Frage von Samsson, 107

Trichotillomanie - Spliss?

Hallo, seit ich etwa neun bin, also seit fünf Jahren, entferne ich den Spliss in meinem Haar. Mittlerweile beschäftige ich mich oft stundenlang damit, einfach nur die abgebrochenen Spitzen abzubrechen - die gesunden Haare sortiere ich oft aus oder raue sie mit Absicht auf, um sie dann abzubrechen. Ich mache das in der Schule oder vor dem Schlafengehen, oft, wenn ich nichts zu tun habe. Inzwischen ist das ein richtiger Zwang. Ich kann kein gespaltenes Haar sehen, ohne es abzubrechen, obwohl ich ansonsten schon Wert auf meine Haare lege. Sobald ich mir einen Zopf mache, ist das Problem beseitigt. Natürlich habe ich durch diese Angewohnheit kaputtes, stumpfes Haar und es beeinträchtigt mich auch bei meinen schulischen Leistungen. Viele Leute weisen mich auch daraufhin und fragen, warum ich immer mit meinen Haaren spiele. Außerdem kann ich mir nicht mehr die Haare kämmen, ohne, dass die Enden abbrechen, also ich bin wirklich nach dem Bürsten "voller Haarspitzen". Nun bin ich auf den Begriff Trichotillomanie gestoßen, könnte dies Grund für mein Haarezupfen sein? Ich habe allerdings keine traumatischen Dinge erlebt und verhalte mich auch sonst wie jeder andere, habe Hobbys etc. Allerdings habe ich ADHS, könnte das damit in Zusammenhang stehen? LG

Expertenantwort
von Andreas Schubert, Haarpflege-Experte, 53

Soso ... DU entfernst Spliss an Deinen Haaren.

Das solltest Du einer geübten Fachkraft überlassen, denn mit der falschen Schere, der falschen Scherenhaltung und -führung kannst Du mehr Schaden anrichten als gutmachen.

Ein fachgerechter Spliss-Schnitt, solange der Spliss noch recht "frisch" ist, kostet Dich kaum bis gar nichts an Haarlänge und dann hast Du immer erst einmal Ruhe ... sofern Du achtsam mit Deinen Haaren umgehst.

Die häufigsten Spliss-Ursachen, die man selbst auslöst, lassen sich zumindest reduzieren/eindämmen und das ist relativ einfach:

- beim Haarewaschen wirklich nur den Kopf/die Ansätze
waschen/massieren ... für die Haarlängen und -spitzen reicht es aus,
wenn man den Schaum vor und während dem Ausspülen sachte und gradlinig durch die Längen streicht.

- Niemals die Haarlängen und -spitzen rubbeln .... schon gar nicht in nassem Zustand

- nur Bürsten mit Naturborsten und echte Horn- oder Holzkämme verwenden

- nie zu heißes Wasser verwenden ... je kühler, desto besser

- übermäßige Hitze generell vermeiden (nicht heiß fönen, u.s.w.)

- Bürsten, Kämme, etc. auch regelmäßig reinigen

- keine Haargummis mit Metallstücken verwenden

- auf Seiden- und/oder Satinkissen schlafen. Darauf reibt sich das Haar im Schlaf nicht auch noch unnötig

- Vitamin- und Mineralienmängel vermeiden

- mind. 2 - 2,5 Liter Wasser pro Tag trinken

- Stress vermeiden

- regelmäßig nachschneiden lassen, dann müssen wirklich immer nur die

Spitzen oder eben der Spliss geringfügig beschnitten werden und nicht
mehr.

Für die Haarspitzen-Pflege sind diese 4 leichten, reinen Naturöle geeignet
... und auch wirklich ausschließlich die reinen Naturöle: Macadamia-,
Jojoba-, Mandel- und Arganöl (ein paar Tropfen zwischen den Fingerkuppen
verteilen und sachte/sanft bei trockenem Haar an die Spitzen geben.

Je trockener das Haar, desto anfälliger für Bruch und Spliss - deshalb
empfiehlt sich spätestens ab Schulterlänge die Haaransatzwäsche, die dem
Haar auf lange Sicht hektoliterweise austrocknendes Wasser erspart:

Ein hochwertiges Naturshampoo (z.B. "Shampoo & Duschbad Basis von
SANOLL) aus einer Auftrageflasche (1:10 mit Wasser verdünnt) bei 
trockenem Haar scheitelweise den Ansätzen entlang auftragen und dann 
ganz normal shampoonieren (und immer NUR auf dem Kopf!)

Durch das Verdünnen machst Du aus einem hochwertigen Naturshampoo für
8,50 EUR (200 ml) eines für 0,85 ... günstiger geht's schon nicht mehr
und mit dem SANOLL Shampoo quälst Du Dein Haar weder mit chemischen
Rückständen, die es auf Dauer nur stumpf machen, noch mit chemischen 
Tensiden.

Wenn es Dir bei der Ansatzhaarwäsche zu wenig schäumt (ist nur Gewohnheitssache), emulgierst Du mit ganz wenig Wasser nach.

Es gibt natürlich auch noch andere, richtig gute, nachhaltige und
unbedenkliche Shampoos/Pflegeprodukte wie z.B. Marias Organic Care,
Schönes Sein, Oliebe, Herbanima, CulumNatura, u.s.w.   . . . an einem konkreten Beispiel musste ich aber mal eben die Kalkulation vorrechnen und die anderen Produkte sind auch nicht besser, aber sie kosten deutlich mehr.

Mischst Du auf Vorrat, dann koche das Wasser vorher ab und lass es auskühlen. Dann sind die Keime darin abgetötet und können sich über Tage in der Flasche nicht vermehren .... und sie kommen nicht auf die Kopfhaut.

Und wenn Du natürlich geschmeidges und glänzendes Haar züchten
willst, beherzigstDu nicht nur eine gesunde Ernährung und den stabilen
Flüssiegkeitshaushalt Deines Körpers, sondern auch die sogenannten
täglichen 100 Bürstenstriche:

Für die Bürstenstriche verwendest Du (und reinigst sie auch immer
gründlich) idealerweise idealerweise die "KOST Kamm Wildschweinbürste
mit 7 Reihen" (gibt es z.B.über amazon für 35,00 - 37,00 EUR.  Nicht nur
die Borsten zählen zu den besten für Kopfhaut und Haare . .. die
Bauweise der Bürste lässt zu, dass Du sie direkt am Bürstenkopf führen
kannst und so den Druck auf den Kopf besser regulieren kannst. Außerdem
entfällt so die "Hebelwirkung" mit dem  Anfassen am Griff und somit geht
das bei  50 - 60 oder mehr Bürstenstrichen nicht auf die Handgelenke.

So verteilst Du das Talg von Deiner Kopfhaut in die Haarlängen und Haare
brauchen Talg für deren Geschmeidigkeit und Glanz  ... unter Anderem
dafür produziert Dein Organismus diesen Stoff.

Wichtig!  Immer mit Druck über die Kopfhaut bürsten ... vom Ansatz
über den Kopf bis zum gegenüberliegenden Ansatz und in die Haarlängen
hinaus ... und das in 2 - 3 Runden um den gesamten Kopf.

So solltest Du dann immer geschmeidiges Haar haben, das weniger bis
gar nicht "bruchanfällig" ist und mit max. 3 - 4 Spliss-Schnitten pro
Jahr locker auskommen können.

Wenn Du sonst noch Fragen zur Haarpflege hast,  schreib mich einfach
direkt an (nicht hier in den Kommentaren/Antworten ... da schaue ich nur
selten nach, denn ich beantworte relativ viele Fragen und muss ja
"nebenbei" auch noch unsere Kundinnen rund um den Kopf happy machen)

Antwort
von UltimaRational, 68

Sowas nennt man Zwangsneurose-solltest dir ein Hobby suchen das dich beschäftigt und ablenkt,sonst wirds immer schlimmer!

Antwort
von Airelav43, 45

Ich hab sowas auch.. Auch bei schamhaaren hab ich trichotillomanie, bei mir ist das kein zwang da ich mich (noch) gut kontrollieren kann, ist aber auch nicht so schlimm, sieht ja keiner  ^^"

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