Frage von nasoebbs, 95

Wie habt ihr es aus der Alkoholsucht geschafft?

Aus meiner ganz krassen Phase bin ich raus. Ich trinke, zumindest wenn ich arbeiten muss, nicht mehr tagsüber. Nehme mir zZ zusehendst vor, auch Abends nicht damit anzufangen. Klappt halt fast nie. Gestern wieder 12 Bier geschlurft. Irgendwann kommt der Druck, dem ich ausgeliefert bin. Am anschließendem morgen fühle ich mich meisten widerlich. Nicht wegen einem Kater (den hat man irgendwann nicht mehr), sondern einfach, weil ich wieder getrunken hab. Lange Rede, kurzer Sinn. Ich würde gerne von EX-Betroffenden wissen, wie sie es geschafft haben.

Antwort
von gamine, 35

wenn ich arbeiten muss

Ich denke, dort liegt der Ansatz. Um nicht zu trinken, um die Sucht los zu werden, musst du etwas in deinem Umfeld ändern, nämlich das, was dich so sehr unter Druck setzt, dass du keinen andern Ausweg weisst, als zu trinken. 

Danach geht es von allein, weil du die Notwendigkeit zu trinken nicht mehr hast. Alles Gute!

Antwort
von Bengi70, 62

Wenn bei mir der Druck einsetzt, dann nehme ich mir vor zehn Minuten dagegen anzukämpfen. Falls das nicht reicht dann nochmal zehn Minuten. In dieser Zeit versuche ich mich abzulenken. Kleiner Spaziergang, Internet etc.

Irgendwann lässt der Druck von ganz allein nach. Meist zehn Tage bis zwei Wochen. Dann kannst Du selbst entscheiden ob Du wieder trinkst oder nicht. Einfach das nächste Bier nicht mehr kaufen.

Kommentar von nasoebbs ,

Wie hoch ist die Erfolgsquote bei dir mit diesem 10 Minuten Prinzip? Wenn du schon so relativ selten Druck hast, nehme ich richtig an, dass du schon länger trocken bist?

Kommentar von Bengi70 ,

Nein, ich war 14 Jahre trocken, habe aber erst jüngst einen ziemlich heftigen Rückfall gehabt. Vor etwa zwei Wochen habe ich entzogen und bin nun wieder trocken. Der Suchtdruck ist inzwischen komplett weg.

Kommentar von nasoebbs ,

Freut mich sehr zu lesen!

Antwort
von Hannibu, 48

Ich bin nicht Exbetroffen, kenne aber einen mehr oder weniger Exbetroffenen. Er hat Therapien gemacht (mehrere, bis es endlich einigermaßen ging), außerdem hat es ihm geholfen ständig mit anderen zusammen zu sein. Also, dass jemand Zuhause war, der auf ihn einreden konnte, wenn er was trinken wollte und ihn auch zur Arbeit gefahren und dort wieder abgeholt hat.
Jetzt geht es wieder ganz normal, er trinkt aber immer noch manchmal, das passiert aber nur noch etwa einmal im Monat und seine Geschwister sind dabei auch das noch weiter einzudämmen, da er, wenn er anfängt immer wirklich viel trinken will.

Antwort
von LonelyBrain, 49

Ich würde dir eine Therapie anraten. Du willst aus der Sucht raus - das ist schonmal der 1te Schritt in die richtige Richtung.

Doch eine derartige Sucht musst (und kannst?) du nicht alleine bewältigen. Dir wird geholfen - an vielen Stellen.

In einer Therapie lernst du z.B. mit dem von dir genannten Druck richtig umzugehen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln, Auslösersituationen zu identifizieren und vieles mehr.

Ich lege dir also eine Therapie sehr ans Herz.

Ich wünsche dir viel Kraft & Erfolg bei deinem Weg aus der Sucht!

Kommentar von nasoebbs ,

Ich weiß, dass ich krank bin und das ich Hilfe brauche. Kann man aber nachvollziehen, dass ich mich dennoch irgendwie innerlich weigere, eine Therapie zu machen? Ich weiß auch nicht genau warum.

Kommentar von LonelyBrain ,

Man bringt das oft (fälschlicherweiße!) mit etwas negativen in Verbindung. Du siehst es nicht als Hilfe - du denkst nur an die "Anonymen Alkoholiker" über die sich ja oft bei Film & Fernsehen lustig gemacht wird o.ä.

Wenn du Bedenken hast ist das nicht schlimm - im Gegenteil das ist vollkommen normal.

Du solltest das Thema allerdings zu lassen und dich dafür öffnen.

Das heißt? Gehe zumindest zu einer Sitzung, sieh dir das alles ganz entspannt an. Wenn es nach ein paar mal echt gar nicht "dein Ding" ist kannst du ja immernoch wechseln oder es anderweitig versuchen.

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