Frage von Anylein, 79

Kosten für brust-op?

Hallo leute :) Meine freundin ist transgender & möchte sich die brüste entfernen lassen. Ich wollte fragen ob jemand von euch weis, wie viel das cirka kosten würde (ohne das die kasse dazu zahlt). Danke im voraus :)

Antwort
von JimmyPea, 46

1. Wenn es sich um eine Transgender-Brustamputation handelt, dann meinst du deinen Freund. Nicht deine Freundin! ;) Unabhängig von der körperlichen Ausstattung ist sein Geschlechtsempfinden männlich, also solltest du ihn auch so ansprechen. (TIPP!!)

2. Die OP wird unter bestimmten Voraussetzungen von der Kasse übernommen:
- 1,5 Jahre psychotherapeutische Begleitung
- 1,5 Jahre dokumentierte Alltagserprobung in der neuen Geschlechtsrolle, bestenfalls während psych. Begleitung
- 6 Monate gegengeschlechtliche Hormontherapie

Das ist so in den offiziellen "Richtlinien zur Behandlung transsexueller Patienten" von 2009 festgehalten. Kannste mal googeln.

Die Zeit bis man das geschafft hat ist sehr hart und wird von den Kassen als sozialer Härtetest missbraucht, um Patienten von ihrem Vorhaben abzubringen. Nicht selten endet das mit Depressionen, emotionaler Verbitterung oder manchmal sogar Selbstmord. Transgender sind die einzige Gruppe Patienten, die bis zur Bewilligung von Operationen eine Wartezeit absitzen müssen, die oft mehr hinderlich als sinnvoll ist. Da die Richtlinien darüber hinaus auch noch gesetzliche Mindestanforderungen nicht erfüllen und wissenschaftlich veraltet sind, handelt sich daher um institutionalisierte Diskriminierung.
Der 1. Schritt ist der Gang zu einem Psychotherapeuten. Am besten einer mit Transgender-Erfahrung.

Eine OP ist irreversibel und sollte daher gut überlegt sein. Falls ihr es dennoch privat wuppen wollt, dann liegt die Fallpauschale, die eine Kasse an den Operateur zahlt bei 5.000€. Ärzte sind ja nicht blöd und nehmen oft bei Selbstzahlern n sehr viel höhere Summen.

Falls du noch weitere Fragen hast, dann frag einfach. ;)

Kommentar von JimmyPea ,

Was ich noch vergessen hab: Auch wenn ihr selbst zahlen möchte, dann wird ein verantwortungsvoller Arzt, der seinen Ruf nicht ruinieren will, darauf bestehen, dass mindestens 6 Monate gegengeschlechtliche Hormone, also in diesem Fall Testosterone, genommen wurde. Dadurch wachsen die Muskeln und unter der noch vorhandenen Brust entsteht langsam schon ein männliches Brustprofil. Damit wird das chirurgische Ergebnis besser. an die Hormone kommt ihr legal nur durch eine Indikation des begleitenden Psychotherapeuten. frühestens nach 6 Monaten Begleitung. ;) Versucht bitte nicht, illegal an das Zeugs dranzukommen. Das kann ernste gesundheitliche Folgen haben!

Kommentar von Bodaway ,

geht das überhaupt legal ohne testo? ich dachte nicht (auf jeden in dtl), weil es ziemlich sinnbefreit ist.
ah und an testo kommst du auch so... über rechtliche grauzonen, und mit sehr sehr grossen unsicherheiten verbunden, so dass das nicht empfehlenswert ist, aber wo leute sich bandwürmer einpflanzen lassen, nehmen sie vllt auch so was ähnliches wie gedaeltes testo.

Kommentar von Anylein ,

Also 1. ich glaub ich weis selber besser wie ich meine freundin nenne oder nicht. Sie ist gender, was sehr unterschiedlich aussehen kann. Körperlich ist sie eine frau, zieht sich aber an wie ein mann. Sie möchte aber als frau angesprochen werden, weil sie nun mal eine frau ist. & das möchte sie auch bleiben. Ich wollte eine einfache antwort auf eine einfache frage, keine tipps wie ich meine freundin ansprechen soll. Das weis ich wohl selber am besten denke ich. 

2. sie möchte sich eben nicht komplett umoperieren lassen. Es geht bei ihr nur darum, dass sie genau so in die therme oder ins schwimmbad gehen möchte & da stören die brüste nun mal. Alles andere ist überflüssig für sie bzw. möchte sie nicht. 

Also bitte einfach nur eine antwort auf meine frage. Danke. 

Kommentar von Anylein ,

Ach ja & genau darum geht es ja. Ob sie sich das antun sollte zu einem Psychologen zu gehen & massig geld zu zahlen (das zahlt die kasse nämlich nicht) oder ob es besser wäre, das auf eigene faust zu machen & dafür zu zahlen. Immerhin geht es nicht nur ums geld sondern auch darum, dass es seelisch sehr anstrengend ist für sie. 

Kommentar von JimmyPea ,

1. Bitteschön für die Antwort. Gut, es ist also eine sie. Das hätte man auch weniger pampig sagen können. Es gibt einen Haufen Partner, die das einfach nicht auf die Reihe kriegen, daher war das als Tipp gemeint. aber wenn du das alles besser weißt, dann nur zu. Ich lasse mir aber sicher nicht den Mund verbieten! ;) 2. Die Kasse zahlt eine Psychotherapie, wenn der Therapeut eine Kassenzulassung hat und Transgender als Therapiegrund angegeben wird. Diese Begleitung ist schließlich lt. Richtlinien eine Voraussetzung für operative Maßnahmen. Deswegen zahlt die Kasse selbstverständlich! Ob die Notwendigkeit besteht, muss sie selbst wissen. Erfahrungsgemäß kommen die Probleme erst später und vorzugsweise dann, wenn man sie gar nicht gebrauchen kann. Von Vorteil wäre es sicherlich, denn dadurch wird ihr geholfen, sich auf der großen Spielwiese der Transgender selbst zu finden und am Ende definieren zu können. Das ist ein Prozess und das schaffen die wenigsten allein. Eine Psychotherapeutische Begleitung ist nichts "was man sich antut", sondern in bestimmten Lebenslagen sehr hilfreich! Da die Kasse die Kosten übernimmt (den Antrag dafür stellt der Therapeut), wäre es sicher einenb Versuch wert! die ersten 5 Sitzungen sind approbatorisch und werden grundsätzlich von der Kasse übernommen, auch wenn es gar nicht zu einer Therapie kommt und kein Antrag gestellt wird. So kann sie es einfach mal probieren, ohne dass Kosten entstehen und dann immer noch entscheiden. 3. Bei einer Konstellation wie bei euch ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Kasse das jemals übernimmt, weil keine medizinische Notwendigkeit besteht. Es handelt sich um eine rein kosmetische OP und ihr müsstet das daher privat finanzieren. unabhängig davon wird es auch schwierig sein, einen Chirurgen zu finden, der das macht, wenn keine zweifelsfrei dokumentierte Transidentität vorliegt. Denn für den Operateur besteht ein sehr hohes Risiko. Die meisten Transmänner gehen nicht den ganzen Weg und belassen es bei der Mastektomie. Wie sich das bei ihr am besten deichseln lässt, kann ich so nicht sagen. Vlt gibt es aber eine Lösung. Geht am besten mal zu einer LGBTI-Beratung. Da gibt es evtl. Leute, die sich mit eurem (recht speziellen) Fall auskennen oder jemanden kennen, der euch weiterhelfen kann. Eines kann ich euch aber sagen: Stellt euch auf Schwierigkeiten und hohe bürokratische Hürden ein... :-/ Schland ist leider so. Trotzdem viel Erfolg!! :-)

Kommentar von Anylein ,

Ich komm aber auch nicht aus deutschland sondern österreich. Ich schätze da ist das ein bisschen anders.
Wollte dich damit nicht angreifen, finde aber, dass man sich da nicht einmischen sollte um tipps zu verteilen, wenn man nicht weis worum es geht :) sollte nicht scharf rüber kommen.

Kommentar von JimmyPea ,

Kein Problem. :) Wie es in Österreich ist weiß ich nicht. Selbsthilfegruppen gibt's bei euch aber auch. Die können euch wahrscheinlich in dem spezifischen nicht konkret weiterhelfen, aber sie können euch zumindest die für Österreich geltenden Gesetze und Richtlinien nennen. Damit seid ihr schonmal weiter. Viel Glück und Erfolg! :)

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