Frage von Reality010, 324

Gab es den homo capensis bzw. Boskop Menschen wirklich (Bild) ?

Anhand der Kopfgröße müsste er ja unheimlich intelligent sein. 

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DiegoderAeltere, Community-Experte für Biologie & Evolution, 210

Diese Artbezeichnung wurde auf Basis eines einzelnen Fossilfundes aufgestellt. Dabei handelte es sich um 10.000 - 30.000 Jahre alte Teile des Stirn-, Scheitel- und Hinterhauptsbeins eines erwachsenen Menschen. Das anhand des Fundes geschätzte Hirnvolumen beträgt etwa 1800 ml, was deutlich über dem heutigen Durchschnitt liegt. Für einige Wissenschaftler war dies Grund genug, für diesen Fund eine eigene Spezies aufzustellen.

Allerdings gibt es heute noch zahlreiche Leute mit einem ähnlich großen oder größeren Gehirnvolumen. Das durchschnittliche Gehirnvolumen beim Mann beträgt etwa 1440 ml, aber es gibt natürlich drastische Ausschläge in beide Richtungen. Insofern ist es naheliegend, dass es sich bei dem Boskopmenschen "nur" um einen ordinären Homo sapiens handelte, der eventuell besonders groß war oder am Wasserkopfsyndrom litt.

Aber interessanterweise deuten einige Untersuchungen tatsächlich darauf hin, dass das Gehirnvolumen des Menschen in den letzten 15.000 Jahren tatsächlich geringfügig abgenommen hat. Mit einem Verlust an Denkleistung ging das nicht zwangsläufig einher, denn die Größe eines Gehirns ist nur eine Faktor von mehreren und bei weitem nicht der wichtigste, der die Intelligenz beeinflusst. Albert Einsteins Gehirnvolumen beispielsweise lag deutlich unter dem Durchschnitt. Auch Frauen, deren Gehirn durchschnittlich 100 ml kleiner ist als das des durchschnittlichen Mannes, sind nicht zwangsläufig weniger intelligent als Männer.

Das beigefügte Bild zeigt übrigens nicht eine Rekonstruktion des Boskopmenschen, sondern einen deformierten Schädel, was in einigen Kulturen absichtlich durch Bandagieren des Kopfes im Säuglingsalter erreicht wurde und wird. Der Grund sind sehr fragwürdige Schönheitsideale.

Kommentar von mychrissie ,

Dieses "Schönheitsideal" durch deformation ist natürlich auch für mich fragwürdig. Ich schätze aber, dass zukünftige Kulturen, wenn sie noch Exemplare der "BUNTEN" oder "MEN'S HEALTH" auffinden, auch unsere derzeitigen Schönheitsideale für ziemlich fragwürdig halten könnten. :-)

Kommentar von DiegoderAeltere ,

Sie sind heute schon fragwürdig. Aber immerhin sind wir noch nicht so weit, dass wir unseren Neugeborenen Brustimplantate einsetzen.

Kommentar von mychrissie ,

Kommt noch! :-)

Kommentar von DiegoderAeltere ,

Danke für den Stern!

Antwort
von chog77, 142

In vielen Kulturen war es üblich Säuglinge zu deformieren um ein Schönheitsideal zu erreichen (z.B. Lotusfüße, Tellerlippe...). Beabsichtigte Schädeldeformationen, vor allem in Afrika, waren nichts Ungewöhnliches.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schädeldeformation

Antwort
von Andrastor, 156

Soweit ich weiß handelt es sich dabei nicht um eine eigene Art, sondern um eine Mutation, einen Gendeffekt.

Antwort
von voayager, 168

Es war nicht gerade unheimlich intelligent Säuglingen den Kopf zu strecken.

Antwort
von Fujin, 150

Es wurden Knochen gefunden und auch untersucht, die Wissenschaft spricht also dafür.


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