Frage von Beatrice4, 2.373

Erfahrungsberichte über Internate

Hallo, ich bin auf der Suche nach einem guten Internat für meine Tochter. Sie ist 13 Jahre alt und geht zurzeit auf die MIS in Starnberg. Wir sind eigentlich zufrieden mit der Schule und haben bereits alle unsere Kinder dort untergebracht (Kindergarten bis hin zur Unterstufe). Das Einzige, was ich kritisiere ist, dass zunehmend weniger Zeit für Sport bleibt und keine individuelle Betreuung stattfindet. Luna kommt nachmittags nach Hause, hat max. 1 Stunde Sport und muss bis 20 Uhr lernen. Ich denke, dass ihr ein Internat sehr gut tun würde, um einen besseren Ausgleich zwischen Schule und Sport zu finden, eine individuellere Förderung zu haben und Eigenständigkeit zu lernen. Wir möchten Luna nicht abschieben und sie hat sich bereits auch positiv dazu geäußert. Gegen ihren Willen würden wir sie niemals in ein Internat geben. Übernächste Woche schauen wir uns zwei Internate an (Louisenlund und Schloss Neubeuern). Ich wollte mich vorab aber schonmal informieren, ob jemand bereits Erfahrung mit Internaten (Schloss Salem, Louisenlund, Schloss Stein, Neubeuern, Rosenberg, Schondorf, Rohldorf, eventl. auch Zuoz) gemacht hat und mir davon berichten könnte. Oder mir vielleicht sogar ein anderes Internat empfehlen kann?! Die Kosten wären für uns kein Problem, es geht primär um die Einrichtung. Würde mich über hilfreiche Kommentare und Nachrichten freuen.

LG Beatrice

Antwort
von SonnigesWetter, 1.303

Hallo, die Frage ist zwar schon etwas älter, aber vielleicht hilft es ja anderen weiter:

Für Norddeutschland gilt: Wenn man feiern will, dann eher Louisenlund und wenn man lernen und ein gutes Freizeitangebot haben will, dann eher Schloss Torgelow.

Antwort
von SonnigesWetter, 1.236

Hallo, die Frage ist zwar schon etwas älter, aber vielleicht hilft es ja anderen weiter:

Für Norddeutschland gilt: Wenn man feiern will, dann eher Louisenlund und wenn man lernen und ein gutes Freizeitangebot haben will, dann eher Schloss Torgelow.




Antwort
von ULange,

Hallo!

Für die Ratsuchende Beatrice kommt meine Antwort zwar zu spät, aber ähnliche Fragen nach Internatserfahrungen, guten Internaten usw. werden in regelmäßigen Abständen ja immer wieder neu gestellt.

Ich war drei Jahre Lehrer und Freizeitpädagoge in einem „Deutschen Landerziehungsheim“ (Salem & Co.), 22 Jahre Internatsleiter und bin seit fast dreißig Jahren ehrenamtlicher Internatsberater bei einer gemeinnützigen Verbraucherberatungsstelle, die auf Privatschulen und Internate spezialisiert ist.

In all den Jahren habe ich selbst sehr viele Erfahrungen gesammelt und Erfahrungsberichte von Dritten (incl. Presse usw.) erhalten und archiviert. Zusammengefasst komme ich zu folgendem Ergebnis:

(1) Mit dem Wechsel ins Internat verschlechtert sich in aller Regel das soziale Umfeld eines Kindes oder Jugendlichen. Selbst Eliteinternate für Hochbegabte oder Spitzensportler mit angeblich handverlesener Schülerschaft machen hier keine Ausnahme. Nach einem „guten Internat“ zu fragen, ist unter diesem Gesichtspunkt etwa so sinnvoll wie die Frage nach einer guten Justizvollzugsanstalt oder Kinder- und Jugendpsychiatrie. Im Unterschied zu Jugendstrafanstalten und KJPs können die Gründe für den Internatsbesuch oft hinter irgendwelchen „Tarnmotiven“ versteckt werden, weil man dort nicht zwangsweise eingewiesen werden kann.

(2) Ein Großteil der Eltern „wählt“ das Internat, weil das Kind in Schule und Familie auffällig geworden ist oder weil es die Leistungsanforderungen des Gymnasiums resp. der Realschule nicht erfüllt. Oft „stören“ Kinder auch (z.B. in neuen Partnerschaften und Patchwork-Familien, beim beruflichen Aufstieg usw.). Das alles kann man natürlich nicht offen zugeben. Also kritisiert man die „schlechte öffentliche Schule“ und begründet den Wechsel ins Internat mit der angeblich „besseren Bildung und (Talent-)Förderung“ im Internat. (3) In letzter Zeit streben verstärkt Geltungssüchtige aus der Mittelschicht in teure Luxusinternate der Oberschicht, die ihrer Vita wenigstens ein Jahr „Eliteinternat“ hinzufügen oder bei der späteren Karriere von den Altschüler-Netzwerken solcher sozial exklusiver Institute profitieren wollen. Die Internate heizen diese Nachfragemotive im eigenen Intersses künstlich an und versuchen zusätzlich, über Stipendien und Kostenermäßigungen begabte und sozial angepasste Bewerber(innen) anzulocken, um das soziale Klima im Internat und die Notendurchschnitte der Absolventen anzuheben.

(4) Schüler(innen), die aus der Mittelschicht stammen, können aber von dem Besuch eines „Eliteinternats“ nicht profitieren. Sie werden missbraucht, um die „Schulen der Reichen“ mitzufinanzieren und ihren „Ruf“ zu verbessern. Wenn es aber um die spätere Karriere geht, schauen sie in den Mond, weil die „alten Eliten“ grundsätzlich die Tendenz haben, die Zahl der „Privilegierten“ möglichst gering zu halten.

(5) Internate sind grundsätzlich Parallelwelten in einem doppelten Sinne. Sie grenzen sich einerseits gegen die „normale Gesellschaft (und leider oft auch die „Gesellschaft der Normalen“) ab und zerfallen intern in zwei Welten: Die sichtbare „Spitze des Eisbergs“, sozusagen das „offizielle“ Internatsleben, wie es im Prospekt steht, und die Internatssubkultur, die sich den Blicken der Erwachsenen weitgehend entzieht und - ähnlich wie beim sprichwörtlichen Eisberg - einen Anteil von sechs Siebteln des Internatslebens hat. In dieser Internatssubkultur gedeihen Drogenprobleme, Mobbing und sexueller Missbrauch, wobei die Täter heute überwiegend Mitschüler sind.

(6) Die viel gepriesenen Vorteile der Internatserziehung sind zumeist nicht existent. Kleine Klassen verbessern die Leistungsfähigkeit der Schüler nicht. Dass die Lehrkräfte an (privaten) Internatsschulen „engagierter“ seien als anderswo, ist eine reine Legende. Belegt sind dagegen eine extreme Personalfluktuation bei Lehrern und Erziehern sowie häufige Leitungs- und Personalkrisen. Die Betreuung der Schüler ist auch nicht „individueller“. Eltern machen dies ausschließlich an „besseren Noten“ fest. Die Internate wissen das und senken die Anforderungen. Zentrale gestellte Abituraufgaben führen nicht zu einem vergleichbaren Leistungsniveau, weil genügend Möglichkeiten verbleiben, schlechte Ergebnisse in den schriftlichen Prüfungen durch Vornoten und mündliche Prüfungen zu „korrigieren“. Die schulischen Erfolge stehen häufig auch deshalb nur auf dem Papier, weil die Hausaufgaben nur unzureichend betreut werden und nicht genügend Nachhilfeunterricht erteilt wird. Die tollen Freizeitangebote haben oft eine Kehrseite: Sie führen, zusammen mit dem „durchgetakteten“ Tagesplan der Internate, zu einer Totalverplanung der Zeit, die entwicklungspsychologisch schädlich ist. Außerdem holen sich die Internatsschüler die „Freiheiten“, die ihnen der vorgeschriebene Tagesablauf nimmt, zumeist in der Nacht wieder.

Kommentar von kitaengel ,

Danke! Auch meine Erfahrung! 

Das richtige Internat zu finden ist immer schwierig! Die Gebäude sehen immer Prachtvoll aus, sogar romantische Schlösser sind im Angebot! Die Internetseiten sind voller Bilder glücklicher Kinder. Lasst euch von tollen Gebäuden nicht täuschen! Lieber kein Schloß für dein Kind - sondern genügend Erzieher und weit weg von Drogen!

Natürlich kann ich nur aus meiner subjektiven Sicht als Mutter hier meine Meinung sagen. Jeder muss letztendlich selbst entscheiden.

Internat ist immer eine schwierige Entscheidung. Aber die Standortwahl ist auch entscheidend.

In Deutschland würde ich zur Zeit nur Internate in Baden Württemberg empfehlen!

Da die "liebsten Kinder" weit von zu Hause weg sind, kommt der Auswahl eine besondere Bedeutung zu. Die offene Drogenpolitik in den Niederlanden führt dazu, das Drogen leichter verfügbar sind in Nordrhein- Westphalen und Niedersachsen. Gleiche Problem in Bayern und Sachsen wegen der Nähe zu Prag!

Unsere Kinder werden in den Internaten am Wochenende nur von Studenten betreut, die kaum älter sind als unsere Kinder. Echte Aufsicht - wie wir Eltern sie verstehen - wird da klein geschrieben.

Und das die jungen Männer und Mädchen die Chancen ihrer Jugend nutzen, wenn keine Aufsicht da ist, bzw. nur auf dem Papier... Die Mädchenhäuser und Jugendhäuser haben doch keine Funktion, wenn beide Geschlechter durch offene Türen ein und aus gehen, oder? Selbst die Aufsicht ist - um die Jugend nicht zu stören, nicht an den Türen, sondern schön weit weg. Motto: was wir nicht sehen, können wir nicht beurteilen. Die Schüler werden in den Internaten gehalten, indem fast alles erlaubt wird.

Aus Münster, Oldenburg, Osnabrück, Emden, Aachen oder Mönchengladbach sind die Jugendlichen innerhalb von einer Stunde im gelobten "Drogenland" - nichts gegen unsere niederländischen Freunde - aber für die Jugendlichen ist es aber leider so. Billige Drogen sind ein ernsthaftes Problem, für uns Eltern. Politisch Korrekt ist das alles hier nicht - aber als Eltern haben wir den Schutz unserer Kinder im Focus!

In Bayern und Sachsen sind 100.000 Menschen abhängig von Chrystal Meth, da es billig von Prag eingeführt wird! Dresden, Leipzig, Nürnberg und Regensburg in in diesem unheilvollem Umkreis.

Und nicht zu vergessen - unsere Kinder entfernen sich von uns auch emotional. Leider ist den Erziehern in den Internaten dies nicht immer klar vor Augen. Wir verlieren auch immer ein wenig unsere Kinder an die Erzieher! Hier Grenzen zu setzen, ist wichtig. Sollten die Erzieher zu Nahe an eurem Kind sein, kündigt den Vertrag - sofort!

http://kita-erzieherinnen.blogspot.de/2016/12/internat-suchen-und-finden-in.html

Antwort
von Kampensylt, 2.373

Internat Louisenlund

Unser Kind geht seit einiger Zeit ins Louisenlund. Wir sind aufgrund der schönen Worte und auch des angeblich tollen Rufs auf das Louisenlund aufmerksam geworden. Unserer Meinung nach entspricht das in keinem Fall den Tatsachen.

Die Schule ist ganz normaler Durchschnitt. Ab Nachmittags werden die Kinder und Jugendlichen komplett alleine gelassen. Zwar gibt es eine "Aufsicht", die hat aber meist im Büro zu tun. Es gibt "Gilden", die Schüler, die darauf keine Lust haben ( sind sehr viele ) gammeln rum und surfen im Internet. Jungs und Mädchen sind nicht getrennt, sodass sich jeder gut ausmalen kann, was besonders Abends los ist ohne Aufsicht. Das Schlimmste unserer Meinung nach ist die mangelnde Unterstützung bei den schulischen Aufgaben. Die Schüler müssen komplett alleine Hausaufgaben machen, wenn Sie eine Nachfrage haben, ist niemand da. Einfach nur traurig.

Der neue Direktor Herr Dr. Rösner ist unserer Meinung nach leider nicht geeignet, solch ein Internat zu führen. Es geht bei den internen Schülern ab nachmittags und Abends drunter und drüber, jeder macht was er will. Lernen und studieren wie wir Eltern das erwarten ist da nicht angesagt :( Schulisch ist es eigentlich ist es seine Aufgabe den Jugendlichen eine Hilfestellung zu geben, sie zu motivieren und er hat auch eine Fürsorgepflicht. Anstelle dessen pocht er darauf das sie alles alleine machen sollen und können sollen und ist auf Nachfrage leider sehr kalt und pragmatisch. Er vergisst leider, das Jugendliche im Alter von 16 oder 17 unbedingt Motivation brauchen und Unterstützung.

Das ist unsere Meinung und trotz den schönen Scheins des Schlosses am See und der wirklich sehr netten Mitarbeiter nicht zu empfehlen.

Kommentar von kitaengel ,

Die Loburg ist genauso! In Ostbevern ein tolles Ambiente, tolles Schloß, aber aber... Die nähe zu Holland ist nicht förderlich (eine Stunde Autofahrt der Grossen -sag nur "Coffee-Shop"- ). Wochenende nur Studenten da, Häuser bzw Schlafräume tummeln sich Mädchen UND Jungen. Offiziell natürlich nicht. Aber bei besuchen hab ich ein schönes "Miteinander" erlebt. Und der GF ist Dr "Jurist", sein Emphathielevel ist ausbaufähig! Würde immer ein Internat weit weg von Holland buchen - mein Tipp!

Antwort
von FraukeG,

Alkohol scheint noch immer ein recht großes Problem zu sein. ( An welcher Schule ist das nicht?), doch im Internat gibt es für "Interne" kaum ein entkommen. Gruppenzwang ist nur ein Beispiel. Jeder will in der Gemeinschaft dazu gehören. Gerade für Jugendliche ist es schwierig...

Hatte gerade mit einem Bekannte gesprochen, dessen Tochter besucht Louisenlund. Aus Lehrermangel wurde z.B. kein Spanisch angebotet, obwohl es laut HP ab 11. Klasse so sein soll.

Mich macht schon das Stellenangebot an dieser Schule stutzig. Für viel Geld erwarte ich auch hohe Leistung von Seiten des Anbieters. Meine Tochter ist an Lund sehr interessiert, doch ich denke wir werden es nicht zulassen.

Lieber biete ich ihr noch englisch in einem zertivizierten Englischinstitut an.

Antwort
von ULange,

Antwort Teil 2

Das eigentliche „Internatsleben“ ist daher häufig ein „Nachtleben“. Internate machen auch nicht „selbständiger“, da sie zumeist durchrationalisierte Versorgungsbetriebe Internate machen auch nicht „selbständiger“, da sie zumeist durchrationalisierte Versorgungsbetriebe sind, die den Schülern alles abnehmen und über Jahre eher lebensuntüchtig machen. Die so genannte „Charakterbildung“ im Internat ist eine Lachnummer. Das Internatsleben ist derartig doppelbödig, dass es den Charakter eher verbiegt. Internatsschüler lernen vor allem, zu bluffen, sich zu verstellen und die „soziale Anpassung“ lediglich vorzutäuschen. Echte persönliche Loyalität ist selten, dafür gibt es mafiöse Strukturen mit sehr hohem Gruppendruck.

(7) Trotzdem ist im Internat nicht alles schlecht. Dies liegt daran, dass es immer wieder auch hervorragende Pädagogen, angenehme Mitschüler und „Hoch-Zeiten“ im Internat gibt, wo – allerdings nur bis zum nächsten Leiterwechsel, der nächsten Personalkrise oder dem nächsten Skandal, der auffliegt – einfach alles stimmt. Nach meiner Erfahrung berichten ca. 50% der Eltern oder Schüler mit Internatserfahrung in der Rückschau positiv und 50% negativ. Das ist nicht mehr als die Zufallswahrscheinlichkeit: Entweder es klappt oder es klappt nicht. Wer würde sich in ein Flugzeug setzen, wenn die Wahrscheinlichkeit, heil am Zielort anzukommen, nur bei 50% läge? Dass Eltern und Schüler sich darauf einlassen, liegt nicht nur an einer verlogenen Internatswerbung und idealisierenden Berichterstattung der Medien. Sie haben einfach oft keine Alternative zum Internat.

Kommentar von fabspro ,

Das ist eine sehr treffende Antwort. Ich bin selbst auf einem Internat, allerdings im Ausland, es gefällt mir, ich muss aber zugeben, dass es stimmt, was sie sagen.

Antwort
von Quasselstrippe9,

Ich hatte Cousin und Cousine auf Louisenlund. Beide waren begeistert und sind bis zum Ende dort geblieben. Mein Cousin hat seine Kontaktschwierigkeiten angeblich überwunden. Seinen Erzählungen nach muss es Alkoholgelage gegeben haben und ich habe den Eindruck, dass er nach seinem Abschluss äußerst trinkfest war.

Kommentar von Beatrice4 ,

Also wird bei Louisenlund viel getrunken?! Ich habe mir vor ein paar Wochen eine Dokumentation über Louisenlund angesehen und es klang alles sehr positiv (unter anderem gab es Alkoholkontrolle). Bleibt natürlich die Frage, wie wahrheitsgemäß dieser Film ist. Bin mal gespannt, wie das Gespräch übernächste Woche laufen wird. Wie sind allgemein die Leute so?!

Kommentar von Quasselstrippe9 ,

Ich weiß natürlich nicht, ob man die Erfahrungen meiner Verwandten verallgemeinern kann. Sie sind auch schon seit einigen Jahren da weg. Vielleicht hat man das Problem ja erkannt und deshalb die Alkoholkontrollen eingeführt und extra erwähnt, weil es Not tat. Andere Leute von dort kenne ich nicht.

Kommentar von loginapple ,

Ich als Lunder kann es nur immer wieder unter allen umständen empfehlen

Kommentar von ULange ,

"Ich als Lunder..."

Wenn Absolventen sozial exklusiver Internate ihre ehemalige Luxuspenne über den grünen Klee loben, ist das kein Qualitätskriterium. Sie bekunden damit ihre Zugehörigkeit zum Beziehungsnetzwerk einer gesellschaftlichen Gruppe, die sich zu einer [Einkommens-]Elite zählt.

In einer demokratischen Leistungsgesellschaft herrscht ein Konsens, dass eine Elite sich durch Leistungen legitimieren und der Zugang zu den unterschiedlichen Funktionseliten unabhängig vom Einkommen der Eltern für alle Leistungsträger offen sein soll.

Die Schüler von Internaten wie Louisenlund gehören aber nicht zu einer Leistungselite. Damit ist nach den oben genannten Maßstäben ihre Elitezugehörigkeit in Frage gestellt. Es muss also ein Ersatz für das Auswahlkriterium "Leistung" gefunden werden. Daher inszeniert man sich allein über das Kriterium "Zugehörigkeit" [zur Schülerschaft einer teuren Luxusschule, die andere sich nicht leisten können]. Allein der Besuch Louisenlunds signalisiert den Elitestatus und liefert die "Elite-Identität". Deshalb ist es wichtig und gehört zum Code dieser Pseudo-Elite, sich als Mitglied der exklusiven Gruppe der "Lunder" zu präsentieren und ihr exklusives Netzwerk zu pflegen. Nicht mehr dazu zu gehören, ist eine Katastrophe, weil man damit ein wichtiges Merkmal der eigenen Identität und auch die Unterstützung des "Netzwerks" verliert, was auch wirtschaftlich von großem Nachteil sein kann. Deshalb gehört es zum Ehrenkodex, auf sein Internat nichts kommen zu lassen. Indem man es lobt und gegen alle Angriffe verteidigt, wertet man zudem immer zugleich sich selbst und die eigene Vita auf.

Natürlich wird versucht, den Kreis der Gleichgestellten klein zu halten. Dazu werden subtile Taktiken angewandt. Dies sollten vor allem Schüler aus der Mittelschicht wissen, die derzeit mit Kostenermäßigungen und Leistungsstipendien in teure Luxusinternate gelockt werden sollen. Sie sind lediglich die "nützlichen Idioten", die der Oberschicht helfen sollen, ihre Sonderschulen zu finanzieren und ihr "akademisches Niveau" zu heben. Wenn es später aber um die Verteilung von Privilegien, Pfründen und lukrativen Jobs geht, werden sie außen vor bleiben.

Antwort
von Shavle,

Musisches Internat Bayreuth, Mädcheninternat, sehr schön, sehr billig =P

Antwort
von MaMariaMa98,

http://www.evangelisches-internat.de/

Kommentar von MaMariaMa98 ,

Hier ist es sehr streng mit Waffen un Drogen , Alkohol und so weiter ..

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