Frage von Lichtkraft, 75

Hallo, ich hab hier ne Frage an alle Maler oder die etwas davon verstehen:?

Ich hab eine Fototapete aus dickem Papier, ca. 3,5x2,6 m groß und in 8 Teilen. Die soll auf eine schon lange ausgetrocknete mit "rot-weiss" geputzte Innenwand. Ich habe es schon einmal mit meiner 1. Fototapete probiert und habe wohl "kläglich versagt", es kamen überall Falten! Deswegen hab ich die wieder ablöst und zum Glück ja noch die 2.te auf Lager. Ich habe spezial-Kleister wie in der Anleitung verwendet und weil es keinen 92,5 cm breiten Tapeziertisch gibt, die Wand vorher eingekleistert. Das war ein Tip meiner Schwester + Schwager. Das war es aber dann wohl doch nicht, oder was habe ich falsch gemacht? Hinterher dachte ich mir, ich hab ja einen 92 cm breiten Esstisch. Kann ich die Papier-Fototapete später mit "Elefantenhaut" imprägnieren oder geht die dabei kaputt, es ist ja wenn auch dickes nur Papier? Was muss ich dabei beachten? Ich wäre glücklich, wenn mir jemand erklären könnte, was ich falsch gemacht habe und wie es richtig muss? Ich möchte nämlich mein Bad alsbald fertig machen und es fehlt dafür nur diese breite Wand ab 1.10 m Höhe über der späteren Wanne. Herzlichen Dank im Voraus an alle Ratgeber...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Alf4711, 45

Hallo.

Die Falten sind ein Verarbeitungsfehler von dir. Fototapeten muss man ganz strikt nach Anleitung verarbeiten. Wenn es heißt, dass man die Bahnen einstreichen muss, dann darf man nicht den Kleister auf die Wand streichen.

Die Tapete einstreichen und die Einweichzeit ganz genau einhalten! Durch das Wasser im Kleister dehnt die Tapete sich aus. Wenn der Kleister dann trocknet, spannt sich die Tapete und nur dadurch ist sie dann an der Wand faltenfrei. Aber das klappt nur, wenn man die Einweichzeit bei jeder Bahn GENAU einhält. Wenn man zu kurz einweicht, gibt es Falten. Wenn man die Bahnen zu lang einweicht, zieht sie sich hinterher zu sehr zusammen und die Naht öffnet sich. Außerdem jede Bahn gleich lang einweichen, damit der Stoß zusammenpasst, also das Foto an den Nähten gleich lang ist. Sonst kriegt man sie nicht "im Muster" an die Nachbarbahn.

Das überziehen mit einem Schutzanstrich wie Capaplex oder so ist nicht ohne Risiko. Auch dabei können Falten entstehen oder die Farben verwischen. Ich persönlich würde das nicht machen. Meistens sind solche Tapeten auch ohne Schutzanstrich recht robust.

Kommentar von Lichtkraft ,

Hallo, vielen Dank, hatte ich jetzt hinterher auch so vermutet. Also Stoppuhr benutzen und 3 Min. Einweichzeit unbedingt einhalten oder wenns längere Zeit wird die Fugen mit 1mm Überdeckung verkleben. Das Tapeziertischproblem bzgl. der Breite von 92,5 cm habe ich ja inzwischen gelöst durch einen normalen Esstisch, die Bahnenhöhe sind ja nur ca.1,20 m. Das mit der Elefantenhaut werde ich lassen, vielen Dank! Noch eine Frage: Sollte ich die knatschtrockene glatt geputzte Wand evtl. vorher grundieren? Bei Fermacell o. Gipskarton soll man das doch auch. Dann nimmt sie nicht so schnell o. evtl. unterschiedlich das Wasser aus dem Kleister auf. VD

Kommentar von Alf4711 ,

Kannst du machen. Wenn du ganz sicher gehen willst - und das einfachste - am Vortag "vorkleistern". Also die Wand mit Kleister dünn einstreichen als Grundierung. Mischungsverhältnis dafür steht auf der Packung.

Antwort
von XHeadshotX, 57

Ist das ein Rauhputz? Wenn ja, dann muß der zu erst geglättet werden, bevor man an Tapete denken kann, sonst kommt der Untergrund durch.

http://www.hausjournal.net/rauputz-glaetten

http://www.helpster.de/tapete-auf-rauputz-anbringen-so-geht-es\_88207

Und was die Tapete angeht - besser Tapetenbahn einkleistern, als Wand - außer du magst den realistischen 3d Wellenlook ;-)

Tip von mir - sollte der Arm zum Glattstreichen nicht reichen, dann Schaumgummi Malerrolle mit Teleskopstil zur Hilfe nehmen.

Alles Gute - Arbeiten auf eigene Gefahr


Kommentar von Lichtkraft ,

Also eine mit "rot-weiss" geputzte Innenwand heißt: normaler Kalk-Innenputz, glatt, fast wie ein Kinderpopo, also ein ganz normaler Untergrund und für alle malermäßigen Oberflächenbehandlungen geeignet... ich bin zwar langhaarig aber rot...

Kommentar von XHeadshotX ,

Lichtkraft, nix für ungut - deshalb hab ich ja gefragt. Ich wollte nicht unterstellen, daß du dumm bist. Irgendwann macht man alles zum ersten Mal und steht auch zum ersten Mal vor Problemen, die man vorher noch nie hatte.

Meine Arbeitskollegin zB. die ist 10 Jahre älter wie ich, hat aber keinen Plan, wie man eine Wand streicht. War einfach noch nicht nötig.

Zu deiner Elefantenhaut-Frage - die gibt es als Folie, oder auch zum streichen. Möglich ist es, sowas drüberzulegen, allerdings kann es mit der Zeit vergilben, was sich dann mit einem leichten Gelb- oder Braunstich auf deinem Bild bemerkbar machen kann.

http://www.helpster.de/mit-elefantenhaut-streichen-vorgehensweise-probleme-und-l...


Antwort
von GenLeutnant, 29

Ich werde es jetzt mal so beschreiben,wie ich es mit einer Fototapete schon jahrelang handhabe.Wie Du schreibst,hast Du eine mit ,,rot-weiss'' geputzte Wand.Ich nehme an,daß es sich dabei um Gipsputz handelt.Auf Flächen die mit Gipsputz behandelt bzw. gespachtelt worden sind,ist die Haftung der Tapeten bzw. wie in Deinem Fall mit einer Fototapete nicht die beste.Deshalb spachtel ich persönlich diese zu klebende Fläche noch einmal mit Füll & Glättspachtel (auch wenn die Fläche vorher noch so glatt war).Es geht dabei letztendlich um die perfekte Haftung.Nach dem Spachteln wird die Fläche mit LF Tiefgrund grundiert (LF steht für Lösemittelfrei).Ist alles gut durchgetrocknet,kannst Du darauf Deine Fototapete tapezieren.Dafür wird die Tapete direkt mit dem Spezialkleister eingekleistert.Nach einer vorgegebenen Weichzeit kannst Du das erste Teil auf diese Fläche kleben.Danach dann alle anderen Teile in der vorgegebenen Reihenfolge.Diese Fototapeten haben meistens kleine Hilfslinien an der Naht,worauf dann das nächste Teil geklebt wird.Es wird also nicht direkt auf ,,Stoss'' geklebt.Zum Tapezieren selber verwende ich einen sogenannten Tapezierwischer mit weichen Borsten.Eigentlich ist nur darauf zu achten,daß Du das erste und zweite Teil halbwegs im Lot an die Wand bringst.Die anderen Teile passen dann hervorragend entsprechend der Hilfslinien.Ein anschließendes Bearbeiten mit der sogenannten ,,Elefantenhaut'' würde ich nicht anraten.Ebenso wenig die Behandlung mit farblosem Latex oder anderen Mitteln.Ich hatte es auch schon erlebt,daß Kleisterflecke die sich unabsichtlich auf der Tapete befanden,beim abwischen die bedruckte Farbe der Fototapete verschmierten.Deshalb gleich solche Flecken mit einem Lappen abtupfen.Es gibt sicherlich Qualitätsunterschiede beim Druck,aber diese Erfahrung mit dem verwischen musste ich schon desöfteren machen.

Antwort
von Borowiecki, 25

Untergrund glatt machen , mit dem Kleister grundieren und abwarten bis trocken ist . Wand vor kleistern mit eine Rolle für zwei Bänder ( nicht zu viel Kleister ) deine Tapete ( etwas breiter ) Tapete direkt kleben ohne Vor kleistern auf dem Tisch , stoße mit kleine Plastik oder Gummi Rolle ausrollen das ganze überholen für nächste Bände . Trocknen lassen . Fertig

Antwort
von Lichtkraft, 21

Vielen Dank "Leutnant", supi, das bestärkt mich in der Entscheidung, den Kalkgipsputz vorher zu grundieren! 

Zur Praxis hinterher: ich habe mir beim 1. Mal als "Hilfslinie" von der Mitte her alle Senkrechten mit dünnem Bleistiftstrich vorgezeichnet und auch die obere horizontale Linie vorgezeichnet. Leider sind alle Wandseiten irgendwie schief, keine Seite ist echt senkrecht oder v.a. in 90°-Winkel zum horizontalen Absatz! Es ist halt ein Haus Bj 1903 oder auch der Absatz Bj 2016 ist nur "handwerklich" und damit "menschlich" und nicht mehr sinnvoll zu ändern! Ich hab mir deshalb überlegt, ich gehe von der Mitte aus und messe von dort aus und zeichne mir alle Stoss-Linien ganz dünn vor, damit nachher alles gerade aussieht! 

Meine Frage an den Fachmann: Ist es so, dass die Tapete beim Einkleistern bzw. Nass werden zwar "breiter und höher" wird, aber beim Austrocknen wieder ihre "ursprüngliche Größe" erhält??? Dann stimmen ja meine Linien!  

Die Ränder wollte ich einfach weiß streichen, damit der schiefe Rand nicht auffällt. (Die gesamte übrige Wand habe ich mit weißem sog. "Rollputz" nicht gerollt, mein Test war chaotisch!!!, sondern mit breitem Pinsel gestrichen, sieht klasse aus, so edel wie Stofftapete!) Denn nur so sieht man das Schiefe nicht!

LG, CD

  

Kommentar von GenLeutnant ,

Das mit den Hilfslinien ist eine gute Idee von Dir.Schonmal,wenn es sich um unebene bzw. schiefe Wände handelt.Ebenso dann das ausgehen von der Mitte her.Die Fototapete weitet sich nur ganz minimal bzw. fast garnicht aus wenn Du diese mit Kleister bestreichst und weichen lässt.Bei Papiertapeten würde es da anders aussehen.Im großen und ganzen sind Deine Überlegungen und die Vorgehensweise perfekt.Du wirst so sicherlich ein optisch einwandfreies Ergebnis erhalten.

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