Frage von lichterspiele, 175

Wie ist die Auffassung von David Hume zum Thema "Freier Wille"?

Hallo liebe Mitglieder c:

In der Schule  haben wir im Fach Philosophie das Thema "Freiheit" bzw. "Willensfreiheit". Da haben wir verschiedene Philosophen durchbesprochen, wie z.B. Leibniz mit dem Kausalgesetz. Nun haben wir David Hume und ich komme bei einigen Aufgaben nicht weiter.

Könnte einer mir bisschen weiterhelfen bzw. Denkanstöße geben bei diesen Fragen?

1) Unterschieden Sie die verschiedenen von Hume aufgeführten Bedingungen menschlichen Denkens und Handelns?

2) Was meint Hume damit, aus dem Charakter auf die Handlungen zu schließen?

3) Wie erklärt Hume das "Vorurteil" von der Freiheit des Willens?

4) Humes Kritik an der Lehre von der Freiheit mündet in den Vorwurf, diese ziehe die Person aus der Verantwortung. Vollziehen Sie Humes Argumentation nach und diskutieren Sie sie kritisch.


Ich denke, wenn ich die ersten drei Fragen verstanden habe, dann werde ich die 4. Frage natürlich selbst beantworten können.

So wie ich verstanden habe.. glaubt Hume nicht dran, dass der Mensch einen freien Willen hat..aber er ist überzeugt, dass wir unsere Handlungen selbst beeinflussen können...also wir können entscheiden, ob wir etwas machen und es in der Tat umsetzen..

Beantwortet es teilweise die zweite Frage..?

Mich verwirrt es jedoch trotzdem, was er mit dieser "Notwendigkeit" meint....

Ich bedanke mich schon mal für Antworten im Voraus...

lg lichterspiele

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Albrecht, Community-Experte für Philosophie, 61

Bei David Hume ist seine Auffassung zur Kausalität (Verhältnis von Ursache und Wirkung Grundlage seiner Gedanken über Notwendigkeit und Freiheit.

David Hume meint: Alle abstrakten Ordnungsbegriffe (wie z. B. Kausalität)
stammen aus der Verknüpfung/Assoziation der Vorstellungen/Ideen, indem Menschen aus dem regelmäßigen Beisammensein von Sinneseindrücken Begriffe bilden. Prinzipien der Verknüpfung/Assoziation seien Ähnlichkeit, zeitliche oder räumliche Nachbarschaft/Berührung und regelmäßige Abfolge (Verhältnis Ursache -Wirkung/Kausalität).

Hume argumentiert, eine notwendige Verknüpfung von Ursache und Wirkung könne nicht aus der Erfahrung gewonnen werden. Die Menschen können Dinge und Ereignisse wahrnehmen, aber nicht unmittelbar die wirkenden Kräfte bzw. die Notwendigkeit der Verknüpfung.

Hume fragt als Empirist nicht, was kausale Verknüpfungen ihrem Wesen nach sind, sondern auf welche Weise Menschen die Begriffe von Ursache und Wirkung erwerben. Aufgrund wiederholter Beobachtung gleichartiger Fälle bilden Menschen eine Gewohnheit aus, beim Auftreten des einen Ereignisses dessen übliche Begleiterscheinung zu erwarten.

Die Menschen seien subjektiv zu einer Erwartung genötigt. Hume nimmt eine
Kausalität als wahrscheinlich an, aber die Zuschreibung von Notwendigkeit könne nicht vor aller Erfahrung aus den Begriffen hergeleitet werden und beruhe nicht auf der Wahrnehmung einer verbindenden Kraft zwischen Ursache und Wirkung.

David Hume vertritt also einen Standpunkt einer eher schwachen Art von Verursachung: Es  gibt dabei keine strikte (strenge/absolute
und völlig ausnahmslose) Notwendigkeit, sondern nur eine gewisse
Gleichförmigkeit und Regelmäßigkeit, die psychologisch dazu führt, eine
Erwartung auszubilden.

Textgrundlagen zum Thema Notwendigkeit und Freiheit sind:

David Hume, A treatise of human nature: being an attempt to introduce the
experimental method of reasoning into moral subjects (1740; „Ein Traktat über
die menschliche Natur: ein Versuch, die Methode der Erfahrung in die
Geisteswissenschaft einzuführen“). Book 2: Of the passions. Part 3: Of the will and direct passions. Section 8: Of liberty and necessity (Buch 2: Über die
Affekte. Teil 3: Über den Willen und die direkten Affekte. Abteilung/Abschnitt
8: Über Freiheit und Notwendigkeit).

David Hume, Enquiry concerning human understanding (1758; „Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand; zuerst 1748 unter dem Titel „Philosophical essays concerning human understanding“). Section 8: Of liberty and necessity (Abteilung 8: Über Freiheit und Notwendigkeit)

1) Unterscheidung aufgeführter Bedingungen menschlichen Denkens und Handelns

Ohne Wissen, um welchen Textauschnitt es genau
geht, ist die Frage schwierig beantwortbar.

Es sind verschiedene Gesichtspunkte denkbar.

Anregungen:

a) physische/materielle Bedingungen (Bewegungen von Körpern, Vorgänge der unbeseelten, nicht vernünftigen Natur)

b) psyschische/geistige Bedingungen

Es gibt einerseits im physischen/materiellem Bereich Ursachen, anderseits im
psyschischen/geistigem Bereich, nämlich als Beweggründe (Motive)

a) äußere Bedingungen (Umstände, z. B. Umwelt, Lebensalter,
Geschlecht, Erziehung, wirtschaftliche Bedingungen, politische Bedingungen,
gesellschaftliche Bedingungen, kulturelle Bedingungen)

b) innere Bedingungen (Charakter/Temparament, mit bestimmten Neigungen/Dispositionen verbunden, Gefühle/Empfindungen/Affekte/Leidenschaften, Vorstellungen, Gedanken) 

a) allgemeine menschliche Natur

b) individuelle Eigentümlichkeiten

a) gegenwärtige Lage

b) vorhandene Erfahrung

2) Schließen vom Charakter auf Handlungen

Eine Kenntnis des Charakters von Menschen ermöglicht, ihre ausgeführten Handlungen zu erklären bzw. ihr wahrscheinliches Verhalten vorherzusagen (Prognose). Aus dem Charakter eines Menschen können Schlüsse gezogen werden, welche Motive (Beweggründe) unter bestimmten Umständen
handlungswirksam sein werden. Die Handlungen eines mutigen Menschen werden wahrscheinlich mutig sein, die eines treuen Menschen treu, die eines geizigenMenschen von Geiz geprägt, die eines eitlen Menschen von Eitelkeit geprägt. Menschen neigen/tendieren entsprechend ihrem Charakter zu einem bestimmten Verhalten.

Es gibt eine verhältnismäßig große Gleichförmigeit in den Handlungen der Menschen. Durch Beobachtung können beständige undallgemeine Prinzipien der menschlichen Natur entdeckt werden. Erfahrung verhilft dazu, Kenntnissse über Neigungen und Triebfedern der Menschen zu gewinnen. Gleichartige Motive (Beweggründe) rufen gleichartige Handlungen hervor, aus gleichartigen Ursachen folgen gleichartige Ereignisse.

3) Erklärung des „Vorurteils“ von der Freiheit des Willens

Es gibt eien Neigung, bei Naturvorgängen eine notwendige Verknüpfung anzunehmen, aber bei den geistigen Handlungen keine solche notwendige Verküpfung des Motivs (Beweggrundes) mit der Handlung zu empfinden. Dies führt zu der Auffassung, zwischen aus materiellen Kräften hervorgehenden Wirkungen und aus geistigen Kräften (Denken, VerstandVernunft/) hervorgehenden Wirkungen bestehe ein Unterschied.

Es kommt zu einer über a) Regelmäßigkeit und Gleichförmigkeit (beständige Verbindung von Erscheinungen) und b) geistige Herleitung (Schließen) der folgenden Erscheinungen aus den den vorausgehenden Erscheinungen hinausgehenden Vorstellung von Notwendigkeit und Verursachung bei Vorgängen der Außenwelt. In den willentlichen/freiwilligen Handlungen des Geistes kann solch eine unterstellte über die beiden Umstände a) und b) hinausgehende Notwendigkeit aber nicht entdeckt werden. Sie wird nicht im Bewußtsein gefühlt. Empfunden wird, nach dem eigenen Willen zu handeln, So kommt es zur Empfindung, der, Wille sei niemand untertan/von nichts abhängig. Dies ist aber nur eine Einbildung. Jemand hat die bestimmenden Faktoren des Willens nicht in seinem Bewußtsein.

Eine über die richtige Aufassung hinausgehende Unterstellung führt zu einer falschen Wahrnehmung und scheinbaren Erfahrung (Täuschung). Zwar werde im Zustand des Überlegens selten Ungebundenheit gefühlt, aber beim Vollzug der Handlung oft Ungebundenheit gefühlt.

Bei eigenen Handlungen wird aus der Innenperspektive keine geheime, verborgene Kraft erfahren. Aus der Beobachtungsperspektive anderer Personen kann aber in den Handlungen ein regelmäßiges und vorhersagbares Verhalten wahrgenommen werden.

Beim Bestreiten von Notwendigkeit liegt nach Humes Aufffassung eine Verwechslung von Freiheitsbegriffen zugrunde. Es werde nicht zwischen einer Freiheit der Spontanität (Handeln von sich aus,  ensprechend dem eigene Willen) und einer Freiheit der Indifferenz (Gleichgültigkeit; Zustand, in dem entgegengesetzte Möglichkeiten ergriffen werden können) unterschieden.

4) Humes Vorwurf, die Lehre von der Freiheit ziehe die
Person aus der Verantwortung

Unbestimmtheit bedeutet Zufälligkeit. Die Handlungen wären dann unverursacht, nicht durch Kausalität (Verhältis von Ursache und Wirkung) bestimmt. Für bloße Zufälle kann niemand mit gutem Grund zur Rechenschaft gezogen werden. Nur eine kausal von ihr bestimmte Handlung kann einer Person zugerechnet werden. Bei bloßer Zufälligkeit ist die Person nicht für die Handlung verantwortlich. Es gibt keine Beziehung/Verknüpfung der Persönlichkeit mit der Entscheidung und Handlung. Lob und Tadel, Belohnung und Bestrafung können nicht gerechtfertigt werden.

Eine Kritik kann David Hume darin zustimmen, es sei falsch, für die Existenz von Freiheit einer Person in ihrem Wollen/ihrer Willensbildung bloßen Zufall als Grundlage zu nehmen. Verantwortung setzt Freiheit voraus, aber bei bloßem Zufall besteht keine Verantwortlichkeit. Nur bei Selbstbestimmung gibt es Urheberschaft an eigenen Entscheidungen und Handlungen. Außerdem ist es richtig, die Existenz einer absoluten/unbedingten Freiheit, als ob ein Mensch von allem losgelöst wäre, beliebig und allmächtig darüber schwebe, zu verneinen. Insofern ist eine Ausage von einer bedingten
Freiheit (hypothetical liberty) zutreffend.

Doch es können auch Einwände erhoben werden. Hume gelingt nicht wirklich
eine von ihm beanspruchte Aussöhnung der Lehre von Notwendigkeit (doctrine of necessity) mit der Lehre von der Freiheit (doctrine of liberty). Hume
unterscheidet eine Freiheit der Spontanität (liberty of spontaneity), die
Gegenteil von Gewalt und Zwang ist, und eine Freiheit der Indifferenz (liberty
of indifference
), die Zufall/Unbestimmtheit und Gegenteil von
Ursächlichkeit/Kausalität/Bestimmtheit und Notwendigkeit ist. Hume meint, der
Mensch habe eine Freiheit der Spontanität, aber keine Freiheit der
Indifferenz.Was Hume als miteinander verträglich/vereinbar darstellt, sind nur
Handlungsfreiheit und eine schwache Determiniertheit (Bestimmtheit).

Sehr anfechtbar ist auch, Motive (Beweggründe) für genauso notwendig zu
Wirkungen führend wie Ursachen bei physischen Naturvorgängen aufzufassen. Bei Motiven (Bewegründen) gibt es Überlegung. Verursachung geschieht dabei aufgrund eines Ziels. Ein Stein, auf den Kräfte einwirken, kann nicht überlegen und wählen, welches Ziel er anstrebt.

Hume versteht (Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand.
Abteilung/Abschnitt 8: Über Freiheit und Notwendigkeit. Teil 1) unter Freiheit eine Macht/Kraft/Fähigkeit, entsprechend den Bestimmungen/Entschließungen des Willens, zu handeln und nicht zu handeln (By liberty, then we can only mean a power of acting and not acting, according to the determinations of
the will
).

David Hume, Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand. Übersetzt von Raoul Richter. Mit einer Einführung herausgegegeben von Manfred Kühn. Hamburg : Meiner, 2015 (Philosophische Bibliothek ; Band 648), S. 106 – 107:

„Also können wir unter Freiheit nur verstehen: eine Macht zu
handeln oder nicht zu handeln, je nach den
Entschließungen des Willens; das
heißt, wenn wir in Ruhe zu verharren vorziehen, so können wir es; wenn wir
vorziehen, uns zu bewegen, so können wir dies auch. Diese bedingte Freiheit
wird nun aber einem jeden allgemein zugestanden, der nicht ein Gefangener in
Ketten ist. Hierin liegt also kein Problem.“

Hume erklärt Notwendigkeit zu einem wesentlichen Bestandteil von
Ursächlichkeit/Kausalität. Was er als Notwendigkeit bezeichnet, ist bei ihm der
Sache nach aber nur eine gewisse Gleichförmigkeit und Regelmäßigkeit. Es kann davon Grade geben, ein Mehr oder Weniger. Beim Verhalten liegt nur eine
Wahrscheinlichkeit vor, keine streng notwendige Gesetzmäßigkeit.

Wenn eine Lehre der Freiheit in Bezug auf das Wollen/die Willensbildung
Notwendigkeit ablehnt und das Vorhandensein von Notwendigkeit bestreitet, muß dies nicht bedeuten, eine Freiheit einer völligen Beliebigkeit und Indifferenz zu vertreten. Das Vorhandensein von Einflüssen/Faktoren ist mit Willensfreiheit vereinbar. Das Bestreiten einer Notwendigkeit Bezug auf das Wollen/die Willensbildung muß nicht bedeuten, unter „frei“ „unverursacht“ zu verstehen. Bei Hume geschieht eine Gleichsetzung von Kausalprinzip und Notwendigkeit. Anschließend unterstellt Hume der strikte Notwendigkeit ablehnenden Lehre von der Freiheit eine extreme Auffassung, die ihre Vertreter(innen) meistens gar nicht haben und die keinesfalls logisch zwingend zu einem Standpunkt der  Existenz von Willensfreiheit gehört. Er verkürzt
etwas, bei dem es mehr oder weniger Gleichförmigkeit und Regelmäßigkeit geben kann, auf nur zwei Standpunkte, entweder Gleichförmigkeit und Regelmäßigkeit (= Notwendigkeit) oder völliges Chaos und bloßer Zufall.

Geert Keil, Willensfreiheit. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Berlin ; Boston, Massachusetts : de Gruyter, 2013 (Grundthemen Philosophie), S. 53 – 54:  
„Er fragt als Empirist nicht danach, was kausale
Verknüpfungen ihrem Wesen nach sind, sondern auf welche Weise wir die Begriffe von Ursache und Wirkung erwerben. Seine Antwort lautet, dass wir auf Grund wiederholter Beobachtungen gleichartiger Fälle eine Assoziationsgewohnheit ausbilden, nämlich die Gewohnheit,  „beim
Auftreten des einen Ereignisses dessen übliche Begleiterscheinung zu
erwarten“. Für die Ausbildung dieser Gewohnheit reicht aber nach Hume eine begrenzte Gleichförmigkeit aus, und mehr Regularität biete die Natur auch nicht: „Gleichförmigkeit in jeder Einzelheit gibt es nirgends in der Natur“. Von ausnahmslosen deterministischen Verlaufsgesetzen sind Humes Regularitäten also weit entfernt. Angesichts dieses Umstandes ist es erstaunlich, dass Hume stets als der klassische Kompatibilist geführt wird. Um ein Kompatibilist zu sein, muss man zwar nicht notwendig den Determinismus für wahr halten, aber man muss seine Vereinbarkeitsbehauptung auf den Determinimus beziehen und nicht auf
etwas ungleich Schwächeres.

Bemerkenswert ist schließlich dass Hume keinen echten Determinismus vertritt, seinen Gegnern aber einen extremen Indeterminismus unterstellt, nämlich die völlige Abwesenheit irgendeiner „Gleichförmigkeit im menschlichen Handeln“, was es unmöglich machen würde, „irgendwelche allgemeinen Beobachtungenüber die Menschheit zu sammeln“. Dieser rhetorische Trick wird in der Literatur nur selten durchschaut: Hume stellt die Verneinung des Determinismus als extreme Auffassung dar, dass es in der Welt völlig chaotisch zugeht und dass Menschen nicht einmal minimal stabile
Charakterzüge aufweisen. Dies ist eine Verzerrung der Gegenposition, die viele Interpreten davon ablenkt, dass Hume selbst nur an die begrenzte Gleichförmigkeit glaubt.“

Antwort
von berkersheim, 59

David Hume ist Empirist und zumindest Agnostiker und folgt dem epikureischen Gedanken, dass es keine absolute Freiheit gibt für ein menschliches Wesen, das Teil dieser Welt und der Verknüpfungen darin ist. Doch, wie es keine absolute Freiheit gibt, gibt es auch keinen absoluten Determinismus, weil alle Kausalität und Gesetzmäßigkeit nur Hypothesen des Menschen sind, Erfahrungswerte, die sich mit wachsender Erfahrung ändern. Unsere kausalen Konstruktionen reichen immer von der Gegenwart in die Vergangenheit, sprich, wir konstruieren Erklärungen im Nachhinein. Doch Willensäußerungen und Handlungen sind immer ein Schritt in die Zukunft, in eine ungewisse Zukunft, wenn auch geleitet von Einsichten aus der Vergangenheit, von moralischen Einstellungen und Erwartungen.

Ein Wollen, ein Entscheiden und Handeln in die Zukunft ist immer eine relativ offene Angelegenheit. Auch wenn z.B. der Charaker eines Menschen erwarten lässt, dass z.B. ein Choleriker bei bestimmten Reizen heftig reagiert, gibt es dazu keine sichere Voraussage sondern nur eine Tendenz aus der Kenntnis des Charakters. Genauso widersprüchlich ist die Annahme einer "absoluten Freiheit". Wir sind gesellschaftliche Wesen und handeln nicht im luftleeren Raum. Unser Handeln innerhalb einer Gesellschaft hat immer Folgen und ist daher notwendig mit Verantwortung für diese Folgen verknüpft. Wir sind also nie frei von den Folgen unserer gesellschaftlichen Einbindung. Wir können Menschen weh tun, doch tragen dann auch die Verantwortung dafür. Darum hält Hume die Vorstellung einer absoluten Freiheit für einen kindischen Göttlichkeitstraum.

Die Freiheit des Menschen ist relativ, begrenzt durch seine Einbindung in die Welt. Er ist in einem zukunftsoffenen Wollen/Entscheiden/Handeln auch nicht absolut determiniert sondern es gibt Spielräume der Entscheidung, des Handelns innerhalb von Notwendigkeiten, die aber immer mit Verantwortung verbunden sind.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community