Frage von Arthur2011, 125

Lohnt sich ein Chemiestudium wirklich?

Hallo,

Ich studiere zurzeit im 2. Semester Chemie an einer relativ guten Fakultät ( LMU München ).

Das Studium ist durch die vielen Praktika sehr zeitaufwendig und belastend, ich bin mittlerweile bei 60 Wochenstunden mit Lernaufwand, Tendenz steigend.

Trotz allem macht mir das Studium wirklich Spaß aber da ich doch auch irgendwo Geld verdienen möchte, frage ich mich ob sich der ganze Aufwand überhaupt lohnt..

Viele Statistiken versprechen ja tolle Gehälter in Chemie und Pharmaindustrie, aber dennoch stößt man im Internet auf immer mehr negative Erfahrungsberichte.

Versteht mich nicht falsch es geht mir nicht nur um das Geld aber mit reiner naturwissenschaftlicher Begeisterung besteht man das Studium eben nicht, sondern man muss sich teilweise wirklich durchquälen, daher die Frage ob es sich denn bezahlt macht.

Da ich aus Erfahrung weiß, dass im Internet und speziell auf einem solchen Forum gerne mal Halbwissen propagiert wird, würde ich mir wünschen, dass mir vielleicht jemand dazu etwas sagen kann, der direkte Erfahrung mit dem späteren Berufsleben hat.

Danke im Voraus !

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von OlliBjoern, 92

Ich kenne das noch gut, mit den ersten Semestern im Fach Chemie, das war in der Tat recht hart. Im 5.Semester hatte ich ein Organikpraktikum auf das nächste Semester geschoben, um ein bisschen "Luft" zu kriegen. Nach dem Vordiplom hatte es sich aber deutlich entspannt.

Im Nachhinein bin ich aber froh, dabei geblieben zu sein.

Das Berufsleben eines Chemikers kann natürlich recht unterschiedlich ausfallen. Ich mache derzeit fachlich gesehen etwa genauso viel Physik wie Chemie, und zudem gibt es viele Dinge in Bezug "rund ums Verkaufen", aber das kann bei anderen Chemikern wieder ganz anders aussehen. Ich arbeite nicht in der Forschung, sondern (im weitesten Sinne) im Vertrieb, habe aber auch weiterhin etwas Laborarbeit (keine Synthese, sondern Spektroskopie).

 

Antwort
von HelloMaryLou, 57

Wie genau die Joblage sein wird,  kann ich dir auch nicht sagen,  da es sich ständig ändert. Derzeit geht der Trend zum Post-Doc. Aber Tipps zum Studium habe ich dafür:

Ich habe mich genau wie du durch die Semester gerissen und alles in Regelstudienzeit geschafft und im letzten Jahr durch einen organisatorischen Fehler ein Jahr verloren.  Das ärgerte mich natürlich total. Inzwischen ärger ich mich mehr darüber, dass ich vorher das Studium zu verbissen gesehen habe. Es war eigentlich die allerbeste Zeit überhaupt. Nie wieder danach ist man von so vielen gleichaltrigen, motivierten Menschen umgeben. Im Job sieht das ganz anders aus ...

 Worüber ich mich ärger: die Zeit nicht mehr genossen und genutzt zu haben, bzw es zu spät gemacht zu haben. Als Student stehen dir alle Türe offen: Industriepraktikum, Erasmus,zahlreiche Partys, neue Wege ausprobieren, andere Studiengänge angucken, Sprachkurse machen. Es lässt sich nicht immer alles anerkennen, aber das macht nix. Man findet den eigenen Weg, kann besser nebenbei jobben bzw bekommt mehr Fördermittel und hat einfach mehr vom Studium. Auf dem Arbeitsmarkt macht sich das eh besser als Regelstudienzeit und wenn man will kann man die Semester wo man was anderes macht,  vorher als Urlaubssemester verbuchen. Ob sich das Studium immer im Gehalt widerspiegelt,  kann ich dir noch nicht sagen. Die meisten,  die ich kenne sind noch in der Wissenschaft tätig.  Aber die Lebenserfahrung ist unbezahlbar. So viele Möglichkeiten stehen einem selten offen.  Hoffe ich kann dir etwas Lichtblicke vermitteln und lass dir eins sagen: wenn du als Doktorand das erste Mal Gehalt bekommst, fühlst du dich wie ein König.  Egal wie viel es ist ;-)

Antwort
von Huflattich, 66

Jedes Studium lohnt sich, zumindest zur Persönlichkeitsentwicklung . 

Ob Du später damit Geld verdienen kannst, kommt einzig und allein auf Dich  und deine Noten an.

Soziale Kompetenz ist gefragt also :

Wie kannst Du Dich präsentieren? Bist Du ein gut aussehender (leider auch wichtig)  angenehmer, umgänglicher Mensch ? Wie kommst Du beim Gegenüber an ? Wer wird in der Wirtschaft gesucht wenn Du fertig mit Deinem Studium bist ?

Magst Du das was Du tust ? Wenn Du schon diese Frage mit Nein beantworten musst solltest Du schleunigst was anderes -

mache immer das was Dir wirklich gefällt

Antwort
von softie1962, 83

Das wichtigste bei der Berufswahl ist, dass einem die Arbeit Spass macht, schließlich verbringt man damit die meiste Zeit seines Lebens.

Klar ist es toll viel Geld zu verdienen, aber was nutzt dir eine Arbeit zu der du dich zwingen musst, weil sie dir eigentlich keinen Spass macht.

Antwort
von Kurpfalz67, 66

Nun, oft ergeben sich im späteren Leben völlig neue Chancen, die man zunächst noch nicht sieht.

Wenn dich die Materie interessiert, ist es sicher eine gute Wahl. Klar, man hat immer Sorgen um die Zukunft und macht sich Gedanken, was es noch an weiteren Möglichkeiten geben könnte. Für welchen Weg du dich auch immer entscheidest, es hätte noch eine Vielzahl anderer Möglichkeiten gegeben.

Die Frage ist aber, was wäre für dich die Alternative zum Studium?

Würdest du nicht eventuell bereuen, wenn du heute abbrichst? Wirst du es bereuen, wenn du weiter studierst? Niemand kann solche Fragen wirklich beantworten!

Da du das nie mit Gewissheit sagen kannst, musst du dich entscheiden und die Sache durchziehen. Beständigkeit ist eine wichtige Sache, auch im späteren Berufsleben.

Ich bin seit über 20 Jahren in der Pharmaindustrie tätig und habe auch mal im Labor begonnen (Biotechnik) zu einer Zeit, als ich mir noch nicht ansatzweise hätte vorstellen können was noch kommt.

Seit Jahren mache ich nichts mehr von dem, was ich ursprünglich gelernt habe. Es ändern sich so viele Dinge, dass man sich manchmal verwundert die Augen reibt.

Letztlich bin ich im Vertrieb gelandet und verdiene dort meine Brötchen.

Antwort
von PeterJohann, 73

"Lohnen" ist sehr subjektiv. 

Meiner Meinung nach lohnt es sich auf jeden Fall, wenn einem das Fach wirklich zusagt.

Vom Gehaltlichen her ist es auch sehr gut (die ganzen negativen Kommentare, die man hier ab und an liest decken sich nicht mit meinen Informationen).

Die Frage zum Gehalt war erst kürzlich hier (wieder mal) behandelt worden: https://www.gutefrage.net/frage/was-verdient-ein-chemikerchemieingenieur

Ich würde aber auf jeden Fall zur Promotion raten, weil man dann doch sehr viel mehr Freiheitsgrade gewinnt....

Antwort
von swissss, 32

....  Halbwissen propagiert wird.........? 

und du fragst hier dir absolut unbekannte teilweise irre User über ihre eigene Erfahrung ??? bist du nachher gescheitter wenn dir hir ein Gestörter irgend eine Meinung schreibt. Gehe ins reale Leben und frage Leute von Angesicht zu Angesicht.

Kommentar von Arthur2011 ,

magst du Recht haben, aber ich denke das es hier genügend Leute gibt die Erfahrung damit haben, habe auch im ,,realen Leben´´ Gespräche geführt aber umso mehr man weiß, desto einfacher bildet sich die eigene Meinung

Kommentar von swissss ,

Viel Erfolg, wenn du es durchziehst . LG

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