Was hat Faust selbst für ein Menschenbild in dem Drama Faust von Goethe?

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1 Antwort

Zumindest Goethe selbst hat erkannt, dass andere Menschen/Personen lediglich Abbilder von Eigenschaften in uns selbst sind, die wir nach Außen projizieren. 

Den Faust lässt er dies aber innerhalb des Dramas nicht erkennen, sondern er lässt ihn das Leben eines "normalen" Menschen leben, der Zeit seines Lebens in der Illusion der 3D-Realität (oder innerhalb von Freud und Leid, wie Goethe es sagt) gefangen bleibt. Letztendlich hat diese dauerhafte Gefangenschaft damit zu tun, dass er Faust den Pakt mit dem Teufel eingehen lässt, welcher ihn immer wieder in die Unzufriedenheit treibt und ihn damit im Spannungsfeld zwischen Gut und Böse gefangen hält. Die Stimme der Freiheit (der "Erlösung" aus diesem Spannungsfeld) ist für Faust zwar das ganze Drama hindurch vernehmbar, aber irgendwie fühlt er sich -auch am Ende von Faust II- immer zumindest subjektiv an den Pakt mit dem Teufel erinnert und verwehrt sich somit das Glück, welches ihm ohne den Pakt ständig zugänglich wäre. 

Somit hat Faust ein Menschenbild, wie wohl die meisten Menschen, die das Böse in dieser Welt für real halten, sich damit identifizieren und es nicht als Transformationsmöglichkeit hin zum Guten (zum wahren Sein) erkennen. 

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