Geschichte studieren - welches Zweitfach?

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5 Antworten

Ich gehe mal davon aus, daß dein Spielziel lautet, hinterher mit dem Studierten Geld zu verdienen.

Dann solltest du etwas wählen, das eine sinnvolle Ergänzung zu Geschichte darstellt. In meinen Augen bringt Physik da rein gar nichts. Auch bei Fachjournalistik hätte ich meine Zweifel, ob du in der Kombination dann wirklich Bäume ausreißen wirst. Am sinnvollsten wäre für mich eher eine Sprache des fraglichen "Zielgebietes". Allerdings wäre es dann auch gut, an einem entsprechenden Institut Geschichte zu studieren, denn im normalen Geschichtsstudium wirst du wenig für dein Interessengebiet finden.

Stell dir vielleicht mal selbst die Frage, was du hinterher machen möchtest, am besten mit mindestens 3 Alternativ-Plänen. Auch die bevorzugte Zeitstufe wäre wichtig.


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Kommentar von CountDracula
13.12.2015, 14:37

Danke, aber Sprachunterricht ist gar nichts für mich. Der ist bei mir sogar eher kontraproduktiv. Ich lerne die Sprache lieber wie ein Muttersprachler: Anhören und Nachahmen. Das geht nicht nur wesentlich schneller, sondern ist auch effektiver als Vokabeln und Grammatikregeln pauken.

Fachjournalistik überlege ich, da viele, die Geschichte studiert haben, hinterher in die Medien gehen. Das wohl bekannteste Beispiel ist Guido Knopp von "ZDFhistory", aber es muss nicht immer das Fernsehen sein. Gerade die, die sich auf eine bestimmte Region spezialisiert haben, werden genre als Experten für die jeweilige Region hinzugezogen; so sind z. B. bei der Ukrainekrise Osteuropaexperten gefragt, und wenn es um arabisch geprägte Länder wie Syrien geht, sind es vielleicht Orientexperten. (Ich habe keine Ahnung, ob man die wirklich Orientexperten nennt; der entsprechende Studiengang heißt jedenfalls Orientalistik).

Mein Ziel ist die Erwachsenenbildung im Bereich südosteuropäische Geschichte; am liebsten wäre mir da die Professur, aber die ist natürlich extrem schwierig zu erreichen. Träger wie Volkshochschulen wären auch noch eine Option; ansonsten dachte ich wirklich an Medienarbeit.

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Zunächst einmal sind die Berufsaussichten mit einem Geschichtsstudium hervorragend. Das dem nicht so sei, ist ein weitverbreitetes Gerücht. Manche Unis, so auch meine (Uni Hamburg), fordern gar, dass man als Geschichtsstudent Veranstaltungen zur Herausbildung der eigenen Berufsmöglichkeiten besucht, da diese vollkommen unterschätzt werden. Ich empfehle dir aber ein geisteswissenschaftliches Fach mit einem anderen geisteswissenschaftlichen Fach zu kombinieren. Das Nebenfach dient dazu, die eigenen Kompetenzen nicht nur zu erweitern, sondern auch zu verbinden. Hier und da wird als Nebenfach "Geschichte der Naturwissenschaften" angeboten. Physik pur ist jedoch nur bedingt zu empfehlen. Fachjournalistik wäre möglicherweise die bessere Wahl. Einige, die Geschichte studiert haben, werden später Journalisten. Zudem lassen sich ggf. durchs Nebenfach zusätzliche Kompetenzen zur "Public History" gewinnen, die auch in anderen Bereichen als dem Journalismus Anwendung finden. Leider ist es aber natürlich meist nicht so einfach: Studiere die Kombi, die dich am meisten interessiert und geh davon aus, dass du ohnehin einen Job finden wirst.

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Kommentar von Jerne79
13.12.2015, 21:29

Zunächst einmal sind die Berufsaussichten mit einem Geschichtsstudium hervorragend.

Seit wann? Haben alle arbeitslosen Historiker dann den Schuß nicht gehört? Sorry, aber sowohl meine Erfahrungen als auch die befreundeter Historiker decken sich überhaupt nicht mit dem, was du da behauptest. Einzig einige Uni-Informationsblätter zeigen begeistert die vielen Möglichkeiten für Historiker auf. Ohne allerdings zu erwähnen, daß Möglichkeiten und tatsächliche Stellenzahl zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe sind.

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Kommentar von Jonnymur
13.12.2015, 22:02

@Jerne79 Ich behaupte mal, dass mein Praxismodul zu beruflichen Perspektiven und die in dem Zusammenhang von mir angeeignete Literatur etwas schwerer wiegen als deine "Erfahrung". Zudem habe bin ich umgeben von Geschichtswissenschaftlern, die diesem "Historiker" (was das auch immer über sein Tätigkeitsfeld aussagt) widersprechen würden. Was denkst du, wer diese Veranstaltungen leitet? :) Auch würde mich interessieren, was du darunter verstehst, in dem Fach, in dem man studiert hat, zu arbeiten. Medizinstudenten arbeiten später auch nicht alle in der Medizinwissenschaft. Hat es mit Geschichte zu tun - und das hat es meist - ist es auch dem Fach entsprechend.

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Kommentar von Jonnymur
14.12.2015, 01:55

@Kristall08 Ich kenne diesen grünschnäbeligen Studenten, der soeben das erste Semester überstanden hat, nicht, weshalb ich das nicht beantworten kann. Da die Fragestellerin Physik und Fachjournalistik bevorzugt, habe ich mich darauf beschränkt. Weitere Vorschläge zu geben, obwohl die Präferenzen offengelegt sind, wird zwar erfragt. Doch, wie ich bereits schrieb, sollten die Vorlieben priorisiert werden. Bei so einer Auswahl, würde ich eher auf den Journalismus setzen. Hierbei können die gewonnen Kenntnisse, wie ebenfalls von mir genannt, nicht nur für den selbigen Beruf hilfreich sein. Ich denke, man sollte Risiken eingehen können. Ich lese hier insgesamt bei dir aber eine gewisse Unzufriedenheit raus. Ich hoffe, dass das kein permanenter oder, wohl besser, gar kein Zustand ist. @Jerne79 Geschichte im Hauptfach? Sollte dem so sein, ändert das aber dennoch nicht viel an dem, was ich bisher geäußert habe. Dem aufmerksamen Leser wird auffallen, dass auch nicht nur von Uni-Dozenten die Rede ist, die aber selbstverständlich dieser "Lebenswelt" auch angehören und davon berichten. Du verneinst es ohne weiteres, mehr auch nicht. Von jemandem, der angibt dies studiert zu haben, bleibt die Überprüfung der genutzten Quellen aber recht zurückhaltend - wie kommst du darauf, dass ich Studienanfänger bin? Weil es deine Vorrednerin annimmt? Ich meine, man sollte im Studium gelernt haben, zu eigenständigen Schlüssen durch intellektuelle Durchdringung zu gelangen und nicht ungefragt alles wie ein Schwamm aufzusaugen. Durchgefallen.

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Kommentar von Jonnymur
15.12.2015, 02:45

@Jerne79 Ich bestreite nicht, dass du studiert hast und auch damit erfolgreich bist. Ich war nur, v.a. diese Angaben berücksichtigend, verärgert, dass mir einfach scheinbar willkürliche und haltlose Vorwürfe (Studienanfänger) gemacht werden. Ich hatte es auch bisher nicht nötig ausfallend zu werden, wie es mir hier gleich von zwei Seiten widerfuhr: "Grünschnäbeliger Student" und "Ich muss mir [...] das Lachen verkneifen". Leider habe ich mich bei meinem letzten Kommentar deshalb auch etwas hinreißen lassen, aber nun denn: Ich halte es da im Gegenzug für unglaubwürdig von "meiner" Unreife zu sprechen, v.a. wenn man bedenkt, dass man es mit Personen zu tun hat, die beruflich im Sattel sitzen und auf die eigene Erfahrung hinweisen. Ich empfinde mich zudem als hinterfragender Mensch und man kann das (vielleicht teilweise) auch an meinen sehr guten Noten absehen (den ohnehin allgemein guten Schnitten in den Geisteswissenschaften zum Trotz). Ich bin nur kein Pessimist. Wenn ich davon spreche, dass man, meiner Meinung nach und trotz fehlender Erfahrung, Risiken eingehen sollte, dann meine ich das auch so. Ich bin elitär eingestellt und nehme mir die Arroganz davon auszugehen, dass ich mich mehr als viele andere für eine gute Zukunft bemühe. Das sichert keinen Arbeitsplatz, aber eine höhere Wahrscheinlichkeit dieses Ziel zu erreichen und dabei auch ganz und gar in meinem Fach tätig zu sein. Mir geht es v.a. darum andere zu motivieren. Da schreibe ich eben von hervorragenden Berufsaussichten, die vielleicht nur ich und einige Dozenten sehen. Hauptsache man zieht nicht einfach alles in den Dreck. Das schlimmste ist doch von etwas zu leben, das man nicht voll und ganz liebt. Letztendlich tut man das vielleicht trotzdem, aber man versuchte es zumindest anders zu haben. Außerdem sagst du, du seist Archäologin - wie die andere Kommentierende ebenfalls. Ich kenne die Wege in diesen Beruf nicht wirklich gut, aber kann ich deshalb davon ausgehen, dass Geschichte nicht dein Hauptfach war? Dann denke ich, dass deine Erfahrung, wenngleich sie auch bestehen mag, hierfür nur bedingt von Nutzen ist. Ich studiere Religionswissenschaft im Nebenfach, doch halten sich meine Kenntnisse über dieses Berufsfeld in Grenzen. Sollte ich mich irren, sei deine Erfahrung nicht weiter infrage gestellt - die Rechtmäßigkeit deiner Perspektive will ich aber nicht aktiv in diesen Aspekt mithineinziehen; das lasse ich offen.

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Bei Physik musst du mit einem sehr hohen Zeitaufwand rechnen. Auch im Zweitfach (Physik ist nicht so zum "nebenbei studieren" geeignet) wirst du mindestens 40 Stunden die Woche allein darauf verwenden, musst halt schauen ob das wirklich das ist, was du willst.

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Kommentar von CountDracula
13.12.2015, 14:31

Das würde dann ja bedeuten, dass man Physik mit gar nichts kombinieren kann. 40 Wochenstunden sind immerhin 8 Stunden pro Tag, wenn man von einer fünftägigen Woche ausgeht.

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...nur nebenbei: Aus vielfacher Erfahrung (Kinder von Bekannten) weiß ich, dass der Wert / Grad des Bachelor immer mehr an Bedeutung verliert und in vielen Berufen unterschiedlichster Art der MASTER verlangt wird !

pk

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Kommentar von Jerne79
14.12.2015, 18:11

Der Bachelor kann hier gar nicht an Bedeutung verlieren, er hatte bei uns (!!!) nie eine. Während es durchaus Fächer geben mag, in denen der Bachelor eine Daseinsberechtigung hat, ist es absolut sinnlos, irgendjemanden in 6 oder 7 Semestern in irgendeiner historischen Teildisziplin ausbilden zu wollen.

Vor Bologna war schon der Stellenmarkt für Magister mehr als überschaubar, auf noch oberflächlicher ausgebildete Bachelor war nie jemand vorbereitet. Außer lausigst bezahlten Volontariaten und ähnlichen Schlumpfjobs gab es nie Möglichkeiten für B.A.s. In der Regel heißt die Konsequenz: Mach mindestens deinen Master, besser noch, promoviere. Oder verabschiede dich aus dem Fach.

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Kommentar von CountDracula
16.12.2015, 18:51

Habe ich denn etwas anderes behauptet?

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also eine gute ergenzung wäre geographie oder acheologie

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Kommentar von CountDracula
13.12.2015, 14:31

Geografie wäre eine Option (Archäologie wohl eher nicht; ich habe Rückenprobleme, da fallen Grabungen u. Ä. flach)

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