Frage von Hamsterchen3010, 191

Gebisslos reiten trotz heftigem Pferd?

Hallo,

zum wiederholten Male hatten mein Pferd und ich Probleme im Gelände. Er ist relativ heftig, sowohl in der Halle als auch auf dem Platz, und am extremsten im Gelände. Ich reite ihn immer und egal wo mit einem weichen, doppelt gebrochenen Gebiss. Gestern ist es nun zum wiederholten Male passiert, dass er im Trab und im Galopp so schnell und heftig wird, dass ich ihn einfach nicht gebremst bekomme. Er legt einfach den Kopf in den Nacken und rennt, sodass ich keinerlei Möglichkeit habe mich auch nur in den Sattel zu setzen. Mir wird das auf Dauer einfach zu gefährlich und ich habe mir nun lange Gedanken über eine Lösung für das Problem gemacht. Zum einen könnte ich ihn im Gelände auf einem Drei-Ring Gebiss reiten, oder allerdings genau das Gegenteil probieren und auf eine Gebisslose Methode umzuschnallen. Im Bereich der Gebisslosen Trensen bin ich zwar noch Neuling, bin aber eine Zeit mal mit Hackamore geritten.

Was meint ihr? Drei-Ring Gebiss, Hackamore oder doch etwas ganz anderes?

Dane im Voraus

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Viowow, 118

hallo, bevor du wild mit irgendwelchen anderen zäumungen rumversuchst, solltest du die ursache für das verhalten rausbekommen.

dabei kann dir aber nur ein erfahrener trainer helfen, und niemand aus dem internet.
mit einem hackamore wär ich vorsichtig, im ermstfall kannst du deinem pferd damit die nase berechen...
die aussage" weiches gebiss" ist auch nicht ganz richtig, denn ein gebiss ist immer so weich wie die hand die es führt....
solange du und dein pferd auf dem platz nicht zusammen arbeitet würde ich auf gelände ritte verzichten....

Antwort
von CarosPferd, 38

Ich rate dir von einem hackamore sehr ab! Da du jetzt nicht so wirkst als hättest du große Erfahrungen mit gebisslosem reiten oder mit scharfen gebissen halte ich das für eine sehr gefährliche Idee für dein Pferd da du bei einem hackamore bei falscher Anwendung deinem Pferd Schmerzen und Schaden zufügen kannst.(nicht böse gemeint, nur um dir bewusst zu machen dass solch eine Zäumung echt nicht ohne ist)

Ich würde dir raten einen guten Trainer zu nehmen, dem du das Problem schilderst und der dann erstmal mit dir auf dem Platz an der rittigkeit des Pferdes arbeitet. Bis du in der Lage bist dein Pferd auch in solchen schwierigen Situationen Sicherheit zu geben und zu kontrollieren.

Ein martingal könnte auch helfen wenn er sich entzieht indem er den Kopf in den Nacken streckt. Aber auch das bitte mit jemandem erfahrenen anschnallen, damit der Riemen zwischen den Beinen nicht zu lang verschnallt ist und das am Zügel nicht zu kurz.

Antwort
von nicinini, 98

Du solltest vllt mal ein Profi dein Pferd zeigen. Gebisslos besteht die Gefahr dein Pferd ernsthaft zu verletzten wenn es ruckartig losrennt und den Kopf umher wirft, da gewöhnt man ein Pferd oft schon früher dran oder nimmt ruhigere pferde. Vllt reicht auch so ein martingal aus. Such dir jemanden der ahnung hat und sich dein Pferd persönlich anschaut und trau hier nicht auf Meinungen von außenstehenden.

Antwort
von JaneDoe18, 44

Ich würde dir einen kompetenten Trainer empfehlen. Lass dich da ruhigen Stallkollegen oder Bekannten beraten.

Der sieht das Problem vor Ort, und erkennt dann auch eventuelle "Fehler" und wird euch hoffentlich helfen können.

Antwort
von sukueh, 89

Ich pflichte Viowow bei. Such dir Hilfe vor Ort. Einfach die Gebisse austauschen ist ja keine wirkliche Lösung, sondern "verschleiert" nur die Problematik und ist vor allen Dingen gefährlich.

Ich würde in der Halle mit dem Pferd und einem Trainer gemeinsam an der Rittigkeit des Pferdes arbeiten. Ein Trainer sollte sehen können, was du in dem Moment, in dem das Pferd schnell wird, machst. Das sollte man dann eigentlich relativ gut abstellen können. 

Wie gesagt, nur etwas an der Ausrüstung zu verändern, ohne den genauen Grund zu kennen, warum das Pferd schnell wird, bringt auf Dauer nichts. 

Antwort
von LyciaKarma, 52
 Drei-Ring Gebiss, Hackamore oder doch etwas ganz anderes?

Was ganz anderes - einen guten Bereiter.  

Und vorher Sattler, manuellen Therapeuten und Zahnarzt antanzen lassen.  

mit einem weichen, doppelt gebrochenen Gebiss

Was verstehst du unter weich? Dick?  

Die sind nicht zwingend weich. Wenn wenig Platz im Maul ist, ist das unangenehm und dann wäre ein dünnes besser.  

Mein Pferd hat zb nur Platz für 13mm Gebisse. Mehr geht nicht.  

Und ein Gebiss ist immer nur so scharf wie die Hand des Reiters!

Expertenantwort
von NanaHu, Community-Experte für Pferde & reiten, 102

Ein Doppelt gebrochenes Gebiss wirkt auf den zweiten Blick nicht ganz so sanft auf das Pferd ein, wie man vielleicht annehmen mag. Falls du dich für Gebisse und deren Einwirkungsbereiche interessierst, dann schau mal hier: http://herzenspferd.de/wirkung-gebisse/ (finde das wird ganz gut erklärt)

Auch ein Gebissloser Zaum ist nicht so harmlos wie er vielleicht auf den ersten Blick erscheint - hier kann man dem Pferd genau so Schmerzen und Schaden zufügen wie mit einem Gebiss.

Das Gebiss gegen ein schärferes aus zu tauschen, sollte nicht die Lösung des Problems sein. Sinnvoller ist es in erster Linie heraus zu finden warum sich dein Pferd so verhält. (Dabei sollte dich dein Reitlehrer unterstützen.......vielleicht hat das Pferd ja schmerzen oder sonstige Probleme die du bisher noch nicht erkannt hast).

Antwort
von DCKLFMBL, 95

Probier es mal Gebisslos das ist mein Rat ;) die meisten Pferde Laufen dann Zufriedener - es kann also wenn man es Richtig anstellt Nützlich und Besser für das Pferd sein!!!

Kommentar von friesennarr ,

Das ist ein sehr gefährlicher Tipp.

Kommentar von DCKLFMBL ,

natürlich muss man erst am Boden mit Trainer Anfangen usw. ;)

Kommentar von FelixFoxx ,

Da sollte sie zunächst einen Blick in das Kleingedruckte der Haftpflichtversicherung nehmen, ob gebisslose Zäumungen im Gelände überhaupt erlaubt sind oder die Versicherung im Schadensfall nicht zahlt! Abgesehen davon kann man mit vielen gebisslosen Zäumungen dem Pferd bei unsachgemäßen Gebrauch große Schmerzen bis zum Nasenbeinbruch zufügen....

Kommentar von DCKLFMBL ,

die Versicherungen Behaupten nur sie Würden nicht Zahlen! und natürlich muss man mit einer Gebisslosen Zäumung Auch Vorsichtig Umgehen deswegen für den Anfang besser ein Lindel oder so etwas in der Art ;)

Kommentar von FelixFoxx ,

aha...ich nehme an, Du hattest noch keinen Schadensfall...

Kommentar von friesennarr ,

Stell dir vor, manche Versicherungen behaupten das nicht nur, sondern sie zahlen dann tatsächlich nicht.

Und stell dir vor, was passiert wenn du nicht versichert bist bei einem Unfall ......... dann mußt du alles selber zahlen - da bist du für immer Bankrott.

Ein Pferd das schon Probleme macht und durchgeht, kann man nicht mal mit einer Lindl vorsichtig ausprobieren !" 

Kommentar von DCKLFMBL ,

wenn man damit Umgehen kann dann Geht auch was Schärferes

Kommentar von JaneDoe18 ,

Weder Gebiss, noch Gebisslos, sollte man über die Zügel bremsen. (Was deine Antwort jedoch "anspielt")

Ich gebe friesennarr vollkommen recht.

Ein Pferd das schon Probleme macht und durchgeht kann man nicht mal mit einer Lindl vorsichtig ausprobieren!

In einem solchen Fall hilft dann auch nichts "schärferes". Selbst wenn man damit umgehen kann. Was hier hilft ist Training. 

Kommentar von DCKLFMBL ,

klar ist Training das Wichtigste aber es kann auch sein das das Pferd Gebisslos vollkommen anders ist!

Kommentar von JaneDoe18 ,

Ein "heißes" Pferd wird nicht mal eben Lammfromm, wenn man es vom Gebiss "befreit". Und wenn, hast du einen Glücksgriff gelandet.

Dem "Glauben" ist der Besitzer der Rappstute, die du ja auf einem Bild schon kennenlernen durftest, nämlich auch nachgegangen. Das Pferd war zeitweise die Hölle. Auf dem Platz schwer, im Gelände nahezu garnicht kontrollierbar. Tja, Gebisslos wurde das ganze jedoch auch nicht besser. Im Gegenteil. 

Haben jetzt fast 3 Jahre harte Arbeit, eine Sattelmaßanfertigung und viel Geduld investiert. Langsam wird sie wieder. Sogar das Kopfschlagen während des Reitens hat sie gänzlich abgelegt. Gebisslos findet sie aber immernoch nicht toll. Sie weigert sich den Kopf in den Zaum zu stecken, sobald die Zügel überm Hals liegen. (Gebiss nimmt sie ohne Zögern aus der Hand). Sie läuft verkrampft, beginnt zu rennen und wirft in seltenen Fällen sogar den Kopf wieder.

Man kann ein Pferd eben nicht zu seinem "Glück" zwingen, und vor allem, kann man nicht alle Pferde in einen Hut stecken!

Kommentar von Isildur ,

die Versicherungen sind noch nicht mal das größte Problem. Lass da mal einen Unfall geschehen und jemand anderen Verletzt sein. Je nach Anwalt und Richter kann das ganz hässlich werden, wenn da eine Anklage wegen KV (im schlimmsten Fall sogar mi Todefolge) im Raum steht und bekannt wird, dass ein "schwieriges" Pferd ohne Gebiss geritten wurde. In einigen kommentierungen der StVO ist auch zu lesen, dass eine gebisslose Zäumung nicht mit den Vorschrften aus §28StVO abgedeckt sind. Sollte man in dem VErfahren zu dem Ergebniss kommen dass die Sicherung nicht "ausreichend" war, wird auch die Versicherung in den meisten Fällen nicht mehr zahlen

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