Verliere Steigbügel beim leichttraben /traben. Tipps?

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7 Antworten

hi,

vermutlich liegt es daran, dass du unbewusst "klammerst" und das knie hochziehst.

vielleicht hörst du, wenn du mit dem fuss durch den bügel rutscht von deiner reitlehrerin die korrektur "bein lang". bein lang machen bedeutet, den oberschenkel entspannen und das knie zu lockern.

wenn du grösser und kräftiger wärst, würde dein pferd auf das "klemmen" deutlich reagieren. bei erwachsenen, denen das klemmen am anfang passiert, mündet das ganze oft in einen bocksprung des pferdes, weil neben dem klemmen mit den knien auch noch die unterschenkel unkontrolliert am pferd gegen den pferdebauch drücken. dazu vor schreck die zügel anziehen - und schon ist es passiert. bockprung oder gar buckeln.

damit dir das nicht passiert, sollst du das bein "lang" machen. der ausdruck ist ein bisschen ungeschickt gewählt, ist aber die geläufige korrektur durch den reitlehrer.

ICH fühle mich in der reitbahn immer ganz komisch, wenn die fusspitzen der reiter auf mich zeigen. das ist unhöflich ;-))

also bitte ich die reiter, die fussspitzen nach vorn zu machen. beim reiten zeigen also deine FUSSSPITZEN IMMER NACH VORN.

im leichttraben richtest du das becken etwas auf. die knie bleiben am sattel. mit dem schwung, den das pferd im trab vorgibt, verlässt dein gesäss minimal den sattel.  und zwar nur 2-5cm. NICHT aufstehen, nur aus becken und knie ganz leicht aufwärts schwingen. die fussspitzen zeigen dabei weiter nach vorn.

auf dem beispiellink ist es annähernd optimal. der absatz darf sich auf der gleichen höhe befinden, wie der steg des steigbügels, in dem dein fuss steckt.

http://www.reitersitz.ch/files/images/Bettina%20mit%20Darca.JPG

hier siehst du auch, wie harmonisch das aussieht, wenn der reiter einen guten sitz hat - und hier siehst du auch, was "langes bein" bedeutet.

und du siehst, dass mit diesem sitz das pferd aktiv läuft und nicht schlurft. dann musst du auch nicht mehr so viel treiben.

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also nochmal: die fussspitze zeigt nach vorn, das knie bleibt am sattel und das becken schwingt in die bewegung des pferds. es bewegt sich nur das knie. sonst nichts. das gesäss verlässt minimal den sattel.

beim aussitzen ebenfalls fusspitzen nach vorn, mit beiden gesässknochen im sattel sitzen und mit dem becken als schwingpunkt locker in die bewegung gehen.

fussspitzen nach vorn, becken aufrichten. wenn du die beiden sachen kannst, ohne, dass du noch bewusst dran denken musst, wirst du keine steigbügelprobleme mehr haben  - und du hast die chance, einen richtig guten sitz zu entwickeln.

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Kommentar von KaninchenAraber
06.02.2016, 08:20

Danke für die hilfreiche Antwort!:)

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also ich habe bei meinem pferd 2 sättel . einen klassischen und einen spanischen sattel. und beim spanischen kenne ich dieses problem auch. bei mir liegt es daran dass ich durch das ganze fell (fellsattelbezug) zu wenig kontakt mit dem pferdebauch habe und mein bein daher nicht weit genug nach hinten lege. das ergebnis davon ist dann dass mein fuss zu weit in den steigbügel rutscht.  beim leichttraben denke ich dass du bereits von anfang an deinen fuss zu weit im bügel hast. es sollen nur die zehenspitzen bzw die fußballen in den bügeln sein. wenn du dazu noch zu energisch aufstehst beim leichttraben oder dein bein nicht ruhig genug hältst ist das kein wunder. 

vielleicht hilft es dir wenn du vorerst darauf achtest dass dein fuss richtig im bügel plaziert ist.die fersen sind der tiefste punkt deines körpers. beim leichttraben darauf achten dass du dein bein ruhig hältst und die beine am pferdebauch lässt (natürlich nicht drücken). 

ob du richtig in den steigbügeln stehst merkst du meistens sehr gut beim aussitzen im trab. du musst mit deinen beinen gut stabilisieren um gut aussitzen zu können. trotzdem die beine nicht verkrampfen.

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Kommentar von KaninchenAraber
05.02.2016, 22:33

Vielen Dank für die hilfreiche Antwort !:)

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Kommentar von LyciaKarma
06.02.2016, 06:37

 bei mir liegt es daran dass ich durch das ganze fell (fellsattelbezug) zu wenig kontakt mit dem pferdebauch habe und mein bein daher nicht weit genug nach hinten lege

Dann mach das Zalea einfach ab und das Problem ist gelöst ;) 

Eigentlich ist kein Lammfell so dick, dass es so einen Sitzfehler hervorruft.. 

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Ponyfliege hat natürlich prinzipiell völlig recht - allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass für mich ein " eigentlich falscher" Gedanke hilfreich war.

(So, wie wenn man rechts auf den Graben zusteuert, muss man kurzzeitig nach links lenken, um nachher wieder gradeaus fahren zu können...)

Also, natürlich sollte das Knie flach am Sattel liegen. Aber um mir das Klammern anzugewöhnen, hat mir ein Reitlehrer gesagt, ich soll mir vorstellen, ich hätte ein Himbeere unterm Knie, die ich weder verlieren noch zerquetschen dürfe. Allerdings bei einer Sitzlonge ( obwohl ich schon einige Jahre Reiterfahrung hatte), denn das allein war hochkonzentrierte Arbeit!

Speziell beim Leichtraben habe ich einige Zeit beim freien Reiten  immer beim Aufstehen das Knie leicht (!) geöffnet. So kann man nicht klammern,  die Wade läßt man dann auch liegen, wo sie hingehört, weil man so sonst nicht mehr sanft einsitzen kann, und der Druck im Bügel stimmt automatisch.

Ach, und noch was, was oft übersehen wird: den Absatz unten zu lassen, ohne das Bein nach vorne zu strecken, kann nur gelingen, wenn die Muskeln in Beinen und Hüftbereich dehnbar genug sind. Manchmal wirkt eine Runde Stretching vor der Reitstunde wahre Wunder!

Ich weiß nicht, ob meine Lösung auch anderen hilfreich sein kann - mir hat es jedenfalls geholfen...

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Nicht versuchen, aufzustehen. Immer einfach nur zulassen, dass der Schwung des Pferdes Dich heben darf. Dann verlierst auch nicht den Druck. Beeinflussen, also "aktiv reiten" im Leichttraben musst Du erst, wenn Du Verstärkungen reitest. Vorher trabst Du "passiv", lässt zu, wenn es Dich anhebt und vor allem: Leichttraben ist eine Fom des leichten Sitzes! Gradeaus nach oben ist falsch.

Von den üblichen Korrekturen wie "Fußspitzen nach vorne", "Bein lang" etc. halte ich gar nichts, denn sie bewirken beim Reiter immer, dass er bewusst was macht. Dazu muss er seine Muskeln "in Betrieb setzen", das geht nicht mit entspannter Muskulatur und in dem Moment, wo der Reiter irgendwas anspannt, wird das sofort mit Anspannung vom Pferd quittiert.

Wenn der Sattel nur halbwegs zum Reiter passt, muss man nur den Bügel korrekt einstellen von der Länge her und schon sind diese "Sitzfehler" behoben, denn es sind in aller Regel keine Sitzfehler, sondern unglückliche Einstellung der Bügellänge oder eben ein dem Reiter nicht passender Sattel. Da Schulpferde meist nur je einen Sattel haben, muss man dem Reiter dann eben ein Pferd zuteilen, auf dessen Sattel er besser sitzt. Ein Reiter mit etwas Erfahrung kann sowas ein bisschen kompensieren. Keinesfalls jedoch sollte der Anfänger damit konfrontiert werden, sonst lernt er von vornherein einen harten starren Sitz, den loszuwerden später viel, viel mühsamer ist als wenn von vornherein korrekt unterrichtet wird. Noch schlimmer wirds, wenn - wie man leider oft sieht - dem Pferd der Sattel nicht passt und deshalb der Sattel im Schwerpunkt nicht den ebenen Punkt hat. DANN ist es nahezu unmöglich, darauf irgendwie sinnvoll zu reiten.

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Bei mir ist es weg gegangen als ich mein Bein weiter nach hinten gelegt hab.
Irgendwie hatte ich dann weniger Probleme meine Verse weiter nach unten zu drücken :D ansonsten eben drauf achten, dass du von Anfang an nicht zu weit in die Steigbügel rutscht.
Das Bein ruhig zu halten kommt auch von alleine wenn du dein Bein richtig hast, pauschal zu sagen, das Bein ruhiger zu halten, finde ich nur schwer umzusetzen, da kann der Lehrer das noch so oft sagen, aber wenn man nichts an deinem Bein an sich ändert, bringt das auch nichts

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Meine Tipps fürs Leichttraben:

- prinzipiell ausbalanciert, mit lockerem, entspanntem Bein, sitzen

- versuche im Sprunggelenk locker nach unten zu federn und nicht 'Ferse tief' zu denken 

- achte darauf, dass du deine Zehenspitzen nicht ausdrehst, sondern dass sie parallel zum Pferd nach vorne zeigen

- nicht zu viel/hoch aufstehen, es reichen kleine Bewegungen

- lass das Pferd die Arbeit machen und stehe nicht aktiv auf, sondern nutze einfach den Schwung

Und dann einfach üben, üben, üben.  Wenn es anstrengend ist oder du dich irgendwo verspannst, machst du etwas falsch und solltest deinen Reitlehrer nach deinen Fehlern fragen. Leichttraben sollte ganz einfach, entspannt und ohne großen Kraftaufwand ablaufen. Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen. 

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Bügel kürzer machen.

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