Frage von Pfiati, 119

Ob Nicht-Muttersprachler "iwie" und "iwas" verwenden sollen?

Ich bin neulich bei der GF-Community über "iwie" und "iwas" gestossen. Als Nicht-Muttersprachler habe ich erst gedacht, dass es was mit der iPhone zu tun hat! ;-) Ohne Schmarrn.

Sind diese Abkürzungen eher bei SMSen gängig, oder ist Deutsch lockerer geworden?

Das will heissen: Koennen Nicht-Muttersprachler "iwie" und "iwas" verwenden, oder käme das komisch an / rüber? ;-)

Expertenantwort
von LolleFee, Community-Experte für Grammatik & deutsch, 49

Wer "iwie", "iwann", "iwas" und Co. schreibt, ist für mich auf der gleichen sprachlichen Ebene wie diejenigen, die "unzwar" und "unswa" schreiben, auf jegliche Kommata und Großschreibung verzichten (es sei denn, die automatische Worterkennung auf dem Handy schreibt es groß, dann bleibt es auch groß, selbst wenn etwas kleingeschrieben werden müsste - wie auch "setzten" statt "setzen" stehen bliebe), dafür aber hinter jeden Satz ein dämliches haha hängen. Gegen dieses Schubladendenken kann ich gar nichts machen. Muss ich aber auch nicht.

Für mich müssen Texte auch schön zu lesen sein; ein "Es-ist-doch-klar-was-gemeint-ist" reicht mir nicht. Wer etwas schreibt, teilt sich mit - jemandem. Zumindest für den anderen sollte die Zeit da sein, in vollständigen Sätzen zu schreiben. Wenn sich natürlich zwei Gesprächspartner beide lieber "iwie, iwo, iwann" treffen, dann haben sich halt zwei gefunden haha. Meines Erachtens schwappen aber im Internet oft nähesprachliche Elemente in Kontexte, die eigentlich gar nicht so nähesprachlich sind. Dann entsteht da eine zusätzliche Distanz. Ich frage mich dann immer, ob diese Menschen dann auch ungeschminkt, unzahngeputzt und ungekämmt in Bollerbüx und Schlabberschört zum Bäcker drei Straßen weiter gehen würden...

Für mich gibt es da drei Aspekte: Ich finde Sprache zu schön, um sie so zu verhunzen; ich zeige mich selbst, wenn ich etwas schreibe - und ich renn nicht in Bollerbüx zum Bäcker; und ich mute auch niemandem zu, ein solches Geschreibsel zu lesen.

Um auf Deine Frage zu der Verwendung von Nicht-Muttersprachlern zu kommen - was für Dich das Deutsche ist, ist für mich das Französische. Mir käme niemals in den Sinn, tjr, bjr oder pk zu verwenden; dafür ist mir Sprache einfach zu wichtig (s.o.). Daneben fühlte ich mich aber auch völlig lächerlich, weil ich ganz genau weiß, dass das gar nicht mein Stil ist. Und so (gut!) wie Du Dich ausdrückst, ist das meines Erachtens auch nicht Dein Stil.

Kommentar von Pfiati ,

Klasse, LF. Das hilft mir auch (sehr) weiter. Schoen und witzig geschrieben (von dir)! Deine Pünkte zum Thema wurden gut durchdacht.

Kommentar von Volens ,

Sehr deutlich, aber auch gerecht formuliert!

Kommentar von adabei ,

DH!

Antwort
von Deponensvogel, 19

Das ist reine Abkürzungssprache. Ob man sie jetzt nur für SMSen oder auch im Internet benutzt, hängt von der Person und ihrem Stil ab.

1.) Wenn ich funktional schreiben will (heißt ich will mich schnellstmöglich am Handy verständigen) benutze ich das genauso. Ich verzichte auf Großschreibung, Punkte und Kopplungsbindestriche: Die Kunst des Nicht-aus-dem-Häuschen-Geratens. Dann setze ich einfach alles mit Leerzeichen. Nur die Kommas kann ich nicht lassen, weil sie erstens schnell gehen und ich zweitens sonst einen Krampf beim Lesen und Verfassen kriege.

2.) Guter Stil ist das nicht, den brauche ich für reine Funktionalität aber auch gar nicht. In einem Gruppenchat muss man schnell schreiben, da sind fünf Buchstaben schon mal fünf zu viel. 

3.) Ich schreibe mit Handytastatur beschwerlicher als auf dem Computer. Da lasse ich auch gerne Buchstaben aus, wenn sie nicht unbedingt nötig sind.

4.) Außerdem ist das milieubedingt. In einem WhatsApp-Gruppenchat groß und klein oder zusammen zu schreiben wirkt auch auf die Mitmenschen befremdlich.

Ob das Nicht-Muttersprachler können, weiß ich nicht. Für mich sähe es wahrscheinlich ein bisschen nach Anbiederung aus, weil ich z.B. Abkürzungen in französischen Nachrichten selber lächerlich finde (Inspiration von voriger Antwort).

Wenn du dich dabei nicht wie ein Volldepp fühlst, tu dir keinen Zwang an. 



 

Kommentar von LolleFee ,

Das kommt auf den Gruppenchat an. In meinen Gruppenchats schreiben alle ganz normal, alles da, woes hingehört. Einer meiner Kontakte fängt neuerdings an, hin und wieder die Kasusmarkierung bei "einen" zu unterschlagen (> ein) - mich befremdet das.

Aber wie geschrieben - wenn die Abkürzerei und Unterschlagerei der Code von Gesprächspartnern ist, habe ich auch nichts dagegen. Mein Unverständnis fängt da an, wo jemand so mit Menschen schreibt, die er gar nicht kennt.

Kommentar von Deponensvogel ,

Grammatikfehler sind natürlich was anderes. Wenn mir jemand das schreibt, werde ich ihn für einen Deppen halten:

ich hab ghört, er liebt ein mann

Antwort
von xCarotte, 59

Das wird überall verwendet, wo es nicht formell sein muss, also bei Freunden oder auch im Internet, viele haben keinen Nerv lange Wörter zu schreiben und generell wird ja eine Menge abgekürzt. Sprache entwickelt sich immer weiter und immer wird es Menschen geben die sich darüber beschweren. Du kannst es verwenden, das dürfte eigentlich jeder verstehen, aber überall wo es höflich bleiben soll, lieber solche Abkürzungen vermeiden. Sowas wie 'z.B.' für 'zum Beispiel' oder 'p.P.' für 'pro Person' ist ok, aber iwas, iwo, ijemand, würde ich vermeiden :)

Kommentar von Pfiati ,

Vielen Dank, xC, für die "lange" Antwort (im positiven Sinne).

Das hilft mir (sehr) weiter, um (mir) einen Ueberblick zu schaffen.

Expertenantwort
von adabei, Community-Experte für Grammatik & deutsch, 10

Auch bei mir wirst du kein "iwie, iwo, iwann, ..." lesen. Genauso wenig wie ich im Englischen mit "wanna" und "gonna" um mich werfe.
Wahrscheinlich bin ich dafür schon zu alt. ;-))

Sehr guter Beitrag von LolleFee!

Antwort
von kiniro, 17

Ich finde Texte, die sich auf zusammengewürfelte Buchstabenhaufen reduzieren, eine Beleidigung für meine Augen.

Gleich richtig ausgeschrieben, mag zwar in dem Moment mehr Arbeit machen - erspart aber 5 weitere SMS (weil vielleicht die eine oder einer "Abkürzung" nicht eindeutig war).

Antwort
von xElenx, 63

Warum sollte so etwa komisch ankommen? Das ist einfach eine Abkürzung für irgendwas oder irgendwo, irgendwie etc. Schreibe diese Wörter lieber aus

Kommentar von Pfiati ,

Ich kannte es eben nicht ... und so kam es mir fragwürdig vor. Jetzt verstehe ich, dass diese Schreibweise einfach informell verwendet wird.

"iwo" ist mir sehr komisch, weil ich an eine Person denke, wenn ich das lese (obwohl Kontext macht es meistens klar).

Kommentar von adabei ,

Den "Iwo" gibt's in einem bayrischen Tatort: ein Kommissar mit Migrationshintergrund.

Kommentar von LolleFee ,

mit'm Franz Leitmayr zusammen =)

Antwort
von Seanna, 46

Hat Apple jetzt ein Quasi-Patent auf jegliche Worte, die mit i beginnen?!

Unfassbar, wie sehr Leute auf Marketing reinfallen.

Kommentar von N3kr0One ,

Ja, du hast es erfasst. Genau darauf ist der Fragesteller rein gefallen und hielt quasi an diesem Irrglaube fest. Wie kann man nur? Komische Apple User.
/Ironie off
*facepalm*

Antwort
von LordPhantom, 33

Ich kenne diese Worte nicht einmal.

Antwort
von HalloRossi, 57

Soetwas soll überhaupt niemand verwenden

Expertenantwort
von earnest, Community-Experte für Grammatik & deutsch, 20

Ischfind "iwie" irgendwie blöd.

Neandertaler-Gestammele. Mit hoher Neandertaler-Kinderstimme.

Gruß, earnest

Kommentar von LolleFee ,

iwo - ifind iwo iwie iwi (= irre witzig). =))

Kommentar von earnest ,

-iwie irrwitzig?

Kommentar von Pfiati ,

ifind "ischfind" sehr Schwäbisch.

Also, da geht es schon los.

Bei "iwie" und "iwas" kapiere ich, daß "i" = irgend.

Bei "ifind" verstehe ich sofort Bairisch = ich finde.

Bei "iwo" verstehe ich zum Teil "I wo dees sagte" = Ich der das sagte".

iVey. ;-)

Kommentar von earnest ,

DAS klingt jetzt aber iwie wie Jiddisch. 

;-)

Antwort
von maggylein, 40

Wer faul ist zum schreiben kürzt halt ab hat aber nix mit Muttersprache oder nicht Muttersprache zu tun

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