Frage von redsky, 40

Wieso Regenwald in Kongo aber Trockensavanne in Tansania/Kenia? Schließlich ist es praktisch der Selbe Breitengrad oder?

hat jemand eine Erklärung dafür das es in Kenia Regen und Trockenzeiten gibt und im Kongo Regenwälder. Ich hätte jetzt gedacht, dass sie aufgrund des selben Breitengrades und ja eigentlich auch eine ähnluche Kontinentalität haben auch mehr oder weniger das Selbe Klima haben müssten.

Antwort
von Mary150879, 24

Hallo!
Du hast eine interessante und nicht ganz einfach zu beantwortende Frage gestellt. Da ich meine, dass es hier zu kompliziert ist, deine Frage ausführlich zu beantworten, würde ich dir empfehlen, mal bei Google Klima und allgemeine Karten zu Afrika zu betrachten.
Ich gebe dir hier jedoch noch einige Hinweise:

Der gleiche Breitengrad führt nicht automatisch zum gleichen Klima. Der Kongo liegt weiter westlich, einem Bereich, in dem sich die ITC weiter nach Norden verschiebt. Dieser Bereich kommt daher in den "Genuss" von stärker ausgeprägten Passaten und somit Regenfällen.
Auch die Abstrahlung durch die stärkere Bewölkung bewirkt eine höhere Speicherung von Wasser und eine Reflexion der Sonnenstrahlung, was zu geringerer Verdunstung führt. => mehr Vegetation => mehr Wasserspeicherung.
Aufgrund der Lage Kenias weiter im Osten gelangen zudem allgemein weniger Niederschläge dort hin, was zu einer größeren Trockenheit führt.
Auch das Relief spielt eine große Rolle. Gebirge schirmen Regenfälle (durch Passate, aber auch ganz allgemein ab) und durch die höhere Lage ist die Vegetation auch wieder anders (Temperatur, Böden...) => weniger Wasserspeicherung.

Ganz allgemein: Um das Klima eines Raumes interpretieren zu können, muss man immer folgende Aspekte betrachten:

Lage im Gradnetz
Relief, Höhenlage
Windströme
Vegetation
Vorhandene Flusssysteme
ggf. der Mensch (Flächennutzung, Rodung...)

Ich hoffe, ich konnte dir vorerst ein wenig weiterhelfen. Herzliche Grüße

Kommentar von redsky ,

Hmmm ja ok ich habe schon befürchtet, dass es darauf keine einfache und klare Antwort gibt... Naja dann muss ich wohl mehr recherchieren. Danke für die Tipps und das ich mir die genannten Aspekte anschauen sollte. Ich werde das machen!!

Kommentar von redsky ,

ich habe mal ein bisschen mehr recherchiert und habe zwei spannende Karten gefunden. Eine Karte von Diercke.de zeigt, dass die ITC bei ca. Ruanda/Burundi fast senkrecht nach Süden geht und Kongo vor allem humide atlantik Winde bekommt und Tansania trockene Wüstenwinde. Das wird wohl mit einer der Hauptgründe für meine erste Ursprungsfrage sein. Aber wieso macht die ITC diese Krümmung? Dazu habe ich eine weitere Karte mit dem Gesamtverlauf der ITC im Juli und Januar gefundehttp://www.gerd-pfeffer.de/zirk_itcz.htmlhtml Die Karte zeigt, das sich die ITC über Kontinenten stärker verlagert. Wahrscheinlich weil sich Kontinente deutlich stärker erhitzen! Aber wieso hat das Auswirkungen auf die Verlagerung? Müsste es nicht eigentlich nur Auswirkungen auf die "Mächtigkeit" der ITC haben und nicht wo sie sich befindet??? Verstehst du das?? Ich hab das Gefühl ich bin ganz nah dran aber ich verstehe den Zusammenhang nicht...

Kommentar von Mary150879 ,

Brav! ;-)
Also, die ITC ist ja die innertropische Konvergenzzone. Wie du sicher weißt, haben wir in den Bereichen (ungefähr um den Äquator herum) die höchste Sonneneinstrahlung dort, wo die Sonne im Zenit steht. Aufgrund der Schiefstellung der Erde und der Bewegung der Erde um die Sonne und - genau, du hast Recht! - der unterschiedlichen Land-Wasserverteilung ist diese Zone nicht immer gleich, sondern verschiebt sich.
Wir nehmen jetzt mal den einfachsten Fall an: Zenitstand über dem Äquator => höchste Erwärmung => Luft steigt auf und sinkt dann nördlich und südlich (nämlich im Bereich der Wendekreise) wieder ab.
Wir haben also am Boden über dem Äquator ein (Boden-)Tiefdruckgebiet (es fehlt ja Luft), in der Höhe über dem Äquator ein (Höhen-)hoch. Von diesem aus strömt die Luft seitlich weg und es entstehen Höhentiefs in etwas oberhalb der Wendekreise, weil dort die Luft nach unten absinkt. Dort, an den WK, haben wir somit ein (Boden-)hoch. Die Hochdruckgebiete der Wendekreise. Von diesen wird die Luft quasi in die Tiefdruckgebiete am Äquator "gesogen". Das ist der Passatkreislauf.
(Durch die Erddrehung werden diese Strömungen abgelenkt.)

Der Zenitstand ist nun aber nicht immer gleich und nicht immer über dem Äquator, (eben wegen der Rotation der Erde, die geneigt ist), sondern verschiebt sich nach Norden und nach Süden. Damit verschiebt sich das Nur nebenbei: Weil ja der Zenitstand einmal nach Norden und einmal nach Süden "wandert" und dabei jedes Mal den Äquator "überquert", haben wir dort zweimal Zenitstand und somit zwei Regenzeiten!


Und wie du schon festgestellt hast, weil sich Landmassen stärker erhitzen, können sich auch Druckgebiete stärker auswirken und beeinflussen das ganze System.
Zudem gibt es noch astronomische Einflüsse, Einflüsse durch die Meeresströmungen (El Nino z. B. ),die Erdneigung kann variieren, die Umlaufbahn ebenso. Das sind nur winzige Größen, können jedoch auf das Wetter bzw. Klima einen großen Einfluss haben. Wenn es bei uns die sogenannten Jahrhundertsommer gibt (besonders warme und lange Sommer), liegt das oft daran, dass sich die ITC besonders weit nach Norden verschoben hat.

Klimageographie ist übrigens eines der schwierigsten Kapitel der Geographie überhaupt, wie ich finde. Aber ich finde es super, dass du die Sachen verstehen willst, recherchierst und nachdenkst! Weiter so!!!

Herzliche geograpische ;-) Grüße

P. S. Super Seite hast du da gefunden. Ich hoffe, der erste Teil meiner Antwort hat dich nicht gelangweilt, aber ich finde, manchmal hilft starke Vereinfachung, um das Grundprinzip zu verstehen und dann weiterdenken zu können!

Kommentar von Mary150879 ,

Ich habe da aus Versehen was gelöscht:
In der Mitte ca: Damit verschiebt sich das ganze SYSTEM mit allen damit verbundenen Phänomenen (wollte ich schreiben, fehlt aber)

Antwort
von tinalisatina, 18

hallo,

der Breitengrad spielt da keine Rolle. Denk an die Atakama-Wüste. Auf jeden Fall hat der Regenwald mit dem Kongo einen großen Fluss mit entsprechendem Einzugsgebiet als Wasserträger. Und das setzt eben voraus, dass es genügend Niederschläge gibt. Die kommen hier durch die entsprechenden Luftströmungen/WIndrichtung und die umgebenden Berge, an denen sich die Wolken abregnen. Im Osten gibt es diese Konstallation nicht. 

Antwort
von TheAllisons, 22

Das Klimaverhältnisse sind oft sehr lokal, das hat mit dem Breitengrad nichts zu tun. Das hängt auch von anderen Faktoren ab (Gebirge, Bodenbeschaffenheit, etc.)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten