Frage von laughlivelaura, 71

männliche Erzieher im Kindergarten ja oder nein?

Hallo ihr Lieben,

ich bin angehende Erzieherin und schreibe in meiner Facharbeit über das Thema "Wenn der Vater fehlt - männliche Bezugsperson".

Da ich gerne eine eigene Umfrage einbringen wollte, frage ich euch nun wie ihr zu der Aussage bzw Frage: " Männliche Erzieher im Kindergarten? - Ja oder Nein?" steht und weshalb.

Vielen Dank für eure Hilfe und Meinungen schon einmal im Vorraus. :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von StopTheBull, 46

Natürlich. Drehen wir die Argumentation Mal um: warum sollten sich nur Frauen eignen, mit Kindern zu arbeiten? Das wäre ja fatal, wenn man so denken würde.

Männliche Erzieher bringen oftmals eine ganz neue Perspektive in die Dinge. Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, Frauen und Männer ticken anders, und daher Verhalten sie sich auch anders. Männer toben viel mehr, sind wilder und robuster (es gibt natürlich Ausnahmen, und es gibt auch Frauen, die so sind).
Kinder brauchen das. Sie brauchen neben weiblichen Vorbildern natürlich männliche Vorbilder. Vor allem die Kids im Kitaalter sind gerade noch dabei, ihre Rolle zu finden, und sie brauchen Personen, mit denen sie sich identifizieren können, hier vor allem Dingen die Jungs, aber auch für die Mädels ist eine männliche Bezugsperson wichtig für die Rollenfindung.
Es muss sicherlich ganz frustrierend sein für ein Kind, wenn man von morgens bis spät nachmittags von zehn Tanten umgeben ist. Mich würde das zumindest verrückt machen. Die Mischung machts - und für den Weiberhaufen in der Kita ist das auch Mal ganz gut...

Antwort
von sepp333, 30

Ja unbedingt sollte ein Mann in der Kita arbeiten. Männer sind von Wesen anders als Frauen und gerade Jungs brauchen oftmals ein männliches Vorbild der so denkt wie sie selbst. Wie du schon in deiner Frage vormulierst das oft der Vater fehlt ist das ein großer Vorteil für Kinder von Alleinerziehenden. Was aber für Männern oft ein großes Problem ist ( selbst schon erlebt ) die Skepsis der Mütter kann ich dem trauen ? Ich finde man sollte Männern das ganze nicht noch zusätzlich schwer machen und glaub auch das das gern mal ein Grund ist warum viele Männer diesen Berufszweig scheuen.

Antwort
von cocomausnuss, 33

Ja, auf jeden Fall! Ich persönlich empfinde es sogar als wichtig, dass es mehr männliche Erzieher geben sollte. Im späteren Leben werden die Kinder ja auch nicht nur mit Frauen konfrontiert. 

Ein persönliches Beispiel: Bis zu meinem 10 Lebensjahr hatte ich Angst vor Männern. Nicht weil Männer doof sind. Sondern, weil ich sie nicht so gut kannte (Vater ist die ganze Woche berufstätig). Ich wurde immer von Frauen begleitet und betreut: Mama ist mit mir bis zum ersten Lebensjahr zu Hause geblieben. Dann war ich bei einer weiblichen Tagesmutter. Im Kindergarten hatte ich weibliche Erzieherinnen und in der Grundschule dann eine weibliche Klassenlehrerin.  Als ich dann  aber in der ersten Klasse einen Sportlehrer hatte, Hatte ich auf einmal Probleme mit ihm und kam mit der Persönlichkeit erst einmal nicht klar und musste deswegen weinen.

Das mag jetzt vllt nur ein Beispiel sein, Aber Männer haben nun mal einen anderen Charakter (... andere Stimme, andere Beziehung zu Kindern...) und auch diesen sollten Kinder schon früh kennen lernen. Aus Erfahrung weiß ich, dass Kinder männliche Erzieher sogar zum Teil lieber mögen (Vllt ist es auch nur die Abwechslung). 

Ich schließe mich den vorherigen Meinungen an:

Was sollte dagegen sprechen? 

Antwort
von konba, 18

Auch wenn es momentan leider nur sehr wenige männliche Erzieher in Kitas gibt, so sind diese für jede Kita eine Bereicherung. Sie haben oft eine ganz andere Sicht- und Vorgehensweise. Eine wichtige Rolle nehmen sie auch für Kinder ein, die im Elternhaus nur eine Mutti haben. Leider gibt es immer noch Eltern, die Vorurteile gegenüber männlichen Erziehern haben. Diese sind aber völlig unbegründet. Es gibt nämlich auch weibliche Erzieher, die sich den Kindern gegenüber nicht korrekt verhalten.

Antwort
von irgendeineF, 18

Ja, natürlich! Ich finde es wunderbar, wenn Männer das Berufsfeld Kindergarten (oder Krippe) für sich entdecken. Gerade auch für die Jungs, denn Frauen sind meistens eher zurückhaltender, wenn es z. B. ums Fußball spielen geht oder einfach mal zum rangeln.

Antwort
von Sanguis, 37

Es spricht nicht nur nichts dagegen, es ist tatsächlich auch eine Bereicherung für die Kinder. Männliche Erzieher sind gerne gesehen in Kitas. Gibt leider nicht allzuviele davon. Der Bereich ist halt von Frauen dominiert.

Antwort
von BrightSunrise, 22

Was sollte dagegen sprechen?

Grüße

Antwort
von Wuestenamazone, 21

Ich find das klasse gerade für die Jungs. Meine Freundin hat ihren Sohn auch in einem Kindergarten mit einem Erzieher. Der Liebling aller Jungs. Ohne Sam geht gar nichts. Ich find das klasse

Antwort
von reginarumbach, 24

eindeutig ; ja.

jungs brauchen auch mal einen männlichen erzieher. stichwort : zerfall der familien und die eigenschaften, die in unserem system so gefragt sind , um in gruppen zu funktionieren. muss ich da noch viel sagen...? kiga und schule sind nicht wirklich immer kompatibel mit jungs. was die so können, ist oft nicht, das was gefragt ist. mädchen schaffen es leichter (oft) geduldig und ruhig sich unterzuordnen. müssen sich nicht andauernd beweisen, haben nicht so risikoreiches verhalten drauf. haben weniger probleme sich schlicht und ergreifend zurück zu nehmen und für die gemeinschaft zu arbeiten.

da schadets nicht mal männliche unterstützung und anleitung im system zu haben, um zu lernen wie man(n) so mit allem umgeht. 

Kommentar von Narave ,

hört sich an als würden jungen und mädchen nicht wirklich gleich und fair bei ihnen behandelt werden.. nicht nur jungs freuen sich über männliche erzieher/kinderpfleger/praktikanten. hab unter meinen mädchen und jungen (1-4 klasse, hort) einige wildfänge, und das ist gut so. da hab ich ne bunte mischung, muss mir oft genug auch die mädels schnappen für ein ernstes wörtchen, ansagen, bei bedarf konsequenzen. was da an männern fehlt müssen wir versuchen zu ersetzen, es gibt leider viel zu wenige. die kinder stürzen sich in der regel auf jeden praktikanten und mögen die sehr gerne. in der zwischenzeit spiele ich mit ihnen fußball und wir gehen in den wald ;) beobachte leider viel zu oft, dass weibliche kolleginnen nicht mal 1x pro woche den ar.... hochkriegen für turnstunden, waldausflüge, kletterspielplatz etc. trotz der schönsten konzeption! habe im moment 2 aktionstage pro woche, tendenz- steigend :)

Antwort
von Tragosso, 29

Natürlich. Warum? Weil nichts dagegen spricht.

Antwort
von bbbrigitte, 23

ja ea gibt auch viele Väter als Kindererzieher

Antwort
von PrinzEugen3, 21

Die Schriften Alexander Mitscherlichs sind vorzüglich, eine Antwort auf ihre Frage erhalten Sie jedoch nicht in seinem Werk die Vaterlose Gesellschaft weil es dort um den Staat als Vater (Vater Staat ) geht.

In der heutigen Gesellschaft, jedenfalls so , wie ich sie wahrnehme, gibt es einen Trend zu Alleinerziehenden, Patschwork - und Trennungsfamilien. Diese Phänome bedeuten in aller Regel den Wegfall der Beziehungsperson mit der sich ein Junge identifizieren kann; egal ob der Vater tot, durch Scheidung abhanden gekommen oder schwach ist, fehlt es diesem Kind an einer Person durch die es seine Rollenidentität erfahren kann.

Es gibt native oder Eingeborenen Stämme in denen Jugendliche u,a, durch ein Beschneidungsritual (wobei  sie Schmerz ertragend) in die Gesellschaft der Männer aufgenommen werden, solche Rituale fehlen in der westlichen Hemisphäre (egal ob BRD , Frankreich USA) gänzlich; die Konfirmation / Kommunion/ oder alternativ Jugendweihe ist zu stark religiös oder gesellschaftlich (siehe DDR) geprägt um dem Jungen/ Jugendlichen in der Begegnung vermitteln zu können was das für Rollenerwartungen oder ein Rollenverständnis als Junge /Mann ist.

Fehlt eine - immens wichtige - männliche Bezugsperson - und das kann hier durchaus auch ein männlicher Kindergärtner/ Erzieher sein, dann fehlen die Muster die Erfahrung, die Erfahrung der eigenen männlichen Identität.

Eigentlich ein Thema mit für die Soziologie, mir fehlen da aber die Max Weber oder >Arnold Gehlens, die nebst der Klimperei mit der Statistik einen wirklichen Beitrag für die Gesellschaft leisten.

Meine Antwort zum Ja für den männlichen Erzieher, bedeutet ja nicht, dass ich nicht Kindergärtnerinnen schätze, ich verweise nur darauf dass ein schwacher (wie fehlender) wie schlagender Vater in keiner Weise zu einer entwicklungsfördernden Erziehung eines Jungen beitragen kann, ein Junge der so auf sich allein gestellt ist wird zwischen Megaerwartung (ein stilisiertes Überich) und Ahnungslosigkeit was er denn nun sein soll hin und her geworfen; er wird schüchtern, er wird Schläger, mag er vielleicht auch in der Schule in irgendwelchen Fächern brillieren, er stolpert in das Erwachsenenleben wie ein Blinder in ein Minenfeld, sagt man ihm ein Mann kennte keinen Schmerz wird er jede Träne als unmännlich abtuen (vollkommen falsch), sagt man ihm er wäre nicht gefühlsam so wird er es ebenfalls als nicht echt männlich abtun; im Prinzip wurde er schon lange - viel zu lange - allein gelassen, ein guter Kindergärtner der mit ihm gebastelt, der sich um ihn gekümmert hätte, den er hätte fragen können - der war ja nie da und jetzt wo er erwachsen ist, und die Gleichberechtigung fast immer nur Rechte für Frauen einfordernd (nie - oder bin ich blind- für Männer oder da wo sie benachteiligt sind) wird  jedesmal für ein Fehlverhalten (sei es durch Freundin/ durch Gesetzeshüter/ auf der Arbeit - leider nicht teamfähig) abgestraft. 

Antwort
von eXistenZLos, 9

Ich bin dafür. Aber jeder Bewerber sollte auf Herz und Nieren geprüft und beobachtet werden, ob da nicht evtl. eine pädophile Neigung mit im Spiel ist. Übrigens: auch in den Grundschulen sollte es mehr männliche Lehrkräfte geben.

Antwort
von Schnueffler00, 22

Ich selber habe überhaupt nichts dagegen. Ich muss aber sagen, als ich "damals" als Zivi im Kindergarten gearbeitet habe, hatte ich immer ein Gefühl, das man nicht los wird. Immer mal wieder liest man von Beschuldigungen gegen Männer (Fall Kachelmann zum Beispiel). Auch im Bekanntenkreis hat so etwas ähnliches schon jemand erlebt. 

Man braucht nur eine Elternteil haben die etwas gegen einen haben und sobald da dumme Gerüchte aufkommen hat man als Mann einfach verloren.

Das Gefühl hatte ich oft im Kindergarten. Gerade wenn man länger da ist und man sich aneinander gewöhnt hat. Auch als Schulbetreuer in der Grundschule war es ähnlich. Einige Kinder kommen einfach zu einem auf den Schoß oder wollen spielen.

Kommentar von cocomausnuss ,

Woow von solchen Fällen (in KiTa's) habe ich noch nicht gehört 😕. Finde solche Beschuldigungen schrecklich... Vom Prinzip her könnten sich ja die Erzieherinnen genauso gut an den Kindern vergreifen. 

Soll jetzt nicht heißen dass sie das machen! Sondern nur, dass ich nicht verstehen kann, weshalb Männer (ausgebildet!) beschuldigt werden, wobei sie doch eine große Bereicherung wären.

Kommentar von Narave ,

in der situation wären natürlich kolleginnen und ne leitung wünschenswert, die voll und ganz hinter ihren männlichen kollegen steht und in ALLEN bereichen großen wert auf transparenz legt, offener austausch, gute kommunikation, qualitativ hochwertige elternkooperation, gute öffentlichkeitsarbeit...

damit "ängstliche" oder besorgte eltern den besagten kollegen gut kennen lernen.. sollte eigentlich selbstverständlich sein, der MUSS ja mit eltern in regelmäßigen abständen sprechen? miteinander reden, nicht übereinander.

Antwort
von murmelmumins, 15

Ja unbedingt!

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