Frage von ichwersonst14, 80

Ist es normal, dass ich emotional so instabil bin?

Hallo, ich kann mit Zurückweisung gar nicht gut umgehen und halte eher Abstand, wenn ich nicht sicher bin, ob mich Leute leiden können oder nicht. Aber ist es seltsam, dass ich weinen möchte, wenn jemand nett zu mir, während ich von anderen ignoriert werde. Das ignorieren der anderen macht mir irgendwie erstmal nicht viel aus, aber wenn dann jemand kommt, der mich tatsächlich an Mensch wahrnimmt, würde ich manchmal am liebsten einfach losweinen, was ich natürlich nicht mache. Bin ich emotional instabil? Und ist das normal, dass ich dann weinen will? Bitte keine doofen Kommentare. Danke für hilfreiche Antworten!

Antwort
von Suboptimierer, 52

Emotional instabil zu sein ist nicht der Normalfall.

Weinen zu wollen, wenn jemand nett zu dir ist, ist zwar nicht normal, lässt sich aber vielleicht so erklären, dass du davon überwältigt bist, weil du es nicht gewohnt bist, dass jemand nett zu dir ist. Du kommst dich (als Mensch) verstanden vor, was sonst sehr selten ist.

Kommentar von ichwersonst14 ,

Ja, du hast Recht. Danke! Hast du zufällig ne Ahnung, wie ich in solche einer Situation damit umgehen kann?

Kommentar von Suboptimierer ,

Du willst doch so eine Situation gar nicht umgehen o.O

Du willst viel mehr solcher Situationen haben. Dann wirst du dich besser fühlen und da es dann nichts Einmaliges mehr ist, wirst du auch nicht mehr so heftig reagieren.

Vor Freude zu weinen ist doch nichts Schlimmes.

Du darfst dich nicht für dich schämen. Gerade du musst lernen, Gefühle zu zeigen. Das macht dich nicht zu einem schlechteren Menschen; gerade das macht dich doch menschlich.

Ich bin auch nicht der King im Gefühlezeigen. Ich kenn das. Aber bislang wurde mir das noch nie verübelt, wenn ich sie gezeigt habe. Im Job musst du evtl. aufpassen.

Das heißt natürlich nicht, dass du jeden deine Probleme offenbaren sollst. Das kann natürlich nerven. Aber wenn du Spaß hast, dann zeige, dass du Spaß hast. Wenn du traurig bist, dann zeige, dass du traurig bist.

Kommentar von ichwersonst14 ,

Ich meinte mit "solche Situation" eigentlich eher, dass ich mich in einer Gruppe zum Beispiel ausgeschlossen fühle und dann eben so stark innerlich darauf reagiere, wenn mir jemand das Gefühl gibt, dazu zu gehören. Klar möchte ich irgendwie dazugehören, zumindest wenn es eben eine Gruppe ist, zu der ich auch irgendwie gehören muss, weil wir eine gemeinsame Aufgabe haben.

Mir fällt es halt auch mega schwer überhaupt irgendwelche Gefühle zu zeigen, weil ich gelernt habe, dass als Schwäche anzusehen, denke ich und irgendwie schaffe ich es aus diesem Teufelskreis nicht raus.

Das Ding ist, wenn ich Leute kennenlerne und dann sofort merke, die meinen es gut mit mir und die können mich leiden, etc. dann habe ich, zumindest im privaten Bereich (Freunde und so), keine Probleme.

Die konkrete Situation war halt leider im Studium, wo ich in einer Gruppe eine Gruppenarbeit machen muss, deswegen habe ich das mit dem Weinen in jeglicher Weise unterdrückt, aber jetzt im Nachhinein bin ich total fertig.

Ich glaube, dass man mir wahrscheinlich sowieso ansieht, wenn ich traurig oder eben fröhlich bin. Also ich meine, sieht man das nicht jedem an, in der Regel!? Aber irgendwie schäme ich mich halt, dass ich mich selbst nicht besser unter Kontrolle habe und dass es mir halt wichtig ist, bei der Gruppenarbeit dabei zu sein.

Sorry, wenn ich zu viel schreib und danke für die Antwort.

Hast genau auf den wunden Punkt getroffen.

Kommentar von Ostseemuschel ,

Manchmal ist Stärke nur die Schwäche wirklich Schwäche zeigen zu wollen oder zu können ;-)

Antwort
von diewasserwelle, 26

Es ist ja ein Bedürfnis danach, freundlich behandelt zu werden, das wegen der Gegensätze davon entsteht. Es könnte aber auch das sein , dass du eigentlich von jenen Menschen nicht ignoriert bist. Denn man merkt ja manchmal nicht , dass man schüchtern ist , um jemanden kennenzulernen , und denkt infolgedessen gegen die Anderen negativ. Das ist auch heutzutage ganz normal. Aber alles ist ja nicht negativ oder nicht schlimm. Du kannst es eventuell merken , indem du neue Menschen kennenlernst. Du kannst positiv denken , um dich selbst zu motivieren. Finde dir eine motivierende Vorstellung , oder Erinnerung daran , was du am besten machst , oder was dich glücklich macht. Wahrscheinlich kannst du es auf diese motivierende Weise überwinden.

Kommentar von ichwersonst14 ,

Ja, obwohl ich weiß, dass ich wahrscheinlich eher schüchtern bin und ich weiß auch, dass das auf Leute so wirken könnte, als wäre ich irgendwie arrogant. Aber dem ist echt nicht so. Natürlich bin ich mir durchaus meiner Stärken bewusst, aber als arrogant würde ich mich echt nicht einschätzen. Ich denke, das mit den Gegensätzen stimmt. Ich habe mich halt irgendwie total ausgeschlossen gefühlt und damit war ich dann froh, als ich tatsächlich von einer Person beachtet wurde. Das Problem ist, ich habe keine Idee, wie ich gerade in dieser Gruppe Anschluss finden soll. Wenn ich frage, ob ich was helfen kann, wird das in jeglicher Form abgelehnt. Man lässt mich nicht wirklich am Geschehen teilhaben. Ich könnte vielleicht noch mehr tun, aber ich wüsste nicht wie. Naja, trotzdem danke für die Antwort. Entschuldige, wenn ich zu viel geschrieben habe.

Kommentar von diewasserwelle ,

Natürlich sollst so antworten, damit ich es genauer verstehen kann.War es bei deinem jeden Versuch so?

Antwort
von SchizoSync, 32

Mir geht es ähnlich. Wenn ich kritisiert werde, bin ich innerlich echt deprimiert, wenn jemand aber sehr freundlich ist, bin ich hoch entzückt und wünsche mir zB mit der Person Zeit verbringen zu können.

Ich weiß nicht, woran das liegt. Gehe aber bald in Therapie

Kommentar von PicaPica ,

Klingt so, als ob du nicht sehr viele Freunde hast, aber deswegen gleich in Therapie gehen?

Ist es nicht normal, dass man nette Personen näher kennenlernen und Zeit mit denen verbringen möchte?

Kommentar von ichwersonst14 ,

Ja, um ehrlich zu sein geht es mir weniger um das kritisieren anderer, sondern darum, dass ich zum Beispiel in der Gruppe nicht das Gefühl habe dazuzugehören, was mich dazu verleitet Abstand zu halten. (Ich weiß, dass das irgendwie ein Teufelskreis darstellt) Ich bin halt gerne vorsichtig. Habe schon ziemlich viele schlechte Erfahrungen gemacht. Und damit, dass ich ignoriert werde und irgendwie halt nicht mal gesagt bekomme, was ich machen kann, wenn ich frage, ob ich irgendwas helfen kann, damit kann ich umgehen. Wenn jetzt aber dann jemand von außen kommt und mir einfach nur eine Frage stellt und mich damit als Person wahrnimmt, bin ich mega überwältigt, dass ich mir dann denke "oh, da ist doch noch einer da, der mich tatsächlich sieht, und irgendwie menschlich ist".  Naja....ich habe um ehrlich zu sein, auch keine Ahnung momentan, was ich konkret machen kann. Aber danke für die Antwort. :)

Kommentar von PicaPica ,

Das kommt daher, dass es solche viiel zu wenig gibt, leider.

Die Meisten sind zu oberflächlich und hören Anderen nicht richtig zu. Habe das selbst oft erlebt. Und Keiner lässt den Anderen überhaupt richtig ausreden.

Ich finde, da solltest nicht du dich, sondern es müssten die Anderen sich ändern, was aber nicht der Fall sein wird.

Dennoch - was willst du deswegen in einer Therapie?

Deine Nettigkeit und Tiefgründigkeit bekämpfen? Zu erfahren, wie du dich für Andere am besten und ehesten zurechtkneten lassen kannst? Die Meisten brauchen und lechzen nach feinfühligen Menschen, auch wenn sie es meist nicht erkennen, wenn so jemand unter ihnen weilt und solche, als Phänomen das ich auch nicht verstehe, oft genug noch niedermacht und verspottet.

Ein ganz gutes Mittel in einer Gruppe doch wahr- und ernstgenommen zu werden ist, wenn man fachlich fundiertes Wissen beitragen kann, so es passend ist. Viel Erfolg, LG.

Ach ja, und vorsichtig zu sein ist a b s o l u t nicht verkehrt.


Kommentar von ichwersonst14 ,

Ja, das stimmt. Habe ich auch schon oft erlebt. Das doofe ist halt auch, dass ich, sobald ich merke, eine Person ist "oberflächlich", mich zurückziehe und am liebsten gar nicht mit der Person interagieren möchte. Vielleicht stelle ich da zu hohe Ansprüche oder urteile vielleicht manchmal auch zu schnell, aber irgendwie hat sich bei mir der "erste Eindruck" in 95% der Fällen immer bewahrheitet. Personen, die ich im ersten Augenblick sympathisch fand, mit denen kann ich gut und da läuft auch alles glatt. Ich glaube nicht, dass ich Therapie nötig habe, aber ich glaube auch, dass ich nicht perfekt bin.

Das Problem ist, den wirklichen ersten Eindruck von Leuten zu gewinnen. Die meisten Leute versuchen ja zwanghaft "einen guten ersten Eindruck" zu hinterlassen, was ich persönlich immer als aufsetzen einer Maske betrachte. Fakt ist, dass ich eine Person nicht nur mag, weil sie mir beim ersten Mal Hand schütteln fest die Hand gedrückt hat und selbstbewusst gewirkt hat.

Der Tipp mit dem fachlichen Wissen ist gut. Danke für die Hilfe!

Antwort
von StoerDeBaecker, 21

Ich glaube, du hast zu wenige Kontakte um dass man irgendwann mal von Beziehungen (muss nicht zwingend eine persönliche/zwischenmenschliche sein) reden könnte. Durch eine Erhöhung der Häufigkeit wächst Dir ein "dickeres" Fell. Gehe raus und überwinde so (d)eine Einsamkeit. Viel Erfolg.

Antwort
von ServusPiefke, 17

Du kannst zur Abwechslung mal freuen und es zulassen, dass jemand nett zu dir sein möchte/ist. 

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