Frage von nacanada, 41

Tischtennis: Wann darf der Schiedsrichter über die Wiederholung (Let) bei einem Störball beim Tischtennis befinden?

Situation: Der Ball vom Nachbartisch rollt an unseren Tisch. Der Spieler vom Nachbartisch ruft "Störball". Kein Spieler von unserem Tisch hebt den Arm, der Schiedsrichter sagt noch nichts. Im Moment des Rufes war der Ball noch im Spiel. Sehr kurz nach dem Ruf ist der Punkt entschieden. Kann der Schiedsrichter jetzt den Moment des Rufes als Störung festlegen und den Ballwechsel wiederholen lassen? Oder hätte der Schiedsrichter vor Ende des Ballwechsels die Störung als Störung kennlich machen müssen, z. B. durch den Ruf: "Stopp, Störung!" (Bitte auch mit TT-Regeln die Antwort begründen.)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Spezialmann, 39

Tischtennisreglen A, 9.1.3

Ein Ballwechsel muss wiederholt werden, wenn ein Spieler aufgrund einer Störung, die außerhalb seiner Kontrolle liegt, nicht auf- oder zurückschlagen (...) kann.

Ob und wann das der Fall ist, entscheidet der Schiedsrichter und kein anderer. Das Reinrufen vom Nachbartisch ist eine leider unausrottbare Sitte. "Stopp" oder "Let" sagt niemand außer dem Schiedsrichter.

Hebt ein Spieler während des Ballwechsels die Hand und zeigt damit eine Störung an, wird der Schiedsrichter in der Regel auf "Let" (Wiederholung) entcheiden.

Zusätzlich gilt noch:

Tischtennisregel A,

5.1 Ein Ballwechsel ist die Zeit, während der Ball im Spiel ist

5.2 Der Ball ist im Spiel vom letzten Moment an, in dem er - bevor er (...) hochgeworfen wird - auf dem Handteller der freien Hand ruht, bis der Ballwechsel als Let (Wiederholung) oder als Punkt entschieden wird.

Das bedeutet: Der Ballwechsel ist nicht dann vorbei, wenn "der Punkt entschieden" ist, sondern erst dann, wenn der Schiedsrichter einen Punkt gibt oder auf Wiederholung entscheidet. Hebt einer der Spieler während des Ballwechsels die Hand und zeigt damit an, dass er gestört wird, wird der Schiedsrichter in der Regel auf "Let" entscheiden, und kann dies auch noch tun, wenn der Ballwechsel schon zuende gespielt wurde. Es ist dabei nicht entcheidend, ob der Schiedsrichter "Let" gerufen hat, während der Ball noch im Spiel war. Entscheidend ist, dass die Störung während der Ballwechels aufgetreten ist.

In deinem Fall hat aber keiner der Spieler die Hand gehoben und eine Störung angezeigt, es wurde von außen hereingerufen. Ein Hereinrufen von draußen kann eine Störung im Sinne von 9.1.3 sein, muss aber nicht. Kommt auf die Lautstärke an und die Entfernung zum eigenen Tisch. Es liegt daher im Ermessen des Schiedsrichters zu entscheiden, ob das Rufen eine Störung war oder nicht. Kommt er zu dem Schluss, dass es eine Störung war, muss er den Ballwechsel wiederholen lassen. Kommt er zu dem Schluss, dass das Rufen keine Störung war, muss er den Punkt zählen.

Kommentar von nacanada ,

Super Antwort! Da hat mich einer verstanden, die Problematik verstanden; eine ausführliche, verständliche, sachliche und belegte Antwort geschrieben. Hut ab!

1000 Dank!!    1000 Dank!!   1000 Dank!!             

Kommentar von Spezialmann ,

Gern geschehen und danke für den Stern!

Antwort
von schwarzwaldkarl, 41

Wenn weder der Schiedsrichter noch die beiden Spieler den Ball bemerkt haben, zählt unter normalen Umständen der ausgespielte Punkt. Ein Spieler von einem Tisch darf übrigens ein Spiel nicht unterbrechen, sondern höchstens die Hand heben. In dem genannten Fall spricht der Schiedsrichter kurz mit den beteiligten Spielern und  wenn beide einverstanden sind, wird der Ball wiederholt... 

Antwort
von Hartos, 29

Der Schiedsrichter trifft die Entscheidung und nicht die Spieler..

Wenn er der Meinung ist ,es muss wiederholt werden das ist das auch so...

Ansonsten bräuchtest du keinen Schiri..

Reinrufen Stop oder ähnliches vom Nachbartisch übrigens nicht erlaubt

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