Frage von motorrad95, 79

Bis wie viel Kilometer würdet ihr eine ZX6R kaufen?

Ich plane im Frühjahr meinen A2 zu machen, habe mich schon wieder an der Fahrschule angemeldet und alles an Schutzkleidung erworben. Nun würde ich nach erfolgreicher Prüfung eine schöne Ninja kaufen, nur weiß ich nicht, wie viele KM bei diesem Modell noch i.O. sind. Freue mich über euren Rat!

Expertenantwort
von Effigies, Community-Experte für Motorrad, 50

Gar nicht. Und das obwohl ich nen Führerschein dafür habe.

Ein Supersportler ist 100% ungeeignet für nen Fahranfänger. Ich hab das hier auch schon unzählige Male ausführlich beschrieben warum, und ich frage mich warum ich es immer wieder tun muß, obwohl es doch jedem Menschen mit ein wenig Verstand klar sein sollte daß man einen Reitschüler nicht auf ein Rennpferd setzt.

Und wenn du irgend wann mal richtig fahren kannst, dann willst du nicht mehr so ne drehmomentschwache Luftpumpe. 

btw ist so eine leistungsstarke , aber drehmomentschwache Drehorgel auch total ungeeignet zum drosseln.

Kommentar von motorrad95 ,

Und was hältst du von einer zxr400? die ist deutlich weniger energievoll und auch zum drosseln geeignet. Übrigens, man kann einen reitanfänger auf ein rennpferd packen, er muss ja nicht gleich in der ersten stunde galloppieren ;) Und genau das verhindert ja gerade die Drossel. Für mich ist klar, ich will mir eine Sportmaschine zulegen, mit der ich nach ein paar Jahren entdrosselt noch mehr spaß haben kann und ich bin nunmal kein millionär, der sich alle paar Monate ne neue Maschine leisten kann. Deswegen hab ich einen Blick auf die ZX6R geworfen. Sie wurde mir auch schon von vielen anderen (erfahrenen sowie professionellen Fahrer*innen) empfohlen. Anstatt nur Vorwürfe in den Raum zu schmeißen, würde ich dennoch gerne deine Begründung hören! 

Ach ja und aussehen spielt für mich eine große Rolle. Es muss eine Kawa sein und ein Motorrad darf mMn nur schwarz oder grün sein. 

Kommentar von Effigies ,

Übrigens, man kann einen reitanfänger auf ein rennpferd packen, er muss ja nicht gleich in der ersten stunde galloppieren ;)

Genau da ist der Irrtum. Das ist als wolltest du als Anfänger gegen Klitschko boxen mit der Begründung, er muß ja nicht gleich in der ersten Runde voll zu schlagen. Muß er nicht, wird er aber.

Als Anfänger kommste kaum auf so nen Gaul drauf, und sobald der freie Bahn sieht rennt der los und ein Anfänger kann ihn dann nicht mehr bremsen.

Selbst wenn du dem Gaul nen Strick um die Beine bindest (drossel), dann kann er nimmer laufen und wird selbst von kleinen Freizeitponnys überholt, aber er ist immer noch ein Rennspferd, teuer , zickig, schwer zu kontrollieren, und jetzt auch noch lahm. Supiiiiiii!

Beim Mopped wirds eher andersrum sein. Sie zieht gedrosselt keine Wurst vom Teller, aber wenn du die Bremse nur mal schief anguckst, liegst du flach. Da Fahrwerk ist zu steif,  verzeiht keine Fehler, die Bremse zu giftig, verzeiht gar nix. Das Verhalten der Sportreifen ist auch für Anfänger eher verwirrend als hilfreich.

und ich bin nunmal kein millionär, der sich alle paar Monate ne neue Maschine leisten kann.

Das is ja wohl das blödeste Argument. Du glaubst doch ned im Ernst daß du mit nem Supersportler billiger fährst? Du zahlt viel viel mehr als mit nem geeigneten Anfängermopped für viel weniger Fahrspaß. Es is ja ned so, daß du ein Mopped kaufst und dann in die Tonne schmeißt wenn du ein neues kaufst. Du verkaufst die natürlich wieder. Und der Wertverlust eines guten Mitttelklassemoppeds ist wesentlich geringer als der so eines Supersportlers. Du verliehrst also mit der gedrosselten ZX6 erheblich mehr Wert in der Zeit. Und der laufende Unterhalt ist auch viel teurer.

Und dabei geh ich nur vom normalen Wertverlust aus. Bei dem wird es aber nicht bleiben. du wirst noch mal mindestens den kompletten Wert eines Einsteigermoppeds verlieren wenn du die Karre hinschmeißt  

Und da steht absichtlich wenn und nicht falls. Du wirst sie schmeißen.

Kommentar von motorrad95 ,

kleines update:

ich bin nun stolzer besitzer einer zzr600. Dazu muss ich sagen, sie ist echt handlich und angenehm zu fahren! Ich könnte mir als einsteiger Motorrad mit Vollverkleidung kaum ein besseres Bike vorstellen.

Und mit 48 PS (Gaswegdrosselung) kann man da auch nicht viel falsch machen. Es ist keine Supersportler, sondern eine Sporttourer, vielleicht liegt der Vorteil ja da :)

Bin jetzt seitdem ich sie habe ca 500km gefahren (seit 5 Tagen) leider hauptsächlich nur Autobahn, aber sie ist für den Stadtverkehr als auch für Überland und Autobahn echt gut.

Wieso ich außerdem eine Sporttourer genommen habe: Es ist auch gemütlicher für den Sozius ^^

Kommentar von motorrad95 ,

Und was eine SM gerade so gut für Fahranfänger macht ist doch gerade das niedrige Gewicht! MAn hat so eine leichtere Kontrolle über das Krad und ein deutlich besseres Handling! Deine Argumentation interessiert mich sehr...

Kommentar von Effigies ,

Und was eine SM gerade so gut für Fahranfänger macht ist doch gerade das niedrige Gewicht!

Nö, isses nicht. Es ist das leichte Handling.

Niedriges Gewicht ist eine Bedingung für ein leichtes Handling. Aber nicht die Einzige.  Eine Supermoto ist  auf hohe Handlichkeit in sehr engen Kurven ausgelegt. Ein Supersportler ist für die Rennstrecke gebaut. d.h. hohe Stabilität auf nem sehr ebenen Kurs an dem du niergends langsamer als 100km/h fährst.

Die Bikes sind steif wie Empfang beim Bundespräsidenten.  Trotz ihres niedrigen Gewichts. Und sie werden bei welligen Boden total zickig. Aus ne welligen Landstraße fährt dir jede GS500 auf und davon.

Grade aus fehlt es dir an Leistung weil bei der Übersetzung das Bike erst oberhalb von 100km/h überhaupt in Drehzahlbereiche kommt wo was passiert. Und in Kurven hoppelst du nur und hast keine Tracktion. Bei der kleinsten Welle besteht immer die Gefahr, daß du abfliegst, weil du 100% nicht weist wie man so was stabilisiert.  Bei jeder Bremsung werden Wetten angenommen ob du auf den Maschine bleibst.

Aber eigentlich wollte ich ja den ganzen Mist ned zum 100. mal erklären. Und die Tatsache daß dir das nicht eh alles klar ist zeigt ja, daß du noch ewig ned bereit bist für nen Supersportler. Es fehlt dir ned nur an der feinmotorischen Schulung/Übung sondern auch am Wissen.

Kommentar von motorrad95 ,

Ich verstehe nicht was ihr für einen hype macht um eine Supersportler. Ich habe die ZZR600, die vom Fahrverhalten nicht viel anders ist als eine ZX6R die ich probiert habe. Mein Kumpel hat auch auf einer R6 angefangen. Es ist machbar und wer etwas autodidaktik beherrscht wird das Bike nicht in der ersten Kurve flachlegen.

Mein Bike ist super handlich und sehr gut in den Kurven zu beherrschen und wiegt 217kg leer. nicht viel weniger als eine ZX6r. Die Argumentation ist mMn sehr theorie-lastig und nicht realistisch.

Es geht, ohne dass man sich hinpackt. Also nehmt mal den Stock ausm A*sch mit eurer tollen Erfahrung und realisiert mal, dass Menschen auch auf Bikes anfangen können, die laut eurer Definition "nur für Profis" sind. :*

Antwort
von JG265, 44

Der Kilometerstand eines Motorrads sagt nichts über den Pflegezustand aus. Es gibt Leute, die bekommen den Motor eine Straßenmotorrads in deutlich unter 10.000 Kilometern kaputt und es gibt welche, die problemlos 70,80 und gar über 100.000km mit dem Motor kommen. (Klar, hängt auch vom Bike ab). Soll aber heißen, dass ein etwas höherer Kilometerstand nicht schlechter sein muss. Ich würde mir lieber eine topgepflegte Maschine mit 15.000km kaufen, als eine mit 8.000 von einem Hobbystraßenracer der das Teil auch nach dem kaltstart in den Drehzahlbegrenzer jagt...

naja über die Sinnhaftigkeit einer Supersportler als Anfängerbike hat "Effigies" ja schon was gesagt. Meine Meinung.... Offen ist es eine Selbstmordmaschine für Fahranfänger und gedrosselt macht so eine Maschine keinen Sinn, da sie zu schwer und unhandlich für die wenige Leistung sind. Sumos und Enduros sind die perfekten Anfänger Bikes. Leicht, agil,sportlich, gut zu fahren und verzeihen dir auch viel. Gerade als Anfänger ist die Gefahr ja etwas größer, das dink mal "hinzulegen". Und auf kurviger Strecke nicht langsamer als ne Supersportler, die nur auf der geraden das Gas aufreißt um dann durch die nächste Kurve zu schlittern. Ne Supersportler kannst du dir mit Fahrpraxis doch immer noch kaufen. Das perfekte A2 Bike ist die DRZ 400 SM. Gute Modelle sind leider enorm selten, aber es ist einfach ein geniales Teil.

Supersportler haben zudem einen hohen Wertverlust (bis sie irgendwann mal den Tiefpreis erreicht haben) Es kommt dich günstiger erst was einsteigerfreundliches zu fahren und dann zu switchen, es sei denn, du möchtest dir ne 15 Jahre alte Ninja kaufen (für die es kaum bis keine 35kw drosseln gibt) und die dann von jeder SuperMoto versägt wird.

Kommentar von motorrad95 ,

Danke für deinen Rat, allerdings kann ich mit so einer "Anfängermaschine," wie du sie vorschlägst nichts anfangen. Das ist für mich kein richtiges Motorrad. Außerdem ist das Fahrschulmotorrad auch eine gedrosselte 600er... und Nakedbike. Wieso soll ich mir 2 Motorräder kaufen innerhalb von ein paar Jahren, wenn ich lieber eines für einen längeren Zeitraum fahren will? Finanziell ist das utopisch und außerdem gibt es für die ZX6R auch 35kW Drosseln. 

Im Übrigen ist mir der Wertverlust egal. Ich kauf mir ja keine Maschine als Golddepot, sondern weil ich sie fahren will!

Kommentar von JG265 ,

Tja, allerdigs wird jede A2 taugliche SuperMoto (z.B. DRZ400, Husqvarne 701 Supermoto (A2 Mapping), 690 SMC-R (A2 Mapping) schneller sein, als dein "richtiges" Motorrad. Und Anfängermaschinen sind es ganz sicher nicht, du würdest dich wohl wundern, wie gut gerade größere SuperMotos gehen. Außer auf langen Geraden und der Autobahn (wo Motorradfahren langweilig ist) sind die Kisten enorm schnell. Eine große SuperMoto oder Enduro zu fahren ist deutlich anspruchsvoller, als auf ner geraden den Hahn aufzureißen.

So ein gedrosselter Supersport 4 Zylinder fährt sich halt auch nicht gerade geil. Ja stimmt, gibt die genialen Alphatechnik Gaswegbegrenzer. Da hast du nach ein paar mm Gasweg ja schon die 35kw. (Zumindest bei älteren) Was für ein Baujahr schwebt dir denn vor?

Sagen wir halt so. Eine gedrosselte SuperSportler ist langsamer, unhandlicher und anfälliger. Je nachdem wo du damit fahren willst, sind sie halt auch allgemein recht unpraktisch. Supersportler gehören entweder auf weitläufige Landstraßen oder die Rennstrecke. Und da sind dann 35kw mal nett für ne Ausfahrt, aber auch nicht viel mehr.

Und wenn du die Kosten ansprichst, dann kann ich es umso weniger verstehen. Keine Motorradgattung hat höhere Versicherungskosten als eine Supersportler... Im Unterhalt sind die Kisten nicht gerade für den günstigen Kurs bekannt.

Also im Klartext: Du bezahlst mehr für ein nicht sonderlich alltagstaugliches, unbequemes, schwerer handelbares und langsameres Bike. Dazu ein kleiner rutscher und du kannst die Kiste erst mal teuer reparieren lassen. Und gerade zum Anfang besteht die Gefahr noch eher, besonders mit einem Bike was 48PS hat und eine Bremsanlage verbaut hat, die für fast das dreifache ausgelegt ist.

Ne DRZ SM kannst du beispielsweise 2 Jahre lang fahren und dann nach 2 Jahren fast ohne Wertverlust verkaufen (bei der aktuellen Entwicklung wahrscheinlich noch mit Gewinn). Sie verzeiht vieles, ist robust, relativ günstig im Unterhalt. Dazu super spritzig zu fahren und deutlich schneller als jedes gedrosselte Superbike.

Aber es ist nur mein Tipp, dass muss jeder letztlich selbst entscheiden. Mit ner Supersport bezahslt du halt mehr für ein langsameres und unpraktischeres Bike, auf dem du weniger übers Fahrverhalten und Verkehrsgeschehen lernen wirst, als auf einer anderen Maschine. Auf der Supersport musst du dich schon rein aufs fahreren mehr konzentrieren. Aber es ist nur meine Meinung. Ich bin Fan von beiden Gattungen finde es aber wenig Sinnvoll mit ner kastrierten SuperSport Maschine anzufangen

Kommentar von Attila406 ,

Stimme dir zu, aber ne drz muss man erstmal finden./:

Kommentar von JG265 ,

Ja :( Das ist leider das Problem, die sind echt selten geworden, besonder wenn man eine nicht komplett runtergerockte sucht.

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