Frage von Cervantes91, 74

Chemie-Semester wiederholen möglich oder sich neu orientieren?

Zurzeit bin ich im 1. Semester eines Bachelor-Chemie-Studienganges und obwohl ich am Anfang noch guter Dinge war, fällt mir mittlerweile alles über den Kopf zusammen.

Einerseits lag es am Anfang teilweise an meiner schlechten Organisierung, andererseits fallen mir grundlegende Sachen in Mathematik und Physik so schwer, dass ich teilweise nicht zur Prüfung zugelassen werde.

Wäre es nun sinnvoll (wenn es überhaupt so einfach möglich ist), das Semester zu wiederholen und die fehlenden Grundlagen zu schließen oder wäre ein Fachrichtungswechsel vlt. anzustreben?

Da ich noch sehr früh im Studium bin, wäre ein Fachrichtungswechsel noch nicht so dramatisch, andererseits kann es auch sein, dass ich in der Chemie eine gewisse Anfangshürde überwinden muss, von der ich noch nichts weiß. Angestrebter Fachrichtungswechsel wäre denn Chemie für Lehramt und/oder ähnliches als Alternative.

Antwort
von Juno95, 41

Hallo Cervantes.

Das Chemiestudium ist schon ein ziemlich aufwendiges Studium, das gleich vorneweg (ich bin im 3. Semester).

Auch ich hatte kaum Vorkenntnisse in Mathe und Physik, aber durch fleißiges Mitlernen konnte ich die Prüfungen schaffen.

Bei uns gab es "STEOP" Prüfungen (Österreich), die musste man bestehen, um zum 2. Semester und für weitere Prüfungen zugelassen zu werden. Gibt es bei euch auch solche Voraussetzungsprüfungen?

Bei uns kann man das Semester nicht wiederholen, die benötigten Prüfungen aber ein Jahr später absolvieren (bei uns machen z.B. viele die Mathe- und Physikprüfungen jetzt im 3. statt im ersten Semester). entsprechend länger dauert es dann zum Bachelor. Aber die wenigsten schaffen Chemie in Mindeststudienzeit.

Was genau fasziniert Dich denn an der Chemie? Hast Du schon Pläne für später? Warum denn genau Chemie? Ich finde Chemie ist schon ziemlich anstrengend und zeitaufwendig, mit den Praktika kann es schon vorkommen, dass man 5 Tage die Woche 12 Stunden in der Uni verbringt.

Und die Prüfungen werden natürlich auch nicht einfacher- bei uns haben z.B. im ersten Semester 200 angefangen, im 2. waren es noch 90, jetzt im dritten 60 (und nur ca die Hälfte davon hat noch die Chance auf Regelstudienzeit).

Ich möchte Dich hiermit nicht vom Chemiestudium abbringen- es macht wirklich viel Spaß. Auch ich war im ersten Semester oft am Zweifeln, ob ich es schon schaffen werde, bis jetzt habe ich noch alle Prüfungen (außer eine) beim ersten Mal geschafft- wenn Du es wirklich willst kannst Du es auch schaffen. Nur Ist dazu eben sehr viel Fleiß und Ausdauer nötig.

Falls Du noch Fragen hast, bitte melden!

Viel Erfolg!

Antwort
von SarieI, 38

Wie gut gefällt dir denn alles so? Ich meine, wenn du merkst, dass das Studium einfach nichts für dich ist - dann hör auf und mach was anderes. Wenn du aber einen Fachwechsel machst zu Chemie auf Lehramt - dann denk daran, dass das ja quasi genauso ist wie Chemie. Die Unterschiede kommen später im Studium, die ersten Semester sind Grundlagen, die werden ähnlich sein.

Wenn du weiter Chemie studieren willst, naja, dann musst du dich halt dahinterklemmen und Mathe/Physik lernen. Schau dir mal andere Lernmethoden an, vielleicht fällt es dir leichter, wenn du es anderen erklärst. Organisier dich in Lerngruppen, lass es dir da von anderen erklären, etc.

Semester wiederholen geht natürlich auch, weiß nicht wie das bei euch geregelt ist, wie oft man sowas machen kann.

Antwort
von annaaugustus, 29

Ich habe ebenfalls studiert. Biologie und Englisch auf Lehramt. Am Anfang habe ich gedacht, ich schaffe es nicht. Das waren so ca. die ersten 4 Monate. Dann habe ich gemerkt, dass ich deutlich mehr für das Studium arbeiten muss, als ich es jemals in der Schule getan habe. Als ich das kapiert habe und mir einen Arbeitsplan aufgestellt habe, lief es deutlich besser. 

Ich vermute, du bist noch im "Schulmodus" und hast noch nicht begriffen, dass studieren Selbstorganisation und eine gehörige Portion Arbeit bedeutet. Vielleicht glaubst du auch, dass es mit den Vorlesungen getan ist. Aber nach den Vorlesungen fängt die eigentliche Arbeit erst an.

Du musst dich besser organisieren und zu Hause mehr arbeiten, um deine Wissenslücken zu schließen. Da gibt es viele Möglichkeiten:

- Nachhilfe durch Studenten aus höheren Semestern (muss man sich aber leisten können)

- sich Gruppen suchen, bei denen man mitarbeiten kann

- die Beratungsstelle für Erstsemester aufsuchen.

Den Studiengang zu wechseln bringt nicht viel, weil es dir in jedem Studiengang so ergehen wird.

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