ArianeHD am 14.05.2007 um 11:10 Uhr
Daß eine Mutter mal überfordert ist und mit ihren Kindern herumschreit, ist vermutlich nicht außergewöhnlich. Wenn dieses jedoch regelmäßig passiert und in einem derartigen Schreiton - verbunden mit dumpfen krachenden Tönen, als würde etwas herunterfallen - daß man selbst hochfährt, kann man es schon mit der Angst bekommen. Sollte man in einem solchen Fall das Jugendamt informieren, um evtl schlimmeres zu verhindern?

Ich würde nicht zu schnell das Amt herbeiholen. Du weisst ja, dass man schnell als "Denunziant" verrufen ist, wenn nichts ernsthaftes passiert ist, und Du musst ja künftig mit den Nachbarn auch noch auskommen. Andererseits würde ich - um sicher zu gehen - nach nebenan gehen und dort klingeln, um mich vom Wohlergehen aller Beteiligten zu überzeugen. Das kann man ja auch tun indem man offen zugibt, sich Sorgen zu machen.
ich denke man sollte handeln sobald man feststellt dass die kinder unter der gegebenen situation leiden. zivilcourage ist dabei sehr wichtig. haeufig werden solche situationen uebersehen um das nachbarschaftsverhaeltnis nicht zu zerstoeren. dies sollte man unbedingt ablegen, es geht einzig und alein um das wohl der kinder. man hoert im moment viel zu viele schreckliche dinge ueber verwahrloste kinder.

Ruf mal den Kinderschutzbund an. Das hat den Vorteil, dass du nicht direkt "amtlich" wirst, denn das Jugendamt muss der Sache nachgehen (was sie manchmal auch unterlassen, wie dann zu hören ist, wenn es schief geht...), und wenn du umsonst "Alarm" ausgelöst hast, dann ist der Ärger in der Nachbarschaft vorprogrammiert... Trag das, was du beobachtet hast, beim Kinderschutzbund vor und frag, was du machen sollst.
In der Regel geben die gute Tipps, ist natürlich auch davon abhängig, wen du am Telefon hast. Bei einer Bekannten von mir hat das super geklappt, sie bekam eine richtige Beratung, was sie jetzt machen und worauf sie achten soll, ab wann und wie sie beim Jugendamt vorgehen muss etc. Arbeiten sie vernünftig, sind sie sogar dankbar darum, das mal jemand aufgepasst hat anstatt wegzuschauen...
Ich kann von daher diesen Weg nur empfehlen!
ArianeHD am 14. Mai 2007 13:04 das ist ne prima Idee, danke
loopwithme am 14. Mai 2007 13:10 Gern geschehen, und im Namen der Kinder Dank an dich, dass du dich drum kümmerst! :-)

Das ist echt ein schwieriges Thema!
Ich wurde mal denunziert, von "netten" Nachbarn, die beim Jugendamt anonym angerufen haben und behaupteten, ich lasse mein Kind verwahrlosen. Das Jugendamt mußte der Sache natürlich nachgehen, wofür ich auch Verständnis hatte, machte einen Hausbesuch, sprach mit dem Kind und auch mit den Lehrern.
Ich kam mir damals vor wie der letzte "Dreck", mein Kind hatte Angst, daß sie jetzt von der Mama vielleicht weggeholt werden würde.. etc., etc.
Das Jugendamt leistet gute Arbeit, war trotz allem sehr einfühlsam, hat in meinem Fall eingesehen, daß das einfach nur "ein böser Scherz" war, hat aber keine Handhabe gegen Anonym vorzugehen - und ich auch nicht, sonst wäre es gleich Verleumdung!
Trotz allem würde ich dir abschließend raten, immer wieder Kontakt zu suchen, auch zu den Kindern! Denn wenn sie sich wirklich nichts vorzuwerfen hat, dann hat sie auch nichts zu verbergen!
Eastside am 14. Mai 2007 12:08 Habe jetzt erst gelesen, daß die Kinder noch so klein sind!
Da wäre ich dann wohl auch eher der Meinung von Heeeschen: lieber 1x zuviel denunziert, als 1x zu oft weggeschaut!
Bitte sofort! Ich habe in so einer Situation (leider sehr spät) die Polizei gerufen (da ich es nicht besser wusste sprich Jugendamt).
Die "Mutter" hat zuerst die Polizisten und als die dann weg waren mich wild beschimpft und fast meine Haustür eingetreten - nur soviel dazu was einem sonst noch passieren kann ausser als Denunziant betitelt zu werden.
Den Kleinen (das Kind war damals ca. 3 Jahre alt) habe ich dann ein paar Tage später mit einem blauen Auge und einem Verband ums Handgelenk geshen.
Die Polizei hat dann offensichtlich das Jugendamt informiert und ein paar Wochen später war der Junge nicht mehr da. Ich denke er wurde der Mutter weggenommen.
Das war sicherlich ein Extremfall, aber auch in weniger dramatischen Fällen sollte man das Jugendamt informieren, damit dieses HELFEN kann. Die betroffene Familie muss diese Hilfe dann zwar auch annehmen, aber vielleicht braucht es halt manchmal einen "Denunzianten" der die ganze Sache anstößt......

Mit dem Thema habe ich mich in letzter Zeit auch auseinandersetzen müssen:
Es geht um zwei Kinder einer drogensüchtigen Prostituierten.
Nach zwei Jahren warf die Mutter den ebenfalls drogensüchtigen Erzeuger raus und liierte sich mit einem fast 25 Jahre jüngeren Tablettenabhängigen.
Als die Mutter im Suff die Treppe runterfiel und starb, brachte das Jugendamt die Kinder (damals 4 und 2) zum Vater, den sie seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hatten.
Was dort ablief, weiss ich nicht, aber es muss heftig gewesen sein, da die ebenfalls drogenabhängige Frau des Vaters diesen bei der Polizei anzeigte, die die Kinder sofort abholte.
Ein Ehepaar erklärte sich bereit, die Kinder in Pflege zu nehmen.
Dem Jugendamt war das zu teuer und es brachte die Kinder zu den Grosseltern, die die Kinder vier Jahre nicht mehr gesehen hatten.
Der Grossvater ist Alkoholiker und hat auch schon in der Schule verkündet, dass man Kinder ab und an mal durchhauen müsste.
Die Grossmutter ist mit den zwei lebhaften Kindern (heute acht und sieben) völlig überfordert und schlägt sie ebenfalls.
Ein Besuch des Jugendamtes verlief ergebnislos, weil die Mitarbeiterin begeistert war von dem sehr sauberen und aufgeräumten Haushalt.
Das Jugendamt sagt, solange keine Verletzungen "zu sehen" seien, könnte es nichts machen.
Der Junge (1. Klasse) ist von den Lehrern als "nicht beschulbar" erklärt worden wegen seines Sozialverhaltens und soll jetzt in Therapie gehen, anschliessend möglicherweise auf eine Sonderschule, obwohl er ausgesprochen clever ist.
Wir hatten nach Rücksprache mit der Klassenlehrerin des Jungen schon eine Schule gefunden, die bereit war, beide Kinder aufzunehmen, aber da die "sorgeberechtigte" Grossmutter einen Rückzieher gemacht hat, wird daraus nichts werden.
WAS SOLL MAN DA NOCH MACHEN?
ArianeHD am 14. Mai 2007 18:55 Ich bin erschüttert, WIESO lässt man so etwas zu??????
demosthenes am 14. Mai 2007 20:42 Obwohl mit den Kindern in keiner Weise verwandt und mehr zufällig vor einigen Wochen auf das Problem aufmerksam geworden, haben wir wirklich bisher getan, was wir konnten und werden das auch weiter tun.
Das Jugendamt wird wohl erst aktiv werden, wenn etwas wirklich Gravierendes passiert ist - Kevin aus Bremen lässt grüssen!
Die oben geschilderten Tatsachen haben wir innerhalb kurzer Zeit von allen möglichen Menschen zu hören bekommen, die das Thema und die Familienumstände meist schon lange kennen, aber offensichtlich nicht aktiv geworden waren.
Wieselchen1 am 16. Juli 2007 08:28 Vielleicht mal die Medien einschalten? Die werden das Thema bestimmt gerade jetzt (Sommerloch) gerne aufgreifen, zumal ja in NRW gerade wieder so ein Fall war, wo das Jugendamt nichts unternommen hat.....
demosthenes am 16. Juli 2007 15:46 @Tanzwiesel:
Inzwischen haben wir die Angelegenheit dem Gericht angezeigt und dort auch ein langes Gespräch geführt - vielleicht passiert ja jetzt etwas.
Der Direktor des Gerichts war jedenfalls sehr interessiert, zumal wir ihm mehrere Menschen benennen konnten, die auch bereit sind, vor Gericht als Zeugen zu erscheinen.

Ich bin auch der Meinung, dass Du das Jugendamt benachrichtigen solltest - die dürfen ja nicht angeben von wem sie den 'Tip' haben und somit könntest Du nie als Denunziant verschrieen werden. Und wie schon hier geschrieben, lieber einmal falscher Alarm als ein totes Kind.

Denunziant? Na und!!! Das Kind wird es dir danken, wenn die Befürchtungen wahr sind! Und wenn es zu spät ist, heißt es, hätte ich mal...

Jede(r) weiss, was in letzter Zeit viel zu oft passiert ist, weil sich Jeder verschließt und nicht die Courage hat, ggf. einzugreifen. Wenn ich feststelle, dass über einen längeren Zeitraum (ich rede hier nicht von 1 oder 2 Stunden) etwas im Zusammenhang mit Kindern nicht in Ordnung ist, informiere ich den Kinderschutzbund oder im Extremfall das Jugendamt. Lieber gelte ich als Denunziant, als dass ich die Augen verschließe und nichts unternehme. Und wenn die Eltern so abwertend und negativ reagieren, dann haben sie meist mehr zu verbergen. Dann sollte schon überprüft werden, ob sie in der Lage sind, ordentlich für ihre Kinder zu sorgen.
Ich verschließe meine Augen nicht! Ich besitze die Courage und schreite ein. Bislang waren es einfach nur gestresste Mütter oder Väter, die ich angesprochen habe. Meistens beim Einkaufen. Beschimpft wurde ich noch nicht. Ich hatte eher das Gefühl, dass man für mein Einschreiten dankbar war.
Polizei, Jugendamt oder oder würde ich aber auch sofort verständigen, wenn mir etwas auffallen würde.
jaguar4 am 14. Mai 2007 23:39 kompliment, dass du schon eingschritten bist.
jaguar4 am 14. Mai 2007 23:44 hoffe, es gibt keine eltern, die dann sagen: komm du mir nach hause, und das es dann richtig zur sache geht, weil die eltern der meinung sind, die kinder seien schuld an der aufmerksamkeit, die man erregt hat.
ich würd mir die kinder mal ansehen,sind diese fröhlich oder gedrückt?oder vielleicht das gepolter u geschreie aufnehmen,und dann das jugendamt verständigen,lieber 1 x zuviel als 1x zuwenig,meistens sagt man am schluß "ach hätte ich doch besser angerufen"
genau das beschäftigt mich zur zeit nur das das betreffende mädel 17 ist und sowohl jugendamt und auch polizei einfach wegschaueen und mir noch eine anzeige wegen kindesendzug droht. das mädel wird übrigens in 4 wochen 18
Wenn dann allerdings klar ist, dass Du Dich nicht getäuscht hast, würde ich nicht mehr zögern und sofort das Jugendamt informieren.
so etwas wurde bereits von anderer Seite getan. O-Ton war Kümmer Dich um Deinen eigenen Scheiß
Wenn die Kinder noch nicht so groß sind, wie Kabark vermutet, würde ich jetzt wohl was unternehmen. Ich denke, dass das Jugendamt Deine Schilderungen auch vertraulich behandelt. Offensichtlich ist dort bei den Nachbarn was im Argen.
Denunziant? Na und!!! Das Kind wird es dir danken, wenn die Befürchtungen wahr sind! Und wenn es zu spät ist, heißt es, hätte ich mal...