Frage von anonymos987654, 143

"Musste" jemand von euch schon mal zur katholischen Beichte UND hat dann bei der Beichte gelogen?

Katholiken müssen ja vor der Erstkommunion, vor der Firmung, vor der Trauung, ... und außerdem mindestens einmal jährlich zur Beichte. Manche sehr religiösen Eltern verlangen von ihren Kindern und Jugendlichen auch, dass sie schon mit 4 Jahren beichten oder dass sie jeden Monat zum Beichten gehen. Wie war es bei euch?

Danke für un-gelogene Antworten.

Antwort
von Reika96, 78

Ich musste zweimal beichten.

Bei der Kommunion war es mir zu lässig. Ich habe mich auf den Beichtstuhl gefreut und dann war es wie ein ganz normales Gespräch in der Sakristei. Dort beichtete ich, dass ich als kleines Kind mal das Meerschweinchen meines Bruders zur Geisel genommen habe, weil er mich bedrohte. Ungelogen. 

Der Pfarrer wollte mehr hören, doch mir fiel nicht mehr ein.

Beim zweiten Mal bei der Firmung wurde ein ganzer Vormittag eingeplant. Wir hatten vier Blätter mit Anregungen, bei welchen Situationen wir gesündigt haben könnten und welche beichtwürdigen Eigenschaften es gibt. Wir sollten über jeden Stichpunkt nachdenken. 

So füllte ich meinen Zettel (den wir mit in die Beichte nehmen durften). Aus einem Zettel wurden mehrere Zettel. Diesmal war es bei einem alten Pfarrer ganz cool im Beichtstuhl.

Nachdem ich 1/3 meiner Sünden vorgelesen hatte, unterbrach der Pfarrer mich und meinte, wenn nichts mehr extrem Wichtiges vorhanden sei, könne ich jetzt Schluss machen und draußen vom Gotteslob irgend eine Nummer ein paar Mal beten.

Ich wurde also vom Pfarrer unterbrochen. Als ich draußen war, wusste ich auch nicht mehr, welche Nummer ich beten sollte, also ging ich gleich heim. Nach diesem Beichten ging es mir WIRKLICH besser als je zuvor.

(Sehr lustig war auch, dass dieser Pfarrer ein paar Jahre später Gottesdienst bei uns hielt und als er vor mir stand, die Hostie fallen lies. Ob er sich erinnerte? :b)

Aber nein, bei der Beichte lügen, würde ich nicht. Meine Mutter meinte, sie hat das als Kind immer gemacht.

Antwort
von SuMe3016, 41

Wir mussten vor der Erstkommunion beichten gehen. Ich war super nervös und fand das alles gar nicht toll. Wir sollten uns zu vier Themen etwas überlegen: Familie, Schule, Kirche und Freunde. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was ich gebeichtet hab, aber ich weiß noch, wie schwer es mir fiel, mir was zu überlegen. Immerhin tat mir nichts leid und ich hab wirklich nichts Furchtbares gemacht (denkt man so mit 9, 10...).

Meiner jüngeren Schwester ging es genauso. Allerdings war sie schon immer ein bisschen frecher und hat sich bei der Beichte aus Verzweiflung irgendetwas ausgedacht. Die Geschichte sponn sie dann beim Reden weiter, bis es irgendetwas haarsträubendes wurde und sie dann auch noch anfing zu heulen, weil sie sich selbst so leidgetan hat. 😂

Aber vierjährige Kinder zum Beichten zu schicken? In dem Alter haben sie doch noch gar nicht die Fähigkeit, sich und ihr eigenes Verhalten komplett zu reflektieren. Das macht vom entwicklungspsychologischen Standpunkt ja wenig Sinn.

Antwort
von GFBen, 32

Benutzt man den vollen Namen (Sakrament der Versöhnung) bekommt man ein ganz anderes Gefühl die Beichte betreffend.

Mogeln beim Akt der Versöhnung? Erstens sollte man sich schämen und zweitens erschrecken, dass einem die verheimlichten Sünden nicht erlassen wurden. Einen Gefallen tut man sich damit nicht.

Ist es ein Zuckerschlecken, die eigene Schuld zu gestehen? Natürlich nicht. Ist es eine Erleichterung, die Schuld vergeben zu bekommen? Aber, hallo!

Es wäre mir neu, dass es für Verjährige sinnvoll ist zu beichten. Was die Häufigkeit angeht, so gibt es keine allgemeingültige Regel, was angemessen ist - bis auf die festgelegte Untergrenze (einmal im Jahr) natürlich.

Antwort
von MarkusKapunkt, 38

Warum sollte man lügen? Man kann doch einfach sagen: "Meine Sünde besteht darin, dass mir der HERR nicht offenbart, was an meinem Verhalten sündhaft war. Ich kann an mir selbst keinen Tadel finden, deshalb habe ich vor, bei der Beichte mir eine Sünde auszudenken und den Pfarrer zu belügen." ;-)

Kommentar von Zicke52 ,

Na, hier verschiebst du die Verantwortlichkeiten. "Meine Sünde ist, dass mir der Herr nicht offenbart..." - ist das nicht eher die Sünde des Herrn? Was kann ich dafür,  wenn er es mir nicht offenbart?

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Lies den Satz zuende. Warum macht ihr Leutchen immer den Fehler, Dinge aus dem Kontext zu reißen? Die Sünde ist das Ausdenken der Lüge, war meine Aussage. Natürlich ist Gott dafür nicht die Ursache, sondern der Pfaffe kann sich mal überlegen, ob er es nicht war, der das Kind zur Sünde verleitet hat. Eine Sünde aus einem Gedanken, einem Vorhaben, dass aber nicht durchgeführt wurde. Und die kann man sehr wohl beichten - und das Lustige ist dann, dass man es dem eigentlich Verantwortlichen beichtet.

Kommentar von Zicke52 ,

Doch, ich habe den Satz zu Ende gelesen, daraus geht eindeutig hervor, dass die Sünde des Beichtenden in dem besteht, was der Herr ihm nicht offenbart hat. Der Satz hat eine in sich abgeschlossene Aussage. Erst aus dem NACHFOLGENDEN Satz geht hervor, dass der Beichtende sich anschickt, eine zusätzliche Sünde zu begehen, nämlich zu lügen....

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Ich schenke dir zum Geburtstag eine Miniaxt zum Haare spalten.

Antwort
von zehnvorzwei, 40

Hei, anonymos7654, mit vier Jahren? Glaub ich nicht. Als neunjähriger nach dem Beichtunterricht und dem Kommunionunterricht vor der Erstkommunion . dann ja. In der Beichte zu lügen, wäre Quatsch. Denn "wirksam" wird die Beichte nur ( = der Erlass der Sündenstrafen),  wenn du vollständig bekennst und vollständige Reue erweckst. Mit Lüge = ohne Reue = Beichte Unsinn. Und so. Grüße!

Antwort
von Kandahar, 41

Zum Glück waren meine Eltern nicht so. Sie haben es mir überlassen ob ich glaube, woran ich glaube und wie ich diesen Glauben auslebe.

Genau so habe ich es auch mit meinen Kindern gehalten und nur so ist es in meinen Augen richtig.

Glaube solllte nichts mit Zwang zu tun haben und meine Privatangelegenheiten gehen nur mich etwas an.

Antwort
von Rosswurscht, 58

Bei uns gehörte es noch zum guten Ton zur Kommunion zu gehen, weil eben jeder geht ... was ein Schwachsinn ...

Und beichten gehörte auch dazu .... was ein Schwachsinn ... und natürlich habe ich dort nicht die übleren Dinge erzählt, sondern irgendnen Käse - geht ja auch keinen was an was ich so mache wenns keine sieht.

Bei der Firmung war ich dann alt genug um "nein" zu sagen. Dann bin ich auch ausgetreten. Meine Kinder würde ich nicht taufen lassen, das können sie später selber entscheiden. Ich melde mein Kind ja nach der Geburt auch nicht bei der CSU an. Ich weiß ja gar nicht obs da später Interesse dran hat.

Die Kirche sollte sich von Schulen generell fern halten ...

Antwort
von quantthomas, 35

Bei der Beichte sollte man die Ohren des Herrn Pfarrer nicht mit zuviel Text belasten. Die halbe Wahrheit genügt vollkommen und das wirkt sich auch, auf die Gebetsbelastung am Beichtende aus. Wenig Sünden, wenig Gebetslitaneien und trotzdem ein ruhiges Gewissen, denn man hat ja Sünden gebeichtet. 

Kommentar von anonymos987654 ,

"Gebetsbelastung" - hattet ihr einen strengen Pfarrer und hast du das wirklich so erlebt?

Ich habe bisher noch keinen Priester erlebt, wo die Gebete länger als ein oder zwei Minuten gedauert hätten.

Kommentar von quantthomas ,

Ja, eine halbe Stunde war gar nicht so selten. Ich bin schon etwas älter und die Regeln waren damals viel strenger. Beim 6. Gebot hat der "Beichtvater" am genauesten nachgefragt. Er wollte Details hören über die begangene Unzucht, aber gebeichtet habe ich nur ein alleiniges SB-Spiel. Die Doktorspiele mit der Nachbarin habe ich in der Aufregung einfach vergessen.

Antwort
von Eselspur, 48

Dass jemand mit 4 Jahren beichten musste ist schon sehr ungelogen.

Wer nicht beichten will und "muss", kann sich auch einfach einen Segen holen, bevor er zu lügen beginnt.

Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit der Beichte gemacht. Ich glaube, dass in der Beichte eine heilende Kraft ist, die vielen helfen würden, die zwar durchaus ÜBER die Beichte sprechen, aber selber nicht beichten wollen (können?).

Antwort
von Schweinsbraten4, 35

Jemand hat mir einmal erzählt, dass er als Kind bei seiner zweiten Beichte gebeichtet hat, dass er bei der ersten Beichte gelogen hat, da ihm nichts eingefallen ist. Diese Geschichte finde ich lustig.

Antwort
von Evileul, 62

Bis zur Erstkommunion einmal im Jahr beichten usw., danach nichts mehr.

Kommentar von anonymos987654 ,

Und da warst du so zwischen 4 und 9 Jahren alt?

Und waren das echte Beichten

oder haben die Eltern da nachgeholfen

oder hast du dir zur Not was ausgedacht?

Kommentar von Evileul ,

das waren echte Beichten und noch einmal vor der Firmung. Seitdem war ich nur noch zu Beerdigungen in der Kirche

Antwort
von Sporadic, 68

ja und dann habe ich wieder gebeichtet weil ich bei der beichte gelogen habe

Kommentar von anonymos987654 ,

Hast du das dann immer abwechselnd weiter gemacht: einmal gelogen, das nächste Mal Lügen gebeichtet? Oder nur das eine Mal?

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