Frage von mrsnoname2, 151

Faust: was will Goethe uns mit dem Schluss sagen?

Es geht um eine Deutsch Hausaufgabe, in der ich einen Aufsatz schreiben soll, was Goethe uns mit der letzten also der Kerker Szene sagen will in Bezug auf das ganze Buch. Hat jemand eine Idee, was ich da so hinschreiben könnte? Vielleicht welche besondere Rolle die letzte Szene spielt? Oder irgendeine Botschaft die Goethe damit ausdrücken wollte?

Antwort
von somichso, 142

Ich denke, du beziehst dich auch Faust 1. Wir haben das vor einem halben Jahr gelesen und sofern ich mich noch erinnern kann, wird Gretchen geköpft und geht nicht mit Faust mit, Faust bekennt sich schuldig 'O wär ich nie geboren!'

Man kann sagen, dass sich der Bogen wieder schliesst. "Faust" hat im Himmel begonnen mit dem Herrn und Mephisto und hört auch damit auf (Gretchen "geht" zu Gott und Mephisto taucht auf Fausts Seite auf und nimmt ihn mit sich)
Goethe schafft durch diesen Schluss einen wunderbaren Cliffhanger für Faust 2, das Böse nimmt immer mehr zu und Faust entfernt sich immer mehr von Gott. Der Ort selbst, ein Kerker, verkörpert Fausts Gefühle, gefangen und im Zwispalt zu sein. Das Studierzimmer am Anfang gibt es nicht mehr, der Kerker ist leer und kahl und kalt, keine Bücher mehr, kein Wissen, es widerspiegelt Fausts Werdegang in gewissen Massen.

Kommentar von mrsnoname2 ,

Danke! Mal schauen ob oder wie ich das in den Aufsatz einbauen kann

Antwort
von Haldor, 84

Das Böse hat in der Tat in der Kerkerszene zugenommen: Gretchen hat ihr Kind umgebracht, unwissend hat sie auch ihre Mutter durch den „Schlaftrunk“ getötet (den vermutlich Mephisto vergiftet und über Faust an Gretchen weitergeleitet hat); vorher wurde noch Valentin, Gretchens Bruder, von Faust im Duell getötet, wobei Mephisto dem Faust die Klinge führte. Alles entspricht den Aussagen des „Herrn“ im Prolog: Mephisto könne Faust ruhig von seinem „Urquell“ abziehen und ihn auf seinem, des Satans, Wege herabführen: Doch er werde dereinst beschämt bekennen müssen: „Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewusst.“ Und „Es irrt der Mensch, solang er strebt!“ Es hat den Anschein, dass Mephisto am Ende triumphieren wird, da er ihn tatsächlich auf seinem Wege herabgeführt hat. Doch wenn man genau hinsieht: Wo liegt Fausts Schuld? Hat er sich dem Teufel wirklich ausgeliefert, sodass er die Wette zu verlieren droht? Nein! Fausts Ausruf „O wär' ich nie geboren!“ drückt nur seinen Jammer über das Schicksal Gretchens aus, denn (moralisch) schuldig ist er eigentlich nicht geworden; das furchtbare Schicksal Gretchens vollzieht sich aufgrund der Verkettung unglücklicher Umstände, wobei die Zeitumstände und Fausts (ursächlicher) Betrag, auf jeden Fall aber Mephistos mörderische Absicht eine Rolle spielen. Außerdem setzt Faust sein Leben aufs Spiel, um seine Geliebte zu retten. Dass Faust keine Schuld auf sich geladen hat, zeigt sich auch am Schluss von Faust II, wo zwar die Sorge, aber nicht die Schuld in Fausts Palast hineingeht. Außerdem besagt ja des Herrn Ankündigung im Prolog, dass Faust als „guter Mensch sich des rechten Weges wohl bewusst“ ist. Gretchen aber ist moralisch schuldig geworden, da sie ihr Kind getötet hat. Doch ihr Wahnsinn und ihre tiefe Reue (sie ruft Gott an, er soll sie retten), befreien sie von ihrer Schuld. Der Kerker bedeutet symbolisch die Schuld Gretchens, aus dem sie jedenfalls vor den irdischen Richtern nicht entfliehen kann, aber vor dem göttlichen Gericht wird sie reingewaschen (Stimme von oben: „Ist gerettet!“) So darf ihre Seele auch am Schluss von Faust II der Seele Fausts entgegenschweben und diese zu den „höhern Sphären“ geleiten. (Mater Gloriosa zu Gretchen: „Komm, hebe dich zu höhern Sphären! Wenn er dich ahnet, folgt er nach.“) Das Ewig Weibliche, das „uns hinanzieht“, ist im Falle Fauts also die reine Liebe Gretchens; sie zieht Fausts Seele hinan.

Antwort
von Oktober1110, 86

Hallo, um welches Buch von Goethe geht es denn überhaupt?

Kommentar von mrsnoname2 ,

Faust, Der Tragödie erster Teil

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