Eigenes "Online-Unternehmen" gründen?

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3 Antworten

Das Prinzip ist einfach. Man erstellt sich eine Internetseite, achtet auf Einhaltung von Vorschriften an dem Fernabsatzgesetz, dem Telemediengesetz und der Verpackungsverordnung.

Als Beispiele: Es geht um den Hinweis auf das Rücktrittsrecht vom Kauf. Den Button, mit dem der Kunde seine Willenserklärung abgibt 'ich will hier gegen Geld etwas kaufen'. Impressumspflicht und die Rücknahme von Umverpackungen zu der auch Onlinehändler verpflichtet sind.

Wird eine solche Seite ins Internet gestellt, spätestens dann ist man bei den Großen dabei und ist allgemein werbend tätig.

Folgen: Verpflichtende Gewerbeanmeldung, ggf. höhere Beiträge zur Krankenversicherung und Steuererklärungspflicht - mit der Hoffnung auch mehr Steuern zu bezahlen.

Allerdings wird so Dein Unternehmen keinen Erfolg haben. Dazu musst Du Dich schon sehr im Detail mit der Gründung und Führung eines Unternehmens beschäftigen.

Dazu kommen dann die Besonderheiten bei der Gestaltung der Internetseiten. Es sind beispielsweise kleine Formulierungsgeschichten, die die Zahl der Käufe nach oben setzen. Oder eben eine hohe Absprungrate mit sich bringen.

Je nach Zielgruppe kann beispielsweise die Verwendung eines grünen Buttons oder eines orangenen Knopfs bereits die Absprungrate massiv beeinflussen. Da muss man also auch experimentieren.

Ferner ist die Sache mit den Zahlungsmöglichkeiten nicht ganz einfach. Reines Lastschriftverfahren (vorher Bank fragen, wie das funktioniert und was zu beachten ist), Vorkasse und Nachnahme könnten heute zu wenig sein.

Diese sind allerdings mit Kosten verbunden!

Dann geht es auch um andere Kosten. Wie die Wartung von der Seite aus rein technischer Sicht und die Abwehr von Hackerangriffen. Da sollte man entsprechend sich mit einem diesbezüglichen Dienstleister verstärken.

Wer kann schon den Einfall eines Hackers über eine Überwachungskamera verhindern? Ich käme nicht einmal auf die Idee, dass das funktioniert.

Dann kommt die Sache mit dem Marketing. Wie bekommt man Leute auf die Seite? Was wirklich grausam ist, dass ist die Animation der Leute eine Seite zu suchen. Das springt erst bei vielen 1.000 Anzeigen an. Ist aber im Vergleich zu Inseraten in Zeitungen oder Briefe schreiben gar nicht ungewöhnlich.

Aber manchmal gar nicht zielführender. Daher muss man sich ganz große Gedanken darüber machen.

Neben Deiner persönlichen Grundlagen für eine Geschäftsführung geht es auch um Deine Ziele. Daraus leitet sich vieles ab. Bis hin zur Rechtsform Deines Unternehmens.

Nicht nur weil ich es selber mache und hier immer wieder schreibe: 80 -90 % der Gewerbeanmeldungen in allen Bereichen hätte man sich schenken können. Denn so viele Gewerbe werden innerhalb der Gründungsphase wieder abgemeldet.

Dieses ist immer mit Verlusten verbunden. Keine Investitionen, keine Umsätze, damit auch selbst finanzierte Investitionen.

Früher haben die Forscher immer geschrieben, dass die hohe Quote an zu geringer Eigenkapitalausstattung scheitern. Diese Pauschalaussage ist so nicht richtig. Inzwischen - darauf bin ich persönlich auch ein wenig stolz - haben Forscherteam erkannt, dass der eigentliche Fehler in der Vorbereitung liegt.

Hat man genug Geld, dann kann man jeden unterlassenen Planungsschritt irgendwie nachholen. Hat man dann den Stand erreicht, fängt man eben zum x.ten Mal mit dem Aufbau einer Kundenkartei an.

Sind die Geldmittel begrenzt und keine TV-Sendergruppe im Hintergrund sieht das schon anders aus.

Ich will Dich noch auf eine Sache hinweisen, die ganz wichtig ist: Die Präsentation der Produkte. Erfolgreich derzeitig (siehe den großen Online-Buchhändler oder die als Schuhverkaufsseite bekannt gewordene Page) Bilder die so gestaltet sind.

Wie man die Bilder aber so gestaltet ist mir nicht geläufig.

Sicher eine Frage der Software und des Programmeinsatzes. Aber das kostet eben auch Geld.

Das Internet ist nicht der Marktplatz der einfach ist und die Investitionen sind auch nötig. Also risikolos mit 'ich probiere es mal' geht da weniger als in der realen Welt.

Um so wichtiger, dass man bereits in der Vorbereitung viele Fehler abschaltet. Denn bei 1.000 BesucherInnen geht man normal von 4 Verkäufen aus. Allerdings vorqualifizierten Besuchen.

Wer Radfahrer anspricht um Autos zu verkaufen, der hat schon mal einen Fehler gemacht. Natürlich gibt es Männer, die ihren Frauen Unterwäsche kaufen. Deshalb als Zielgruppe Männer zu wählen, führt zu hohen Streuverlusten.

Also nur ein ganz grober Fehler mal so benannt, der auch zu den Standardfehlern gehört.

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