Frage von Erdentochter, 120

Kontrollieren Tierheime das neue Zuhause und wie weit dürfen sie gehen?

Hallo Community,

aktuell haben mein Mann und ich eine Hündin, unser Schatz ist leider schon 15 und macht es seit den letzten Wochen gesundheitlich nicht mehr mit. Wir denken, das wir sie bald erlösen, falls sie nicht doch von alleine stirbt. Nun ja, sie war ein Tierheim Hund, und wenn unser Kind auf der Welt ist, möchten wir uns auch wieder einen Tierheimhund zulegen.

Allerdings waren wir die letzten Jahre nicht mehr im TH und wissen auch nicht mehr wirklich, was für Kontrollen es da gibt und welche Voraussetzungen man braucht. Hundesicher ist unser haus-und Garten auf jeden Fall.

Aber wie sieht das mit den restlichen Dingen aus? Dürfen sie einen Hund "verbieten" wenn man kleinere Kinder hat, ein Holzofen im Wohnzimmer steht oder man an einer Hauptstraße wohnt?

Und was dürfen sie alles kontrollieren? Eine Familie aus der Nachbarschaft hat sich vor einigen Wochen zwei TH Hunde geholt, und die meinten, das die TH Angestellten total unfreundlich und unhöflich wären, sie hatten lauter absurde und sehr persönliche Sachen gefragt und wären unerlaubt im ganzen Haus herum gelaufen! ( haben auch Schränke geöffnet).

Wäre schön, wenn mir jemand ein bisschen über seine Erfahrungen erzählen könnte

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von TygerLylly, 49

Ich habe selbst ein Tierheim geleitet und diese Kontrollen durchgeführt.

Errstmal kommt es darauf an, für welchen Hund ihr euch interessiert. Wenn euer Haus nur über fünf Stufen erreichbar ist, dann ist der Bernhardiner mit der kaputten Hüfte sicher nicht das Richtige. Und wenn ihr lange Rad- und Wandertouren plant, dann ist der Mops eher ungeeignet...

Das Haus an sich interessiert garnicht so sehr. Interessant ist erstmal, ob es ein Eigenheim ist oder zur Miete bewohnt wird. Wenn ihr zur Miete wohnt wird eine schriftliche Erlaubnis des Vermieters nötig sein. Dann wäre von Vorteil, wenn es schon nach "Hund" aussieht: Ein Schlafplatz, eine Leine und Näpfe da stehen.

Was versteht man unter sehr persönlichen Fragen? Wenn (nur als Beispiel) eine Familie bereits vier Kinder hat und mit denen so grenzwertig klarkommt dann kann man schonmal fragen, ob noch weiterer Nachwuchs geplant ist. Das Gleiche gilt, wenn ein etwas größeres Kind da ist und der gewünschte Hund keine Säuglinge kennt oder mag.

Schränke zu öffnen ist sicher mehr als ein Schritt zu weit gegangen. Ebenso muss nicht alles peinlichst sauber sein. Ich empfand es dann eher als Minuspunkt, denn wenn sehr auf Sauberkeit geachtet wird, darf der Hund vermutlich nirgends hin.

Meine Eltern haben auch einen Hund aus einem Tierheim. Die sind zum Gucken hin und kamen direkt mit Hund nach hause. Die sie langjährige Erfahrung haben, hat man sich auf eine Nachkontrolle geeinigt (die nach acht Jahren noch nicht stattgefunden hat).

Entspannt euch, das ist kein Kreuzverhör. Und wenn bei der Kontrolle Schränke geöffnet werden, dann darf man sich auch mal bei der Tierheimleitung beschweren (in der Regel machen die Kontrollen nämlich Ehrenamtliche).

Euerm Hund erstmal alles Gute und euch für den Nachwuchs

Antwort
von Samika68, 77

Also Schränke zu öffnen, finde ich jetzt schon heftig, übertrieben und unerhört!

Es ist nur begreiflich, wenn der Tierschutz genau hinsieht, wo das vermittelte Tier leben wird. Das Tier soll es ja so gut wie möglich haben und auf Dauer im neuen Heim bleiben.

Dass man z. B. gefragt wird, ob man berufstätig ist und das Tier eventuell oft und lange alleine bleiben muss, oder wer sich um das Tier während des Urlaubs oder einer Erkrankung kümmert, ist völlig in Ordnung.

Auch Bedingungen, wie z. B. Katzen Freigang nach Draußen zu gewähren, Hunde mit traumatischen Erlebnissen sicherheitshalber nicht in eine Familie mit kleinen Kindern zu vermitteln etc. sind notwendig, damit sowohl Halter als auch Tier glücklich miteinander leben können.

Als ich damals einen Kater aus dem Tierheim holte, gab es vorab keine Kontrolle, aber ein paar Wochen später - und der ältere Herr vom Tierschutz war überhaupt nicht unfreundlich oder unverschämt.

Kommentar von Erdentochter ,

Vielen Dank. Ja das man gefragt wird, was man Beruflich macht ist ja völlig in Ordnung, aber nicht, wie oft man mit Freunden wegfährt oder ob weitere Kinder in Planung sind... meiner Meinung nach geht das den Tierschutz nichts an. Aber na ja.

Ich und mein Mann sind unter normalen Umständen etwa 6 Stunden am tag außer Haus, allerdings würde meine Schwester - wie jetzt auch- einen neunen Hund zu sich nehmen können, sie lebt nur einige Straßen weiter weg. Allerdings gehe ich die nächsten drei Jahre nicht arbeiten, um mich auf das Kind konzentrieren zu können, also wäre die Unterbringung das kleinste Problem. 

Kommentar von banane131 ,

Hmmm, wenigstens sehen sie nach, wo das Tier geblieben ist. Ich habe aktuell 4 "gebrauchte" Tiere im Haushalt. Da hat sich nicht einer bei mir gemeldet oder gekümmert. Schade eigentlich, denn ich habe nichts zu verstecken. Ansonsten kann ich Samika68 nur zustimmen.

Antwort
von dogmama, 55

über seine Erfahrungen erzählen könnte

die Erfahrungen der Familie aus Eurer Nachbarschaft müßten Dir da genügen, denn Erfahrungen aus anderen Gegenden werden Dir nicht viel nützen. Jedes Tierheim oder Tierschutzorga verfährt dabei anders. 

Schränke öffnen dürfen die aber nicht!

Ich würde mich bei einem persönlichen Gespräch erkundigen wie bei der Vorkontrolle verfahren wird. 

Antwort
von Grillmax, 36

Hm - unerlaubt im Haus herumzulaufen und Schränke öffnen lässt sich sicher nicht mit dem Schutz der Privatsphäre vereinbaren, auch wenn es dem berechtigtem Interesse am Tierwohl gedient haben mag.... damit sind die Mitarbeiter sicher zuweit gegangen.

Ich hatte 6Monate nach Einzug einer Tierheimkatze unangemeldeten Besuch von 2 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen bekommen, die aber sehr höflich waren und sich freundlich nach der Katze erkundigt hatten.

Ich hätte sie auch ins Haus gebeten, konnte aber (weil sie grad draussen unterwegs war) die Katze gar nicht zeigen..... was garnicht nötig war, da sich meine "Pussy" bereits draussen den beiden freudig gezeigt hatte.

Offenbar hatten sie den Eindruck, dass es ihr Augenscheinlich gut ging (sie war beim abholen aus dem Tierheim recht ängstlich, abgemagert und mit schlechtem, stuppigem Fell) und hatte sich offenbar gut entwickelt...

Antwort
von 14niki11, 33

Unser Hund ist auch aus dem Tierheim, da ist keiner gekommen und hat irgendetwas kontrolliert bzw. Kritisiert.

Ein anderes Tierheim in der Nähe, stellt angeblich sehr persönliche Fragen. Sie schauen ob ein Garten vorhanden ist, wenn ja ob er eingezäunt ist und wie hoch er eingezäunt ist. Kontrolliert wird auch der Platz, wo der Hund später schlafen wird, das Haus, bzw. Die Räume ob diese für einen Hund geeignet sind, etc.

Das ist von Tierheim zu Tierheim unterschiedlich, manche kommen/kontrollieren garnicht und manche schauen in die letzte Ecke ob das passt.

Liebe Grüße

Antwort
von spikecoco, 20

dies kann ich überhaupt nicht glauben, das sie unaufgefordert sich das Haus angeguckt haben und sogar in die Schränke geguckt haben.

Kommentar von Erdentochter ,

Ist leider so. Es gibt auch in TH Schwarze Schafe... 

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