Frage von CatnipNapper, 52

Leogeckos Bein sieht gebrochen aus?

Hallo ihr lieben,

wir haben vor zwei Tagen die Leopardengeckos (Naturals) von einer jungen Frau übernommen.

Sie hatten offensichtlich auch schon ihren ersten Schwanzabwurf (Das Alter habe ich gerade mal angefragt, sonderlich alt sind sie aber offensichtlich nicht)

Jetzt haben wir festgestellt, nachdem die Herrschaften 2 Tage relativ unaktiv in Ihrer Höhle lagen, dass das Bein des Männchens "gebrochen" aussieht. Als wäre etwas schweres draufgefallen o.ä.

Ich hab auf dem Foto nachgesehen, dass ich geschossen habe, als die beiden zum ersten mal im Terra saßen um der ehemaligen Besitzerin zu zeigen, dass alle wohlbehalten ankamen.-Dort ist es auch zu sehen (Ja, ich schäme mich, es nicht früher bemerkt zu haben)

Zudem hängt der Rest einer Beinartigen Kruste darüber.

Was wisst ihr darüber? Direkt zum TA oder bis Montag warten?

Vorgestern fraßen beide ganz normal. Heute sind sie wohl appetitlos.

Ich danke euch im Vorraus!

Antwort
von lacertidae, 28

Aufgrund deiner Beschreibung kann ich mir nicht vorstellen wie die Verletzung genau aussieht und ob sie besorgniserregend ist oder nicht. Sowas muss man sehen und auch beobachten wie das Tier sich verhält bzw läuft. Deshalb kann ich nur ganz klar zum Tierarztbesuch raten. Bitte wähle möglichst einen Reptilienspezialisten und keinen "Hund, Katze, Maus"-Tierarzt.

Wichtig: Bitte trenne die Tiere unverzüglich!

Ich habe die konkrete Vermutung das hier etwas schief läuft - sowohl bei der Vorbesitzerin als auch jetzt bei dir.

Warum? Das die Tiere ihre Schwänze in Terrarienhaltung schon mal abgeworfen haben ist nicht normal. Da schrillen bei mir sofort die Alarmglocken. Sowas passiert meistens bei Beißereien im Terrarium. Dazu kommt das jetzt ein Tier vermutlich eine Verletzung am Bein hat. Spätestens jetzt bin ich vom lauten Schrillen der Alarmglocken komplett benommen. Die Sache mit dem Bein ist ebenfalls eine typische Verletzung die bei Beissereien im Terrarium entsteht. Ich habe die Vermutung die Tiere bekämpfen sich.

Um aber definitiv sicher zu sein muss man mehr Infos haben.

Wie hat die Vorbesitzerin die abgeworfenen Schwänze erklärt?

Gibt es einen Grössenunterschied zwischen den Tieren?

Wie gross ist dein Terrarium, wieviele Tiere hälst du und welche Geschlechter haben die Tiere?

Sind die Geschlechter zu 100% sicher bestimmt? Damit meine ich nicht was der ursprüngliche Verkäufer mal der Vorbesitzerin erzählt hat und auch nicht was die Vorbesitzerin meinte.

Um so mehr Infos wir bekommen und so konkreter kann man die Situation analysieren.

Lange Rede kurzer Sinn: Ab zum Tierarzt und danach die Tiere bis auf Weiteres trennen.

Viel Erfolg und bei Fragen einfach melden

Kommentar von CatnipNapper ,

Hallo lacertidae,

danke erstmal für deine ausführliche Antwort (Ich hab sie gelesen, auch wenn ich erst jetzt antworte). 
Die Tiere sind bereits getrennt. Ich habe sie mir gerade nochmal angesehen, es sind Männlein und Weiblein. 

Das Terrarium ist 50cm hoch, 80cm breit und 40cm tief. Ich weiß, dass das zu klein ist. Wir haben das Terrarium mit von der vorherigen Besitzerin übernommen (Alles weitere über diese Sache lasse ich vorerst undetailliert, weil ich selbst hierzu den objektiven Blick verloren habe) und das neue hat Lieferverzug.
(Es wird auch noch eine weitere Geckodame einziehen)

Natürlich verstehe ich auch, dass deine Alarmglocken schrillen.-Sei aber versichert, dass ich mir mehr Gedanken um die Tiere mache als die Vorbesitzerin. (Allein deswegen steht hier schon die Frage)

Die Tiere sind relativ gleich groß. 

Mein bevorzugter Reptilienarzt war am Wochenende nicht erreichbar, aber ich bin gleich schon auf dem Weg zu ihm.-Mit beiden, beide mal durchchecken lassen.

Laut der Vorbesitzerin sind die Tiere jetzt ein Jahr alt.-Ein Jahr in dem sie bereits BEIDE den Schwanz abgeworfen haben.

Es gab noch ein paar Dinge mehr, die mir verdeutlicht haben, dass hier alles andere als Artgerechte und Sachkenntliche Haltung verübt worden ist. Ich habe auch bereits den Tierschutzverbund zurate gezogen, da die Dame noch weitere Tiere abgeben möchte und ich mir über deren Umstände Sorgen mache.

So, ich werde mich jetzt auf den Weg machen und später ein Feedback zur Gesundheit geben.

Kommentar von lacertidae ,

Danke dir für die Antwort. Super das du einen Reptilientierarzt kennst und er sich die Sache anschaut bzw. wahrscheinlich schon angeschaut hat. Problem bei Reptilien und möglichen Verletzungen oder Erkrankungen ist immer, dass Reptilien Meister im Verstecken der Auswirkungen sind. Als Laie kann man oftmals das Ausmaß nicht wirklich einschätzen (wenn man es überhaupt erkennt). Das Leben eines Reptils ist hart und oft auch brutal. Das Zeigen von (körperlicher) Schwäche wird deshalb so lange als möglich unterdrückt.

Es ist sehr gut, dass du dir der Problematik bewusst bist und die Tiere getrennt hast. Das war auch das vorrangige Ziel meines  Beitrages. Es ging mir darum dich für typische Probleme bei der Reptilienhaltung zu sensibilisieren und mögliche Fehler der Vorbesitzerin nicht zu wiederholen.

Leopardgeckos sind eigentlich untereinander relativ verträglich (im Gegensatz zu Bartagamen oder auch z.b. Kanareneidechsen), wobei natürlich auch hier beachtet werden muss, dass es eben Reptilien und keine Säugetiere sind die in Familienverbänden, Rudeln, Gruppen oder was auch immer Leben. Vergesellschaftungen sind auch bei den Leopardgeckos eben nur ein Versuch und können jederzeit schief gehen.

Ein grösses Terrarium hilft auf jeden Fall. 80x40 Grundfläche war für 2 Tiere zu klein. Es ist gut das du hier nachbesserst. Der Aufpreis für grössere Terrarien sind ja oft nur ein paar Euros. Angesichts der Gesamtkosten die die Reptilienhaltung über die kommenden +/-15 Jahre kosten wird sind sie komplett zu vernachlässigen. Die Tiere werden sich wesentlich wohler
fühlen und sich gegenseitig besser aus dem Wege gehen. Dazu hast du auch mehr Freude an den Tieren. Ich persönlich erachte auch die Einrichtung und Beleuchtung (z.b. Schaffung von Temperaturzonen) bei grösseren Terrarien wesentlich einfacher als bei so kleinen Büchsen.

Grüsse und viel Freude an den Tieren

Kommentar von CatnipNapper ,

So lacertidae,

jetzt habe ich endlich mal die Zeit gefunden den Stand der Dinge nachzutragen.

Tatsächlich (Wir mussten es zweimal röntgen, weil die Knöchelchen so dünn sind) ist der Oberschenkelknochen mehrfach gebrochen gewesen und auch das Kniegelenk bzw. die Sehnen sind zerstört. Das ganze muss schon lange her gewesen sein, da er sich mittlerweile damit abgefunden und keine Schmerzen mehr hat.

Laut Tierarzt kann man da nichts mehr dran machen. Sollbrüche verursachen lohnt sich bei dem Tierchen ja nicht, das würde nur wieder Schmerzen bereiten und es wäre bei den dünnen Knochen sowieso recht kompliziert.
Er ist halt jetzt ein Gecko mit besonderen Bedürfnissen ;)

Das neue Terra ist auch schon da und eingerichtet (Samt Kletterwand, Stöcken, Ästen und sonstigem pipapo)

Mittlerweile sind sie auch zutraulicher geworden und kommen Abends aus den Höhlen geschlichen.

Die Finanzen sollten bei der Zulegung eines Haustieres keine Rolle spielen (Zumindest war das Teil meiner Erziehung)
Natürlich muss das Terra jetzt nicht aus Kristallglas sein, aber man sollte sich stets bewusst darüber sein, dass von heute auf morgen eine größere Rechnung anfallen könnte. Und wenn man weiß, dass man diese im Notfall nicht begleichen könnte, dann ist es eventuell noch etwas zu früh für manche Tiere. (Naja, Geckos sind ja recht "günstig")

Wie dem auch sei.
Ich danke dir sehr für deinen Rat, Grüße von mir und den Schnäuzchen zurück und dir ein schönes Restwochenende!

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