Frage von Lucas000, 33

Fragen zu Asbest?

Hallo,

Ich habe folgendes Problem, ich mach immoment ein Jahrespraktikum bei einem Elektroniker und bin seit kurzem auf einer Altbausanierung von einer alten Schule (Mönchengladbach) angesetzt. Wo ich das erste mal zusammen mit dem Gesellen da war wurden wir vom Bauleiter/Architekten eingewiesen. Mir viel dann auf das dort 2 "Asbestfasern!" Schilde waren worauf ich den Bauleiter ansprach, der darauf hin meinte dass die Fasern nur in einem Raum der gekenzeichnet war und einem abgesperrten Bereich vorkommen. Da ich in einem anderen Bereich der Schule war, wo keine "Asbestfasern!" Schilde waren hab ich mir nicht so den Kopf darüber gemacht. Ich musste Gottseidank nur 4-5 löcher bohren und sonst nur Steckdosen ausmontieren und 30-40 Lampen von der Drecke abschrauben(Auf den Lampen war ein richtig dicker grau-schwarzer Staub hoffentlich kein Asbest). Ich hab mir im nachhinein jetzt aber doch gedanken gemacht ob dem Bauleiter das nicht scheiß egal war oder selbst keine ahnung von den Fasern hatte. Ich bin mir jetzt echt unsicher was ich machen soll, bin ich gefährdet falls in der Decke Asbest enthalten war? Ich hab danach den Gesellen mit dem ich da war noch gefragt ob der ahnung von sowas hat er meinte das Asbest nur am dach ist, und schließlich sind die anderen Handwerker auch ohne Schutz rumgelaufen. Ich war 3 Tage in diesem Gebäude ca. 3 x 8 Stunden. Uns wurde auch nicht vorgeschrieben ein Mundschutz zu tragen auch wenn in dem einen Raum ein Packet mit Atemschutzmasken Stand.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PolluxHH, 22

Asbest ist "normal" unkritisch, solange nicht eine mechanische Bearbeitung vorgenommen wird. Erst dadurch entstehen die Fasern. Für eine Asbest-Sanierung gibt es genaue Vorschriften mit Schutzkleidung, Absicherung und Absaugung etc., die Beschilderung ist in dem Fall auch dann vorgeschrieben, wenn akut keine Asbest-Arbeiten durchgeführt werden, durch die Fasern freigesetzt werden. Wurden an den Tagen Arbeiten am Dach vorgenommen, bei denen Asbest-Fasern freigesetzt wurden? Nur in dem Fall bestünde überhaupt eine Gefahr (und auch nur im abgetrennten Bereich, also hinter den Schildern, denn ein Sanierungsunternehmen wird sich kaum erlauben, an einer Schule bei den Sicherheitsauflagen zu pfuschen).

Dir ist aber schon bewußt, daß selbst direkt vor den Warnschildern die Gefahr einer Kontamination mit krebserregenden Stoffen niedriger sein dürfte, als auf dem Fußweg neben einer Hauptverkehrsstraße? Selbst der Genuß von in Folie eingepackten Lebensmitteln könnte gefährlicher sein.

Kommentar von Lucas000 ,

Ich weiß nicht ob an dem Tag arbeiten am Dach vorgenommen wurden schließlich war ich immer in einem anderen Bereich und wenn ich draußen war saß ich in einem Auto. 

Ich selbst hab kaum Ahnung über Asbest was ich gelesen hab meinten paar Leute ein kurzer Atemzug reicht um sich zu infizieren, andere meinten du musst Jahre mit dem Zeug arbeiten. Die Schule stand aber still, also kein unterricht.

Denke für die Antwort 

Kommentar von PolluxHH ,

"Infizieren" ist der falsche Ausdruck. Bei karzinogenen Stoffen, besonders bei mechanisch karzinogen wirkenden Stoffen wie Asbest, geht es nicht um Infektionen, sondern um Risikoexposition und Kontamination. Alles weitere ist ein Wahrscheinlichkeitsspiel. Der eine kann jahrelang ungeschützt Asbest-Stäube eingeatmet haben und bekommt keinen Lungenkrebs, der andere atmet kurz einmal Asbest-Fasern ein und sie bewirken später Krebs. Auch hat man massenhaft andere Stoffe in der Luft, die krebserregend wirken können, so daß es zu einer Summenbetrachtung über verschiedenste Risikofaktoren wird.

Mit karzinogenen Substanzen ist es wie mit Allergenen: wer ständig einem Allergen ausgesetzt ist, kann mit erhöhter Wahrscheinlichkeit eine Allergie dagegen entwickeln, muß es aber keinesfalls, andere reagieren nach kürzestem Kontakt allergisch.

Und zu den Sicherheitsmaßnahmen ein Auszug aus der Richtlinie für die Bewertung und Sanierung schwach gebundener Asbestprodukte in Gebäuden:

 

4.4 Schutzmaßnahmen während der Sanierung
[...]

4.4.2 Maßnahmen zum Schutz von Personen außerhalb des Arbeitsbereiches



Die folgenden Maßnahmen zum Schutz von Personen außerhalb des Arbeitsbereiches erfüllen die Grundsätze nach Abschnitt 4.4.1:

    Der Arbeitsbereich ist möglichst klein zu halten. Falls das gewählte Sanierungsverfahren eine Faserfreisetzung nicht mit Sicherheit ausschließt, muß - außer bei Arbeiten mit geringer Exposition nach TRGS 519 (Ausgabe März 1995) Nr. 2.8 unter Beachtung von TRGS 519 Nr. 14.2, Abs. 6 bei Anwendung geprüfter Arbeitsverfahren gemäß TRGS 519 Nr. 2.10, Abs. 8 - der Arbeitsbereich staubdicht abgeschottet sein.Kann die Abschottung nicht staubdicht ausgeführt werden, muß der Arbeitsbereich während der Sanierungsarbeiten ständig unter ausreichend wirksamen Unterdruck gehalten werden. Der Unterdruck ist nachzuweisen. Soweit der Arbeitsbereich abgeschottet sein muß, sind Verbindungen zum Arbeitsbereich durch Schleusen herzustellen. Auf Schleusen kann nur unter den in TRGS 519 (Ausgabe März 1995) Nr. 14.1.10 bzw. Nr. 14.2, Abs. 4 genannten Voraussetzungen und Bedingungen verzichtet werden.Erfolgt die Sanierung durch Absaugen des Asbests (siehe Abschnitt 4.3.2), muß das gesamte Saugsystem von der Absaugstelle über den Behälter und die Filter bis hin zur Pumpe während der Saugarbeiten unter Unterdruck stehen. Die dabei abgesaugte Luft muß über geeignete Filter ins Freie abgeführt werden.
Antwort
von IGEL999, 20

Wenn du Schilder im Gebäude gesehen hast, kannst du sicher sein, dass die Räume untersucht wurden. Wären Räume belastet, wären auch die anderen Bereiche gekennzeichnet.

Dein Geselle hat keine Ahnung! Asbest wurde nicht nur auf dem Dach verwendet. Es gibt alte Sicherungen, die Asbest enthalten. Und viele Pappen, die in Schaltschränken verbaut wurden. Und als Kabelunterlage auf Kabelpritschen. Vor allem bei Wandschotts /-Spachtelmassen wurde häufig Asbest eingesetzt. Bei den Beispielen muss man vorsichtig sein, da diese alle als schwach gebunden gelten!


Kommentar von PolluxHH ,

Daran hatte ich gar nicht gedacht, die Aussage des Gesellen interpretierte ich so, daß hier nur am Dach Asbest festgestellt wurde (Eternit-Abdeckung z.B., die entsorgt wird).

Antwort
von charmpagner, 23

Frag in deiner Berufsgenossenschaft, Abteilung Prävention, nach. Schildere denen deine Erlebnisse und Befürchtungen. Sie sind für den Gesundheitsschutz von Beschäftigten zuständig bzw. überprüfen, ob die Unternehmer der Baustelle alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen auch eingehalten haben. Sie haben auch die Aufgabe, entsprechende Auflagen zur erteilen, wenn nötig.

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