Frage von Fighter099, 60

Dürfen Kampfpiloten sich die Augen lasern lassen?

Hallo zusammen !
Ich habe da eine Frage ! Wenn man sich als Jetpilot bewerben will aber die Grenzwerte für die Sehschärfe nicht einhalten kann (z.B man ist kurzsichtig mit -2.5 dpt und gefordert sind -1.5 dpt) und sich deshalb die Augen Lasern will damit man das Kriterium erfüllt! Ist das zulässig ?
LG

Antwort
von rudim1950, 52

Hallo, 

warum fragst Du hier und nicht bei den Fachleuten? Die Zahl der zivilen Fliegerärzte bei GF strebt doch eher gegen Null, die der militärischen ist Null, vermute ich mal. Ein Anruf beim FMI oder einem Karriereberater der Bw bringt dagegen Klarheit. 

Ich sage mal, es geht (ohne Anspruch auf Richtigkeit) und zwar aufgrund folgender Informationen: 

"Obergrenzen: Kurzsichtig (KS), Weitsichtig (WS), Hornhautverkrümmung (HV) Für Jetpiloten: +2,0 WS /-1,5 KS / 0,5 HV. Laserbehandlung ist eine Möglichkeit, sollte aber 1 Jahr vor der Bewerbung abgeschlossen sein." (YT-Channel der Bw). Einfach mal suchen; den Link habe ich mir nicht gemerkt. 

"Bei den Grenzwerten für die Augen planen wir etwas großzügiger zu werden. In Zukunft wird man auch bei Fehlsichtigkeiten bis zu plus/minus 5 dpt Pilot bei der Bundeswehr werden können. Das liegt unter anderem daran, dass die neuen Brillen und Sehhilfen immer besser werden. Und bald wird man sogar mit Kontaktlinsen Jet fliegen können. Ich kann deshalb nur jedem raten, der bisher geglaubt hat, dass seine Augen zu schlecht zum Fliegen wären, sich zu bewerben.“ 

(Aussage von Oberstarzt Dr. Marwinski, dem ehemaligen Leiter des FMI, in einer Ausgabe von

 „bundeswehr“, 2011); könnte mittlerweile schon geändert sein. 

"Im Prinzip gibt es drei Laser-OPs: 

-

Lasek

(Laser epithelial keratomileusis): Verbesserung der Sehschärfe, aber Einschränkung der Sehqualität (Dämmerungssehen, Lichtblendung)

-

Lasik

(Laser in situ Keratomileusis ): Sehvermögen schneller wiederhergestellt, weniger schmerzhaft, höhere Komplikationsrate

-

PRK

(Photorefractive Keratectomie): Pro Dioptrie 15 Mikrometer Hornhautabtrag. Risikoärmer, größere postoperative Schmerzen, längere Heildauer, aber:

Erfüllt selbst die Anforderungen der Bundeswehr an Kampfpiloten." 

(Info gem. FUM - Fliegerärztliche Untersuchungsstelle München-Zentrum; Fachärzte für Allgemeinmedizin, Flugmedizin, Arbeitsmedizin / Betriebsmedizin) 

Schon diese Auflistung zeigt doch, dass es keine pauschale Antwort geben kann. Entschieden wird erst bei der Untersuchung. Und Du solltest Dich vorher bei den zuständigen Stellen informieren, damit Du keine falsche Entscheidung, z. B. bezüglich der genauen Laser-OP, triffst. 

Eine andere Frage ist aber viel wichtiger: Wieso meinst Du, dass Du es schaffst, wenn es doch genug Bewerber ohne Einschränkung des Sehens gibt, das ja nur ein kleiner Teil der Gesamtuntersuchung ist? 

Wenn es von 2.000 Bewerbern nur 24 (= 1,2 %) ins Cockpit eines Kampfjets schaffen (Zahlen von der Bw aus 2012), ist die Bw doch gar nicht auf Leute mit "Behinderungen" angewiesen, es sei denn, Du bist ansonsten so gut, dass Du alle anderen Kandidaten bei der Eignungsfeststellung schlägst. 

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