Können Informatiker programmieren oder nicht?

... komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Informatik ist ein riesen Themengebiet wo Programmierung nun mal dazu gehört.

Also ja, man lernt dort auch programmieren.

Zumindest lernen wir die üblichen Sprachen: C/C++, Java, C#, Assembler



Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Tatsache ist:

Ein Informatiker, der nicht programmieren kann, ist -- wenigstens zu Beginn seines Berufslebens (so lange also, bis er Erfahrung gesammelt und sich bewährt hat, so dass er dann auch einfach nur als "Berater" unterwegs sein kann) -- ungefähr so dran wie ein Langstreckenläufer, der nur noch ein Bein hat und sich an eine Prothese noch nicht hat gewöhnen können.

Richtig ist aber auch:

Das Programmieren oder den Umgang mit Code und Programmen zu erlernen, ist NICHT Hauptgegenstand des Studiums der Informatik. Wirklich programmieren wird man da nur im Rahmen eines Praktikums oder einiger weniger Übungen. Was man da lernt, sind demnach nur erste Schritte hinein in die Welt der Programmierung.

Nach Abschluss des Studiums sollte man aber genügend Informatik-Wissen angesammelt haben, um sich anschließend im Berufsleben -- immer nur bedarfsgetrieben und unter oft hohem Zeitdruck -- all das selbst beibringen zu können, was wirklich für die tägliche Arbeit benötigt wird.

Die weitaus meisten Informatiker werden die ersten Jahre nach dem Studium wohl mit Test, Entwurf und Implementierung von Software zu tun haben. Hierzu sollten sie alles beherrschen, was sich z.B. hinter den Links auf Seite https://ggreiter.wordpress.com/2013/02/12/notwendiges-wissen-kompetenter-software-entwickler/ skizziert findet. Dennoch werden sie nur einen kleinen Teil davon schon während ihres Studiums kennen gelernt haben.

Die größte Gefahr für einen Informatiker ist wohl, dass er direkt nach seinem Studium nur als Wartungsprogrammierer beschäftigt wird (im Service also als jemand, der immer nur kleine Änderungen an schon existierender Software zu implementieren hat, etwa zwecks Fehlerbehebung). Er wird es dann schwer haben, schnell zu einem kompetenten Software-Entwickler zu werden - oder gar zu einem gefragten IT-Berater.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von grtgrt
07.02.2016, 18:18

Eine besonders häufig angetroffene Klasse von Informatikern sind SAP-Berater (d.h. auf den Umgang mit SAP-Produkten spezialisierte Informatiker).

Manchmal hat man den Eindruck: Nur etwa 20% von ihnen können programmieren. Wie wertvoll der Rest von ihnen ist, kann man sich vorstellen (obgleich ihre Auftraggeber das nicht unbedingt zu wissen scheinen). Heute jedenfalls gilt:

Eine Ära geht zu Ende:
Das Berufsbild des SAP Beraters hat sich mit dem Ende der R/3-Ära einigen Änderungen unterwerfen müssen. Deutlich gefragt sind zukünftig Kenntnisse in objektorientierter Programmierung. Anstelle von ABAP werden bereits heute viele Anwendungen in Java geschrieben.

SAP-Berater müssen noch stärker als bisher prozessorientiert denken. Die Kunden wollen wissen, wie sie ganze Prozessketten optimieren können. Wer als Berater seine Kernkompetenz im Detailwissen von Modulen sehe, solle sich im Interesse seiner Arbeitsplatzsicherheit so bald wie möglich umorientieren, sagte Björn Interthal, Leiter der Abteilung Consultant Education bei SAP Deutschland bereits vor einigen Jahren.

Quelle: https://www.dv-treff-community.de/sap-hilfe/SAP-Berater-werden---Berufsbild-SAP-Berater--Gehalt-etc-t10820

0

Die Frage ist ungefähr vergleichbar mit:
"Können Mediziner mit dem Skalpell umgehen oder nicht"

Es gibt viele Programmierer, die wenig von Informatik verstehen. Und das sind oft die schlechteren Programmierer. Es gibt aber auch Informatiker, die nicht Programmieren und es vielleicht auch nie gelernt haben.

Informatik ist ein weiter Bereich, der von reiner Theorie (Berechenbarkeit, Komplexität, mathem. Beweisen usw.) bis hin zu fast schon banalem Projektmanagement, Powerpoint-Pushen in Meetings oder Buzzword-Bingo in Marketingveranstaltungen geht.

Mir persönlich sind die am liebsten, die einen fundierten theoretischen Hintergrund UND ausreichend praktische Erfahrung haben.
Die also programmieren können und wissen was sie tun.

Aber lernen wird man an der Uni nur die Theorie. Die Praxis muss sich jeder selbst erarbeiten. Das passiert oft nebenher oder nach dem Studium. Etwas anders sieht es in Fachhochschulen aus.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

"Informatiker" ist sehr übergeordnet. Ich habe letztens ein Praktikum gemacht und dort von einem Neuen erfahren, dass die bei der Uni nur wenig gemacht haben und er nun seinen Bachelor hat ohne dafür richtig zu programmieren. Ein Hello World oder mal nen einfaches Programm schon, aber eine besondere Einarbeitung mit Datenbanken und Co. nicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Naja, von der Uni aus gibt es meist nur ein paar Kurse. Privat wird man trotzdem gezwungen sein, es sich selber beizubringen (die meisten Studenten können das vorm Studium eh schon).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Informatiker zu sein, heißt erst einmal so viel wie: "Er/Sie kann mit dem Computer (und ähnlichen Geräten) umgehen." Das sagt aber noch nichts über seine Tätigkeit aus.

ProgrammiererDatenbankentwicklerWebdesigner und Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung können (der eine mehr, der andere weniger) von Berufswegen her programmieren. Alle anderen lernen das nur meist in der Berufsschule oder an der Uni, brauchen dies aber nicht primär im Beruf.

Hier kannst du gerne auch mal schauen: http://www.it-berufe.de/index.php

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die Frage ist eher , wie gut kannst Du Programmieren . Haupthema ist es nicht . Wer also eine C++ GameEngine Programmieren lernen will , der hat durch ein Studium jetzt nicht gerade ein Vorteil . Wer aber Projekte planen muss und Analysen bereitstellen muss (also das ganze drum herum ) der hat bestimmt einen Vorteil . Und wer sich bewerben will , hat garantiert ein Vorteil .

Es ist wie mit Romane schreiben . Ob Du ein guter Schriftsteller bist  hängt weniger davon ab ob du Fehlerfrei schreiben kannst . Auch ein Deutsch Studium macht dich nicht zu einem guten Autor , aber es hilft natürlich und gibt Dir die entsprechenden Mittel mit auf den Weg .

Aber gerade Programmierung ist viel Eigenleistung . Probleme lösen auf die verschiedensten Weisen ist ein Erfahrungskonstrukt .


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Öhm... doch, Informatiker an einer Universität können auch programmieren, denn irgendwer muss die ganze Theorie, die die Studenten lernen, auch in den Computer reinbringen. ;)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von maxim008
07.02.2016, 15:21

Und, kann ein Informatiker auch hacken/cracken? Oder muss man sich das schon selbst beibringen? Ich frage nur aus Neugier.

0

Also ich bin Informatiker und kann es :)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von maxim008
07.02.2016, 15:11

Hast du auch an einer Universität studiert? Oder vielleicht Fachhochschule?

0
Kommentar von RIPDepartement
07.02.2016, 15:23

Ja, habe an einer Universität studiert, dort lernt man zwar viel mehr Theorie aber eben auch programmieren

1