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- Einzelgänger und Partnerschaft -

Frage von Shivy Shivy

Viele von euch haben sich für einen Weg als Einzelgänger entschieden, weil sie einfach nicht zu dieser teilweise absolut oberflächlichen und primitiven Gesellschaft dazugehören wollen und ich kann eure Einstellung total nachvollziehen.

Aber was ist mit der Liebe?

Wie geht euer Partner damit um, dass ihr lieber eure Ruhe haben wollt und falls ihr keinen habt, wie wollt ihr so jemandem näher kommen?

Seht auch mein Thema: http://www.gutefrage.net/frage/--aussenseiter-sein--

LG, Shivy

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Antworten (15)

  • 9
    Antwort von MaNic22 MaNic22

    Eine ausgezeichnete Frage, wirklich!

    Die Abschattung vom Verachteten, der Versuch nicht in der Menge durch Anpassung unterzugehen , die Ruhesuche zur Förderung des Denkens, die Ablehnung jeder kommerziellen Massenkultur, die Misanthropie - sie alle sind gute Motive, die ein gesundes Einzelgänger Wesen fördern. Man betrachtet sich selbst nicht mehr als Mitglied des sich ewig wiederholenden Possenspiels, welches tatsächlich voller Primitivität steckt - man muss nur richtig hinschauen und sich nicht vorsagen lassen, dass alles normal sei.

    Ja, wo bleibt nun die Liebe fragst du? Sowohl Liebe empfangen, als auch besonderns Liebe zu geben werden durch solch eine Einstellung nicht erleichtert. Aber doch nur im alltagsgebräuchlichen Sinne dieses Wortes!

    Wie sollte man als Menschenverachter auch nur einen von ihnen wahrhaft lieben lernen, in dem Sinne, sich ihm völlig hinzugeben, sein Selbst zu teilen und sich dabei auch noch wohl fühlen zu müssen. Der Verzicht die Macken auszuleuchten, wie man es sonst doch immer bei jedem getan hatte, bis man anfing sie zu resignieren. Doch selbst die Teilnahmslosigkeit ist in diesem Liebesverständnis keine gültige Form, da wir unsere Liebe nach außen hin zeigen müssen, quasi beweisen. Der größte Beleg unserer Zeit dafür ist ironischer Weise in der asketisch lieblosen Kirche verankert: in der Ehe. Die absurde Reduktion von Gefühlen auf einen Gegenstand: einen Ring. Alles in dem Glauben Gottes Segen über sich zu wissen, obwohl wir heutzutage mehr vorehelichen-Sex-habende Atheisten als Theisten in Deutschland zählen - letztere erleben in diesem Akt die größte Perversion, da sie aus Angst heiraten. Angst vor Gottes Verachtung ihrer Unehelichkeit und Angst vor ehelosen Kindern, die armen gottlosen Bastarde. Das sprengt nun endgültig den Rahmen sinnvoller Kultur. Kinder als gängiger Beziehungsgrund. Aber es mag auch noch Leute geben, die wirklich lieben. Und das völlig reuelos, ohne das Gefühl das Verlustes - vielleicht macht gerade das sogar die gängige Liebe aus. Aber nicht die unsere!

    Wir stehen in Distanz zum Menschen, daran ändert kein Grad an Zuneigung etwas, da wir auch in ihm die allgemeine Verkörperung dessen erblicken, was uns tagtäglich bei anderen so abstößt. Unsere Unfähigkeit in dieser Person die eine besonders individuelle zu betrachten, die sich so sehr von allen anderen unterscheidet, entsteht durch unsern Trotz mit in jenes Possenspiel miteinbezogen zu werden, in dem sich ein jeder bei seiner 14. Beziehung einredet, dass genau diese außergewöhnlich sei, nur um sie im Nachhinein als abstoßend zu empfinden.

    Nein, unsere Liebe ist etwas anderes. Sie kann nicht so vergänglich und unbedeutend sein. Genau dies reizt auch nur einen simplen Charakter, der nicht das Ganze zu betrachten vermag. Bevor wir jemanden lieben lernen, müssen wir lernen, alle zu lieben. Und zwar nicht in diesem abgeschmackten oberen Schema, sondern in einem tiefen inneren Bewusstsein unserer allgemeinen Einzigartigkeit gegenüber allem anderen in der Welt. Wir müssen jedes einzelne Blutvergießen nicht als eine Untat schlechter feindlicher Parteien betrachten, sondern den Geschichtsverlauf als ein ewiges Wechselspiel von ungemeiner Emotionalität bewundern und innerhalb dieser Zeitgeraden, einen jeden Gefallenen gleichsam und gleichzeitig betrauern. Wir müssen uns über die verzweifelt eingeengten Meinungsfreiräume der Politiker amüsieren, ebenso über die Begabung anderer, dich nicht verstehen zu können - solange du es selbst tust. Man muss die großen Taten nicht als die einzelner betrachten, sondern als die einer langen Kette. Du erkennst den Weltgeist als keinen starren Werteturm, sondern als etwas lebendiges, von dem du denkst, außen vor zustehen, aber gerade durch diese Sonderstellung ebenso deinen Anteil dazu gibst, deine Rolle einnimmst. Wir können uns abschatten und über die Primitivitäten der Gesellschaft den Kopf schütteln, aber doch zugleich darüber lächelnd, dass man sich selbst aus dem großen Zusammenhang nicht ausschließen kann und zugleich dessen dankbar sein sollte, da auch ein Einzelgängerleben ein wahrhaft gutes Leben sein kann.

    Und sobald man ein solches Menschenbild aufgenommen hat, wird man die Liebe zum Leben eines jeden Menschen dieses Kreislaufes auch auf den Einzelnen übertragen können. Da es genau dieser war, der dir in diesem Gewusel begegnet ist. Er steht genau jetzt zu deiner Seite und betrachtet mit dir gemeinsam das Geschehen, das du auch in ihm wiedergespiegelt siehst und das ihr niemals wirklich verlasst habt.

    Er hält die Hand des Mannes, der ihm das Leben vor Augen geführt hatte. Der sich dem seinen entheben konnte. Der nicht um die Verlorenen trauerte, sondern viel mehr den Erhaltenen die Hand gab, sie küsste und ihre Nase in Ruhe ließ. Er ist der Mann, der er ist! Und er hat sich erhoben.

    aus Affektsturm

    Kommentar von Shivy ShivyShivy

    wow, danke für die ausführliche Antwort :)

    Kommentar von Sajonara SajonaraSajonara

    wäre mal interessant zu sehen (Anführungszeichen?) wo und welche Passage dieses Textes nach-geschrieben sind, hätte dies doch schon gerne mal gesehen , ?

    an sich sehr gefällig und recht einseitge Betrachtung des (menschlichen) Lebens, ohne wirkliche, erhebliche und wirtschaftliche wie soziale Verknüpfungen zu beachten und darin wahrzunehmen, sehr literarisch überhöht,

    dazu:

    Nein, unsere Liebe ist etwas anderes. Sie kann nicht so vergänglich und unbedeutend sein. Genau dies reizt auch nur einen simplen Charakter, der nicht das Ganze zu betrachten vermag

    ja und dann? Übrigens hätte ich ebenso gerne eben jene: Betrachtung des "Ganzen" gesehen,..!?

    Kommentar von MaNic22 MaNic22MaNic22

    Du bist bereits der Zweite, der anzweifelt, dass dieser Text vollständig von mir verfasst ist, doch frage ich mich, wie verzweifelt man nach Anerkennung ringen muss, wenn man in einem Ratgeber-Forum Plagiate nutzt. Ich würde einen jeden Verweis auf Worte anderer angeben. Ja sogar der Ausschnitt aus "Affektsturm" ist aus dem Ende einer meiner Kurzgeschichten!

    Die Kritik der Einseitigkeit mag gar nicht so verfehlt sein, da ich hier kein Sachbuch, sondern einen m. E. wichtigen Aspekt ausleuchten wollte. Auf wirtschaftliche und soziale Verknüpfungen einzugehen lag mir beim Thema Liebe eher fern, ganz im Gegensatz zu ihrer philosophischen Seite, weshalb es wohl auch auf manch einen "literarisch überhöht" wirken mag, wie du es nennst.

    Zu dem "ja und dann?" kann ich keine Stellung beziehen, da ich die Frage nicht verstehe. Und das so genannte "Ganze" wurde im selben Abschnitt charakterisiert. Ich wollte keine gängige Definition von alle dem abliefern, sondern einen Eindruck in das, was ich bei diesem Thema empfinde, geben.

    Also Peace, Bruder ;)

    Kommentar von sevensupreme sevensupremesevensupreme

    Ich kann die Wahrheit des Textes nur bestätigen, so redet der Homy immer ;)

    Kommentar von Bolonese BoloneseBolonese

    Richtig toller Text, MaNic22 ! :)

  • 7
    Antwort von Angel84 Angel84

    Ich lernte meinen Partner genau da kennen, als sich mein Rückzug und Einzelgängertum begann abzuzeichnen.

    Ich bin grundsätzlich ein recht offener Mensch und hatte immer sehr viele Kontakte, bedingt auch dadurch, dass ich alles mit mir und in mir ausmachte und nach „Außen“ Sonnenschein, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, usw. demonstrierte.

    Mein Partner ist ein sehr stiller, einfacher (im Sinne von unkompliziert, geradlinig, fast schon berechenbar) Mensch, was ich zum Zeitpunkt unseres Zusammentreffens als sehr gegensätzlich empfand.

    Die Entwicklung und Veränderung (rein geistiger Natur), die ich als Rückzug und Alleinsein erlebte, war mir tatsächlich erst durch ihn möglich, bzw. erleichterte es sehr. Ich gab meine Arbeit auf und war jahrelang nur mit mir und meinem Innersten beschäftigt. Natürlich hatte auch ich, wie andere hier, meine Zweifel und fragte mich oft, ob dies noch „normal“ sei, fühlte mich oft hin und hergerissen.

    In all dem geistigen Chaos, der Nichtbeachtung aller „Nichtigkeiten, Banalitäten“ auch genannt „Alltag“ ;-) ist mir mein Partner der ruhende Pol, der Fels in der Brandung, derjenige der sich um all das gekümmert hat, das mir nicht möglich war, gewesen.

    In dem Maße, wie ich mich in dieser Zeit selbst erkannte und immer mehr verstand, konnte ich beobachten, wie auch er mich immer mehr so annehmen konnte, wie ich bin. Ich muss erwähnen, dass meine intensive Beschäftigung mit mir, meine riesigen Gedankengebäude, die ich auftürmte, ihn nicht wirklich interessieren und dies auch nicht Gesprächsstoff war / ist. Dies empfinde ich als äußerst wohltuend und es gibt nichts, das ich mehr genieße, als unser gemeinsames Schweigen ;-) (wer hätte dies je gedacht…?! … wo ich früher die Klappe nicht halten konnte…)

    Lange Rede, kurzer Sinn… Hier ein Ausschnitt aus „Der Prophet“ von Khalil Gibran:

    Ja, ihr werdet selbst im stummen Gedenken Gottes zusammen sein.

    Aber lasst Raum zwischen euch.

    Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen.

    Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel:

    Lasst sie eher ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein.

    Füllt einander den Becher, aber trinkt nicht aus einem Becher.

    Gebt einander von eurem Brot, aber esst nicht vom selben Laib.

    Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich, aber lasst jeden von euch allein sein,

    so wie die Saiten einer Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.

    Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderen Obhut.

    Denn nur die Hand des Lebens kann eure Herzen umfassen.

    Und steht zusammen, doch nicht zu nah:

    Denn die Säulen des Tempels stehen für sich,

    Und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten der anderen.

    Und genau so erlebe ich es.

    Kommentar von MaNic22 MaNic22MaNic22

    "Und steht zusammen, doch nicht zu nah"

    Dazu fällt mir Schopenhauers Stachelschweinmetapher ein. Er vergleicht den Menschen mit diesem Tier in einer Situation wo im kalt wird. Um es wärmer zu haben rücken sie näher zusammen, doch umso näher sie sich kommen, desto mehr stechen die Stacheln der anderen. Sie müssen das rechte Maß zwischen Kälte und Schmerz abwägen :) finde ich sehr passend formuliert.

    Kommentar von goodboy21 goodboy21goodboy21
    Kommentar von Angel84 Angel84Angel84

    Oh, wunderbar! Danke!

    Seit ich den Kommentar von @MaNic gelesen habe, machte ich mir immer wieder Gedanken drüber, weil mir irgend etwas nicht daran gefiel... Aber ich kam nicht drauf.

    Jetzt - nachdem ich die ganze Passage gehört habe, wird es klar.

    Diese Metapher passt wunderbar auf das menschliche Ego und das Verhalten der Egos untereinander...

    Nur der muss sich durch Stacheln schützen, der Angst hat verletzt zu werden...

    Kommentar von MaNic22 MaNic22MaNic22

    :D eine Umwandlung von Schopenhauers Misanthropie zu einer menschlichen Offenheit - ich dachte mir schon fast, dass dir sein Menschenbild nicht gefällt ;)

    Kommentar von Angel84 Angel84Angel84

    Oh, von "nicht gefallen" kann keine Rede sein... Er hat (zumindest in diesem Text... mehr von ihm kenne ich nicht), das Bild der Menschen, die im Ego gefangen sind, sich ihres Geistes nicht bewusst, durchaus gut getroffen. Und in diesem Fall greift seine Metapher auch. Hier hat der Mensch tatsächlich Angst vor den Stacheln der anderen.

    Erinnere dich, was ich bzgl. dem "stecken bleiben im Geistigen" geschrieben habe... was eben dazu führen kann, sich von diesen "Stacheln" abgestoßen zu fühlen.

    Wenn ich darüber hinaus gehe (hier ist das wichtigste Wort LIEBE), ist es so, dass andere in der Begegnung mit dir ins Leere laufen...

    Es ist, als ob diese Stacheln sich einziehen, gar nicht vorhanden sind, weshalb es dann für dich auch kein Kriterium mehr ist, auf Distanz zu bleiben (und zu frieren ,-).

    Das heißt nicht, dass du jeden nah an dich heran lässt. Aber es ist dann eine Herzensentscheidung.

    Kommentar von Bolonese BoloneseBolonese

    Sehr schöne Worte

  • 4
    Antwort von MissEmmaly MissEmmaly

    Ich glaube, die Liebe ist nicht etwas, das man "machen" kann, ich glaube da eher an Schicksal. Wenn es so sein soll, dann läuft einem dieser Mensch über den Weg, und dann will man auch als Einzelgänger sich nicht dagegen wehren. Am besten, es tun sich zwei Einzelgänger zusammen, oder auf jeden Fall die Menschen, die nicht zu den oberflächlichen Konsumenten gehören. Gleich und Gleich gesellt sich gern, nicht wahr? Zu einer guten Partnerschaft gehört es dazu, dass man auch alleine sein kann, gerne alleine ist. Die meisten Menschen können nicht alleine sein, und dort soll der Partner eigentlich nur Defizite ausgleichen. Das ist in meinen Augen keine Liebe, sondern auch nur wieder "Geschäft". Da bin ich lieber alleine ;).

  • 3
    Antwort von lichtschatten lichtschatten

    Über Deine Frage denke ich nach, verstehe sie nicht: Wer Einzelgänger ist, lebt für sich alleine mit seinen Ideen, vielleicht auch Visionen, und Möglichkeiten - ein Nicht-Dazugehören muss nicht notwendigerweise eine Ablehnung sein, eher eine Nicht-Identifizieren-Können mit den Einstellungen anderer. Findet ein Einzelgänger ein "Du" (Partnerschaft), hat er sich aus seinem Weg gewissermaßen verabschieden und geht nunmehr einen gemeinsamen - ist als kein Einzelgänger mehr, kann naturgemäß aber noch starke Schattierungen und Züge eines solchen in seinem Wesen weitertragen, welchen kaum umweltbestimmt ist. Wer "seine Ruhe haben will", möchte doch auch keinen Partner, oder ? Von Natur aus ist sicherlich niemand eine Einzelgänger - diejenigen werden (und bleiben ?) es, die kein Gegenüber finden können - unabhängig ob dies Freunde oder Partner sind.

  • 3
    Antwort von crazykitty1990 crazykitty1990

    Haha, ich bin auch ziemliche Einzelgängerin.^^ Warum? Es ist mir einfach zu blöd zu den Leuten zu gehören, welche sich hinter dem Rücken des/der besten Freundes/Freundin bei anderen lustig machen! Immer dieses schöngetue und dann die anderen hinter deren Rücken in den Dreck ziehen. Oder den Freunden sagen, dass was gut an ihnen aussieht, obwohl es einfachnur zum Wegrennen ist. Ich sagen den Leuten offen ins Gesicht, was ich denke und meine Meinung über gewisse Dinge. Das können viele Leute nicht haben und sind dann eingeschnappt. Deshalb hab ich nur wenige Freunde, aber dafür gute Freunde! Dennoch bin ich mit meinem Freund seit über 3 Jahren zusammen. Er ist wegen mir hierher gezogen (fast 4 Zugstunden von seinem zu Hause entfernt). Freunde haben wir selten da und wenn, dann nur meine, da zu seinen die Entfernung eben doch zu groß ist. Aber das macht nichts, denn wir haben uns und bei der Arbeit sieht man ja auch mal andere Leute. Also alles kein Problem. :D Kennen gelernt haben wir uns übers Internet.^^ So hatten wir auch auf die Entfernung genug Zeit uns kennen zu lernen oder uns ständig gegenseitig auf dem Schoß zu sitzen. ;D Also wir wussten auf was wir uns einlassen.^^ ;)

    vlg. :)

    Kommentar von crazykitty1990 crazykitty1990crazykitty1990

    Huch, verschrieben. Es sollte heißen: OHNE uns ständig auf dem Schoß zu sitzen.^^

  • 2
    Antwort von compaq compaq

    hi shivy, the lonsem wolf and the lonely shepherdess, they attract each other, like a bear the honey! Menschen suchen sich nicht, sie finden sich, so ist es auch mit der liebe! Gegensätze ziehen sich an, aber die kraft der anziehung kann sie auf dauer nicht überwinden, sie trennen sich also wieder... rien n´est... nichts geht mehr!außer sie gehen!

    fg compaql

  • 2
    Antwort von internetty internetty

    Seit wann ist Gesellschaft oder Zweisamkeit primitiv?!?

    Im Gegentum, liebe Shivy - wer in Gemeinschaft lebt, ist in der Lage, auf andere Menschen zuzugehen, Kompromisse zu machen, zu reflektieren, Lösungen zu finden. Das ist nicht primitiv, sondern die höchste Stufe der Sozialisation.

    Was machst Du als selbstdeklarierter Einzelganger überhaupt im Internet? Du suchst doch nicht etwa Kontakte?

    Was aus Deiner Frage geradzu trieft, ist Verbitterung und Selbstmitleid. Weil Du Dich als Aussenseiter fühlst. Du hast Dich also gar nicht freiwillig zum Einzelgänger entschieden.

    Kommentar von Shivy ShivyShivy

    Geht es dir jetzt besser? Schön.

    Ich habe mich nie als Einzelgänger bezeichnet, sondern lediglich an meine vorherige Frage angeknüpft. Siehe Link. Die Bezeichnung "primitiv" habe ich gewählt, da sie selbst von vielen Beantwortern dieser Frage gewählt wurde.

    LG, Shivy

    Kommentar von yokohama yokohamayokohama

    DH, so sehe ich das auch. Der Mensch wurde nicht für die Einsamkeit geschaffen, ist ein "zoon politikon" - ein Lebewesen, das Gemeinschaft bedarf. "Die kleinste soziale Einheit ist nicht der Mensch, sondern zwei Menschen" (Marx). Schon der Urmensch hat in Horden gelebt und wäre als Einzelgänger ausgestorben.

    Einzelgängertum ist ein modernes Phänomen - aber trotzdem keine Lebensform, die im 21. Jahrhundert Bestand haben wird: Beziehungen zu anderen werden immer wichtiger, um durchs Leben zu kommen, vielleicht irgendwann auch, um überhaupt überleben zu können - wenn der Sozialstaat nicht mehr finanzierbar ist und stattdessen Familie und Freunde künftig bei Hilfsbedürftigkeit Hilfe und Unterstützung leisten müssen.

  • 2
    Antwort von hankey hankey

    Ich bin grundsätzlich einer dieser Einzelgänger, aber Tag für Tag spreche ich mir eine Litanei vor, die mir immer hilft:

    Lebe mit ihnen, freu Dich mit ihnen, trauere mit ihnen. Du kannst dadurch nichts verlieren, nur gewinnen.

    Nach aussen hin bin ich also ein absolut kontaktfreudiger, humoriger und geselliger Mensch, weil ich in der Lage bin, über meinen Schatten zu springen.

    Ich lebe seit 2 Jahren in einer glücklichen (noch Fern-)beziehung. Meine Freundin weiss, dass ich eher der ruhige, nachdenkliche und vor allem gesellschaftskritische Mensch bin. Sie akzeptiert es.

    Auch ich möchte grundsätzlich nicht zu dieser "absolut oberflächlichen und primitiven Gesellschaft" dazugehören, aber ich habe eingesehen, dass kein Weg daran vorbeiführt.

  • 1
    Antwort von Sajonara Sajonara

    "Einzelgänger" und Gruppenmensch lässt sich doch so pauschal gar nicht von einander trennen.

    Viele Einige sind in gewissen Bereichen Einzelgänger und bekleiden eine spezielle Meinung zu Verhältnissen,Situationen und Ritualen und machen diese nur bedingt mit, haben aber ebenso Freunde und Partner, die ähnlich denken oder diese Haltung m.E. akzeptieren.

    Heute bleibt ja kaum noch jemand sein Leben lang mit der gleichen Person in Partnerschaft verbunden und je nach Lebensabschnitt sucht und findet man dahe r entsprechende, passendere Personen.

  • 1
    Antwort von FiammeNelCielo FiammeNelCielo

    Ich bin selber Einzelgänger aus den obengenannten Gründen und mit einem Mann zusammen mit dem ich vorher ungefähr 4 Jahre sehr gut befreundet war. Worauf er sich eingelassen hat wusste er also von Anfang an und ich ebenfalls, es klappt sogar wunderbar. Er ist selbst kein "Guppenmensch", daher entstehen nun auch keine enormen Konflikte.

    Es ist nun nicht so als hätte ich keinen Freundeskreis, jedoch ist er sehr klein gehalten und besteht nur aus Personen zu denen ich nach jahrelangem Kennen ein großes Vertrauen aufgebaut habe, in etwa wie bei meinem jetztigen Freund. Unsozialisiert bin ich nicht, wenn ich es will dann kann ich mich auch mit seinen Kumpels oder anderen Menschen ganz gut unterhalten, ich brauche es nur nicht unbedingt und habe lieber meine Ruhe.

    Alles in allem habe ich kein Problem mit Beziehungen, wenn ich die Person gut kenne und mir im Klaren bin, wen ich in meine Nähe lasse. Bei mir dauert die Kennenlernphase halt etwas länger als bei anderen, die nur mal eben "beschnuppern" und sich dann auf jemanden einlassen.

  • 0
    Antwort von Bolonese Bolonese

    Alles sehr schöne Texte hier.Brawo ! Aber, es gibt auch eine Krankheitsbedingte Form von Einzelgänger dasein.Autzisten/Asperger Kranke sind auch wenig Bindungsfähig sprich sie haben mühe mit zuviel nähe, angst vor zu viel nähe, angst vor vor dem versagen, nicht zu genügen usw und MÜSSEN meisten ein Einzelgängerdasein fristen, ohne Freunde, Freundin...Hab mal ne gute TV-Talk über diese Krankheit gesehen und da waren mehrere betroffene zu Gast :)

    Kommentar von Bolonese BoloneseBolonese

    Sori der Fehler: Es heisst Authisten :)

  • 0
    Antwort von coeleste coeleste

    auf derselben wellenlänge, im ozean des himmlischen ewigseins eins zu sein mit jemandem, ist liebe.

    in sich eins zu sein,ist liebe.

    mit oder ohne partner ist egal.

  • 0
    Antwort von Funkgroove Funkgroove

    nun, für mich gibt es da zwei Unterschiede:

    "Einsam sein" oder "alleine sein"!

    -Einsam sein ist negativ / ein Außenseiter sein -alleine sein ist positiv "mit-Allem-Eins-sein

    Ich habe einen anstrengenden Job. Ein Parner hätte nichts von mir. Und das ist Liebe! Mir einzugestehen, jemanden nicht zu verarschen! Somit fange ich an mich zu Lieben....... Das wiederum lässt zu, dass ich auch einen Anderen lieben könnte / Jederzeit Jetzt und hier.....

    LG

  • 0
    Antwort von QoodOne QoodOne

    Mein kollege ist so ein typ mensch , und hat mit 24 immernoch keine Freundin , keine ahnung. Er ist auch lieber selbst mit dem auto unterwegs und macht eigene sachen.. So ist er leider

  • 0
    Antwort von EdgarAllanPoe EdgarAllanPoe

    Also ich finde Einsamkeit ist das Schlimmste was einem Menschen passieren kann, aber ich kenne selbst Menschen die sind schlicht kontakt- oder bindungsunfähig. Die haben zwar ihre Dates aber das war´s auch schon und in den Fällen ist das auch gut so. Wäre das nicht so hätten deren Partner/innen wenig zu lachen...

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