantirella, 50

Wer gibt den Sternenbildern ihre Namen?

Hallo ihr Lieben,

ich muss in Astronomie ein Referat halten und finde nichts zu dem Thema, wer den Sternbildern ihre Namen gibt bzw. wie sie zu ihrem Namen kommen. Ich weiß bis jetzt nur, dass unsere Vorfahren und die Ägypter, Babylonier und Griechen einige Namen vergeben haben, aber das kann doch nicht alles sein, oder?

Hoffe ihr könnt mir schnell weiterhelfen.

LG, chantirella.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Willy1729, 16

Hallo,

die Namen der Sternbilder, die man auf der Nordhälfte der Erde sehen kann, stammen vorzugsweise aus der griechischen Mythologie, während viele Sternnamen aus dem Arabischen kommen.

Als Forscher auch die südlichen Weltmeere befuhren und dort Sterne sahen, die weiter nördlich immer unter dem Horizont bleiben, faßten sie auffällige Konstellationen zusammen und gaben ihnen Namen, die mehr aus dem technischen Bereich und der Seefahrt stammten, wie Sextant oder Teleskop oder Mikroskop. Manche waren nach tropischen Vögeln benannt wie der Pfau oder der Tukan; auch der Schwertfisch oder gar die Fliege tauchen am Südhimmel auf. Sternbilder wie Kompaß, Segel, Bug (Pyxis, Vela, Carina) gehörten einst zusammen zum riesigen Sternbild Argo, das an das Schiff erinnert, mit dem damals Jason mit den Argonauten zu mythischen Abenteuern aufgebrochen ist, um das Goldene Vlies zu 'besorgen'.

Ein Astronom namens Johannes Bayer hatte vor 400 Jahren einen Sternatlas namens Uranometria herausgebracht, in welchem er Ordnung ins Sterngewimmel brachte. Er ordnete die bekannten Sterne Sternbildern zu, nannte den hellsten oder (bei gleicher Helligkeit den weiter nördlich stehenden, manchmal auch den bekannteren) als Alpha, den zweithellsten als Beta usw, immer entlang dem griechischen Alphabet. An diesen Buchstaben wurde der Genitiv des lateinsichen Namens des Sternbildes gehängt. So wurde Deneb, der hellste Stern des Sternbildes Schwan und so ziemlich der hellste Fixstern, den wir kennen, als Alpha Cygni bezeichnet; Sirius, der Stern, der uns am hellsten erscheint, was daran liegt, daß er uns relativ nah ist, heißt bei Bayer Alpha Canis Majoris, hellster Stern im Großen Hund.

Natürlich wurden helle Sterne recht willkürlich zu Sternbildern zusammengefaßt und mit Namen versehen. So nennen wir den hellsten Teil des Großen Bären den Großen Wagen, die Amerikaner nennen ihn The Big Dipper, die große Schöpfkeller, die Inuit nennen ihn Hurakan, den einbeinigen Riesen, von dem sich das wort Hurrican ableitet usw.

Die 1919 gegründete Internationale Astronomische Union hatte endlich 88 Sternbilder festgelegt, deren Grenzen lückenlos den gesamten Himmel abdecken und denen jeder Stern eindeutig zugeordnet werden kann. Zum Teil wurden die Sternbilder der Antike und der neuzeitlichen Forscher übernommen, während Sternbilder wie der Jakobsstab oder das Brandenburgische Szepter verschwanden.

Die Sterne werden heutzutage aber nur noch für den Hausgebrauch mit ihren Eigennamen oder mit den Bayer-Bezeichnungen benannt. Seitdem es Instrumente wie das Hubble-Teleskop gibt, die systematisch den Himmel durchgemustert und Milliarden von Sternen katalogisiert haben, werden ihnen in der Regel Katalognummern zugewiesen.

Bayers Uranometria wurde im 18. Jh. durch den Flamsteed-Katalog erweitert. Zu den griechischen Buchstaben kamen Zahlen hinzu, weil durch Teleskope mehr Sterne gesehen werden konnten als mit bloßem Auge und die griechischen Buchstaben nicht mehr ausreichten.

Im 19. und Anfang des 20 Jahrhunderts erweiterte sich die Zahl der bekannten Sterne durch die Bonner Durchmusterung und die Cordoba Durchmusterung. Hier spielten die Namen der Sternbilder keine Rolle mehr, sondern die Sterne bekamen einfach Nummer. Bei der Bonner Durchmusterung beginnen sie mit BD.

Über eine Milliarde Sterne enthält der USNO-Katalog, der Sternenkatalog des United States Naval Observatory.

Sirius, der hellste Fixstern, der bei Bayer noch Alpha Canis Majoris heißt, hat im USNO-Katalog die Nummer 816, die Tycho-Katalognummer 
TYC 5949-02777-1

Der Tycho-Katalog geht auf die Vermessung des Sternhimmels durch den Satelliten Hipparcos zurück.

Herzliche Grüße,

Willy

Kommentar von Willy1729 ,

Vielen Dank für den Stern.

Willy

Antwort
von Dea2010, 15

Doch.

Die alten Kulturen haben die Beobachtungen des Sternenhimmels mit in ihre jeweiligen Götter- und Geisterwelten einbezogen.

Die sichtbaren Sternbilder wurden benannt, viele dieser Namen sind bis heute erhalten.

Nach "Erfindung" des Fernrohrs entdeckte man neue Sterne/Sternkonstellationen, weil man besser und weiter in den Sternenhimmel schauen konnte. Die neu entdeckten Himmelskörper wurden ebenfalls benannt.

Auch heute noch werden weit weit weg immer noch Sterne und Systeme entdeckt, katalogisiert und benannt, nur dass das heute keine Namen mehr sind, sondern Katalognummern....System NGC0815 (Beispiel).

Sollten wir tatsächlich irgendwann den Mars erreichen und dort ein Weltraumteleskop errichten können... das wäre dann naturgemäß leistungsfähiger als das Hubble. Und würde entsprechend weiter ins All reinschauen... dann werden wir wieder unseren Wissenshorizont erweitern.

Lies doch mal, wann in UNSEREM System welche Planeten entdeckt wurden bzw deren Existenz rechnerisch bewiesen wurde... das ist bereits ein netter Exkurs für dein Referat!

Antwort
von Australialiker, 8

Die Griechen sahen in der Sterne Menschen,Götter deswegen benannten die Griechen die Sterne mit das was sie sahen z.b.s Das Himmels W oder auch Kssiopeia genannt,

Antwort
von andreasolar, 15

https://w2.gzg-fn.de/mia/astro/AB_Sternbilder.htm

Da findest du auch noch weiterführende Links.

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