Frage von Jessyyy1234, 96

Wie geht es nach dem Psychologie Studium weiter?

Hallo ! Ich bin momentan in der Q1 und möchte nach meinem Abitur gerne Angewandte Psychologie an der Fresenius in Köln oder an einer Uni in England studieren. Ich würde mich gern auf Rechtspsychologie spezialisieren danach . Es gibt ja verschiedene Wege wie man dahin kommt , jedoch sind mir die Kombinationen nicht ganz klar und ich fand es sehr schwer Infos dazu zu finden. Oft hab ich gehört, dass man danach einfach seinen Master machen kann in Rechtspsychologie oder halt in Kriminologie. Wo wäre da genau der Unterschied und was wäre denn praktischer ? Könnt ihr mir vllt ein paar gute Seiten empfehlen, die da gut informieren? Vielen Dank schonmal im vorraus. Lg, Jessy :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Anger, 34

Hallo Jessyyy1234, 

solltest du wirklich den Bachelor an der FH in Köln machen würde ich dir bei deinem Ziel empfehlen zumindest klinische Psychologie und optional das Modul Personalpsychologie zu absolvieren. M.E. gibt es verschiedene Wege. So hat z.B. die Uni Kiel eine Abteilung in Rechtspsychologie u. du hättest ggf. schon während des Bachelors dort die Möglichkeit diesbezügliche Kurse zu belegen: http://www.koehnken.psychologie.uni-kiel.de/index.php/223.html 

Natürlich ist die Uni Kiel da nicht die einzige Uni, die da so aufgestellt ist. Ich möchte u. kann dir die Recherche da jetzt nicht abnehmen, aber zuerst mal so viel dazu. Zudem ist es an einigen Unis möglich "Kriminologie" als Nebenfach zu studieren. Für gewöhnlich ist die Kriminologie ein Schwerpunktbereich der Rechtswissenschaften u. kann beinahe an allen Universitäten im Jurastudium als Schwerpunkt gewählt werden. Dabei gibt es an einigen Universitäten auch die Möglichkeit Kriminologie als Wahlfach, beispielsweise zum Fach Psychologie oder Soziologie (wohl meist eine der unterschiedlichen Bezugswissenschaften), zu belegen. Z.B.fällt mir da gerade die Uni Tübingen u. Heidelberg ein. In Mainz kann man z.B. "Rechtspflege" als Nebenfach studieren, was sich m.E. dabei echt anbietet! 

Einen Master in Rechtspsychologie bietet meines Wissens nach die Uni Bonn an, die SRH-Hochschule in Heidelberg und die Medical School in Berlin u. Hamburg. In Hamburg handelt es sich um einen Doppelmaster-Abschluss in Verbindung mit Klinischer Psychologie und Psychotherapie. Leider ist das in Hamburg, Berlin und Heidelberg nicht ganz billig.. Insbesondere der Master in Hamburg hört sich m.E. vielversprechend an. 

Kriminologische Kenntnisse sind für einen Rechtspsychologen zwar von Bedeutung, allerdings würde ich dir davon abraten nach einem Bachelor in Psychologie einen Master in Kriminologie anzufügen, weil du ggf. in Deutschland keine Therapieausbildung die dann für das Berufsbild wohl benötigt wird nicht mehr machen könntest. 

Noch mal, ein Master in Kriminologie ist dann NICHT das Richtige! Die Kriminologie ist "die Wissenschaft vom Verbrechen" und hat verschiedene Bezugsdisziplinen, weshalb sich auch einige der angebotenen Masterstudiengänge als "Interdisziplinär" bezeichnen, sind aber meist, je nach Institut, rechts- oder z.B. soziologielastiger.. (belese dich dazu noch mal genauer im Internet z.B. Wikipedia und nutze bei weiteren Fragen u. Interesse weitere Quellen. Kaufe od. leihe dir ggf. eine "Einführung in die Kriminologie" und/oder in die Rechtspsychologie).

Rechtspsychologie ist eine Teildisziplin der Psychologie und beschäftigt sich mit der Anwendung psychologischer Erkenntnisse bzw. Methoden u. Theorien auf das Rechtswesen. Auf der Webseite der SRH Heidelberg steht z.B.: "Unter dem Begriff der Rechtspsychologie werden die Teilbereiche Forensische Psychologie und Kriminalpsychologie zusammengefasst. Die Rechtspsychologie befasst sich systematisch mit kriminellen oder abweichenden Handlungen im Kontext der Gerichtsbarkeit oder des Rechtswesens. Die von Ihnen im Masterstudium erworbene psychologische Sachkunde stellen Sie dem Rechtswesen und der Gesellschaft zur Verfügung." 

Praktischer ist m.E. ein Master in Rechtspsychologie bzw. in Psychologie mit dem Schwerpunkt Rechtspsychologie. Ein Master der Kriminologie führt dich nämlich i.d.R. in die kriminologische Sozialforschung oder zum Hilfsarbeiter. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, dies liegt aber daran, was du für ein Erststudium hast, welche Praktika etc. du gemacht hast u. welche Stellenangebote es im Bereich Kriminologie gibt (ab u. zu mal dazu zu googeln hilft immens - z.B. mal alle vier Wochen, um einen Überblick zu bekommen).  

Daneben möchte ich erwähnen, dass du m.E. auch für die Forschung mit einem Studium der Psychologie gut aufgestellt bist, denn diese nehmen zumeist im Studium der Psychologie einen großen Bereich ein ;-)

Der "genaue Unterschied" ist der, dass "die Kriminologie" als Sozialwissenschaft sich verschiedener Bezugswissenschaften, wie Rechtswissenschaften,Psychiatrie, Psychologie, Soziologie und Pädagogik, Ethnologie und Anthropologie, manchmal auch Biologie u. Ökonomie bedient. Aus diesem Grund ist, je nach Themenbereich, auch die Rechtspsychologie auch von Bedeutung für die Kriminologie. Das Expertenwissen eines Rechtspsychologen beruht aber auch aus anderen Bereichen, weshalb die Rechtspsychologie im Umkehrschluss aber wieder ein Teilbereich der Kriminologie ist.

Schau dir z.B. mal auf Wikipedia genau "Rechtspsychologie" und auch "Kriminologie" an. Da wird dir schon einiges deutlich. Zudem solltest du dich auch mal über die Studiengänge, deren Ziele und Berufsmöglichkeiten auf den jeweiligen Webseiten belesen. 

Masterstudiengänge in Kriminologie u. ähnlich werden an der Uni Hamburg, Uni Greifswald (Kriminologie u. Strafrechtspflege), Uni Regensburg (Kriminologie u Gewaltforschung), Bochum (Kriminologie u. Polizeiwissenschaft)  und an der Hochschule Ostfalia („Präventive Sozia Arbeit mit dem Schwerpunkt Kriminologie & Kriminalprävention"). Aus Erfahrung kann ich von dem Master in Hamburg definitiv abraten, was man aber auch anders sehen kann. Du hast nun die Qual der Wahl..

Als Kriminologe ist man m.E. mit einem rechtswissenschaftlichen Studium oder einem Studium der Psychologie auch besser aufgestellt. Der Kriminologe Friedrich Lösel ist z.B. auch Psychologe, Christian Pfeifer hat Jura studiert, auch Rudolf Egg hat Psychologie studiert. Die Aufzählung kann man unendlich fortführen. Hingegen hat z.B. die Uni Hamburg bzw. der Studiengang Kriminologie noch nicht viel vorgebracht ;-) 

Fazit.: Um Kriminologe zu sein, brauch man kein Studium der Kriminologie, sondern ein Studium in einer der Bezugswissenschaften u. sollte sich während des Studiums mit kriminologischen Themen befassen. Bei manchen Leuten hat wahrscheinlich die Diplomarbeit dazu gereicht ihren Weg dahingehend zu ebnen.. (Schau dir die Lebensläufe einiger bekannter Kriminologen dazu an..)

Ich hoffe, ich konnte dir zumindest etwas helfen..

Schönen Gruß,

Anger

P.S.: Nehme doch z.B. mal eine Beratung an einer Uni in Anspruch oder rufe mal zu einem der Bereiche in Rechtspsychologie an und befrage dich dort weiter bzw. genauer!

Kommentar von Jessyyy1234 ,

Wow, vielen vielen Dank, hast mir schon mal ein ganzes Stück Recherchearbeit abgenommen, war echt super hilfreich !! :)

Kommentar von Anger ,

Vielen Dank ;-)

Schau mal, wie geschrieben an der Uni Kiel nach, da gibt es glaube ich auch den Schwerpunkt  Rechtspsychologie im Studium. Zu diesem Schwerpunktbereich gehörte auch immer eine vorlesung "Kriminalpsychologie". Da gibt es kleine Unterschiede. Fachlich bzw. praktisch arbeitest du als Rechtspsychologe meist mit Tätern in einer Strafvollzugsanstalt, forensischen Psychiatrie/Maßregelvollzug o.ä. Auch die arbeit mit Opfern ist denkbar, damit kenne ich mich aber nicht so aus. Zudem kann man auch ggf. vor Gericht als Gutachter auftreten. Ich weiß, dass manche Gutachter gleichzeitig in forensischen Abteilungen einer Psychiatrie beschaftigt sind, andere hingegen aber in der Forschung arbeiten. R. Egg z.B. ist (glaube ich zumindest?) auch Gutachter. Ich will nichts falsches schreiben, es könnte aber u.U. auch sein, dass du um als Gerichtsgutachter zu fungieren "Psychiater" sein musst, d.h. du müsstest Medizin studieren und deinen Facharzt in dem Bereich Psychiatrie machen (? Check das besser noch mal!!!).

Kommentar von Jessyyy1234 ,

Hab mal nachgeschaut und Uni Kiel wäre natürlich super , aber im Moment liegt mein Schnitt immer so bei 1,7/1,8 also müsste ich mit Wartesemestern rechnen, die ich eigentlich ungern an der Bäcke hätte, von daher gilt meine Interesse zumindestens was den B.A. angeht eher bei den Privatunis. Wegen der Sache mit der Psychatrie habe ich mich auch schon informiert, da muss man irg.wie nach dem Studium ne bestimmte Sondernausbildung(oder wie auch immer das eigentlich heißt ) machen, also wäre das Medizinstudium in dem Fall keine Notwendigkeit. 

Kommentar von Anger ,

Es wäre ratsam, wenn du alternativ noch bei anderen Unis im FB Psychologie nachschaust ob diese ggf. auch einen Schwerpunkt Rechtspsychologie anbieten und nicht nur in Kiel. Bedenke auch immer, dass Privatunis extrem teuer sind. Wenn deine Eltern das bezahlen können würde ich NATÜRLICH eine Privatuni vorziehen, denn dort ist bestimmt auch die Betreuung besser - an staatlichen Unis kann das schon mal MISERABEL sein.. (kommt eben ganz drauf an). Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass du nach einem Studium der Psychologie ohne "bestimmte Sonderausbildungen" einsteigen kannst. Wenn du z.B. im therapeutischen Bereich arbeiten möchtest, also praktisch, dann wirst du  z.B. u.U. eine zusätzliche Therapieausbildung benötigen (es gibt unterschiedliche Ausbildungen, die dann anerkannt sind).

Wenn du aber z.B. mit Tätern arbeitest, die bestimmte Medikamente verschrieben bekommen müssen, weil sie ggf. an einer psychiatrischen Erkrankung leiden, dann kann es u.U. sinnvoll sein, Psychiater zu sein. Tu mir den gefallen und erkundige dich tiefgreifender über die einzelnen Berufsbilder und ob das dann wirklich das Richtige für dich ist.. oder ob du ggf. etwas anderes (z.B. Medizin, anstatt psychologie) studieren solltest..

Kommentar von Jessyyy1234 ,

Mit dem Geld ist das Gott sei Dank kein Problem bei uns, die Privatuni is gut bezahlbar und daher ziehe ich das natürlich vor .

In die psychiatrische Richtung zu gehen war bei mir allerdings nicht der Plan, da dies für das Begutachten von Straftätern nicht nötig ist, sondern nur wenn man in einer Forensichen Psychiatrie arbeiten möchte, daher habe ich mich bis jetzt auch noch nicht wirklich damit auseinander gesetzt. Werde es mir aber trotzdem mal angucken.

Und keine Sorge, habe mich sehr tiefgründig über die Berufsbilder informiert (übers Praktikum, Unis etc.) und bin mir zu 100 Prozent sicher, dass es das richtige ist :)

Kommentar von Anger ,

Ja, es freut mich echt zu hören, dass du dich gut informiert hast und da zuversichtlich bist, das richtige gefunden zu haben ;-) 

Wenn ich die Zeit zurück drehen könnte und müsste noch mal dasselbe studieren (obwohl ich es nicht noch mal machen würde..), würde ich zumindest auch eine private Uni wählen (wenn meine Eltern auch das finanzieren würden ;-). 

Kommentar von Jessyyy1234 ,

Was hast du denn studiert, wenn ich mal so fragen darf ? Dacht jetzt an Psychologie oder Kriminologie, weil du dich ja anscheinend recht gut damit auskennst :D

Und ja kann ich verstehen, an Privaten Unis ist das meistens halt alles nochmal ein ticken angenehmer und persönlicher :)

Antwort
von Dahika, 57

Ich kenne nur den Master in Psychologie. Alles andere wären Spezialisierungen innerhalb oder nach dem Hochschulstudium.

Antwort
von Akka2323, 30

Psychologie und Jura studieren.

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