Waschbaer am 02.10.2007 um 19:17 Uhr
In den meisten Filmen wird ja immer so vorgegangen, dass jemand kurz der Person an die Halsschlagader fasst und denjenigen dann für Tod oder noch zu retten einstuft. Das suggeriert ja dem Fernsehzuschauer, dass es so einfach ist. Ist das wirklich so? Müsste man nicht mehr Lebenszeichen überprüfen? Und selbst wenn das Herz nicht mehr schlägt, trotzdem mit einer Herzdruckmassage beginnen?

Grundsätzlich ist es so, daß Jeder eine Reanimation so lange durchführen muß, bis Fachkräfte (Rettungsdienst oder Notarzt) vor Ort sind. In den seltensten Fällen kann ein Laie nämlich feststellen, ob die Person auch wirklich tot ist. Auch wenn es möglicherweise -besonders auf dem Land- sehr lange dauert, bis Rettungskräfte an der Einsatzstelle sind, und auch, wenn die Wiederbelebung sehr anstrengend ist (bereits nach 5 Minuten läuft der Schweiß nur so), so sollte sie solange fortgeführt werden, bis Rettungskräfte die Person übernehmen. Wichtig dabei ist, den Beginn der Wiederbelebung unbedingt festzuhalten (Uhrzeit). Das ist wichtig für die Rettungskräfte.
Sicher gibt es ganz eindeutige Todeszeichen (auf die ich hier nicht eingehen möchte, weil sie u. U. zu Missverständnissen führen könnten), aber die sind für Laien nicht unbedingt so ohne Weiteres erkennbar (es sei denn, der Kopf liegt irgendwo anders oder der Verwesungsprozess ist in einem deutlich fortgeschrittenen Zustand).
Im Übrigen ist es durchaus möglich, auch klinisch Tote durch eine Wiederbelebung ins Leben zurück zu holen. Also, fehlender (oder nicht mehr spürbarer) Pulsschlag, fehlende Atemtätigkeit sind absolut keine Anzeichen dafür, daß es sich um einen Toten handelt.
Es sollte davon ausgegangen werden, daß nur ein Arzt den Tod feststellen kann und darf. Es gibt natürlich Fälle, da ist es unzweifelhaft, daß ein Mensch tot ist. Einzelheiten erspare ich mir. Also ist "Erste Hilfe" angesagt, bis der Arzt kommt. Ich glaube, so geht niemand einen Fehler und hat sich vor Gesetz und Gewissen richtig verhalten.
neurodoc am 3. Oktober 2007 05:36 Absolut brichtig! Es sei denn, es ist eine verweste Leiche!

Gerade wenn für den Laien erkennbar das Herz nicht mehr schlägt mit der im "Erste-Hilfe-Kurs" erlernten Handgriffen versuchen zu helfen und vor allem SOFORT den Notarzt rufen.
Ob ein Mensch wirklich tod ist, d,h. nicht nur der Herztod sondern auch der Hirntod eingetreten ist muß normalerweise von mindestens 2 Ärzten unabhängig voneinander festgestellt worden sein!!!!
neurodoc am 3. Oktober 2007 05:35 Das gilt für künstlich am Leben erhaltene Körper, ansonsten reicht ein Arzt! Wo kämen wir dahin, wenn bei jedem Toten 2 Ärzte hinmüssten?
du überprüfst ob er noch atmet, dann puls, dann hörst du noch das herz ab und dann beginnst du mit der herz - lungen - massage.. nebenbei rufst du auch noch den rettungsdienst... lernt man in der ersten hilfe...
gri1su am 2. Oktober 2007 19:52 der Satz "nebenbei rufst Du auch noch den Rettungsdienst" ist wohl etwas daneben. Das klingst nach dem Motto: "Ach ja, da war doch noch etwas, was ich erledigen wollte"
nein das lernt man beim DRK, das man mit einer hand massiert und mit der andern den notruf anruft...
gri1su am 2. Oktober 2007 22:11 Wie willst Du das denn machen??? Für eine Herzdruckmassage brauchst Du beide Hände, um den richtigen Druck ausüben zu können. Da hast Du keine Hand frei. Außerdem musst Du Dich konzentrieren, zählen, beatmen.....
Herzdruckmassgage mit einer Hand ist unsinnig, dann kannst Du es auch lassen.
neurodoc am 3. Oktober 2007 05:38 Spaß beiseite: telefonieren tut ein anderer! Du reanimierst!
wie gesagt beim DRK lernt man sowas denn auch mit einer hand kann man genug druck ausüben..ihr solltest sowas mal machen...
Mimi081 am 3. Oktober 2007 15:29 @datCudaViech, So lernt das kein Normalbürger und wird denen so auch nicht beigebracht, die haben schon mit dem anderen genug zu tun. Bei beidem gleichzeitig werden die Leute überfordert. Das lernt nur das Rettungspersonal

Ein Laie kann das nur in Ausnahmefällen sicher feststellen. Wenn der Kopf ab ist, brauchst Du nichts mehr zu unternehmen.

Aber natürlich! Sofort mit Reanimation beginnen! Es sei denn, die Leiche stinkt schon, das sieht man im Fernsehen nicht.
Es gibt nur 3 sichere Todeszeichen: Leichenstarre, Totenflecken und Verwesung, sonst bei jedem anderen Kreislaufstillstand mit Reanimation beginnen, im Film würde es die Dramatik stören!
Xiphoid am 7. Oktober 2007 19:40 Jetzt ohne Scheiß, aber ich kenne einen Fall, da hat eine Patientin schon Leichenflecken gehabt und kein Puls/Atmung. Ein Arzt erklärte sie für tot. Die Patientin blieb dann noch in dem Zimmer, weil die Angehörigen noch informiert werden mussten um sich evtl. zu verabschieden. Nach einer Stunde ging der Arzt wieder rein um sich zu vergewissern, und die vermeintlich Tote atmete wieder schwach hatte wieder einen Puls und die Totenflecke gingen zurück. Aber das war auch für die Ärzte da ein unglaubliches Ereignis.

Ich kann das nur so erzählen wie es mir mit meiner Mutter letztes Jahr am 30.11. ergangen ist. Meine Mutter hatte seit 12,5 Jahren Alzheimer schon sehr weit fortgeschritten, sie konnte nicht mehr alleine Stehen oder sich im Bett auf die Seite drehen. Sie war hilflos wie ein Säugling. Ich hatte sie gerade gefüttert und wollte schon das Geschirr wegräumen, da fing sie an zu husten, aber selbst dazu fehlte die Kraft. Um ihr zu helfen setzte ich sie auf, aber sie schafte es einfach nicht die Bronchien frei zu bekommen und ich wußte nicht wie ich ihr dabei helfen konnte. In meiner Not rief ich den Arzt an und während das Telefon beim Arzt klingelte schaute mich meine Mutter einfach mit großen Augen an und sackte dann zusammen. Ihr Herz hörte einfach auf zu schlagen. In dem Moment hatte ich die Sprechstundenhilfe am Telefon. Ich wollte ursprünglich fragen was ich machen kann, damit sie wieder besser Luft bekam stattdessen sagte ich ganz instinktiv, ich glaube meine Mutter stirbt". Das ganze hat nicht länger als 5 Min. gedauert und ich hatte vorher immer wahnsinnige Angst davor, aber als es passierte merkte ich das hier etwas entgültiges passiert war und wurde dann auf einmal sehr ruhig.
Ich glaube schon das man es merkt wenn jemand tod ist. Nun ist es sicherlich auch entscheidend ob es sich um einen Menschen handelt, der durch einen Unfall zu schaden kam, oder jemand der schon lange krank war. Bei einem Unfall sollte man doch auf alle Fälle versuchen ihn wiederzubeleben und den Notdienst alarmieren, was ja auch häufig zum Erfolg führt.
minister am 2. Oktober 2007 19:53 Mein herzliches Beileid.
engelhaar am 2. Oktober 2007 21:02 Danke, das tut gut. Weil die meisten gar nicht auf die Idee kommen das ich sie vermisse, sondern immer nur Denken jetzt bist Du ja endlich eine große Last los und hast auch mal Zeit für Dich.

Hirntot (dann ist alles zu spät) lässt sich folgendermaßen feststellen:
Du nimmst eine Taschenlampe oder ähnliches und leuchtest damit ins Auge der jeweiligen Person, wenn sich die Pupille nicht mehr verzieht ist die Person hirntot, da diese Körperfunktion auch bei unterkühlung und ohnmacht etc. also immer funktioniert, wird erst abgeschaltet sobald der Mensch wirklich hirntot ist...
Mit dem verziehen meine ich, die automatische Anpassung an Helligkeit des Auges, das kann man auch gut bei sich selbst ausprobiern, einfach vor den Spiegel stellen und licht an/ausmachen... der "schwarze Teil" am Auge wird jeweils größer bei Dunkelheit und kleiner bei Helligkeit damit die Netzhaut keinen Schaden nimmt...
gri1su am 2. Oktober 2007 22:22 Das ist aber gefährlich, was Du hier schreibst. Das Nichtreagieren der Pupillen kann auch bei klinisch Toten eintreten, soweit ich weiß. Aber da bin ich mir jetzt nicht sicher, das gebe ich gerne zu.
neurodoc am 3. Oktober 2007 05:42 Das ist Unsinn! Damit stellt man allenfalls eine Hirnschädigung fest nachdem Du ausgeschlossen hast, daß nicht irgendwelche Drogen im Spiel waren, die die Pupillen beeinflussen! Gar nicht so einfach, gell? Also: Hirntod ist etwas komplizierter!
Mimi081 am 3. Oktober 2007 15:36 Der Patient könnte auch Blind sein oder ein Glasauge haben, bei meiner Mutter hätte man da auf einem Auge keine Chance. Desweiteren bei diversen Gehirnerkrankungen und wie Doc sagt, bei Drogeneinnahmen, sowie Schlaganfall, Starre auf einer Seite. Hier wäre ich sehr, sehr vorsichtig...
Parademix am 9. Oktober 2007 18:13 Also angenommen die Person ist nicht gerade Blind oder hat keine Augen mehr oder wasweißich... Die Reaktion des Auges auf das Licht hat für den Körper die selbe Priorität wie das Atmen und der Herzschlag, das hat mir mein Arzt so erklärt... Ich kann mich natürlich irren, aber dann hätte sich auch mein Arzt geirrt...

man könnte versuchen einen kleinen schnitt zu machen und wenn dann blut aus der wunde tritt ist der jenige nicht tot
neurodoc am 3. Oktober 2007 05:43 Auch ein Toter blutet! Keine solche Geschichten bei einem Leblosen anfangen!

Ja, aber nach 15- 20 Minuten Herzmassage und Beatmung würde ein Krimmi ziemlich langweilig werden.
man merkt es am puls ob er noch schlägt!
frechesfruechtlein am 2. Oktober 2007 21:53 Wenn der Puls nicht schlägt, hat das Herz ausgesetzt, d.h. noch nicht, dass Du tot bist. Das bist Du allerdings, wenn alle das sofort denken und keiner eine Herz-Lungen-Wiederbelebung versucht.

ist das Gesicht aschfahl, das Totengewand übergezogen und die Hände gefaltet, ist es definitiv zu spät ;o
hat jemand vielleicht zu dem Thema etwas seriösere Quellen, die man auch angeben kann? Danke schön...
Liebe/r merem,
bitte benutze das Antwortfeld nicht um eine Gegenfrage zu stellen.
Vielleicht liest Du diesbezüglich auch nocheinmal unsere Richtlinien (http://www.gutefrage.net/policy).
Danke für Dein Verständnis.
Tim vom gutefrage.net-Support
Wann ist er tot???
1) Wenn der Arzt das "Attest" erstellt/unterzeichnet hat?
2) Wenn sich die Frage stellt: "Wo ist de köpfle?"
SunnySani am 9. Oktober 2009 11:03 Ja wenn der Kopf daneben liegt brauchst du nicht zu reanimieren! Ansonsten ist der erst Tod wenn der Arzt das sagt :)
Supertipp !
DH gri1su....!!!!!
Den Tod stellt nur ein Arzt fest, bis dahin wird reanimiert!
Zustimm...