Ist eine polare Bindung und ein Dipol das gleiche?

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4 Antworten

Nein. Ein permanenter Dipol ist das, was aus einer oder dem Zusammenspiel mehrerer polarerer Bindungen entstehen kann, wenn sich diese in ihren "Dipol-Teilbeträgen" nicht gegenseitig aufheben und es zu einer Ladungsasymmetrie im Molekül kommt.

Bsp. CO₂

⁽⁻⁾O=C⁽⁺⁾=O⁽⁻⁾  (in Klammern die Partialladungen)

Bei den C=O-Bindungen handelt es sich zwar um polare Bindungen. Da das Molekül aber linear aufgebaut ist , addieren sich die beiden gegensätzlichen Teilbeträge der polaren Bindungen zu Null. In Summe besitzt das Molekül daher nach außen auch keinen elektrischen Dipol mehr, obwohl es polare Bindungen enthält. (Symmetriebrüche mal außen vor)

Bsp. Fluorwasserstoff (HF)

⁽⁺⁾H-F⁽⁻⁾

Hier haben wir nun eine ausgeprägte Ladungsasymmetrie und demzufolge auch einen starken permanenten Dipol.

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Hi,

es gibt zum einen permanente Dipole und induzierte Dipole. Permante Dipole sind bei polaren kovalenten Bindungen vorhanden (z.B. Wasser).

Wenn die Ladung symmetrisch über das Molekül verteilt ist (CO2), dann hebt diese sich nach außen wieder auf und das Molekül ist neutral und hat damit keinen Dipol.

Bestimmen lässt sich eine polare Atombindung durch die Berechnung der Ladungsdifferenz der Elektronegativitäten der beteiligten Atome. Liegt dieser Delta EN Wert zwischen 0,4 und 1,7 liegt höchst wahrscheinliche eine polare Atombindung vor.

Liegt die Ladungsdifferenz über 1,7 liegt schon eine Ionenbindung vor.

Die induzierten Dipole werden durch intermolekulare Wechselwirkungen hervorgerufen. Dazu kann es kommen, wenn die Elektronenverteilung in einem Molekül zu einem zufälligen Zeitpunkt ungleichmäßig ist. Das ist der momentane Dipol. Wenn du diesem Zeitpunkt zufällig auch noch ein weiteres Molekül in der Nähe ist, dann kann dieser momentane Dipol dazu führen, dass es in dem benachbarten Molekül auch zu einer ungleichmäßigen Ladungsverteilung kommt. Das ist dann der induzierte Dipol.

Dieser Vorgang der induzierten Dipole findet bei den Van-der-Waals-Kräften statt. Je größer das Molekül, desto stärker die intermolekularen Wechselwirkungen.


MfG

metatron


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Eine polare Bindung ist eine Möglichkeit, einen Dipol zu erzeugen. (Es gibt aber auch noch andere.)

Aber eine einzelne polare Bindung ist nur ein einzelner Dipol in einem Molekül. Man kann ohne weiteres mehrere "intramolekulare" Dipole haben.

Wenn die Dipole exakt entgegengesetzt zueinander sind, wie im CO2, heben sie sich gegenseitig auf und das Molekül als ganzes ist kein Dipol mehr. Wenn sie z. B. gewinkelt zueinander stehen, wie im Wasser, bleibt ein Restdipol übrig, den man nach außen merkt.

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Nein. Ein Molekül, das eine oder mehrere polare Bindungen enthält, muss nicht unbedingt ein Dipol sein.

Eine polare Atombindung liegt vor, wenn die Differenz der Elektronegativitätswerte ungefähr (!!) zwischen 0,4 und 1,7 liegt. Diese Zahlen darfst du aber nicht zu genau nehmen, denn es gibt natürlich auch Ausnahmen.

Ein Dipol ist ein Molekül von zwei oder mehreren Atomen, das nach außen hin einen Plus- und einen Minuspol hat. Wasser, also H2O, wäre ein Beispiel, weil das gewinkelt ist. Wenn ein Molekül allerdings in der Mitte positiv und "rechts und links" negativ polarisiert ist, ist es kein Dipol.

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