Frage von Maximus03, 150

Partnerwahlprobleme in der Behindertenwerkstatt?

Ich bin ein 28-jähriger Mann und arbeite seit drei Jahren in einer Behindertenwerkstatt der Lebenshilfe. Der überwiegende Anteil der Beschäftigten dort hat eine Geistige Behinderung. Auch in meinem Bereich besitzen fast alle Behinderten eine Geistige Behinderung. Ich bin dort ebenfalls wegen einer Behinderung dort beschäftigt.

Mir ist aufgefallen, dass die Partnerwahl der Beschäftigten dort ziemlich einfältig ist. Behinderte haben dort - wenn überhaupt! - nur Beziehungen mit ebenfalls (Geistig-)Behinderten. Ich sehe dort nie, dass jemand mit einer Eisverkäuferin, einer Bankangestellten oder einer Frisöse liiert ist.

Ich bin ebenfalls auf Partnersuche, habe dort unter den Behinderten noch nie eine Frau gesehen, die ich auch nur ansatzweise interessant fand. Dabei hatte ich - vor allem als ich noch die Handelsschule besuchte - schöne und intelligente Freundinnen.

Meine Präferenzen:

Sie sollte ein Mindestmaß an Attraktivität besitzen und wissen, wie eine Frau sich kleidet. Ihr Habitus darf nicht im Geringsten „geistig behindert“ wirken. Sie sollte sich wie eine erwachsene Person verhalten und eloquent sein. Sie sollte sich gut ausdrücken können und eine klare Sprechweise besitzen.

Ganz wichtig ist ein solides Fundament an Allgemeinbildung. Sie sollte belesen sein sowie die deutsche Rechtschreibung und Grammatik beherrschen. Ein Interesse an Fremdsprachen, Politik, Geschichte sollte vorhanden sein. Fremde Völker und Kulturen wären auch gut. Ich denke, man braucht schon gemeinsame Interessen und Themen. Doofes Kindergartengelaber kann ich nicht gebrauchen.

Wie hoch schätzt ihr die Wahrscheinlichkeit ein, dass ich in der Lebenshilfe eine passende Partnerin finde?

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 41

Hallo!

Es kann sein, dass in solchenm Werkstätten mitunter auch Personen arbeiten, die zwar nicht geistig behindert sind und von normaler/vllt. sogar höherer Intelligenz, aber durch psychische Erkrankungen nicht in der Lage sind am klassischen Arbeitsmarkt teilzunehmen --------> ein Freund von mir, gelernter Bauzeichner, arbeitete durch psychische Probleme auch zuletzt in einer Werkstätte, ehe er bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist.

Ich kannte durch ihn einige Leute in dieser Werkstätte, da ich ihn dort als abgeholt oder hingebracht hatte (den Bus konnte er durch Verfolgungswahn und Angstzustände nur nach Tagesform nutzen) -------> ist einige Jahre her, aber ich kann mich zumindest an zwei Frauen erinnern, die dort tätig waren, die weder geistig behindert wirkten noch intellektuell retardiert. Die eine war Bankkaufrau und hatte einen Überall nie verwunden bei dem sie Geisel war, die andere war von Haus aus über 20 Jahre lang Berufsschullehrerin und wurde durch Mobbing außer Gefecht gesetzt. Erinnert mir gut!

Dieser "Treff" war allerdings keine klassische Behindertenwerkstätte, sondern eine Werkstätte für rein psychisch erkrankte Menschen. Ich kannte da einige, auch Männer & konnte mich mit allen normal unterhalten, es waren ganz normale Leute, die eben mal was Schlimmes erlebt hatten oder durch andere psychische Probleme nicht acht Stunden lang arbeiten gehen konnten. Die fuhren z.T. sogar mit dem eigenen Auto in die Werkstätte & waren in Vereinen aktiv. Einer war sogar Organist der Kirchengemeinde und Lektor in der Kirche. 

In einer Werkstätte, in der wirklich aber nur Geistigbehinderte beschäftigt werden, ist die Chance einen Partner zu finden sehr gering -------> die meisten Geistigbehinderten heiraten und bleiben unter sich. 

Vllt. gibt es in deiner Werkstätte jemanden, der evtl. Körperbehindert ist (Rollstuhl, Amputation, was auch immer) aber geistig voll auf der Höhe ist und deine "Kriterien" erfüllt. Das wäre noch eine Option die ich sehe. Aber sonst denke ich nicht an echte Chancen. Das wäre sehr stark mit Kompromissen verbunden & Kompromisse haben in der Liebe nix zu suchen.

Antwort
von Ostsee1982, 50

Jeder sucht sich seinen Partner nach seinen Kiterien selbst aus und für jemanden mit einer geistigen Behinderung ist es eben oft um einiges leichter einen Partner zu finden mit einer ähnlichen Einschränkung als eine Beziehung mit einer - wie du auflistet - zb Bankangestellten die mit hoher Wahrscheinlichkeit als gesunder Mensch andere Prioritäten setzt.

Was du für Präferenzen zur Partnerwahl hast ist nur eine Seite der Medaille denn auch die Frau ist ein eigenständiges Wesen, mit eigenem Willen die ebenfalls entscheiden wird ob du mit einer Beeinträchtigung für sie als Partner in Frage kommst. Niemand hier kann dir eine Einschätzung geben wie hoch die Chance ist, bei der Lebenshilfe eine geeignete Partnerin zu finden. Das ist schon deine Aufgabe das herauszufinden.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit, 66

Deine Vorstellungen von der idealen Frau sind meiner Meinung nach etwas hoch geschraubt, es wird dir schwer fallen, eine passende Partnerin zu finden. Trotzdem wünsch ich dir viel Glück (und Erfolg) bei der Suche.

Antwort
von Prinzessle, 79

Ich denke Deine Ansprüche an eine Frau sind hoch aber gerechtfertigt...ergo wirst Du sie irgendwann finden, so wie jeder andere auch....

Denn kluge Frauen stehen meist auch auf kluge Männer und dies hast Du ja nach Deiner Schreibe zu beurteilen intus...

Viel Glück 

Antwort
von Questioner2001, 70

Ich glaube, dass man dort keine richtige Freundin finden wird. Die Freundin sollte ja nicht geistig Behindert sein. Ich würde an Orte gehen, z.B. Discoc, Klubs oder Theater, weil an diesen Orten die Chanchen sehr hoch sind, eine für dich geeignete Freundin zu finden.

Antwort
von Biberchen, 76

versuch mal übers Internet unter "Schatzkiste" oder ergreife die Initiative und sprich eine Eisverkäuferin an :-)

Antwort
von Rhapsody, 36

Ihr Habitus darf nicht im Geringsten „geistig behindert“ wirken. Sie sollte sich wie eine erwachsene Person verhalten und eloquent sein. Sie sollte sich gut ausdrücken können und eine klare Sprechweise besitzen.... Sie sollte belesen sein sowie die deutsche Rechtschreibung und Grammatik beherrschen. Ein Interesse an Fremdsprachen, Politik, Geschichte sollte vorhanden sein. Fremde Völker und Kulturen wären auch gut.... bei den Ansprüchen ist deine Chance gleich Null .... zumindest in der Behindertenwerkstatt, sorry :-) Solche Frauen, die deine Erwartungen entsprechen, findest du auch ausserhalb dieser Einrichtung eher selten!

Antwort
von meinerede, 65

 Ich schließe daraus, dass Du "nur" ein körperliches Gebrechen hast?  Aber wieso suchst Du eine Partnerin ausgerechnet am Arbeitsplatz? Es gibt doch genügend andere Möglichkeiten!?

Kommentar von Maximus03 ,

Seitdem ich in der Lebenshilfe bin, habe ich zu Nichtbehinderten kaum noch Kontakt. Abgesehen von ein paar Freunden aus der Schulzeit. Unter Leute komme ich kaum noch.

Kommentar von meinerede ,

Dann musst Du das ändern! Deine Freizeit dazu nutzen, neue Leute kennenzulernen. Aber nicht im Internet, sondern real! Möglichkeiten gibt´s genug, als 28jähriger Mann sowieso!

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