Frage von Katjabright, 240

Ich will nicht arbeiten gehen und finde keinen Beruf der mir Spaß macht. Habt ihr Ideen für mich?

Hallo :) 

ich bin 18 Jahre alt bald 19 und habe mein Fachabi gemacht im Bereich Wirtschaft.

Habe es sehr gut abgeschlossen und danach aus lauter Verzweiflung, weil ich nicht weiß was ich machen soll, eine Ausbildung als Außenhandelskauffrau angefangen. Doch es macht mir keinen Spaß im Büro zu sitzen.

Ich kann mich sehr lange mit einer Sache beschäftigen, aber nicht jeden Tag 8 h vorm PC Briefe schreiben, Ich will kreativer sein. 

Ich hab schon ein Praktikum im Krankenhaus gemacht - nach 3 Tagen abgebrochen. 

In meinem jungen Alter bekommt man sehr wenig Respekt in der Arbeitswelt, komme mir vor wie ein kleines Kind, Kollegen lästerten über mich, habe es nicht mehr ausgehalten. 

Das Problem ist, dass ich ein sehr vielfältiger energiegeladener Mensch bin, ich interessiere mich für alles, aber nicht für eine bestimmte Sache. 

Ich mag mit den Händen arbeiten, ich mag nachdenken und kreativ sein aber auch sozial sein. 

Ich interessiere mich für etwas und nach kurzer Zeit gefällt es mir nicht mehr. 

Jetzt mache ich mein Abitur, doch ich habe Angst nach der Schule oder dem Studium zu arbeiten, weil ich dann von 8 - 18 Uhr arbeite und ehrlich, was hat man dann noch vom Leben? 

Ich mag die Schule so sehr, denn da kann ich mein Ding machen, bin für meine Noten selbst verantwortlich etc. Das gefällt mir. Ich arbeite auch nicht so gerne im Team und bin sehr schüchtern. 

  • Wie findet man seinen Traumberuf? 
  • Bin ich ein hoffnungsloser Fall? 
  • Habt ihr Tipps? 
  • Wie habt ihr euren Beruf gefunden? 
  • Versteht mich überhaupt jemand?

Danke im Voraus.

Antwort
von ArnoldBentheim, 199

Jetzt mache ich mein Abitur doch ich habe Angst nach der Schule oder dem Studium zu arbeiten weil ich dann von 8-18 Uhr arbeite und ehrlic was hat man dann noch vom Leben ?!

Nun, dieses Gefühl hatte wohl jeder junge Mensch schon einmal. Aber man muss sich mit den Gegebenheiten des Lebens abfinden: wer gut leben will, muss das entsprechende Geld mit Arbeit verdienen - und das geht nur mit Arbeit, es sei denn, dass man reich erbt oder heiratet oder hoch im Lotto gewinnt! Wer nicht arbeiten will, wird bald merken, dass er von der Solidargemeinschaft, also dem Staat, allenfalls noch das Lebensnotwendige bekommt. Das bedeutet: du musst am Rande der Gesellschaft existieren und kannst am Leben dieser Gesellschaft nicht mehr teilnehmen. Willst du das wirklich?

Du musst lernen, deine Schüchternheit zu überwinden und mit Menschen umzugehen. Setze dich doch nicht selbst unter Druck, indem du dir jetzt schon Gedanken machst, welche Arbeitsstelle du mal bekommst und wie deine Arbeitskollegen sein könnten. Vielleicht macht dir deine Arbeit Freude und du findest deine Kollegen sehr nett - das wäre ja nicht ausgeschlossen.

Ich rate dir: mach' erst einmal dein Abitur und überlege dir in Ruhe, ob du danach nicht noch studieren willst. Bis zum Studienabschluss vergehen noch viele Jahre, du wirst reifer und lebenserfahrener, deine persönlichen Ansprüche an das Leben werden andere sein als heute und deine Einstellung zum Leben und zur Arbeit und zu Menschen werden sich auch wandeln, deine Schüchternheit wird vergehen. Wenn du ein Fach deines Interesses studierst und deine Arbeitsstelle deinen Interessen entspricht, dann wirst du auch gerne arbeiten. Mit dem erarbeiteten Verdienst kannst du dann weitere Interessen, Hobbys usw. finanzieren und dein Leben nach deinen Wünschen gestalten. 

Also: Kopf hoch und nicht so depressiv in die Zukunft schauen!!!  :-)

MfG

Arnold

Antwort
von tachyonbaby, 151

Nein, Du bist kein hoffnungsloser Fall und ich verstehe Dich sehr gut. Die Lebenszeit ist viel zu kostbar um sie mit ungeliebter Arbeit zu vergeuden.

Konkrete Tipps habe ich für Dich keine, aber vielleicht hilft Dir eine kleine Schilderung, was meine Töchter gemacht haben, denn die hatten nach ihrem Abi auch keine Peilung, was sie machen wollten. Die haben sich erst mal den Wind der großen weiten Welt um die Nase wehen lassen.

Die Ältere ist gleich nach ihrem Abi für 8 Monate nach Guatemala gegangen um dort an einem Schulsozialprojekt in einem Armenviertel zu arbeiten. Aus den 8 Monaten wurden 3 Jahre, in denen sie als Sängerin, mit einer Band kreuz und quer durch Guatemala und Mexiko gezogen ist und an der dortigen Uni Musik studiert hat. Dann ist das Mädel zurückgekommen und hat sich hier das technische Know how auf der Uni für Medientechnik geholt. Jetzt arbeitet das Mädel als Tontechniker 4 Monate im Jahr auf der AIDA (16 Std/Tag, kein freier Tag) und macht den Rest des Jahres Urlaub in Guatemala und treibt ihre Karriere als Sängerin voran. Die ist gerade dabei mit ihrem guatemaltekischen Freund ein Musik-Album mit Eigenkompositionen aufzunehmen und einen Online-Shop zu etablieren. Das Mädel fährt mehrgleisig, denn die hat auch keinen Bock auf Dauertrott in der deutschen Wirtschaft.

Die Jüngere hat eine mehrwöchige Ausbildung als Deckhand (Matrose) gemacht und ist einen ganzen Sommer und Herbst lang auf einer privaten Luxus-Yacht durch das Mittelmeer geschippert. Danach hat sie Forstwirtschaft studiert und sucht nun wieder eine Alternative, denn als Frau in der deutschen Forstwirtschaft Fuß zu fassen hat sie sich wohl auch leichter vorgestellt. Die hat  inzwischen ein Austausch-Semester in Peru absolviert, dann noch ein 3monatiges Praktikum auf einer Eco-Lodge im Nebelwald drangehängt und spielt auch schon mit dem Gedanken sich aus Deutschland abzuseilen, denn Deutschland bietet keine Zukunft mehr.

Die Tochter eines Freundes ist nach ihrem Abi nach Rußland gegangen und hat dort die berühmte Schetinin Schule besucht. Dann hat sie sich Wissen über Pflanzen und Tiere ein halbes Jahr auf einem Öko-Bauernhof in der Schweiz angeeignet und arbeitet nun auf Gran Canaria an einem neuen Öko-Projekt mit. Die sucht auch noch nach einem Studium, daß sich mit ihren Vorstellungen deckt.

Ich habe auch schon Wirtschaftsstudenten kennengelernt, die Gastsemester in China und Japan absolviert haben.

Du siehst, es gibt unendliche Möglichkeiten, erst einmal sich im Leben zu orientieren, bevor man sich festlegt. Knüpfe Kontakte zu Stiftungen, auch im Ausland. Wende Dich an Vereine für kulturellen Austausch. 

Wenn Du den Mut hast, pack Deinen Rucksack und zieh erst mal durch die Welt. Dazu braucht man nicht viel Kapital, denn wenn das Geld knapp wird, finden sich immer Aushilfsjobs, die cash auf die Hand gezahlt werden. Das gibt neue Perspektiven, Du lernst und festigst Sprachen, Dein Horizont erweitert sich und vor allem lernst Du Dich selbst besser kennen. Vielleicht werden dann Möglichkeiten / Ideen auf Dich zukommen, an die Du jetzt noch gar nicht gedacht hast. Ich hoffe, daß Du Eltern hast, die Dich entsprechend unterstützen und Dir den Rücken frei halten.

Alles Liebe für Dich und viel Erfolg auf Deinem Lebensweg!


Antwort
von verquert, 142

Vielleicht auch "Ergotherapie-Ausbildung" oder vergleichbares. Dort ist es nötig

:. sich auf verschiedene Belange der Menschen einzustellen (kreativ, sozial, Durchhaltefähigkeit, energiegeladen)
:. mit unterschiedlichen Materialen Arbeiten, z.B. Pappe, Papier, Ton, Stoffe,... (kreativ, Handarbeit,...)
:. Du wirst gewiss mit Inhalten konfrontiert, die Deine Entwicklung beeinflussen (Nachdenklichkeit, Kreativität, Entwicklungsbereitschaft)

Ja.... vielleicht ja, vielleicht ist es aber auch gar nicht Deine Richtung. Wenn im Krankenhaus aber eher der Abbruchgrund gewesen ist, "Umgang mit Kollegen" - und nicht die sozialen Aspekte, dann könnte es eventuell ein Beruf für Dich sein.

Wie man seinen "Traumberuf" findet? - Ich nehme an, eine Mischung aus "Informationen sammeln" (indem sich ausprobiert wird und sich informieren, welche Berufe dieser Tätigkeit am nächsten kommen.)

Antwort
von LauraStrunk, 143

Vielleicht in einer Werkstatt für Behinderte? Da bist Du sozial, kreativ ist auch gut da Du mit denen zum beispiel bastelst oder denen bei den Arbeiten hilfst die die zutun haben und da gibt es AGs wo es auch gut ist kreativ zu sein

Antwort
von mrsanonym66, 146

Wie wäre es mit Lehrerin?

Antwort
von TheAssiBasti, 137

Geh doch mal in unkonventionelle Berufsrichtungen. Was ist z. B. mit Eventmanager?

Antwort
von Foecky1, 151

"Abitur doch ich habe Angst nach der Schule oder dem Studium zu arbeiten weil ich dann von 8-18 Uhr arbeite"

so ist das leben :(

Antwort
von aribaole, 131

Willkommen im realen Leben!

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