Frage von NicAG7, 33

Kann ein (idealer) Faradayscher Käfig vor Gammastrahlung schützen?

Sobald ein Wechselfeld anliegt, entstehen am idealen Faradayschen Käfig ja Wirbelströme und schützen das Innere vor der elektromagnetischen Welle. Wie ist es bei Gammastrahlung? Hat die Strahlung eine zu hohe Energie um abgeschirmt zu werden? Weil irgendwie will ich nicht so recht glauben, dass ein Faradayscher Käfig vor jeder elektromagnetischen Strahlung schützt...

Expertenantwort
von Franz1957, Community-Experte für Physik, 11

Für einen idealen Faradayschen Käfig bräuchte man ein ideales Metall. Um auch Gammastrahlen abschirmen zu können, dürfte es nicht aus Atomen bestehen. Die atomare Struktur der realen Materie setzt dem Käfigbau eine Grenze. Wenn nämlich die Wellenlänge deutlich kürzer ist als der Abstand der Gitterstäbe, dann läßt der Käfig die Wellen durch. Das Kristallgitter, in dem die Atomrümpfe in Metallen angeordnet sind, haben Gitterparameter von etwa 1/3 bis 1/2 Nanometer. Wellen, die deutlich kurzwelliger sind, also Röntgen- und Gammastrahlung, läßt das Metall durch. Nicht völlig ungehindert, aber doch tief genug, um metallene Maschinenteile und Schweißnähte damit durchleuchten und auf Fehler untersuchen zu können.

https://de.wikipedia.org/wiki/Durchstrahlungspr%C3%BCfung

http://www.zfp-muenchen.de/werkstoffpruefung/gammagraphie/

Antwort
von Dave0000, 20

"nicht so recht glauben, dass ein Faradayscher Käfig vor jeder elektromagnetischen Strahlung schützt..."

Wo kommt diese Aussage denn her??

Kommentar von NicAG7 ,

So haben wir es in der Schule notiert. Aber ich halte das für eine Vereinfachung für niedrige Energien...

Kommentar von Dave0000 ,

Also die Wiki Definition ist da etwas anders
Aber um es schnell nachzuvollziehen:
Ein Kompass funktioniert doch auch im Auto

Kommentar von rumar ,

“Ein Kompass funktioniert doch auch im Auto"


Dahinter setze ich ein ganz dickes Fragezeichen, falls wirklich ein Kompass mit Magnetnadel gemeint sein soll ! 

Zwar gilt: Statische oder langsam variierende Magnetfelder (wie das Erdmagnetfeld) werden durch einen faradayschen Käfig nicht abgeschirmt.

Das Hauptproblem dabei ist, dass sich in einem Auto viele potentiell magnetische oder stromführende Teile (Eisen, Leitungen) befinden. Für eine brauchbare Kompassablesung sollte man sich von solchen Störquellen möglichst entfernen. Ferner muss dann auch noch die Deklination berücksichtigt werden, um zu einer möglichst exakten Angabe der Nordrichtung zu kommen.

Probier's einfach mal aus ! 

Kommentar von Dave0000 ,

@rumar

Die Nadel reagiert aufs Magnetfeld
Ob nun störende teile da sind oder nicht
Das ist worauf ich hinauswollte
Und damit ist die Frage doch beantwortet

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