Frage von TheTrueSherlock, 86

Kann Mitleid unangebracht sein?

Darf man eine Person bemitleiden, die sich selbst nicht bemitleidet?

Bzw. gibt es Situationen in denen Mitleid nicht angebracht ist?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ArbeitsFreude, 45

Mitleid, lieber einzig wahrer Sherlock,

darf immer sein, denn es ist menschlich.

Doch frage Dich, was es bringt: Der Name sagt's schon LEID - wozu das Leid? Hilft dieses Leid?

Ich finde MitGEFÜHL besser, auch wenn es fast das Gleiche zu sein scheint.

Du fühlst, was der andere fühlt - nein: was Du anstelle des anderen fühlen würdest.... - denn ob er sich bemitleidet oder nicht, weißt Du nicht wirklich - kann sein, es SCHEINT nur, dass er sich nicht selbst bemitleidet.

Aus dem Mitgefühl heraus erwächst die Frage:

Kann und / oder will ich ihm helfen? - Wenn ja: Wie? - Welche Aussicht auf Minderung seines Leids hätte meine Hilfe? - Diese "gue Fragen" solltest Du Dir stellen und dann entscheiden, ob Du was für ihn/sie TUST...

Wenn Du nichts tun wirst und/oder willst, dann ist Mitleid total unangebracht.

Antwort
von Midnight1999, 25

Kommt auf die Situation drauf an. Wenn du z. B. einem fröhlich lachenden Rollstuhlfahrer begegnest, ihm den Kopf tätschelst & ihm 5€ gibst, wäre das mehr als unangebracht. Ich persönlich bevorzuge Mitgefühl, Mitleid ist irgendwie immer so von oben herab.

Antwort
von deliciousMango, 36

Natürlich. Zum Beispiel möchte ich kein Mitleid bekommen, wenn ich etwas Schlimmes schnell vergessen wollte und jemand mich durch sein Mitleid die Erinnerungen erweckt.

Antwort
von denis1124, 38

Wenn die Person sich selbst nicht bemitleidet und sie will, dass du sie auch nicht bemitleidest. Solltest du sie auch nicht bemitleiden. Aber das zeigt für mich von Stärke, dass sie sich nicht einfach bemitleidet.

Antwort
von Regulus123, 19

ich unterscheide: Mitleid und Mitgefühl.

Mitfühlen geht immer.

Mitleid hat etwas von: ich schaue zu jemanden herunter, der Arme, der hat ja immer Pech etc.

Mitgefühl impliziert, dass ich mich in die Fußstapfen des anderen stelle und weiß, wie es diesem Menschen jetzt geht. Gleichzeitig werde ich versuchen diesem Menschen zu helfen, wenn er diese Hilfe wünscht.

Viele betreiben es ja so: Mitleid haben sie, tun dann aber nichts. Sie schauen den anderen in ihrem Elend einfach nur zu.

Antwort
von Karaseck, 26

Stell Dir vor, Du würdest im Rollstuhl sitzen und kommst mit Deinem Leben gut klar, Beruf, Familie, Freunde.

Und egal wo Du bist, würde Dir jederSein Mitgefühl ausdrücken. Ich glaube, daß würde Dich tierisch nerven.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Und wenn es darum geht Mitleid/Mitgefühl zu spüren, aber nicht zu zeigen?

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