Epikur - Theodizeeproblem?

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3 Antworten

Siehe Wikipedia "Theodizee":

"Eine prägnante, oft zitierte Formulierung des Problems lautet:

Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht:

Dann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft,

Oder er kann es und will es nicht:

Dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist,

Oder er will es nicht und kann es nicht:

Dann ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott,

Oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt:

Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?

Diese Argumentation wurde von dem

lateinisch-afrikanischen Rhetoriklehrer und christlichen Apologeten Lactantius

(ca. 250 bis nach 317) überliefert, der sie dem Philosophen Epikur zuschrieb; allerdings zu Unrecht, denn sie ist nicht epikureisch, sondern ist wohl in Anlehnung an einen unbekannten skeptischen Philosophen formuliert worden – möglicherweise Arkesilaos oder Karneades."

Zu Zeiten des frühen Christentums (Lactantius war  von Kaiser Konstantin dem Großen als Lehrer seines Sohnes nach

Trier

berufen worden) war es üblich, alles Übel der Gottlosigkeit dem armen Epikur in die Schuhe zu schieben. Das in dem Zitat beschriebene Gottesbild ist ein monotheistisches der christlichen Verkündigung. Das kannte Epikur noch gar nicht, sondern er sprach immer von den Göttern - womit die griechische Götterwelt gemeint war. In der griechischen Götterwelt gibt es das Theodizee-Problem gar nicht, weil dort die Götter als Repräsentanten unterschiedlicher Kräfte miteinander ringen und es nicht einen allmächtigen Schöpfergott gab, der keine andere Götter neben sich duldet. Somit kann man bei Epikur auch keine Aussage zum Theodizee-Problem erwarten.

Für Epikur war das Sein ein einziges und unendliches in der unendlichen Bewegung des irgendwann "Unteilbaren" (Monismus statt Dualismus = Trennung in Geist und Materie). Er lehnte ein Leben nach dem Tod ab, womit er sich den Zorn der Christen auf sich zog. Diese bezogen ihre Macht aus der Behauptung, dass es nicht gelte, auf Erden ein gelingendes Leben zu führen, sondern ein gottgefälliges zur Belohnung im ewigen Leben nach dem Tod. Was "gottgefällig" ist, haben sie bestimmt und die Segnungen dazu waren auch in ihrer Macht. Mit dem Christentum haben sich die Menschen Jahrhunderte lang auf ein Jenseits vertrösten lassen und waren bezogen auf ihr aktuelles Erdenleben am Gängelband der Kirche. Epikurs Behauptung, es gäbe kein Fortleben nach dem Tod hat der Kirche ihre schäfste Waffe aus der Hand genommen. Deswegen hassten sie ihn.

Epikur hat ausdrücklich zugestanden, dass es Götter geben könne. Allerdings - Schlawiener wie er war - hat er definiert: Was wirkt, das existiert. Wie ist das gemeint? Solange es Menschen gibt, für die Götter oder ein Gott etwas Reales ist und sie nach dessen Forderungen leben, seine Gebote halten und seine Moral befolgen, ist dieser Gott in diesen Menschen existent, in ihrer Art zu leben. Wenn ein IS-Anhänger der Meinung ist, dass nur SEIN ALLAH existiert und ihm das Recht gibt, jedem Ungläubigen den Kopf abzuhacken, ist man gut beraten, sich als Ungläubiger nicht in die Machspäre des IS zu begeben. Dieser schreckliche Allah-Vorstellung könnte dann blutig enden. Epikurs Empfehlung war, nicht die Existenz der Götter leugnen gegenüber Menschen, die fest an diese glauben, sondern in sich widersprüchliche Ansichten über diese Götter ausmerzen, vor allem solche, die ihre Gläubigen zu Bestien eingeredeter Ängste machen. Wenn Götter angeblich erhabener sind als wir Menschen, kann man ihnen keine Motive und Handlungen unterstellen, die schon bei uns Menschen als schlechter Charakter ausgelegt werden. Götter mit gutem Charakter erzeugen Menschen mit gutem Charkter, so sein Umgang mit dem Götterglauben seiner Zeit.

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"Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht:
dann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft,
oder er kann es und will es nicht:
dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist,
oder er will es nicht und kann es nicht:
dann ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott,
oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt:

Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?"

Abgesehen davon, hat sich Epikur wahrscheinlich nicht so geäußert (der christliche Apologet Lactantius hat ihm das wohl fälschlicherweise zugeschrieben), da das nicht epikuräisch sondern skeptizistisch ist.

Epikur hat die Götter als materielle Wesen betrachtet und deren Existenz bejaht; sie haben aber den Kosmos nicht geschaffen, sondern sie leben in ihm und sie nehmen keinen Einfluß auf den Weltenlauf; es störte ihn lediglich, daß die Menschen sich einbildeten, daß die Götter sich in ihr Leben einmischten und im Verhalten ähnlich seien.

Aber letzendlich ist es uninteressant, wer diese Betrachtungen angestellt hat.

Diese obigen Sätze bieten keine Lösung des Problems sondern finden ihre Bedeutung darin, daß das Theodizee-Problem erstmalig in dieser Art aufgezeigt wurde.

Die abschließende Frage nach dem Leid bleibt bei den Betrachtungen offen - ebenso, wie die Frage nach einem Gott; später versucht man, genau diese Betrachtungen mit, mehr oder weniger gelungenen, logischen Beweisen zu lösen - man kann aus dem gesamten Text aber die Schlüsse und auch die Konsequenzen ziehen, die Du gezogen hast.

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Wir alle sind Kinder Gottes. Gott schuf den/die Menschen nach seinem Ebenbild und hauchte ihnen seinen Odem(Geist, Verstand, Gedächtnis) ein, damit haben alle Menschen einen Pixel GottesGen.

Nun kannst du dich in vielen Leben von der asketischen bis zur Verschwendung >beweisen<  (ein Leben reicht da zu nicht) um aus den einem Gottes Gen tausend zu machen, um GOTT gleich zu werden, es warten 100 Trilliarden Planeten im Universum auf einen Gott.

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