Frage von CastielDuh, 61

Wie sage ich meiner Therapeutin das ich eventuell bpd habe?

Heya, ich hab mich seit einer Weile damit beschäftigt etc und bin zum Entschluss gekommen das ich eventuell eine Borderline Persönlichkeitsstörung habe (BPS oder BPD). Ich bin in Therapie und meine Therapeutin ist echt nett, die beste die ich bisher hatte. Und ich glaube sie könnte mir sehr gut helfen herauszufinden ob ich BPD habe. Wiederrum habe ich etwas Angst das sie meint das ich mir zuviel reininterpretiere, mir das nur Vorstelle oder sonstiges. Wie kann ich es ihr sagen ohne das es so Selbstbemitleident klingt? Ich habe echt Angst so rüber zu kommen.. ich will ja wiederrum nur Hilfe. Danke im Vorraus.

Antwort
von Samika68, 23

Es ist sicher durchaus hilfreich, wenn Du Deiner Therapeutin schilderst, was Du denkst und fühlst und in allen Gesprächen ehrlich bist.

Die Diagnose selbst würde ich letztendlich ihr als Expertin überlassen.

Heutzutage kann man über alles Mögliche online recherchieren und es kommt vor, dass man in der Beschreibung eines bestimmten Krankheitsbilds seine eigenen Symptome zu erkennen glaubt.

Das ist oft aber eher irreführender als hilfreich.

Gute Besserung.

Antwort
von norbert9014, 5

Genau so!

Deine Therapeutin kann nur auf das reagieren, was Du bereit bist einzubringen.

Stell dir das wie eine gemeinsame Spardose vor: Und ihr beide zahlt in Gesprächsmünzen ein.

Wenn Du darauf hoffst, dass Deine Therapeutin Dir durch Wunderfragen Deine eigentliches Anliegen irgendwann mühevoll herauszaubern kann... das geht nicht. das ist dann so, dass die Therapeutin ab irgendeinem Punkt Teile der eingesparten Gesprächsmünzen wieder entnimmt um sie in Dich zu investieren:

Wenn Du aber selber nichts einzahlst in diese gemeinsame Spardose... ist sie natürlich irgendwann leer.

Das heißt: Für eine Gesprächstherapie werden normalerweise durch die Krankenkasse eine begrenzte Stundenanzahl verordnet: In der Regel bei Therapiebewilligung 12, 16 oder 20 Stunden.

Man kann diese Therapie verlängern, wenn sich der Bedarf ergibt. Das wiederum muss aber begründet werden... in der Regel mit einem Therapiefortschritt

Die Begründung: "Ich bin noch nicht am Thema dran und stochere noch im Nebel" ist aus Sicht der Kassen reine Geldverschwendung.

Zweitens: Du sagst, "Du kannst mit Deiner Therapeutin!"

was immer Du über Dich denkst ist

1. Deine Wahrheit... was also sollte "schlecht" daran sein? Man geht mit Problemen zu einem Therapeuten oder in die Klinik, nicht weil man gerade Geld im Überfluss gemacht hat oder so ein feines Leben führen würde: dann ginge man eher in die Prinzen-Suite eines 5 und mehr Sterne Hotels

2. Du wenigstens ein kleines Stück selbst aus Deiner schwierigen Situation heraustreten kannst: Mit dem Eingeständnis begehst Du auch den ersten schritt hin zu und in einen Heilungsprozess. Du beginnst zu Dir selbst zu stehen... zu Dir selbst zu halten!

Überlege eines: Du hast bisher ... wenigstens überlebt! Du scheinst Dich klar und verständlich ausdrücken zu können ... und wenn es in der anonymen Sicherheit des "gf.net" Blogs ist. Du bist also nicht doof, Du bist interessiert... kreativ? Was kannst Du gut? Wo liegen Deine Interessen? .... Egal wie: Du bist mehr als eine Überlebende: Du hast es bis hierher geschafft: Also hast Du gute, innere Kräfte in Dir: Kräfte, die Dir vielleicht gerade nicht bewusst sind... aber diese guten Kräfte sind unbestreitbar da!

Sie haben Dich bis hierher gebracht.

Nutze sie also in Deinem sinn: Damit packst Du Dein Thema und Dein Herz an... und sagst deiner Therapeutin, was Dich innerlich bewegt.

Das kriegst du schon hin, das weiß ich sicher!

Good Luck

Sincerely, Norbert

Antwort
von JaniXfX, 8

Hallo Castiel,

ich finde super, dass Du eine Therapie machst. Bitte halte auch über eine gewisse Dauer an dieser fest und versuch nicht gleich wieder zu wechseln, wenn der Therapeut kein Sofort-Zauberstab ist und Problem wegzaubert.

Die aktuell größte Herausforderung (auch auf etlichen Kongressen immer wieder besprochen), ist die Internet-Selbstdiagnose. Klienten lesen im netz Diagnoseschlüssel und deuten daraufhin ihre Krankheit. Das Problem des Ganzen ist: Währen bei medizinischen Diagnosen wie z.B. einem Armbruch der Patient wenig durch eine Selbstdiagnose in falsche Wege kommen kann (denn spätestens auf dem Röntgen fällt auf, dass der Arm gebrochen ist oder nicht), tritt in der Psychologie folgendes Problem auf: Die Klienten verhalten sich entsprechend ihres Wunsch-Krankheitsbildes. Manchmal verschweigen sie es dem Therapeuten so lange, bis der Therapeut tatsächlich auch das diagnostiziert, was die Klienten gern hätten.

Deshalb folgender Rat: Bitte berichte Deiner Therapeutin/ dem Therapeuten, dass Du findest, dieses Krankheitsbild könnte auf Dich passen. Borderline wird bei jungen Leuten so gut wie nicht diagnostiziert - sei darüber nicht traurig.

Übrigens, zu Deiner Diagnose: Es handelt sich um eine Persönlichkeitsstörung. Damit hast Du Dir ins Knie geschossen - denn eine Persönlichkeitsstörung ist a) extrem langwiedrig und b) so gut wie nicht wegzubekommen. Deshalb sollte man sehr vorsichtig mit solchen Diagnosen sein, denn Persönlichkeit ist par Definition sehr zeitstabil. 

Antwort
von Vanelle, 9
Und ich glaube sie könnte mir sehr gut helfen herauszufinden ob ich BPD habe

Sobald Du aufhörst, Dich zu "entschließen" eine Krankheit zu haben, steigen die Aussichten, Hilfe zu bekommen.

Aufgabe ist nicht, herauszufinden, woran Du nicht leidest :-(

Antwort
von LittleMistery, 13

Das wird die schon selbst merken, wenn da was dran ist. Da brauchst du keine Selbstdiagnosen, weil ich auch glaube, dass du was reininterpretierst.

Antwort
von Mimi33394, 10

Schilder ihr deine Symptome und frag, ob da noch mehr dranhängen könnte.

Antwort
von Grobbeldopp, 17

Warum wirst du denn therapiert? Also auf Basis welcher Diagnose?

Antwort
von henzy71, 28

BPD wäre zwar dein größtes Problem, aber (leider) nicht dein einziges.... Kennst du den Unterschied zwischen "das" und "dass" und weißt du, wann was verwendet wird? Ferner solltest du echt mal deine Liebe zum Buchstaben "r" zu normalen Proportionen zurückbringen: "wiederum" und "Voraus" bitte nicht mit doppel "r"..... Nun mal zum eigentlichen Problem: Es wäre gut, wenn nicht du die Diagnose stellst, sondern das deiner Therapeutin überlässt. Schließlich ist sie die Expertin und nicht du.

Gruß

Henzy

Antwort
von horizonld97, 29

Sie wird schon wissen was sie macht - auch ohne deine selbstdiagnosen

Antwort
von ischdem, 2

willst du Hilfe haben dann musst du dich offenbaren,

auf der anderen Seite - die Therapeutin ist das eine Fachfrau ? dann muss  - müßte sie das  - dich - schon lange erkannt haben

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