Frage von Nayaneleven, 170

Fusion von Deutschland und Österreich?

Hallo,
ich habe eine (im Hinblick auf die 30er und 40er Jahre des 20. Jh) etwas brisante Frage: Wäre es zur heutigen Zeit möglich Österreich und Deutschland zu einem Staat zu fusionieren? Ich meine Österreich und Deutschland verbindet seit jeher eine gemeinsame Geschichte und Kultur, nicht nur im Bezug auf den nahreliegenden Umsatand des 2. WKs sondern auch davor: das HHR, welches Jahrhunderte überdauerte wurde von Österreich dominiert, ein Reich, welches im 19. Jh. bei der deutschen Reichsgründung leider ausgeschlossen wurde, da ja die Gründung von Preußen ausging. Die Angleichung unter Hitler war zwar eher eine Besetzung, jedoch kann man schlecht verleugnen, dass Deutschland und Österreich kulturell eng miteinander in Beziehung stehen (lediglich die Diversität der letzten Jahrzehnte treibt diese weiter auseinander). Wirtschaftlich wäre es jedenfalls ein Gewinn an internationaler Stärke und Durchsetzungskraft.
Deshalb frage ich: ist es überhaupt möglich! Hat es jemand in den letzten Jahren bereits versucht bzw. gibt es befürwortende Bewegungen? Und was meint ihr, wäre das überhaupt sinnvoll?

Und ich bitte euch keine abwertenden Hitler-Kommentare oder ähnliches zu stellen. ich denke wir können über das ohne sowas reden ;)

mit freundlichen Grüßen

Nayan11

Antwort
von Bueskytter, 85

Nein, mit der österreichischen Unabhängigkeitserklärung 1955 wurde ein Anschlussverbot in den österreichischen Staatsvertrag aufgenommen – darin verpflichtet sich Österreich, politisch und wirtschaftlich unabhängig von Deutschland zu agieren. Das macht eine erneute Vereinigung der beiden Staaten unmöglich. 

1. Die Alliierten und Assoziierten Mächte erklären, daß eine politische oder wirtschaftliche Vereinigung zwischen Österreich und Deutschland verboten ist. Österreich anerkennt voll und ganz seine Verantwortlichkeiten auf diesem Gebiete und wird keine wie immer geartete politische oder wirtschaftliche Vereinigung mit Deutschland eingehen.
2. Um einer solchen Vereinigung vorzubeugen, wird Österreich keinerlei Vereinbarung mit Deutschland treffen oder irgendeine Handlung setzen oder irgendwelche Maßnahmen treffen, die geeignet wären, unmittelbar oder mittelbar eine politische oder wirtschaftliche Vereinigung mit Deutschland zu fördern oder seine territoriale Unversehrtheit oder politische oder wirtschaftliche Unabhängigkeit zu beeinträchtigen. Österreich verpflichtet sich ferner, innerhalb seines Gebietes jede Handlung zu verhindern, die geeignet wäre, eine solche Vereinigung mittelbar oder unmittelbar zu fördern, und wird den Bestand, das Wiederaufleben und die Tätigkeit jeglicher Organisationen, welche die politische oder wirtschaftliche Vereinigung mit Deutschland zum Ziele haben, sowie großdeutsche Propaganda zugunsten der Vereinigung mit Deutschland verhindern. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Anschlussverbot#Staatsvertrag\_1955)

Kommentar von Nayaneleven ,

mhmm... das ist schade. Ich denke ich werde mich da gleich mal einlesen, danke ;)

Antwort
von Jonnymur, 83

Genaugenommen war Österreich lange Zeit ein deutsches Land wie jedes andere, mit dem Unterschied, dass es, wie du schon schreibst, eben 1871 nicht Teil des Deutschen Reichs wurde.
Im Kalten Krieg entwickelte Österreich schließlich eine eigene nationale Identität. Seitdem gibt es keinen Grund, dass Deutschland Österreich aufnimmt. Anders wäre es, wenn sich die meisten Österreicher wieder als Deutsche verstehen würden. Pangermanismus ohne Gegenseitigkeit ist hingegen ganz und gar nicht wünschenswert.

Der österreichische Staatsvertrag beinhaltet ein Anschlussverbot, aber solche juristischen Vorkehrungen verlieren rasch an Bedeutung, wenn sie kaum noch Zustimmung finden.

Kommentar von Nayaneleven ,

Interessant. Also meinst du, dass Österreich nicht mehr als "deutsch" angesehen werden kann? Ich meine ich kann schlecht abschätzen inwieweit Österreich sich kulturell in den letzten Jahrzehnten von Deutschland divergieren konnte :-/
Aber deine Überlegung finde ich auch interessant, dass juristische Grenzen eher von der Anzahl der Anhänger einer Idee abhängen :D

Kommentar von Jonnymur ,

@Nayaneleven Es sei zu bedenken, dass schon die kulturellen Unterschiede innerhalb Deutschlands sich stark äußern. Bayern und Hanseaten, Sachsen und Saarländer - da liegen teils Welten zwischen.
Weder Deutschland, noch das kleine Österreich haben jeweils eine überwiegend homogene Kultur. Der wesentliche kulturelle Unterschied liegt in den staatlichen Kulturelementen, die konstruiert werden (politische, nationale, wirtschaftliche Kultur etc.). Allein die Tatsache, dass sich ein Österreicher in der Nationalität nicht als Deutscher sieht, gibt den Anstoß dafür die eigene Kultur (unbewusst oder bewusst) durch staatliche Elemente abzugrenzen. Natürlich ist das nicht allgemeingültig. Vergleicht man Deutschland mit Japan oder Äthiopien wird der kulturelle Unterschied weitaus mehr als eine nationale und staatliche Konstruktion sein. Nur teilen wir mit Österreich nunmal eine Sprache und den weitaus größten Teil der Geschichte. Somit bleibt der wesentliche Unterschied in der nationalen Selbstbestimmung. Doch auch so eine Differenz hat eine Daseinsberechtigung. Die Nation ist ein Konstruktion und sollte unseren persönlichen Wünschen zur Selbstverwirklichung dienen.

Kommentar von Abahatchi ,

Genaugenommen war Österreich lange Zeit ein deutsches Land wie jedes andere,

Genau genommen ist Österreich noch immer ein deutsches Land, so Sachsen oder Hessen auch deutsche Länder sind. Selbst die Eidgenossen der Schweiz sind Deutsche, nur dasz sie eben nicht dem einem gröszerem Bund BRD beitraten. Mecklenburger sind genau so Germanen, so Schweizer oder Lichtensteiner Germanen sind. Die Deutschen der Schweiz hatten nur nach Karl ihr eigenes Ding gemacht. Genau genommen hätte ja die DDR nicht der BRD beitreten müssen. Sie hätte ja auch mit Lichtenstein zusammen gehen können. Die Hoheitsgebiete der Deutschen Nation ist geprägt von Kleinstaaterei und es gab immer wieder versuche, einen gemeinsamen Staat zu errichten. Dies gelang genau genommen nur als Heiliges Römisches Reich - Deutscher Nation. Von mir aus hätte es auch keine Einheit mit der DDR geben müssen. Mauer weg, Diktatur weg, das ist doch was zählt. Warum nun wegen dem Fall der Mauer unbedingt die DDR und BRD zusammen kommen muszten? Mir wäre es egal gewesen. Es hätte dann eben vier gröszere deutsche Staaten gegeben, nah und? 

Nun sind es halt nur noch drei und Lichtenstein. Geht es nun den Lichtensteinern schlechter, nur weil sie keine Union mit der Schweiz eingehen oder mit Österreich oder oder oder? Hinzu kommt, dasz die Schweiz eigentlich nicht die Schweiz ist. Die Schweiz ist historisch betrachtet nur ein Teil von dem, was wir heute als Schweiz bezeichnen. Das wäre ja fast so, als würden wir heute alle Deutschen als Hessen bezeichnen. Weiterhin kommt noch hinzu, dasz schon vom Dialekt her, ich Niederländer und Norweger besser verstehe als Schwaben. Mir sind Niederländer und Norweger vom Gefühl her deutscher als Bajuwaren. Liegt vermutlich auch daran, das durch die Hanse und das Platt der Hanse, man sich sprachlich einfach nahe war und die selbe Sprache hatte. Leider kann heute kaum noch einer richtig platt, auszer die Niederländer oder Norweger, denn für mich klingt das wie eine nette Form von Platt.

Kommentar von Jonnymur ,

@Abahatchi "Deutsch" als Nationalität ist, wie die Nation selbst, eine Konstruktion - das ist der wissenschaftliche Konsens. Germanisch ist eine Sprachgruppe, keine Sprache. Entsprechend sind norwegisch und niederländisch nicht nur Dialekte. Auch was eine Sprache ist und was sich ihr zuordnen lässt, kann meist wissenschaftlich geklärt werden.

Das Heilige Römische Reich war kein Versuch die deutsche Kleinstaaterei aufzuheben. "Deutsch" zu sein war bis zur
Entwicklung des modernen Nationalismus eine hintergründige Information, die fast nichts mit den politischen Verhältnissen zu tun hatte - bzw. ließ sich das Gegenteil bisher nicht nachweisen.

Deutsch zu sprechen und deutsch zu sein, sind oft genug zwei verschiedene Dinge.

Kommentar von WDHWDH ,

Hast du es schon einmal mit Geschichte probiert. Vor 1871 war das "Deutsche biet" ein Haufen von 29 zerstrittenen Ländern. Da war "Österreich" schon 600 Jahre ein Reich -ein Vielvölkerstaat. Wollen die Österreicher "Deutsche" sein-welche Deutsche. usw

Kommentar von Jonnymur ,

@WDHWDH Du scheinst nicht mal bis zum Ende meines ersten Satzes gelesen zu haben. Ansonsten würdest du die Reichsgründung von 1871 nicht als eine von dir eingeworfene Information betrachten.
Deutschland war ein zerstrittener Haufen vieler Staaten - und v.a. Österreich war einer von ihnen.

Es gehört zu einem Staat zudem deutlich mehr als andere Völker, um ein Vielvölkerstaat zu sein. Diese anderen Völker tendierten dazu sich von den deutschen Österreichern abzugrenzen, v.a. die Ungarn. Österreich war kein Vielvölkerstaat, sondern wurde es erst 1867 mit der Umformung zu Österreich-Ungarn. Mit dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns erneute sich die Frage eines im deutschen Nationalstaat eingebundenen Österreich.

Die Absonderung Österreichs aus der deutschen Geschichte wird in der seriösen Geschichtswissenschaft von niemandem betrieben. Es war unbestreitbar deutsch. Auch der Begriff "Großdeutsche Lösung" zum 19. Jahrhundert wird dir wahrscheinlich etwas sagen.

Antwort
von sugarplum, 82

Durch den Staatsvertrag 1955 ist ein Anschlussverbot verhängt bzw. aktualisiert worden. 

Zitat Wikipedia zum Staatsvertrag 1955:

1. Die Alliierten und Assoziierten Mächte erklären, daß eine politische oder wirtschaftliche Vereinigung zwischen Österreich und Deutschland verboten ist. Österreich anerkennt voll und ganz seine Verantwortlichkeiten auf diesem Gebiete und wird keine wie immer geartete politische oder wirtschaftliche Vereinigung mit Deutschland eingehen.
2. Um einer solchen Vereinigung vorzubeugen, wird Österreich keinerlei Vereinbarung mit Deutschland treffen oder irgendeine Handlung setzen oder irgendwelche Maßnahmen treffen, die geeignet wären, unmittelbar oder mittelbar eine politische oder wirtschaftliche Vereinigung mit Deutschland zu fördern oder seine territoriale Unversehrtheit oder politische oder wirtschaftliche Unabhängigkeit zu beeinträchtigen. Österreich verpflichtet sich ferner, innerhalb seines Gebietes jede Handlung zu verhindern, die geeignet wäre, eine solche Vereinigung mittelbar oder unmittelbar zu fördern, und wird den Bestand, das Wiederaufleben und die Tätigkeit jeglicher Organisationen, welche die politische oder wirtschaftliche Vereinigung mit Deutschland zum Ziele haben, sowie großdeutsche Propaganda zugunsten der Vereinigung mit Deutschland verhindern.
Ich persönlich glaube auch nicht, dass es zustande kommen würde, auch wenn es erlaubt wäre. Österreicher sind ja bekanntlich nicht die größten Fans der Deutschen :D Umgekehrt wirds wohl auch nicht anders sein.
Kommentar von Abahatchi ,

Durch den Staatsvertrag 1955 ist ein Anschlussverbot verhängt bzw. aktualisiert worden.

Auf Papier steht immer viel und ist nur so lange bindend, so lange sich die Menschen daran halten. Nach dem 2. Weltkrieg war per Vertrag Berlin unter vier Mächte-Status, so hätte der sowjetische Sektor nie Hauptstadt der DDR hätte werden dürfen. Und? Berlin war Hauptstadt der DDR oder nicht?

Kommentar von sugarplum ,

Deshalb auch "aktualisiert", weil das Gesetz, wie wir ja alle wissen, vorher schon gebrochen wurde. Jedes Gesetz setzt voraus, dass man sich daran hält, aber natürlich ist das nicht immer der Fall. Sie wollte eine Antwort auf ihre Frage und hat sie bekommen, ich weiß nicht warum man da noch herum diskutieren und alles in Frage stellen muss? 

Kommentar von Abahatchi ,

warum man da noch herum diskutieren und alles in Frage stellen

Habe ich doch gar nicht, mein Kommentar war lediglich als Ergänzung zu Deiner Antwort gedacht. Eben, das alles nur so lange so ist wie es ist, so lange die Menschen die es betrifft, sich daran halten. Wenn alle sagen, nö, dann machen sie es eh anders. Wie man so was dann nennt, ist ja erst einmal unwichtig. Es entscheiden jene, die die Macht zur Entscheidung haben, egal was vorher vereinbart wurde. Wenn also die Österreicher mit der Schweiz fusionieren, wer könnte sie daran hindern? Wenn Bundesdeutsche und Österreicher fusionieren, wer will es verhindern, wenn sich Bundesdeutsche und Österreicher einig wären?

Es geht also nur um eine Ergänzung zu Deiner Antwort. 

Antwort
von Lennister, 68

Nein. Das wird durch den österreichischen Staatsvertrag verboten, wäre also rechtlich schwer machbar. 

Kommentar von Abahatchi ,

Verträge stehen auf Papier uns sind nur so lange bindend, so lange Menschen sich daran halten. Wenn ich sehe, was bezüglich den Menschenrechtskonventionen viele Staaten unterzeichnet haben und was tatsächlich gemacht wird.....

Auf dem Papier kann viel stehen. Sollten irgendwann Österreicher und Schweizer beschlieszen, dasz sie in einem gemeinsamen Staat leben wollen, welches Papier, welcher Staatsvertrag könnte sie daran hindern? Wer könnte die Bundesdeutschen und die österreichischen Deutschen daran hindern?

Antwort
von Accountowner08, 56

nein. Und es wäre für kein Gewinn. Die Akzeptanz in Österreich wäre sehr, sehr schlecht. Schon alleine die Idee lässt einem alle Haare zu berge stehen.

Insofern stellt man sich mit so einem Vorschlag sofort selbst in die rechtsextreme Ecke, ganz eindeutig...

Kommentar von Nayaneleven ,

Mhmm, also sind die Österreicher eher abgetan von Deutschland oder wie darf ich das jetzt verstehen? :-/
Ja das stimmt. Schade eigentlich, dass die Menschen alles direkt mit dem Nationalsozialismus in Verbindung bringen. Naja…

Kommentar von Accountowner08 ,

Schau, die Deutschen mögen sich ja untereinander auch nicht, Ossis gegen Wessis, Bayern gegen Preussen, Ostfriesen für alle die dümmsten (oder doch die Bayern? oder gar die Schwaben?)

Von aussen wird Deutschland als eine grosse Einheit wahrgenommen und erschreckt alleine durch die Grösse.

Wenn du also als Deutscher auf die Idee kommst, Österreich zu annektieren, wirst du auf wenig Gegenliebe stossen.

Sogar die Ossis, die ja selber für den "Anschluss" der DDR an die BRD gestimmt haben, und in die die BRD 2 Billionen Euro gebuttert hat, und die sich kulturell als "Deutsche" wahrnehmen beklagen sich doch heute über die "Wiedervereinigung"...

Antwort
von Nijori, 77

Möglich ist so zimmlich alles mit der richtigen Motivation aber ich denke nicht das da genug Einverständnis is den jeweiligen Regierungen besteht und vorallem wozu Länder sind heute sowieso schon viel zu groß.


Kommentar von Nayaneleven ,

Inwiefern "zu groß"? :)

Kommentar von Nijori ,

Bei Demokratie im großen Stil gehen meiner Meinung nach die Ansichten der einzelnen unter.

Nicht das ich wirklich daran glaube das unsere Meinung in der jetzigen Gesellschaft einen Pieps wert ist, aber rein theorethisch desto mehr Wähler eine Demokratie hat, desto ehr stagniert sie politisch in der Mitte zwischen Entscheidungen und ist nur darauf bedacht den bisherigen Status zu erhalten.

Ich persönlich bin sehr links orientiert, auch wenn ich weiß das Kommunismus mit Menschen nicht klappt, ist es finde ich der beste Ansatz und dazu kommt noch das ich mehr Wert auf Naturschutz als auf Menschenwohl lege.
Keine sonderlich populäre Einstellung oder?
Es gibt sicher sehr wenig Wähler die diese Werte teilen, in Wahlen bei denen mehrere Millionen wählen käme diese Einstellung vermutlich nichtmal auf 1/2 %Punkt.

In kleineren Staaten würde jede Stimme prozentual mehr zählen und vllt würden sich so die Bürger in Sicht auf ihre Ideologie sogar staatlich gruppieren.

Sicher kann man jetzt auch schon in ein anderes Land ziehen, aber wenn wir uns die politische Weltkarte mal genau ansehen, sonderliche Unterschiede gibt es zwischen den Demokratien nicht.
Unsere kommunistischen Länder missbrauchen ihren Einfluss man siehe China, Länder ohne starke Regierung sind auch kein schöner Ort, dort wo eigentlich Anarchie gedeihen könnte, toben sich die Militärs reicher Staaten aus oder Großkonzerne rauben die Rohstoffe und von Diktaturen mag ich garnicht anfangen.

Mit kleineren Staaten wäre auch das Militär kleiner und die Einmischungen in anderer Staaten Angelegenheiten viel schwerer.
Natürlich würde das Problem mit Großkonzernen bestehen bleiben, aber durch viel mehr Grenzen und verschiedene Einstellungen zu dieser Art von Wirtschaft würden auch denen Schranken gesetzt werden.

Wer die gemäßigte Einstellung die im Moment herrscht gut findet würde auch nicht benachteiligt werden, man müsste nur eben damit leben das nicht mehr so viele Leute der selben Meinung sind oder wie gesagt Ideologiebasierte Staaten bilden.

Sicher ist das alles nur Gedankenspielerei, aber gehen wir doch mal vom Idealfall aus und sagen es wird gemacht es bilden sich ideologische Kleinstaaten.
Der einzige wirkliche Nachteil den ich sehe sind Staaten die ihre Ideologie gewaltsam ausbreiten wollten, was sich durch Bündnisse eingrenzen ließe.
Außerdem glaube ich das Menschen die unter ideologisch gleichgesinnten leben und damit verstanden werden, anstatt das Gefühl haben zu müssen ungehört zu bleiben, seltener radikale Tendenzen zeigen, wenn es nicht grade eine Ideologie mit Hass auf eine andere Gruppe von Menschen ist.

Korrigiert mich wenn ich falsch liege ;)

Und an alle die hier Träumer, wird eh nix, wie soll das funktionieren und logistische Probleme des ganzen anbringen wollen, es ist ne Gedankenspielerei die von Kooperation und dem Idealfall ausgeht...hängt euch nicht immer so an der traurigen Realität auf.

Kommentar von Nayaneleven ,

Uff, das ist sehr kompliziert.
Ich denke das Problem an der "Zerstückelung" in kleine Staaten verlagert nur das Problem auf die Regierungsebenen: letzten Endes ist die Welt in den vergangenen Jahrhunderten immer kleiner geworden. Die Bestimmungen der Menschen in Amerika wirken auf uns genauso wie die in Frankreich. Wenn du viele kleine Staaten hast, sind diese vielleicht in ihren politischen Feldern homogener und "lebhafter" bzw. du hast dann weniger gemäßigte, sondern z.B. einen Staat in dem alle für Atomenergie sind und einen anderen in dem alle für Windenergie sind. Aber nun hast du das Problem nur verlagert, denn die Menschen aller Staaten und Kulturen der Welt bilden ein Kontinuum. Das heißt, um etwas großes zu erreichen müssen sich letzten Endes die Regierungen der beiden Staaten nun einigen, ob man auf Atomkraft oder Windkraft setzen soll. Und dabei hast du dann im Allgemeinen zwar innerhalb der Staaten weniger Wähler, also weniger Menschen, die sich einigen müssen, aber auf der Regierungsebenen mehr Staaten und damit mehr "Wähler auf internationaler Ebene" wenn du verstehst was ich meine. Auf die EU übertragen wäre es zum Beispiel extrem problematisch, wenn 1000 kleine Staaten auf einen gemeinsamen Nenner kommen müssten. Und das ist heutzutage, wie ich finde, ziemlich wichtig.
Es ist leider das Zeitalter der Kompromisse, so unbequem das auch klingt.

Kommentar von Nijori ,

Ist schon klar, wie du Menschen auch verteilst, es bleiben Menschen und da ist wohl das tatsächliche Problem.

Nur bin ich mir nicht ganz sicher was du mit etwas großes erreichen meinst, aus meiner Sicht hat die Menschheit bisher nicht viel erreicht und sehe da auch nix kommen.

Ich bin nicht vollkommen gegen Fortschritt, aber man muss auch nicht hetzen, so belehrend und dumm das von ner 23 Jährigen Nase ohne Lebenserfahrung klingt, Wissen und die Weisheit, Zurückhaltung zu üben das Wissen nicht anzuwenden, sollten Hand in Hand gehen.

Mit dem Wissen kann man der Menschheit nur gratulieren, so viele unschöne Aspekte wir auch als Spezies haben die Neugier wissen zu wollen ist etwas schönes und davon haben wir wahrlich genug, das Problem ist nur das wir im Punkt Zurückhaltung und Weisheit nicht weiter sind als alle anderen Tiere der Welt.

Solange wir wie jedes andere Tier denken sollte man eigentlich so gut es geht versuchen Fortschritt zu meiden oder gar Rückschritt in Betracht ziehen.

Als Spezies und Gesellschaft kommen wir langsam zu einem längst überfälligen Punkt.
Uns wirklich von den Tieren zu trennen, sprich die Impulse abzulegen die unser Zusammenleben im Moment bestimmen, obwohl sie schon jeden Nutzen verloren haben den sie in den Grenzen der Natur hatten.

Oder weitermachen wie gehabt, ohne uns zu entwickeln, mit Grundimpulsen die für das harte Überleben geschaffen sind, in einer Gesellschaft in der man schon längst nicht mehr ums überleben kämpfen müsste, sondern mit Fokus auf das Gemeinwohl viel weiter kommen würde.


Ja das geht jetzt noch etwas tiefer als ne Staatendiskussion, aber ich finde das ist untrennbar verbunden.

Unser jetziges Motivationssystem, das darauf basiert, dass jeder mehr bekommen könnte, müsste einem weichen in dem jeder damit zufrieden ist genug zu haben.
Um wirklich globale Verbundenheit zu gewährleisten ist es meiner Meinung nach unerlässlich, dass wir unsere kapitalistische und konsumgesellschaftliche Einstellung ablegen.

Zu viel in unserer Gesellschaft ist auf materiellen Gewinn als Ziel und Motivation ausgerichtet so schafft man nur Konkurrenzdenken und appeliert an unsere niederen Instinkte, die wir zum überleben ablegen müssten.

Antwort
von voayager, 36

Die Idee ist völlig abwegig, da Österreich schon lange einen eigenen Weg geht, eine eigene Identität hat. Es gibt keinen ersichtlichen Grund dass beide Staaten fusionieren sollten. Mal davon abgesehen ist das laut östrreichischem Staatsvertrag auch garnicht möglich und das ist gut so.

Kommentar von Abahatchi ,

Mal davon abgesehen ist das laut östrreichischem Staatsvertrag auch garnicht möglich und das ist gut so.

Was wäre daran nicht gut? Ich sehe zwar momentan keinen Grund für eine Fusion dieser beiden deutschen Staaten, aber was wäre denn so schlimm, wenn Schweiz, Lichtenstein, Österreich und die Bundesrepublik Deutschland nach sehr langen Zeiten wieder einen mehr oder weniger einheitlichen Staat bilden? Immerhin sind es alle friedliche und demokratische Staaten! Wenn es die Menschen wollen würden, wer sagt denn, dasz Österreichern nicht das Papier "Staatsvertrag" ignorieren könnten? Wer wollte sie denn daran hindern können? Wer wollten es denn verhindern, wenn sich 96 Millionen Menschen dafür entscheiden würden, in einem Bund zu leben? Was heute viele als Deutschland bezeichnen, ist ja nur ein Bund. Ein Bund aus Bayern, Sachsen und anderen Kuriositäten. Ob sich diesem Bund deutscher Staaten wie 1990 nicht nur Mecklenburg oder Anhalt schlieszen, sondern auch noch Lichtensteiner, wenn juckts?

Grusz Abahatchi

Kommentar von voayager ,

Ganz Europa hatte in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Deutschl. gesammelt. Dann würde eine solche Fusion die nationalen Idwentitäten weitestgehend auslöschen und D. würde eh alle Eingemeideten in seinem Sinne vereinnahmen.

Deutschl. ist übrigens keineswegs friedlich, siehe die Kriegsbetweiligungen der Bundeswehr, siehe im Innern die so häufig brenenden Asylunterkünfte.

Kommentar von Abahatchi ,

Deutschl. ist übrigens keineswegs friedlich, siehe die Kriegsbetweiligungen der Bundeswehr,

Ich sehe dies etwas differenziert, denn es gibt auch den Tatbestand von unterlassener Hilfeleistung. Das beziehe ich nicht nur auf einzelne Personen, sondern auch auf Staaten.

siehe im Innern die so häufig brenenden Asylunterkünfte.

Dies ist durchaus widerlich, jedoch meinte ich nicht das Handeln von einigen Kriminellen. Es gibt wohl in jedem noch so "lieben" Staat Irre, die auch mal jemanden ermorden. 

Kommentar von voayager ,

nur häufen sich die Schandtaten in den letzten Jahren auf erschreckende Weise und das ist nicht was Übliches, ist nicht hinzunehmen

Kommentar von Abahatchi ,

ich habe natürlich keine Ahnung, wie alt Du bist aber aus meiner Sicht nehmen auf der Länge meiner Erfahrungen die "Schandtaten" der Deutschen eher ab. Es gibt zwar immer Schwankungen wie an der Börse, doch die längerfristige Tendenz ist abnehmend. 

Kommentar von voayager ,

setz entweder mal ne andere Brille auf, oder lies mal andere Zeitungen, dann erfährst du so auch mal was Anderes, als bis jetzt gewohnt.

Kommentar von Abahatchi ,

setz entweder mal ne andere Brille auf, oder lies mal andere Zeitungen, 

Was soll das denn jetzt? Du meinst also, dasz es an einer Brille liegt und an den Zeitungen? Ich kann mir nicht vorstellen, dasz die Zeiten nach dem ersten Weltkrieg, vor dem zweiten Weltkrieg und der zweite Weltkrieg selbst, die wohl recht bedenklich waren, besser waren als das heutige verbliebene Deutschland. 

Aus meiner Sicht und Zeitspanne ist Deutschland besser als früher, denn früher Standen meine Verwandten als Wachen im Gefangenenlager oder vor Stalingrad.

dann erfährst du so auch mal was Anderes, als bis jetzt gewohnt.

Und...was bist Du bist jetzt gewohnt? Vielleicht hättest Du selbst mal miterlebt sollen, wie Juden in den Straszen zusammen getrieben wurden, und mit Zügen weggefahren wurden. Dann wüstest Du, das es heute nicht mehr so schlimm ist. Heute ist Deutschland bei weitem besser, als das Deutschland, das ich kennen lernen muszte.

Antwort
von Julutex, 64

Natürlich wäre es möglich wird aber nicht passieren weil sie werden zb einrn namen brsuchen deutschlsnd österreich oder einen komplett neuen usw.

Kommentar von Nayaneleven ,

Entschuldige, ich habe nicht so ganz verstanden, was du meintest. Inwiefern hat das mit dem Namen zu tun? :-/

Kommentar von Abahatchi ,

Wieso musz man einen neuen Namen suchen? Bayern heiszt ja immer noch Bayern und Sachsen noch immer Sachsen, selbst nachdem sie Mitglied im Bund der deutschen Republik wurden. Wir in der BRD sind ja nicht einfach Ober-Deutschland, Haupt-Deutschland oder das Deutsche-Reich, sondern eine Bundesrepublik aus vielen deutschen Staaten bzw. Ländern. Also genauer: Bundesrepublik Deutschland. Die mit dem Ende der DDR gegründeten Länder wurden ja auch Mitglied in der BRD. Ging es also auch in diesem Fall, warum soll es nicht in anderen Fällen auch gehen?

Kommentar von voayager ,

weil das zumindest die Österreicher garnicht wollen!

Antwort
von Modem1, 26

Das sollte jeden klar sein das dies unerwünscht ist von den Alliierten. Schon nach dem 1. Weltkrieg wurde eine positive Abstimmung der Österreicher zur Angliederung an Deutschland von Frankreich verhindert.

Kommentar von Nayaneleven ,

Nun ja, Frankreich wollte auch die Mitgliedschaft von England in der EU verhindern… 4 mal soweit ich weiß? :D Ich denke damals war es unter den Alliierten wünschenswert Deutschland so weit es möglich ist zu schwächen, da man darin eine Bedrohung sah, aber heute gibt es innerhalb von West-Europa keine militärisch erwähnenswerten Auseinandersetzungen mehr. Die Gefechte verlagern sich von militärisch zu diplomatisch/wirtschaftlich und außerdem sitzen alle Europäer im selben Boot, ob sie es wollen oder nicht. Ein 3. Weltkrieg würde jedenfalls nicht mehr den Ausgang aus Deutschland nehmen, egal ob Österreich angefügt wird, oder nicht ;)

Kommentar von Modem1 ,

Keine Einwände Sire, nur trauen die Uns nicht über den Weg.

Antwort
von WillTell, 56

Dein Gedanke ist obsolet. Die Vereinigten Staaten von Europa sind in Brüssel schon das mittel-langfristige Ziel. Dem Menschen bzw. dem Bürger wird das wohl keine Vorteile bringen. Industrie, Wirtschaft und den anderen Mächtigen wird das sehr munden.

Kommentar von Nayaneleven ,

Ja, dem 1. stimme ich zu, die Europäische Union als integrativer Staat aller Europäischen Mächte wäre auf lange (und zwar sehr lange) Sicht ein schöner Traum bzw. ein erstrebenswertes Ziel. Jedoch unterliegt diese Union bereits seit einigen Jahren/Jahrzehnten einem Prestigeverfall insbesondere in Hinblick auf die Funktionalität der politischen Führungsorgane und auch die Bevölkerung innerhalb der Mitgliedsstaaten tut sich oft schwer die Kompromisse der Union einzugehen. Letztenendes hat auch die Flüchtlingskriese gezeigt, wie unorganisiert bzw. schwach die UNion noch immer auch nach so vielen Jahren ist, also wäre es noch immer möglich, dass sie auch zerbrechen kann (das Heilige Römische Reich wurde auch irgendwann aufgelöst, wenn auch unter anderen Umständen, und befand sich bis dahin in einer politischen Sackgasse).

Aber ich denke schon, dass bei einer Einigung der Europäischen Staaten die Bürger ebenso wie die "Großen" profitieren könnten, würde es zumindest die internationale Durchsetzungskraft und Unabhängigkeit von anderen Supermächten wie USA oder China sichern. Einige Vorzüge, wie geringere Zölle und der Wegfall vieler Grenzkontrollen sind ja inzwischen "nichts Besonderes" mehr, aber dennoch angenehm :)

Kommentar von WillTell ,

Aha, die EU tut sich also schwer, wenn unsere deutsche Alleingängerin etwas durchsetzen will und alle anderen auf ganz andere Lösungen setzen. Unser gelenkter Clown handelt sowieso möglicherweise lediglich auf Befehl von Übersee.

"Och, da sitzt einer, der ist konform mit den Russen, der muss weg, lass die Region destabilisieren und einen neuen uns konformen Präsidenten installieren, koste es was es wolle. Für eine neue Militärbasis und co. Oh Mist, da brauchen wir noch einen Doofen der neben den ganzen zehntausenden Kollateralschäden die Millionen von flüchtenden aufnimmt. Ob dann noch nen paar dutzend Millionen die sich auf den weg machen von Pakistan bis über die Maghreb Staaten weil die grenzen ins reiche gelobte Europa offen sind, das ist uns aber total egal sollen die schauen wie die das machen, ist sowieso gut wenn Europa gleich mit destabilisiert ist."

Das Geschrei über ein bisschen Stau hier und da sowie eine Stichprobenartige Überprüfung von Personenverkehr an der Grenze kann ich nicht mehr hören. Wer nichts zu verbergen hat kann auch mal kurz seinen Ausweis zeigen oder kurz Kofferraum und Ladefläche zeigen.

Du kannst davon ausgehen, dass mit jedem vorhaben der Großindustrie und Mächtigen der kleine Bürger immer mehr verlieren wird, an Selbstbestimmung, Vermögen, Besitz, Würde und am Ende seine Kultur und alles was einen Menschen ausmacht. Es leben die dicken Bäuche und Gehälter von Brüssel und Straßburg!

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